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Forum => Dies und das => Ausrüstung => Thema gestartet von: Reinhard am 15.07.2018, 19:21

Titel: Pro & contra E-Bike
Beitrag von: Reinhard am 15.07.2018, 19:21
Ursprünglich hatte ich heute, wie schon dreimal in den letzten Tagen, nur die Fahrt zur Dandlbergalm auf dem Samerberg geplant. Doch während der Auffahrt entschied mich, die Runde etwas zu vergrößern. Auch weil ich diesmal mit dem Stromradl unterwegs war.  :)

Mit dem Bike ging es also von Rosenheim über den Inndamm bis nach Neubeuern, von dort auf dem bekannten Weg auf den Dandlberg und weiter zur Aussichtskapelle:

IMG_20180715_115729.jpg



Nach einer kurzen Trink- und Fotopause ging es hinunter nach Törwang und über schöne Wiesenwege am Schwimmbad vorbei nach Grainbach. Weiter dann in Richtung Duftbräu, um dann über den Gammern-Parkplatz zur Wagneralm aufzufahren. Dort gab es für den Durst ein Weißbier und für die Ohren spielte eine Musik. Die Alm war voll besetzt.

Für die Rückfahrt nach Nußdorf wählte ich mir das Mühltal aus. Dieses ist noch offiziell gesperrt, aber bereits durchgehend befahrbar. Siehe Foto:

IMG_20180715_135105.jpg



Die Rückfahrt nach Rosenheim erfolgte dann über den Inndamm, vorbei am Neubeurer See. Genau hinter dem See in der Bildmitte der Dandlberg:

IMG_20180715_140703.jpg



55 km, 1040 hm.
Das Wetter hielt sich entgegen den Befürchtungen.
Die Karte stammt wie immer frei von Urheberrechten, von https://geo.dianacht.de/topo/

wrapmap6.jpg



Anzeigen:
Samerberg - Paradies im Chiemsee Alpenland (https://www.amazon.de/gp/product/3475545764/ref=as_li_tl?ie=UTF8&tag=robergede-21&camp=1638&creative=6742&linkCode=as2&creativeASIN=3475545764&linkId=9c10fe4d6aec299409488831fd814439)
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Mountainbiken in den Rosenheimer Hausbergen (https://www.amazon.de/gp/product/3933708052/ref=as_li_tl?ie=UTF8&tag=robergede-21&camp=1638&creative=6742&linkCode=as2&creativeASIN=3933708052&linkId=05e33707ce83f4d78bba5ea7a1c65909)
Auf den Spuren des Inn-Chiemsee-Gletschers (https://www.amazon.de/gp/product/3899371046/ref=as_li_tl?ie=UTF8&tag=robergede-21&camp=1638&creative=6742&linkCode=as2&creativeASIN=3899371046&linkId=0b7b31c402cd75ffd715ff700d45a85f)
Der Samerberg im Eiszeitalter (https://www.amazon.de/gp/product/B00BJ5O68M/ref=as_li_tl?ie=UTF8&tag=robergede-21&camp=1638&creative=6742&linkCode=as2&creativeASIN=B00BJ5O68M&linkId=8ffb0408666e9f8f25b8c2b32e21abb7)
Drogerie & Bad
Titel: Re: Pro & contra E-Bike
Beitrag von: kare am 15.07.2018, 20:21
Servus Reinhard,

nix für unguad, aber mal eine provokante Frage:
findest Du nicht auch, dass "mit-Strom-den-Berg-Rauf-fahrn" nicht eine ganz andere Sportart als klassisches Bergradeln ist?

ich würde das vergleichen mit: i bin a 1200Hm Skitour ganga (aber rauf mit Schlepplift)...

I kenn alle Argumente und hab von Deinen gesundheitlichen Problemen gelesen, aber wie weit wollen wir den Leuten mit technischen Hilfen auf den Berg helfen?

E-Bikes find ich super, wenn sie PKW-Kilometer vermeiden, aber MTB-Kilometer...?
Titel: Re: Pro & contra E-Bike
Beitrag von: rennschnecke am 15.07.2018, 22:11
Servus Reinhard,

nix für unguad, aber mal eine provokante Frage:
findest Du nicht auch, dass "mit-Strom-den-Berg-Rauf-fahrn" nicht eine ganz andere Sportart als klassisches Bergradeln ist?

ich würde das vergleichen mit: i bin a 1200Hm Skitour ganga (aber rauf mit Schlepplift)...

I kenn alle Argumente und hab von Deinen gesundheitlichen Problemen gelesen, aber wie weit wollen wir den Leuten mit technischen Hilfen auf den Berg helfen?

E-Bikes find ich super, wenn sie PKW-Kilometer vermeiden, aber MTB-Kilometer...?

Hallo kare,

ich würde Dir Recht geben, wenn es um jemanden geht, der ein- oder zweimal im Jahr sich mit dem E-Motor Bereiche erschließt die man sonst nie besucht (hat).  Aber es gibt bei den E-MTB-Bikern genauso echte Biker, wie es auch bei den Wanderern die berüchtigten Glapperl-Geher gibt, die man auf den Bergen mit Bergbahnauffahrt sieht.

Ich finde so ganz pauschal darf man das nicht sehen. Und wenn es irgendwann nicht mehr anders geht, dann muss man sich heutzutage eben zum Glück nicht auf den alten Schaukelstuhl auf die Terrasse setzen.

Und die Auswahl der Touren ist ja ohnehin eingeschränkt. Vielleicht sind wir ja alle irgendwann mit diesen Teilen unterwegs. Denn lieber so als gar nicht mehr...... .

Viele Grüße

rennschnecke

Titel: Re: Pro & contra E-Bike
Beitrag von: Reinhard am 16.07.2018, 11:42
Danke, Rennschnecke und Kare, für Eure Beiträge.

Kare, ich würde Deine Frage gut verstehen, wenn Du sie nicht einem 65-jährigen stellen würdest. Vielleicht kanntest Du auch mein Alter nicht. Ich fühle mich auch nicht provoziert. Leider sieht man heute genügend junge Leute, die mit dem E-Bike umher fahren, sogar im Flachland. Als ich in deren Alter war, kamen die normalen Mountainbikes erst so langsam auf. Umgestiegen bin ich dann vor einem Jahr, und ich benutze das normale Bike trotzdem weiterhin für kleinere Fahrten.

Irgendwann kommt die Zeit, wo man bei größeren Touren mehr auf seine Gesundheit achten muss. Ein persönlich erlebtes Beispiel und mein Schlüsselerlebnis: Vor drei Jahren ist wenige Meter vor mir ein Mountainbiker (ohne “Strom” wie auch ich, und ungefähr mein Alter) auf dem Weg zum Karwendelhaus zusammengebrochen und kurz darauf verstorben - Herzinfarkt. Ich habe den Einsatz der Sanitäter und den Rettungshubschrauber miterlebt. Da macht man sich mit “Ü60” natürlich seine Gedanken und stellt die Gesundheit mehr als bisher in den Vordergrund. Man darf sich in diesem Alter nicht auspowern bis zum Gehtnichtmehr.

Die Frage stellt sich also: Soll man aus gesundheitlichen Gründen lieber auf die großen Touren ganz verzichten, oder doch mit Hilfsmitteln weitermachen? Die Antwort liegt für mich auf der Hand: nicht verzichten! Deshalb ist es für mich selbstverständlich, dass ich auch Höhenmeter mit Unterstützung mache.

Und man kann das Bike auch ausgewogen einsetzen: Ich bin gestern auf dem Inndamm zwischen Rosenheim und Neubeuern völlig ohne Strom gefahren, also wie auf einem normalen Rad. Dieses wiegt übrigens mit ca. 20 kg wesentlich schwerer als ein normales Bike. Den Strom habe ich bei den Steigungen sehr dezent eingesetzt, und bei meiner Rückkunft war der Akku noch zur Hälfte voll. Anstrengung pur und ein verschwitztes T-Shirt! Und trotzdem nicht ausgepowert bis zum Herzstillstand.

Seitdem ich auch mit E-Bike unterwegs bin, wird mir bewusst, dass viele Leute Vorurteile haben und die E-Biker am liebsten von den Bergen verbannen würden. Manche Kritiker verwechseln ein E-Bike mit einem Mofa: Raufsetzen und völlig ohne Anstrengung den Berg hinauf fahren. Solche “Sportler” gibt es leider auch und diese sind auch für die Vorteilen verantwortlich.

Doch was machen die Kritiker, wenn sie ein Alter erreicht haben, wo es nicht mehr so einfach geht?

Fazit, wie es Rennschnecke schon schreibt:
Vielleicht sind wir ja alle irgendwann mit diesen Teilen unterwegs. Denn lieber so als gar nicht mehr....
Titel: Re: Pro & contra E-Bike
Beitrag von: kare am 16.07.2018, 12:23
Servus Reinhard,

ich hab Deine Vorgeschichte und Dein Alter schon irgendwann mal gelesen, ich wusste das schon.

Meine Erfahrungen beim Bergradeln in den letzten 1 bis 2 Jahren erzeugen halt bei mir die Befürchtung, dass es mit den E-Bikes dermaßen überhand nimmt, dass es in nicht zu ferner Zukunft Beschränkungen geben wird, die alle Bergradler betreffen werden (nebenbei: bei mir hat sich der Schwerpunkt im Sommer immer mehr vom Wandern zum Radeln verschoben, weil: genau: Arthrose im Knie).

Solange da ein paar einzelne "Best-Ager" rumradeln, ist das alles kein Problem, die Menge machts halt.

Und zu Deiner Anmerkung: "wenn es nicht mehr anders geht": meiner Meinung nach bedeutet Bergsteigen: Fortbewegung aus eigener Kraft, und wenn ich das nicht mehr kann, Schade, aber dann ist es eben so.

Ich habe bei uns im Verein gute Bekannte zwischen 75 und 80, die begeisterte Bergsteiger waren und noch sind, die sagen selber:

"wenn's für's Gebirg' nimma langt, fahr i hoid dahoam umanand" (grob gesagt zwischen Inn und Isen), das aber dann mit Strom.

Abgesehen davon finde ich schadet so eine Diskussion nicht, auch wenn ich mit meiner Meinung eher alleine bin.

Wünsche Dir weiterhin schöne Tage im Gebirge bei bester Gesundheit.

Kare
Titel: Re: Pro & contra E-Bike
Beitrag von: MANAL am 16.07.2018, 14:28
Und zu Deiner Anmerkung: "wenn es nicht mehr anders geht": meiner Meinung nach bedeutet Bergsteigen: Fortbewegung aus eigener Kraft, und wenn ich das nicht mehr kann, Schade, aber dann ist es eben so.

Auch wenn ich das auch so sehe gibt es auch keine klare Line zwischen schwarz und weiß. Wo beginnt die "Fortbewegung aus eigener Kraft"? Zuhause vor der Haustüre, am letzten Ort wo der ÖPNV hinkommt, am Parkplatz im Tal oder die letzte Parkmöglichkeit auf einer Hütte mit Mautstraße?
In der Regel fahre ich halt auch mit dem Auto so hoch ich komme. In erster Linie weil ich arbeitsbedingt nicht die Zeit habe mir für jede Tour Urlaub zu nehmen was in der Regel notwendig wird wenn man z.B. ÖPNV für eine größere Tour nutzt.
Ebenso kann man bei einer Tour im Hinterautal auch sagen dass man ehrlich vom Scharnitz zu Fuß in die Täl hatscht. Ein MTB ist letztendlich auch schon ein Hilfsmittel.
Auch ein Trekkingstock könnte man als Hilfsmittel bezeichnen, ebenfalls irgendwelche Energieriegel.

Letztendlich muss jeder für sich entscheiden wieviel er Hilfsmittel für eine Tour einsetzt.

Ich bin z.B. sehr kritisch gegenüber den E5-Bergtouristen, die eine Alpenüberquerung machen obwohl sie vermutlich mehr als 50% der Wegstrecke und auch etliche Höhenmeter mit Bus und Seilbahn zurücklegen. Für mich ist das keine Alpenüberquerung, aber für diejenigen die am Vernagtstausee ankommen (ein Großteil fährt ja dann mit dem Bus nach Meran) ist es sicher eine enorme Leistung trotz der Hilfsmittel gewesen die sie nutzen.


Abgesehen davon finde ich schadet so eine Diskussion nicht, auch wenn ich mit meiner Meinung eher alleine bin.

Die Diskussion finde ich auch sehr sinnvoll, da man wohl nur so besser verstehen kann wo das E-Bike sinnvoll eingesetzt wird.
Evtl. kann man diese Beiträge in einen eigenen Thread auslagern?

Dient es als Hilfsmittel um Bergerlebnisse zu bekommen die man ohne nicht schafft, aber sich dennoch verausgabt finde ich es sehr sinnvoll. Wird es aber genutzt um sich selber nur was vorzugaukeln dass man etwas geschafft hat (weil nur der Akku geschwitzt hat) dann sehe ich es eher witzlos. Ein Tourist der mit der Seilbahn irgendwo hoch- und dann wieder runterfährt ist auch kein Bergsteiger oder Sportler. Klar, ein E-Bike ermöglicht auch völlig untrainierten den Aufenthalt an Plätzen die sich bisher nur mit Schweiß erarbeiten ließ.

Ein E-Bike kann aber auch sehr sinnvoll im Alltag eingesetzt werden. Gerade für Berufspendler die jetzt mit einem E-Bike zur Arbeit fahren (ohne schweißgebadet anzukommen) und dafür auf das Auto verzichten ist ein großer Gewinn für die Umwelt. Zumal die kürzeren Fahrstrecken genau die sind wo ein Auto noch kalt ist und besonders umweltfeindlich und spritschluckend ist.


Und man kann das Bike auch ausgewogen einsetzen: Ich bin gestern auf dem Inndamm zwischen Rosenheim und Neubeuern völlig ohne Strom gefahren, also wie auf einem normalen Rad. Dieses wiegt übrigens mit ca. 20 kg wesentlich schwerer als ein normales Bike. Den Strom habe ich bei den Steigungen sehr dezent eingesetzt, und bei meiner Rückkunft war der Akku noch zur Hälfte voll. Anstrengung pur und ein verschwitztes T-Shirt! Und trotzdem nicht ausgepowert bis zum Herzstillstand.

Das hat mich von Anfang an interessiert wie lang so ein E-Bike eigentlich durchhält. Danke für die Info.
Titel: Re: Pro & contra E-Bike
Beitrag von: AbseitsAufwärts am 16.07.2018, 15:58
Das hat mich von Anfang an interessiert wie lang so ein E-Bike eigentlich durchhält. Danke für die Info.

Naja, du weisst jetzt, wie lange Reinhards E-MTB durchhält. Bei anderen Modellen mit anderen Akkus/ Motoren wird's aber wohl anders sein. Ein normales, billigeres E-Strassenrad macht bei größeren Steigungen schon schlapp, maximal Tatzelwurm, St. Margarethen, Wirtsalm, Samerberg von Rosenheim.
Titel: Re: Pro & contra E-Bike
Beitrag von: Martl am 16.07.2018, 19:22
Servus zusammen,

dieses Thema ist wirklich eine sehr heißes Eisen, man muß stets aufpassen, daß man niemanden zu nahe tritt  #jetztredi#

Abgesehen davon finde ich schadet so eine Diskussion nicht, auch wenn ich mit meiner Meinung eher alleine bin.
... da bist du ganz und gar nicht der einzige, der das so oder ähnlich sieht...

...ich hab mir länger überlegt, ob ich hierzu überhaupt was schreiben soll,
aber da einen dieses Thema in letzter Zeit (für mich vor allem seit gut einem Jahr) permanent
verfolgt, fällt es schwer, nicht darüber zu reden/schreiben.

Für jemand wie mich, der als "Vollblutbiker" jede Tour als richtige und ernste körperliche Herausausforderung
sieht und annimmt, geht es grundsätzlich mal gar nicht, hier elektrotechnische Hilfe in Anspruch zu nehmen.
Das gilt natürlich mit den schon erwähnten Einschränkungen, für die ich durchaus vollstes Verständnis habe
(Alter, Krankheit, andere dauerhafte Gebrechen, ect.).
Vor allem gilt das für Leute, die schon immer unterwegs waren, und jetzt halt nicht mehr anders "können".
Aber seit letztem Jahr fallen mir ständig mehr und mehr "jüngere" und meist durchaus fitte Leute auf,
die scheinbar "weil es gerade modern ist" das Stromradl benutzen.
Natürlich ist die Verlockung auch groß, wenn man in die Fahrradläden schaut, die Auswahl wird
ständig größer und größer...

Ich mache mir aber auch (ähnlich wie Kare) einfach Sorgen um unsere Bergwelt.
Es nimmt den Anschein, als wenn alles immer mehr, immer schneller und vor allem immer
schnelllebiger sein "muss". Jeder kann alles schaffen, ohne übermäßige Anstrengung,
kann auf der Hütte seinen "Spaß" haben und das alles fast "im Vorbeigehen"...
Das gefällt mir wirklich gar nicht, und ich hoffe, daß es noch eine Wende geben kann, bevor es zu spät ist.
Sonst drohen irgendwann bestimmt Einschränkungen (z. B. Streckensperrungen), weil einfach zu viele
Radler unterwegs sind, bzw. sich die Fußgänger dadurch verständlicherweise übermäßig bedrängt fühlen.

Nix für ungut, und Reinhard - bitte nicht persönlich nehmen - das alles meine ich "ganz allgemein"  :)


Gruß
Martl
Titel: Re: Pro & contra E-Bike
Beitrag von: Frank Steiner am 16.07.2018, 23:03
Für jemand wie mich, der als "Vollblutbiker" jede Tour als richtige und ernste körperliche Herausausforderung
sieht und annimmt, geht es grundsätzlich mal gar nicht, hier elektrotechnische Hilfe in Anspruch zu nehmen.

Wie Manal schon richtig schrieb: Du faehrst also von Deiner Haustuer ab immer alle Deine Touren nur mit dem Rad? Und transportierst nie das Rad mit dem Auto zum Parkplatz? Falls doch, wieso soll es dann ok sein, hin zu den Bergen mit Motorkraft unterwegs zu sein, aber hinauf auf die Berge nicht?

Und zu Deiner Anmerkung: "wenn es nicht mehr anders geht": meiner Meinung nach bedeutet Bergsteigen: Fortbewegung aus eigener Kraft, und wenn ich das nicht mehr kann, Schade, aber dann ist es eben so.

Das formulieren wir jetzt mal eine Nummer strenger: "Fortbewegung aus eigener Kraft und ohne Hilfe von Maschinen". Denn ein nicht-elektrisches Fahrrad ist bereits eine einfache physikalische Maschine, und ohne die Uebersetzung kaemt ihr allesamt keinen einzigen Berg hinauf. Daher ist das Benutzen von Fahrraedern zum Bergsteigen genauso ein "Betrug".

Darueberhinaus nutzen alle Mountainbiker ganz bequem die Anziehungskraft beim Abstieg und lassen sich gemuetlich hinunterrollen. Dabei ist der Abstieg auf steilen oder weglosen Steigen mit das Anstrengendste beim Wandern. Hinauf ist in schwierigem Gelaende wesentlich einfacher als hinab, wenn man jeden Schritt langsam hinuntermachen muss und das abgewinkelte Bein das gesamte Koerpergewicht traegt, bevor der untere Fuss wieder sicher steht, damit man nicht kopfueber den Hang hinabstuerzt. Mach das mal 2 Stunden lang, dann kennst Du das Gefuehl, wenn Du glaubst, dass die Kniescheiben rausspringen. Und diese Anstrengung des Abstiegs sparen sich die MTB'ler <polemik an> durchs gemuetliche Abfahren auf der Strasse nach dem Bier auf der Alm. <polemik aus>

Was ich damit sagen will: jeder darf und soll sich im Gebirge so bewegen wie er mag. Und kein mechanischer Radfahrer hat irgendein Recht, einen elektrischen Radfahrer zu beschimpfen, zu verachten, zu belehren, zu bemitleiden, auf ihn herabzusehen oder auch nur die Nase leicht zu ruempfen. Ihr seid nicht "besser", nur weil ihr eine Gangschaltung als Hilfe benutzt statt einer Batterie. Ich benutz auch meine harten Hochtourenschuhe im unwegsamen Gelaende, weil ich dadurch mehr Halt im Knoechel habe und viel laenger im weglosen Hang laufen kann. Mit meinen Zustiegsschuhen wuerde ich einige meiner 16-Stunden-Touren nicht schaffen, also benutze ich auch ein Hilfsmittel, dass mich laenger durchhalten laesst. Hab aber noch nie gehoert, dass ein Barfuss-Wanderer deshalb die Nase ruempft und mir wegen dieses technischen Dopings empfiehlt, doch bitte nur noch in meinem Stadtviertel spazieren zu gehen.

"Wir" nur-Wanderer-und-nie-Fahrer aergern uns auch oft genug ueber "euch" Radler, die ihr beim Verbremsen die kleinen Bergpfade kaputt macht oder uns erschreckt, wenn ihr in einem Affenzahn um die Kurve gerast kommt. Aber wir haben gelernt, damit zu leben, auch wenn die Berge schoener weil ruhiger waren, als Fahrraeder noch nicht Mountainbikes hiessen.

Jetzt lernt ihr, mit dem E-Bikern zu leben und lasst sie gefaelligst in Ruhe. Und wenn sie euch stoeren: ich geh inzwischen nur noch da wandern, wo sich kein Radfahrer hintraut. Fahrt ihr halt dort, wo sich die E-Bilker nicht hintrauen. Dann haben wir alle unsere Ruhe und koennen uns an den seltenen Kreuzungspunkten freundlich gruessen und wieder auseinandergehen.
Titel: Re: Pro & contra E-Bike
Beitrag von: MANAL am 17.07.2018, 00:34
Ich benutz auch meine harten Hochtourenschuhe im unwegsamen Gelaende, weil ich dadurch mehr Halt im Knoechel habe und viel laenger im weglosen Hang laufen kann. Mit meinen Zustiegsschuhen wuerde ich einige meiner 16-Stunden-Touren nicht schaffen, also benutze ich auch ein Hilfsmittel, dass mich laenger durchhalten laesst. Hab aber noch nie gehoert, dass ein Barfuss-Wanderer deshalb die Nase ruempft und mir wegen dieses technischen Dopings empfiehlt, doch bitte nur noch in meinem Stadtviertel spazieren zu gehen.

Als ich vor zwei Jahren auf den Hochfeiler bin habe ich an beiden Tourentagen eine Bergsteigerin gesehen die barfuß sowohl zur Hütte rauf, als auch am zweiten Tag barfuß bis zum Gipfel gestiegen ist. Ich mit meinen harten Bergschuhen hab da wirklich riesigen Respekt vor dieser Leistung gehabt!!! Aber runter ist sie dann auch mit Schuhen, das war ihr dann wohl auch zu hart...  ;)


Je mehr man über die E-Bikes nachdenkt, desto schwieriger wird es sie zu verteufeln, was ich anfangs schon auch gemacht habe. Daher finde ich es auch gut hier offen darüber zu diskutieren.

Aber wie Du Frank es schon sagt, wenn einem zuviele durch die Gegend e-biken dann muss man die Gegend wechseln. Es gibt genügend Touren bei denen es noch ruhig zugeht. Meistens weil sie halt mit mehr Schweiß und Anstrengung verbunden sind. Oder man wählt Zeitpunkte wenn es ruhig ist. Auf Seilbahnberge steige ich in der Regel nur wenn die Seilbahn nicht fährt. Auch vermeide ich Übernachtungen auf Hütten von Samstag auf Sonntag, da ist es mir einfach zu voll. Lieber einen Urlaubstag nehmen und Fr/Sa oder So/Mo auf Tour gehen, da kann man die Berge deutlich mehr genießen.

Ich war am Samstag am Kramer bei Garmisch. Im Abstieg sind mal vier MTBler (ohne E-Motor) auch runtergefahren. Aber alle haben aufgepasst und sind langsam an mir vorbei. Da ich auch ein bißchen zur Seite bin hat sich einer bedankt. So funktioniert das Miteinander. Wenn allerdings irgendwelche Volld***en einfach nur rücksichtslos vorbeiheizen (auch schon passiert) dann ist man natürlich für ein Verbot.

Schwierig wird es halt auch dann wenn es zuviel werden. Wenn alle 5 Minuten ein Gruppe vorbeifährt funktioniert das Miteinander auch nicht mehr. Diese Problematik könnte durch die E-Bikes natürlich gefördert werden...
Titel: Re: Pro & contra E-Bike
Beitrag von: BFklaus am 17.07.2018, 01:14
Ich denke, dass das Unterstützungsvermögen der aktuellen E-Bike-Generation in den Bergen stark überschätzt wird. 500 Wh ist die Energiemenge, die handelsübliche Stromradl derzeit liefern können. Das entspricht ungefähr dem Energieumsatz von gerade mal einer Stunde Bergsteigen oder Mountainbiken (stromlos). Vor diesem Hintergrund sollte man die moralische Keule stecken lassen.

Solange die Stromradler auf breiten Forst-/Almwegen bleiben und sich rücksichtsvoll benehmen, also so, wie sich auch die Stromlosbergradler verhalten sollten, fallen mir nicht so viele Einwände ein. Schwierig wird's, wenn sich E-Biker, Bergradler und Wanderer enge Pfade teilen sollen. Aber dieses Thema hatten wir hier schon öfter durchgekaut.
Der anhaltende Siegeszug des Massentourismus in den Alpen wird ganz sicher nicht durch E-Bikes verursacht. Da lohnt es sich, tiefer zu bohren.

Ich bin am Samstag mal mit dem E-Bike meiner Frau ;) ab Traunstein zur Nesslauer Alm geradelt. In 70 Minuten. Das schaffe ich sonst mit Auto + Laufen nicht. Was ist ökologischer? Der sehr steile Forstweg zur Nesslauer Alm hoch ist auch mit dem Stromradl immer noch ziemlich anstrengend, weil man ja mindestens so schnell fahren muss, dass man nicht umfällt, wobei die Leistungsunterstützung üblicherweise auf 250 W begrenzt ist. Auf dem Rückweg bin ich dann noch ganz locker den Hochberg rauf geradelt, das ist eher was für die Genuss-Stromer.

Die Reichweite aktueller E-Bikes hängt übrigens weniger vom Modell ab, sondern viel mehr von der Fahrweise, der Steigung und vom Gewicht des Fahrers + Bike. Die individuellen Wirkungsgrade der verschiedenen E-Bike-Typen spielen da eine untergeordnete Rolle. Natürlich sind auch Übersetzungsumfang der Schaltung und effektiver Drehmoment entscheidend dafür, welche Steigung ich noch schaffe.
Titel: Re: Pro & contra E-Bike
Beitrag von: MikeT am 17.07.2018, 12:53
Der Wirkungsgrad verbauter MTB E-Motoren kommt nach IE3 auf 97% Minimum (Verluste durch Kette/Übersetzung liegen bei weniger als 7%), während der menschliche Körper zwischen 12 und 22% liegt bei andauernder Belastung... viel weniger noch bei kurzzeitiger Spitzenbelastung, also 500Wh sind wesentlich mehr als 1 Std. bergwandern ,)
Und wenn jemand sein Bike per Auto/Motorkraft zum Wanderparkplatz schaft ist mir das egal, dort will ich nicht entspannen und die Natur geniessen. Auf dem Steig/Wald/... will ich das allerdings sehr wohl.

Was mich an E-MTB aber wirklich stört ist der scheinbar fehlende Respekt vor der eigenen Leistung, wie ist es anders zu erklären das gerade unter den E-MTB Rücksicht oft zu kurz kommt. Das gibt es auch unter normalen MTB, aber nicht in diesem Umfang. Es ist unglaublich auf welchen Steigen und Wegen man E-MTB inzwischen findet. Meine Frau wurde letztes Jahr von einem E-MTB Fahrer umgefahren und als Idiotin beschimpft weil sie auf dem schmalen Weg nicht schnell genug zur Seite gesprungen ist. Oder der Klassiker, älterer Mensch mit Hund unterwegs, auf weichen Schlappen anrollen und dann 3m vorher mit blockierenden Bremsen auf sich aufmerksam machen... Hund und Rentner kurz vorm Hyperventilieren...

Dazu nervt es mich wenn liegengebliebene E-MTB mit ZWEI Fahrzeugen der Bergwacht (letzten Herbst Kampenwand) abgeholt werden. Meine lieben Kollegen es ist nicht die Aufgabe der Bergwacht sich als ADAC zu betätigen.

Unter dem immer mieser werden Ruf der Zweiräder in den Bergen leiden wir alle wegen ein paar "rücksichtslosen ......" die glauben ihre Selbstverwirklichung auf Kosten der Allgemeinheit ausleben zu müssen und das sind leider nach meinen Beobachtungen vor allem E-MTB Fahrer < 30-40 Jahren. Habe auch noch keinen 60-jährigen mit seinem (E)-MTB auf einem Steig gesehen.

Wenn sich nichts ändert haben wir irgendwann Regeln und Strafen wie in Österreich, ich denke das will keiner der irgendwie Sympathie für Zweiräder hat...



Titel: Re: Pro & contra E-Bike
Beitrag von: bobopapa am 17.07.2018, 12:59
Als erstes, ja mich nerven Sie, die (speziellen) E-Biker......
Ich bin seit fast 50 Jahren in den Bergen unterwegs und seit mehr als 30 Jahren auch mit dem Bergradl als I(ch)-Bike.
Warum nerven sie....
Vielleicht bin ich ein wenig neidisch, wenn ich am Anschlag strampelnd den Berg "bezwinge" und an mir einer von ihnen vorbeisurrt....
Ganz sicher aber, wenn er überheblich herübergrinst und seinen "lustigen Spruch" ablässt.
Lass es bleiben!!!

Aaaaaaber, seit ein paar Jahren bin ich gerne und öfters auch auf den kleinen, schönen Wanderweglein mit dem Radl unterwegs uns habe festgestellt, dass wenn ich mich freundlich und rücksichtsvoll verhalte, dann bin ich dort auch akzeptiert.
Das genieße ich...., warum soll ich also diese erlebte Toleranz nicht auch einem E-Biker angedeihen lassen.
"Der" Wanderer wurde vor 150 - 200 Jahren von der damaligen Hauptnutzergruppe (Jäger, Sammler, Bergbauer, Händler, Schmuggler, Wilderer...) auch nicht mit offenen Armen aufgenommen, wird nur manchmal übersehen, weil es schon so lange her ist.

Das Schlimme ist eigentlich aus meiner Sicht, dass die Natur nur noch konsumiert wird und nicht mehr erlebt.
Es werden die Marketingbilder im Kopf aktiviert und der Tag im Gebirge muss genau nach diesen Mustern ablaufen. Es wird einem suggeriert, dass man sich genau dieses Erlebnis mit dem "Hilfsmittel E-Bike" erkaufen kann. Ob es genauso nachhaltig haften bleibt, würde ich aus meiner Sicht bezweifeln.
Diejenigen unter uns, die beide Sichtweisen kennen können darüber evtl. Auskunft geben.

Ein E-Bike kann aber auch sehr sinnvoll im Alltag eingesetzt werden. Gerade für Berufspendler die jetzt mit einem E-Bike zur Arbeit fahren (ohne schweißgebadet anzukommen) und dafür auf das Auto verzichten ist ein großer Gewinn für die Umwelt. Zumal die kürzeren Fahrstrecken genau die sind wo ein Auto noch kalt ist und besonders umweltfeindlich und spritschluckend ist.

Das würde ich gelten lassen, wenn das oder ein Auto durch ein E-Bike komplett ersetzt wird, was selten der Fall ist. Als zusätzliches Fortbewegungsmittel hat es meiner Ansicht nach in Herstellung, Betrieb und Entsorgung einen viel zu großen ökologischen Fußabruck gegenüber eines "Bio-Bikes" und dadurch heben sich die Effekt im Betrieb nur teilweise auf.

Jetzt lernt ihr, mit dem E-Bikern zu leben und lasst sie gefaelligst in Ruhe. Und wenn sie euch stoeren: ich geh inzwischen nur noch da wandern, wo sich kein Radfahrer hintraut. Fahrt ihr halt dort, wo sich die E-Bilker nicht hintrauen. Dann haben wir alle unsere Ruhe und koennen uns an den seltenen Kreuzungspunkten freundlich gruessen und wieder auseinandergehen.

Was aber zu Folge hat, dass wir uns auf den E-Bike-feindlichen Wanderwegen öfter sehen werden, wir zwei Wanderer und I(ch)-Biker. Ich hoffe, dass die Toleranz dabei nicht leidet.

Niggs fia unguad,
bobo
Titel: Re: Pro & contra E-Bike
Beitrag von: wastl am 17.07.2018, 14:35
Mich würde in­te­r­es­sie­ren was der Hütterwirt von der Priener Hütte zu den E-Biker sagt? (oder alle Wirte auf den Bergen die von den E-bikern besucht werden) .
Forststraßen sind doch am besten geeeignet für solche Touren.
und noch was: allen Gegnern von e-Biks würde ich empfehlen mal mit einen e-Bike z.B. auf die Priener Hütte zu fahren, das ist keine spazierfahrt.
Titel: Re: Pro & contra E-Bike
Beitrag von: Gaisbergsteiger am 17.07.2018, 19:12
Interessante Diskussion.

Ich bin überhaupt nicht mit dem Bike unterwegs am Berg, zum Einen hab ich kein Mountainbike,
weil mich die Auswahl an Bikes hoffnungslos überfordert, denn eigentlich hatte ich geplant, mir in Salzburg eins zuzulegen.
Zum Anderen würde ich damit nur in der Ebene oder bei sanften Steigungen/Gefälle fahren, also vorwiegend, um lange Asphalt- und Forstweghatscher zu ersparen. Das tu ich aber aus zwei Gründen nicht.

1. Wegersparnis heißt, dass ich zum Ausgangsort zurückmuss, und dann hab ich das gleiche Problem wie Autofahrer generell, dass ich keine Überschreitungen machen kann bzw. denselben Weg zurückgehen muss (was ich nicht mag), außer es bietet sich irgendwie doch an.

2. Und damit die Überleitung zum E-Bike: Ich scheue steile Abfahrten. Das, was anderen Spaß macht, fordert tierisch meine Konzentration und die fehlende Oberarm/Schultermuskulatur. Ich mag hohe Geschwindigkeiten nicht, wo ich das Gefühl habe, ich kann es nicht mehr kontrollieren, das betrifft auch Rodeln und Schifahren, deswegen mache ich beides nicht. Was nützt es mir also, wenn ich mit dem E-Bike einen steilen Berg hinaufkomme, dann aber mit dem ungleich schwereren Trum, das sich überdies noch schlechter navigieren lässt, wieder hinab muss? Hallo Kurvenradius!

Das ist ja das, was die steigenden Unfallzahlen offenbar ausdrücken, dass *einige* aufs E-Bike steigen, die - wie ich - mangels Routine und/oder Körpergefühl nie ein Gefühl für hohe Geschwindigkeiten besaßen und sich in Gelände vorwagen, wo sie mit ihrer Unerfahrenheit nichts verloren haben. Letztens pfiff in Salzburg-Parsch auf dem steilen Asphaltstück von der Gersbergalm ein junger E-Biker (< 35) ohne Helm an mir vorbei. Dort gibts übrigens öfter mal Gegenverkehr, und Ausweichen kann man da nicht.

Ich bleib bei meinen Leisten und würde selbst mit E-Bike nur das machen, was ich mir mit normalem Bike auch zutraue. Man muss seine Grenzen kennen. Aber umsichtige Planung trifft auf E-Biker wie auf den normalen Wanderer zu.

Gruß,Felix
Titel: Re: Pro & contra E-Bike
Beitrag von: bobopapa am 17.07.2018, 19:58
Mich würde in­te­r­es­sie­ren was der Hütterwirt von der Priener Hütte zu den E-Biker sagt? (oder alle Wirte auf den Bergen die von den E-bikern besucht werden) .
Forststraßen sind doch am besten geeeignet für solche Touren.
und noch was: allen Gegnern von e-Biks würde ich empfehlen mal mit einen e-Bike z.B. auf die Priener Hütte zu fahren, das ist keine spazierfahrt.

Naja,... die DAV Sektion München hat beschlossen, dass auf ihren Hütten keine Ladestationen errichtet werden.
"by-fair-means"...
Was allerdings die Wirte davon halten, steht evtl. auf einem anderen Blatt.

Über die Leistung kann man denke ich geteilter Meinung sein. Ein völlig untrainierter Mensch kann eine Dauerleistung von ca. 80 Watt erbringen. Zählt man die 250 Watt des "Bosch-Muskels" hinzu kommt er in den Dauerleistungsbereich eines ambitionierten Marathon-Bikers und das, bei vollem Accu, 2 Stunden lang. Ob er die Strecke, die er dabei zurücklegen kann auch mit seinen 80 Watt Bioleistung wieder zurückkommt, bezweifle ich.
Aus dieser Sicht würde ich schon sagen, dass man den Aufstieg zur Priener Hütte zur Spazierfahrt machen kann. Wohlgemerkt kann, nicht muss....

Servus,
Bobo
Titel: Re: Pro & contra E-Bike
Beitrag von: BFklaus am 17.07.2018, 20:23
... also 500Wh sind wesentlich mehr als 1 Std. bergwandern ...


Hier kann jeder nachrechnen: https://www.bergfreunde.de/kalorienverbrauch-sport-rechner/

PS.: 1 Wh = 3,6 kJ
Titel: Re: Pro & contra E-Bike
Beitrag von: bobopapa am 17.07.2018, 21:31
... also 500Wh sind wesentlich mehr als 1 Std. bergwandern ...


Hier kann jeder nachrechnen: [url]https://www.bergfreunde.de/kalorienverbrauch-sport-rechner/[/url]

PS.: 1 Wh = 3,6 kJ


Den "menschlichen" Wirkungsgrad (~20%) nicht vergessen...., damit 500Wh am Pedal ankommen, müssen 2500Wh = 2150kcal = 4 Tafeln Schokolade verbrannt werden.
Titel: Re: Pro & contra E-Bike
Beitrag von: Frank Steiner am 17.07.2018, 21:38
Hier kann jeder nachrechnen: [url]https://www.bergfreunde.de/kalorienverbrauch-sport-rechner/[/url]

Taugt nix, der geht ja nur bis 12 Stunden  ;D

Es ist unglaublich auf welchen Steigen und Wegen man E-MTB inzwischen findet. Meine Frau wurde letztes Jahr von einem E-MTB Fahrer umgefahren und als Idiotin beschimpft weil sie auf dem schmalen Weg nicht schnell genug zur Seite gesprungen ist. Oder der Klassiker, älterer Mensch mit Hund unterwegs, auf weichen Schlappen anrollen und dann 3m vorher mit blockierenden Bremsen auf sich aufmerksam machen... Hund und Rentner kurz vorm Hyperventilieren...

 #lacher# Jetzt beschuldigen tatsaechlich die MTBer die E-MTB exakt und quasi wortwoertlich derselben Vergehen, die die Wanderer jahrelang den MTBern vorgeworfen haben! #totlach# Wenn wir nicht gerade alle so friedlich waeren, wuerd ich ja sagen "Geschieht euch recht"  #hihi#

Jetzt lernt ihr, mit dem E-Bikern zu leben und lasst sie gefaelligst in Ruhe. Und wenn sie euch stoeren: ich geh inzwischen nur noch da wandern, wo sich kein Radfahrer hintraut. Fahrt ihr halt dort, wo sich die E-Bilker nicht hintrauen. Dann haben wir alle unsere Ruhe und koennen uns an den seltenen Kreuzungspunkten freundlich gruessen und wieder auseinandergehen.

Was aber zu Folge hat, dass wir uns auf den E-Bike-feindlichen Wanderwegen öfter sehen werden, wir zwei Wanderer und I(ch)-Biker. Ich hoffe, dass die Toleranz dabei nicht leidet.

Wie jetzt... "Wanderwege"? Was das? #gruebel#
Titel: Re: Pro & contra E-Bike
Beitrag von: sachranger am 18.07.2018, 09:31
Mich würde in­te­r­es­sie­ren was der Hütterwirt von der Priener Hütte zu den E-Biker sagt?  ...  allen Gegnern von e-Biks würde ich empfehlen mal mit einen e-Bike z.B. auf die Priener Hütte zu fahren, das ist keine spazierfahrt.

E-Biker nerven exakt so viel wie MTBs. Da gibts keinen Unterschied, außer dass die mit Motor häufiger und überall auftreten. Was da draußen gerade passiert, ist nur der Anfang. Auf Industrieseite gibt es im sportiven Fahrradbereich nahezu keine Entwicklungsanstrengungen mehr - außer bei E-Bikes. Fast alle Ingenieure befassen sich dort mit  motorbetriebenen Fahrräder - ob bei den Komponentenherstellern oder den Rahmenproduzenten. Das klassische Fahrrad hat nahezu keine Zukunft, wenn man von den aktuell aktiven Generationen absieht. Die, die heute mit dem Radfahren beginnen, kommen zu 90 % mit einem E-Bike aus dem Laden. Und die meisten von denen werden damit in die Berge fahren.

Zur Priener Hütte ... da standen vorletztes Wochenende fast ein Dutzend Autos. Die sind dem Wirt noch lieber, und auf den beiden Forststraßen dorthin entstehen schon Interessenskonflikte zwischen motorisierten Zwei- und Vierrädler.

Abschließend ein bisserl Applaus für Wastl ... der es motorgetrieben zur Hütte geschafft hat!
Titel: Re: Pro & contra E-Bike
Beitrag von: MANAL am 18.07.2018, 11:01
Zur Priener Hütte ... da standen vorletztes Wochenende fast ein Dutzend Autos. Die sind dem Wirt noch lieber, und auf den beiden Forststraßen dorthin entstehen schon Interessenskonflikte zwischen motorisierten Zwei- und Vierrädler.

Wegen dieser Problematik gehe ich da den Weg von Frank und meide viele leicht erreichbare Hütten/Gipfel. Mir ist da zuviel Trubel. Auch wenn es nicht gut für die Umwelt ist fahre ich dann lieber gleich irgendwo in die Stubaier oder Ötztaler Alpen. Dort gibt es noch diverse ruhige Ecken die es hoffentlich auch bleiben weil es ausreichend Höhenmeter oder nur schwer befahrbare Wege sind (für mich als Nicht-MTBler macht das ja nichts ;) ).
Titel: Re: Pro & contra E-Bike
Beitrag von: Frank Steiner am 18.07.2018, 14:34
Auch wenn es nicht gut für die Umwelt ist fahre ich dann lieber gleich irgendwo in die Stubaier oder Ötztaler Alpen. Dort gibt es noch diverse ruhige Ecken
Na, soweit musst Du ja gar nicht immer fahren. Die gibt's ja auch in den Ammergauern oder im Isarwinkel zu Hauf. Da kannst Du den ganzen Tag herumwandern und begegnest (vielleicht abgesehen von paar Minuten Normalweg zu Beginn) keiner Menschenseele.
Titel: Re: Pro & contra E-Bike
Beitrag von: MANAL am 18.07.2018, 16:47
Auch wenn es nicht gut für die Umwelt ist fahre ich dann lieber gleich irgendwo in die Stubaier oder Ötztaler Alpen. Dort gibt es noch diverse ruhige Ecken
Na, soweit musst Du ja gar nicht immer fahren. Die gibt's ja auch in den Ammergauern oder im Isarwinkel zu Hauf. Da kannst Du den ganzen Tag herumwandern und begegnest (vielleicht abgesehen von paar Minuten Normalweg zu Beginn) keiner Menschenseele.

Ich bin lieber oberhalb der Baumgrenze unterwegs um eine bessere Aussicht zu haben. Da ist mir in den Voralpen die Sicht etwas zu eingeschränkt.
Aber jetzt kommen wir etwas offtopic ;)
Titel: Re: Pro & contra E-Bike
Beitrag von: Martl am 19.07.2018, 12:13
Für jemand wie mich, der als "Vollblutbiker" jede Tour als richtige und ernste körperliche Herausausforderung
sieht und annimmt, geht es grundsätzlich mal gar nicht, hier elektrotechnische Hilfe in Anspruch zu nehmen.

Wie Manal schon richtig schrieb: Du faehrst also von Deiner Haustuer ab immer alle Deine Touren nur mit dem Rad? Und transportierst nie das Rad mit dem Auto zum Parkplatz? Falls doch, wieso soll es dann ok sein, hin zu den Bergen mit Motorkraft unterwegs zu sein, aber hinauf auf die Berge nicht?

Hallo Frank,
ich fahr tatsächlich fast alle meine Touren von zu Hause aus (früher 95 %, inzwischen 80 - 90 %, da ich z.B. für die Kampenwand-Touren per Auto nach Aschau fahre, meist Fahrgemeinschaft);
ich meinte aber nicht, daß ich Stromräder grundsätzlich ablehne, sondern speziell Strom MTB, weil ich eine Überfüllung auf den Bergwegen befürchte. Und infolge dessen entsprechende Schwierigkeiten zwischen Bikern und Fußgängern.

Zitat von: sachranger
...Das klassische Fahrrad hat nahezu keine Zukunft...
Hallo Ralph,
das will ich jetzt aber wirklich nicht hoffen.
Nach meiner Überzeugung orientiert sich das Angebot immer an der Nachfrage, und ich finde es unrealistisch, daß sich die Leute zukünftig nicht mehr ernsthaft anstrengen wollen... da werden auch noch so viele Werbeaktionen nichts helfen  ;)  Gut außerdem, dass die Preise für gute Bikes noch relativ hoch sind...
Nicht vergessen, mir geht's um MTB's - bei Pedelecs für die Straße mag das anders aussehen...


Gruß
Martl
Titel: Re: Pro & contra E-Bike
Beitrag von: wastl am 19.07.2018, 19:55
ein Beitrag pro-Motorunterstützung:
Ich bin jenseits von 65 Jahren, ich habe jede MTB -Tour mit Motor von zu Hause begonnen und beendet, es waren 2018 in 3 Monaten, 30 Touren mit insgesamt 14028 h-meter.
ohne Motor Unterstützung hätte ich dies nicht geschafft, ich habe weder einen Wanderer umgefahren noch habe ich böse Worte gehört,
es gilt immer noch: miteinander nicht gegeneinander und wie man in de Wald reinruft ...usw.
schönen Abend
Titel: Re: Pro & contra E-Bike
Beitrag von: maisalm am 19.07.2018, 21:12
... und ich dachte schon, das Thema wäre zu Ende.
Die Problematik liegt nicht bei Leuten wie dir - ich gönne es dir von ganzem Herzen, obwohl ich eher der gegnerischen Fraktion angehöre.
Der Trend geht halt überhaupt irgendwie schleichend aber stetig zu immer mehr Bequemlichkeit. Es ist sehr interessant, wer zu diesen Fahrzeugen greift.
Teilweise sehr sportliche und durchaus junge Menschen kaufen sich E-MTBs.
Irgendwie sinkt da die Bereitschaft, sich "schinden" zu wollen. Wo ist das (sportliche) Vorbild für die Kinder?
Warum ist das so?
Muss man als gesunder fitter Mensch Strom zum Fahrradfahren verbrauchen?
Was ist mit der Herstellung? Den Akkus? Der Entsorgung des ganzen? Ein Normalrad ist Schrott mit bissl Gummi.
Teilweise bin ich schon belächelt worden, wenn ich mein normales MTB ausgepackt habe.
Mir wurde auch lang und breit erklärt, ich würde keinen Meter mehr damit fahren , wenn ich das mal ausprobiert hätte.
Außerdem kann man es ja auch für wenig Geld chippen und dann läufts doch tatsächlich 50!
Ich habs noch nicht ausprobiert und wahrscheinlich würd ichs sogar spaßig finden, das mag ich gar nicht abstreiten.
Ich bin 48, fahre noch gerne so, freue mich über jeden gefahrenen Höhenmeter und sehe keinerlei Sinn darin, für Radfahren Strom zu verbrauchen.
Wer weiß, vielleicht ändert sich das irgendwann.
Die ganzen Horden die zu den Hütten hochrennen, sind halt schon sehr viele. Aber die ganze Alpenbespaßung ist auf dem Vormarsch. Und da bleiben die Räder nicht aus.
Und die Menschenmassen auch mucht.
Doch wer bestimmt, wem es denn erlaubt ist, in die Berge zu fahren?
Jeder meint bei sich selber ist es selbstverständlich, dass das ok ist.
Ein wenig Umdenken, versuchen, möglichst wenig menschlichen Fußabdruck zu hinterlassen (nicht nur im Gebirge) und vor allem gegenseitige Rücksichtnahme und Akzeptanz sind hier ganz wichtig.
In diesem Sinn - auf ein friedliches Miteinander
Gruß maisalm

Titel: Re: Pro & contra E-Bike
Beitrag von: BFklaus am 19.07.2018, 21:19
... also 500Wh sind wesentlich mehr als 1 Std. bergwandern ...


Hier kann jeder nachrechnen: [url]https://www.bergfreunde.de/kalorienverbrauch-sport-rechner/[/url]

PS.: 1 Wh = 3,6 kJ = 0,86 Kcal


Den "menschlichen" Wirkungsgrad (~20%) nicht vergessen...., damit 500Wh am Pedal ankommen, müssen 2500Wh = 2150kcal = 4 Tafeln Schokolade verbrannt werden.


Ein sehr guter Einwand, der der Diskussion eine neue Richtung geben könnte  ;D

500 Wh für das Aufladen eines E-Bikes kosten ca. 0,20 €
500 Wh MTB-Muskelenergie erfordern die Verstoffwechslung von beispielsweise 4 Tafeln Schokolade für ca. 6 €
Unberücksichtigt bleiben in beiden Fällen die Kosten für Wartung, Verschleiß und Wertverlust  ;)

Das E-Bike scheint gegenüber dem stromlosen MTB ökonomisch im Vorteil. Bei der Kalorienauffüllung mit Schokolade ganz sicher auch ökologisch.
Titel: Re: Pro & contra E-Bike
Beitrag von: Martl am 20.07.2018, 11:24
... gestern eine Mutter mit 2 Kindern (geschätzt ca. 10 - 12 Jahre alt) auf ca. 1100 m gesehen - alle 3 mit Strom-MTB's - da schauderts mich  :-\

Mein persönliches Zwischen-Fazit zu den Strom-MTB's:
- ein furchtbare Modeerscheinung für die Allgemeinheit  :(
- ein Segen&Bereicherung für alle, die immer schon gerne rauf fuhren, und es jetzt aus Gesundheits- oder Altersgründen nicht mehr anders schaffen oder es aus Vorsichtsmaßnahme (wie Reinhard) benutzen :)

- andere evtl. sinnvolle Einsatzmöglichkeiten, wie z. B. lange Talhatscher (wie im Karwendeltal) verkürzen, lasse ich mal außen vor, dafür habe ich aber im Einzelfall schon Verständnis (evtl. kann man sich für so was ein solches Bike ausleihen).


Gruß
Martl
Titel: Re: Pro & contra E-Bike
Beitrag von: bobopapa am 20.07.2018, 15:31

Ein sehr guter Einwand, der der Diskussion eine neue Richtung geben könnte  ;D

500 Wh für das Aufladen eines E-Bikes kosten ca. 0,20 €
500 Wh MTB-Muskelenergie erfordern die Verstoffwechslung von beispielsweise 4 Tafeln Schokolade für ca. 6 €
Unberücksichtigt bleiben in beiden Fällen die Kosten für Wartung, Verschleiß und Wertverlust  ;)

Das E-Bike scheint gegenüber dem stromlosen MTB ökonomisch im Vorteil. Bei der Kalorienauffüllung mit Schokolade ganz sicher auch ökologisch.

Mein empirischen Ermittlungen der letzten Wochen ergeben allerdings das Bild, dass bei einem Großteil der E-Biker die Schokolade nicht wie von Dir angenommen ersetztend sondern augenscheinlich und offensichtlich ergänzend als Energiequelle verwendet wird.  #hihi#

Somit werden eventuell positive ökonomische wie auch zweifelhafte ökologische Effekte ad absurdum geführt.  ;)

Servus,
bobo
Titel: Re: Pro & contra E-Bike
Beitrag von: bobopapa am 20.07.2018, 15:40
... gestern eine Mutter mit 2 Kindern (geschätzt ca. 10 - 12 Jahre alt) auf ca. 1100 m gesehen - alle 3 mit Strom-MTB's - da schauderts mich  :-\.......

Warum?
Nur, weil die Kinder aus Altersgründen die Tour sonst nicht schaffen?
Oder sprichst du nur von der Mutter? Vielleicht fährt diese ja krankheitsbedingt E-Bike?

......
Mein persönliches Zwischen-Fazit zu den Strom-MTB's:
- ein furchtbare Modeerscheinung für die Allgemeinheit  :(
- ein Segen&Bereicherung für alle, die immer schon gerne rauf fuhren, und es jetzt aus Gesundheits- oder Altersgründen nicht mehr anders schaffen oder es aus Vorsichtsmaßnahme (wie Reinhard) benutzen :)

Wen würdest du als "die Allgemeinheit" bezeichnen?
Wie kommst du zu dem Schluss, dass diese das Strom-MTB als furchtbare Modeerscheinung empfindet?
Selbst hier, in einem Bergsteiger-Forum, wird diese Modeerscheinung meiner Ansicht nach ausgeglichen mit Für und Wider bewertet.

Niggs fia unguad,
bobo
Titel: Re: Pro & contra E-Bike
Beitrag von: MANAL am 20.07.2018, 15:55
... gestern eine Mutter mit 2 Kindern (geschätzt ca. 10 - 12 Jahre alt) auf ca. 1100 m gesehen - alle 3 mit Strom-MTB's - da schauderts mich  :-\.......

Warum?
Nur, weil die Kinder aus Altersgründen die Tour sonst nicht schaffen?
Oder sprichst du nur von der Mutter? Vielleicht fährt diese ja krankheitsbedingt E-Bike?


Ich sehe es auch kritisch dass man Kinder angewöhnt die Natur motorisiert zu erkunden.
Titel: Re: Pro & contra E-Bike
Beitrag von: bobopapa am 20.07.2018, 21:02
Ich sehe es auch kritisch dass man Kinder angewöhnt die Natur motorisiert zu erkunden.

Ich hab es schon mal geschrieben, mich nerven spezielle E-Biker gewaltig.....
Ich finde es allerdings ein bisschen scheinheilig wenn man die Nutzung im Gebirge auf der einen Seite generell einschränken oder verbieten möchte, es auf der anderen aber bei "Bergkammeraden mit 100jähriger Erfahrung" toleriert. Vielleicht weil man über kurz oder lang ebenfalls in diese Nutzergruppe fällt.
Alle oder keiner!
Aus diesem Grund habe ich für mich beschlossen, die Stromer zu akzeptieren.

Was die Umwelt- und Gesundheitserziehung bei Kindern betrifft, werden ganz andere Sünden begangen.......
Und solange E-Mobilität als ökologisch einwandfrei propagiert wird, wird mit gutem Gewissen in den Bergen stromgeradelt. Natur wird eben nicht mehr erlebt sondern aufwandsoptimiert konsumiert.

Servus,
Bobo
Titel: Re: Pro & contra E-Bike
Beitrag von: Samerbergradler am 21.07.2018, 22:44
Also, ich muss sagen, ich habe als langjähriger Mountainbiker zu den E-Mountainbikes auch ein gespaltenes Verhältnis.

Das E-Bike als Verkehrsmittel begrüße ich, es ist im Vergleich zum Auto bei der Benutzung sicher umweltfreundlicher. Es wäre auch für mich z. B. auf dem Weg in die Arbeit interessant, keine Frage.

Von den vielen Menschen, die in den Bergen unterwegs sind - ob zu Fuß oder mit dem Rad - „müssen“ die allermeisten dies nicht tun oder haben einen vernünftigen Grund, sich dort herumzutreiben. Es ist für die große Mehrheit reine Freizeitbeschäftigung und/oder Sport.
Aus diesem Grund ist in meinen Augen das Fahren in den Bergen mit dem E-MTB für einen gesunden und sportlichen Menschen Beschiss – in erster mal Linie an sich selbst.
Einer der Hauptgründe, warum ich mit dem MTB in den Bergen fahre, ist für mich persönlich, dass ich eben aus eigener Kraft raufgekommen bin.
Noch dazu habe ich das Glück, für meine Touren an der Haustüre starten zu können.

Na klar, es mag laut der Werbung durchaus gute Gründe für das Fahren mit dem E-MTB geben. Man kann das auch so sehen - muss man aber nicht. :-\
Der Hauptgrund für die Benutzung eines E-MTBs dürfte nach meiner Einschätzung ganz schlicht die Bequemlichkeit sein, da sich da mit weniger sportlichem Aufwand das Erlebnis Berg leichter erschließen lässt. Ich persönlich finde das schade und E-MTBs unnötig.

Es gibt sie nun mal und wird es weiterhin geben. Damit muss man sich erstmal abfinden.

Andererseits gönne ich natürlich jedem, der altersbedingt oder aus anderen Gründen eingeschränkt ist, dass er weiterhin seinen Spaß in den Bergen hat.
Warum sollte man im Alter oder weil man sonst eingeschränkt ist, kein schönes Leben führen dürfen, wenn es die entsprechenden Möglichkeiten gibt? Dies gilt aber auch für alle anderen Bereiche des Lebens, da ist es doch heute selbstverständlich, dass man bei irgendwelchen Einschränkungen Möglichkeiten des Ausgleichs schafft.
Und wir alle werden nicht jünger oder können krank werden.....

Das Hauptproblem, ob jetzt mit oder ohne Motor, ist doch die Masse der Menschen, die sich mittlerweile in den Bergen bewegt. Und daran hat m. E. das E-MTB die geringste Schuld.

Die E-Bikes werden in der Zukunft sicher immer leichter und leistungsfähiger werden, die Optik von E- und konventionellem Mountainbike wird sich immer mehr angleichen.
Bereits jetzt besteht ja die Möglichkeit, sich (gegen den entsprechenden Aufpreis) einen versteckten Antrieb ins vorhandene Rad einbauen zu lassen, nebst Akku in der Trinkflasche - der Hersteller befindet sich i. Ü. mitten im Roberge-Gebiet. :(
Nicht umsonst werden z. B. aktuell bei der Tour de France die Räder auf elektrische Antriebshilfen hin untersucht ;).

Es wird meiner Meinung nach wie bei den Skifahrern auch (Liftler /Tourengeher) halt dann die "echten" Biker geben und die E-Biker. Und es wird auch hier so sein, dass die einen verächtlich auf die anderen herabschauen.
Insofern gebe ich dem vom Muskelkraft angetriebenen MTB durchaus eine Zukunft.

Mittlerweile wird dieser Trend in vielen Regionen schließlich auch touristisch gepusht. Zum einen natürlich, um den Sommertourismus weiter voranzutreiben – zum anderen kommt das E-MTB wohl zwangläufig als Alternative zum Wintersport ins Spiel. Die Natur und der Berg speziell wird immer mehr zum Konsumartikel - dieser Trend besteht ja schon länger und ist nichts neues.

Und wer weiss was der Industrie noch alles einfällt? Vielleicht gibt es in der Zukunft mal Wanderer mit Elektrounterstützung (Exoskelett) und „echte" Wanderer? Was werden da erst für Diskussionen aufkommen?

Freu mich schon drauf! #prost#
Titel: Re: Pro & contra E-Bike
Beitrag von: Martl am 22.07.2018, 22:01
Servus zusammen,

diese ganze Diskussion ist zwar sehr interessant, ändert aber an der Tatsache nix, daß diese Bikes einfach da sind und täglich mehr werden. Das wird so weiter gehen und keiner wird es aufhalten können...  :(


@bobo:
... gestern eine Mutter mit 2 Kindern (geschätzt ca. 10 - 12 Jahre alt) auf ca. 1100 m gesehen - alle 3 mit Strom-MTB's - da schauderts mich  :-\.......

Warum?
Nur, weil die Kinder aus Altersgründen die Tour sonst nicht schaffen?
Oder sprichst du nur von der Mutter? Vielleicht fährt diese ja krankheitsbedingt E-Bike?
Ich frag mich einfach, warum "müssen" sie das überhaupt schaffen.
Nur, weil man sich diesen "Erfolg" durch den Kauf solcher Bikes möglich machen kann?
Wegen der Frau: natürlich weiß man nie, was die Hintergründe sind. Nur im persönlichen Gespräch liese sich das rausfinden - aber wenn man die Leute nicht kennt geht einen so etwas ja gar nix an.


......
Mein persönliches Zwischen-Fazit zu den Strom-MTB's:
- ein furchtbare Modeerscheinung für die Allgemeinheit  :(
- ein Segen&Bereicherung für alle, die immer schon gerne rauf fuhren, und es jetzt aus Gesundheits- oder Altersgründen nicht mehr anders schaffen oder es aus Vorsichtsmaßnahme (wie Reinhard) benutzen :)

Wen würdest du als "die Allgemeinheit" bezeichnen?
Wie kommst du zu dem Schluss, dass diese das Strom-MTB als furchtbare Modeerscheinung empfindet?
Selbst hier, in einem Bergsteiger-Forum, wird diese Modeerscheinung meiner Ansicht nach ausgeglichen mit Für und Wider bewertet.

Ich habe das so gemeint, daß ich der Meinung bin, daß der "Allgemeinheit", also allen MTB-Interessenten der Kauf eines strombetriebenen Bikes mehr oder weniger empfohlen wird (durch Mundpropaganda, Werbung, Kaufberatungen, ect.). Das find ICH insofern furchtbar, weil es sich im Endeffekt nur darum dreht, möglichst viele dieser (meist teuren) Bikes an den Mann oder Frau zu bringen, ohne zu Hinterfragen, ob das im Einzelfall wirklich immer sinnvoll ist...
Was diese Leute tatsächlich dabei empfinden, kann ich natürlich nicht berurteilen  ;)

Aber selbstverständlich kann und soll darüber (weiterhin) offen und fröhlich diskutiert werden können...


Das Schlimme ist eigentlich aus meiner Sicht, dass die Natur nur noch konsumiert wird und nicht mehr erlebt.

-> da bin ich völlig deiner Meinung.


Gruß
Martl



Titel: Re: Pro & contra E-Bike
Beitrag von: Frank Steiner am 22.07.2018, 23:21

... gestern eine Mutter mit 2 Kindern (geschätzt ca. 10 - 12 Jahre alt) auf ca. 1100 m gesehen - alle 3 mit Strom-MTB's - da schauderts mich  :-\.......
Warum?
Nur, weil die Kinder aus Altersgründen die Tour sonst nicht schaffen?
Oder sprichst du nur von der Mutter? Vielleicht fährt diese ja krankheitsbedingt E-Bike?
Ich frag mich einfach, warum "müssen" sie das überhaupt schaffen.

Wo steht denn das sie das schaffen muessen? Sie tun's, weil sie's koennen und weil's ihnen Spass macht. Und? Das mit dem "Nur aus eigener Kraft schaffen" ist grundsaetzlich der falsche Ansatz. Wieso soll man nicht auch was tun, was man aus eigener Kraft nicht schafft? Wo steht denn geschrieben, dass in den Bergen nur Dinge aus eigener Kraft stattfinden duerfen? Mal abgesehen von meinem von allen MTB'lern natuerlich ignorierten Argument, das jede Gangschaltung/Uebersetzung eine Maschine ist, schaffen die MTBer ihre Aufstiege zu 99% ja auch nur insofern aus eigener Kraft, als vorher jemand maschinell eine Strasse oder einen Fahrweg angelegt hat. Oder seid ihr schonmal weglos den Berg hochgefahren?

Also dieses ganze Gerede "nur aus eigener Kraft schaffen" ist sowas von sinnlos. Stellen wir uns morgen an die Talstation von Seilbahnen und beschimpfen alle Leute, die da aussteigen und die nicht mindestens 80 Jahre als sind oder im Rollstuhl sitzen? Wuerdet ihr es der Mutter vorwerfen, wenn sie mit ihren Kindern mit der Seilbahn auf den Herzogstand gefahren waere? Seilbahnen sind nun mal da (ja, schade, aergerlich, aber kann man nun mal nix mehr dran machen) und nu darf sie jeder nutzen.

Von den vielen Menschen, die in den Bergen unterwegs sind - ob zu Fuß oder mit dem Rad - „müssen“ die allermeisten dies nicht tun oder haben einen vernünftigen Grund, sich dort herumzutreiben. Es ist für die große Mehrheit reine Freizeitbeschäftigung und/oder Sport.
Aus diesem Grund ist in meinen Augen das Fahren in den Bergen mit dem E-MTB für einen gesunden und sportlichen Menschen Beschiss – in erster mal Linie an sich selbst.
Und warum soll es ein Beschiss an sich selbst sein, mit der Seilbahn auf den Herzogstand zu fahren? Und wenn's das nicht ist, wieso dann mit dem E-Bike? Glaubt ihr die Leute wissen nicht, dass sie ein E-Bike fahren und denken am Ende, sie haben alles alleine geschafft? Und wenn sie aus der Seilbahn aussteigen denken sie, sie sind den Berg hinaufgelaufen? In Deiner Position zeigt sich meiner Meinung nach des Pudels Kern: ein Grossteil der Mountainbiker empfindet es in der Tat als Beschiss, dass naemlich E-Biker ein Ziel ohne viel Anstrengung erreichen, fuer das sich Mountainbiker quaelen muessen, und aergert sich, dass darum ihre Leistung nicht mehr genuegend anerkannt und bewundert wird.

Wenn irgendjemand in den Bergen was aus eigener Kraft schafft, dann der Wanderer, der weglos hinaufsteigt oder sich an vergessenen Pfaden versucht, die nur noch die Richtung vorgeben, aber vom weglosen Steigen nicht mehr unterscheidbar sind. Jemand, der sich fuer 2.500 Euro ein Mountainbike mit 40 Gaengen und Federung und sonstigem Zeugs kauft und dann im 1. Gang die Forststrasse hochfaehrt, tut ja wohl kaum was aus ausschliesslich eigener Kraft.

Und das Rumgeschimpfe von wegen es wird zu voll in den Bergen: Ja, wird es! Und das schon, seit die Mountainbiker die Berge als Spiel-, sorry, Sportplatz entdeckt haben (denkt sich der Wanderer). Bzw. seit die Wanderer die Berge entdeckt haben (denkt sich der Foerster). Bzw. seit der Mensch die Berge entdeckt hat (denkt sich die Gams). Aber wieso soll jemand, der mit Muskelkraft den Berg hochsteigt ein groesseres Recht auf den Berg haben als derjenige, der  mit Muskelkraft hochradelt? Oder als derjenige, der dazu ein E-Bike nimmt?

Ich musste mich oft genug mit Naturschuetzern, Jaegern und Foerstern streiten, die mir mein Aufenthaltsrecht in den Bergen absprechen wollten. Dabei wurde mir klar, dass meine Ablehnung gegen "diese daemlichen Mountainbiker, die meine Pfade kaputtmachen" genauso intolerant war wie die der Naturschuetzer/Jaeger mir gegenueber. Und wenn ein Mountainbiker sich zu Recht ueber die Intoleranz von Seiten der Wanderer beschwert, sollte er in dem Moment seine Position zu E-Bikern hinterfragen.

Das Schlimme ist eigentlich aus meiner Sicht, dass die Natur nur noch konsumiert wird und nicht mehr erlebt.
-> da bin ich völlig deiner Meinung.

Ja, Jungens, aber vom Sattel aus erlebt ihr auch keine Natur. Die erlebst Du beim weglosen Steigen, wenn Du beim Abstieg den Baum umarmst, damit Du den Hang nicht so schnell runterfaellst. Oder wenn Du Dich im rutschigen Grashang aus Versehen an Grashalmen festhaelst, die aus einem Ameisenhaufen wachsen, den Du vorher nicht gesehen hast, die Du aber nicht loslassen kannst, waehrend die Ameisen zu Dutzenden in Deine Hand beissen, weil Du erst wieder ganz langsam ("Au au au SCHEISSE AU") und vorsichtig den naechsten Halt mit dem Fuss suchen musst. Oder wenn Du beim Latschenkampf derart in die Mangel genommen wirst, dass Dir die Brille vom Gesicht  gefegt wird, waehrend Du in den Traegern des irgendwo verhakten Rucksacks knapp ueber dem Boden schwebst und hilflos mit den Armen fuchtelst, waehrend Du gleichzeitig denkst "Oh, das Harz auf meiner Nase riecht aber schon irgendwie schoen, so nach Urlaub in Kroatien".

Soll heissen: Sattelsitzer sind Huetten-Warmduscher! Wanderer sind das einzig Wahre! 

Liegt auch daran, dass sie bei ihrer Fortbewegung die Haende frei haben fuer 'nen Loeffel und 'ne Schuessel Weisheit. Leider hab ich die manchmal nach 'nem Radfahrer geworfen, statt sie zu essen ;)
Titel: Re: Pro & contra E-Bike
Beitrag von: wastl am 23.07.2018, 09:22
Endlich mal eine Stellungnahme bzw. ein Artikel der den Nagel auf den Kopf trifft, nicht so ein geschreibsl von ... Naturschützern ..., die Berge sind für alle da, Gehbehindert und auch für solche die wenn sie sich nicht so gut fühlen Hilfe in Anspruch nehmen,
e-Bike sind also Stromradl, was sind normale MTB, Fahrhilfen für Fußkranke?
Als was bleibt ist miteinander und nicht gegeneinander, habt Freude in den Bergen und teilt das mit gleichgesinnten,

schöne Woche noch wastl
Titel: Re: Pro & contra E-Bike
Beitrag von: Reinhard am 23.07.2018, 10:33
Diese Diskussion ist bisher sehr sachlich verlaufen und so sollte es auch weiter gehen.
Deshalb habe ich aus dem letzten Beitrag ein paar Worte entfernt und erinnere nochmals an unsere
Forumsregeln (https://www.roberge.de/index.php/topic,6603.msg44797.html#msg44797)

 #admin#  #danke1#
Titel: Re: Pro & contra E-Bike
Beitrag von: MANAL am 23.07.2018, 10:49
Ein sehr emotionaler aber auch interessanter Beitrag von Frank die mich auch nachdenklich gemacht hat. In der Tat stimmt es, dass es auch von mir arrogant ist wenn ich auf die E5-Bergtouristen rumhacke die von Oberstdorf nach Meran den größten Teil der Strecke motorisiert zurücklegen.

Für mich ist das sehr vergleichbar mit dem Einsatz eines E-Bikes in den Bergen. Das gleiche könnte man auf die Everest-Touristen erweitern die mit allen technischen und personellen Hilfen auf den Gipfel kommen, verglichen mit einem Puristen wie Reinhold Messner der das mit minimalem Aufwand und ohne Sauerstoff im Alleingang geschafft hat.

Es bleibt schließlich jeden Überlassen aus welchen Grund er was unternimmt. Und ob es ein "Betrug" ist alle möglichen Hilfen in Anspruch zu nehmen muss auch jeder selber einschätzen.

Was aber Fakt ist, dass die Natur durch immer mehr Menschen die sich dort aufhalten belastet wird. Und hierbei sind halt gerade Eventtouristen und Selfiebergsteiger diejenigen welche die Natur mehr belasten und beschädigen als alle Ruhesuchende und Naturliebhaber. Wer die Natur nur als Kulisse für Selfies oder rücksichtslos als Sportgerät und Spielplatz nutzt wird auch kein Bestreben haben die Natur zu schonen. Sieht man sehr gut am Wintersport wenn man sich Sölden oder Ischgl anschaut und dann bespielsweise Vent.

Aus der Sicht kann ich sehr gut die Kritik an E-Bikern verstehen. Es werden immer mehr die kommen und gerade bei E-Bikern dürfte der Anteil an Event- und Trendtouristen deutlich höher sein als bei denen die sich ohne Hilfen nach oben quälen.

Mit Verboten wird man sicher nicht weiterkommen, aber man sollte versuchen die Unterstützung dieser "Modesportler" gering halten. Es gibt ja auch genug Diskussionen darum wieviel Luxus eine Hütte bieten muss. Man E5-Bergtourist erwartet oder wünscht sich ja auch Hotelbedingungen.
Ebenso sollte man die Infrastruktur nicht für E-Bikes abändern (keine zusätzlichen Ladestation auf Hütten oder Ausbau von Wegen für E-Biker) genauso wie man keine weiteren AV-Hütten mehr baut. Die Natur ist sowieso schon  am Limit.
Titel: Re: Pro & contra E-Bike
Beitrag von: Frank Steiner am 23.07.2018, 12:16
Dem Beitrag kann ich voll und ganz zustimmen!
Titel: Re: Pro & contra E-Bike
Beitrag von: bobopapa am 23.07.2018, 12:52

.... In Deiner Position zeigt sich meiner Meinung nach des Pudels Kern: ein Grossteil der Mountainbiker empfindet es in der Tat als Beschiss, dass naemlich E-Biker ein Ziel ohne viel Anstrengung erreichen, fuer das sich Mountainbiker quaelen muessen, und aergert sich, dass darum ihre Leistung nicht mehr genuegend anerkannt und bewundert wird.
....

Interessanterweise bekomme ich die "Wertschätzung" in letzter Zeit gehäuft von den Wanderern.  #hihi#



..... tut ja wohl kaum was aus ausschliesslich eigener Kraft.....


naja rein physikalisch schon.....


.... Aber wieso soll jemand, der mit Muskelkraft den Berg hochsteigt ein groesseres Recht auf den Berg haben als derjenige, der  mit Muskelkraft hochradelt? Oder als derjenige, der dazu ein E-Bike nimmt?

Ich musste mich oft genug mit Naturschuetzern, Jaegern und Foerstern streiten, die mir mein Aufenthaltsrecht in den Bergen absprechen wollten. Dabei wurde mir klar, dass meine Ablehnung gegen "diese daemlichen Mountainbiker, die meine Pfade kaputtmachen" genauso intolerant war wie die der Naturschuetzer/Jaeger mir gegenueber. Und wenn ein Mountainbiker sich zu Recht ueber die Intoleranz von Seiten der Wanderer beschwert, sollte er in dem Moment seine Position zu E-Bikern hinterfragen.


Meine Rede..., Toleranz ist die einzige Möglichkeit für ein Miteinanader, egal wo.....


Ja, Jungens, aber vom Sattel aus erlebt ihr auch keine Natur. Die erlebst Du beim weglosen Steigen, wenn Du beim Abstieg den Baum umarmst, damit Du den Hang nicht so schnell runterfaellst. Oder wenn Du Dich im rutschigen Grashang aus Versehen an Grashalmen festhaelst, die aus einem Ameisenhaufen wachsen, den Du vorher nicht gesehen hast, die Du aber nicht loslassen kannst, waehrend die Ameisen zu Dutzenden in Deine Hand beissen, weil Du erst wieder ganz langsam ("Au au au SCHEISSE AU") und vorsichtig den naechsten Halt mit dem Fuss suchen musst. Oder wenn Du beim Latschenkampf derart in die Mangel genommen wirst, dass Dir die Brille vom Gesicht  gefegt wird, waehrend Du in den Traegern des irgendwo verhakten Rucksacks knapp ueber dem Boden schwebst und hilflos mit den Armen fuchtelst, waehrend Du gleichzeitig denkst "Oh, das Harz auf meiner Nase riecht aber schon irgendwie schoen, so nach Urlaub in Kroatien".

Soll heissen: Sattelsitzer sind Huetten-Warmduscher! Wanderer sind das einzig Wahre! 

Liegt auch daran, dass sie bei ihrer Fortbewegung die Haende frei haben fuer 'nen Loeffel und 'ne Schuessel Weisheit. Leider hab ich die manchmal nach 'nem Radfahrer geworfen, statt sie zu essen ;)

Kaum mit Argumenten aufgebaut, mit dem A.... wieder eingerissen. Auch wenn der Zwinker-Smiley am Schluss den Eindruck von Ironie vermitteln soll, kann ich sie dir nicht abnehmen.
Solange man die eigene Handlungsweise als Benchmark ansieht und nicht in Betracht zieht, diese zu hinterfragen, kann ich hinter der zur Schau gestellten Toleranz eigentlich nur, für mich, zweifelhafte moralische Überlegenheit feststellen.

Niggs fia unguad,
bobo
Titel: Re: Pro & contra E-Bike
Beitrag von: BFklaus am 24.07.2018, 11:31
Hier noch mal drei Gedanken zum Thema:

Wenn ich mit meinem Auto zum Biken oder Bergsteigen von Traunstein nach Berchtesgaden und zurück fahre, habe ich gut fünf Liter Diesel verbrannt, das entspricht einem Energieumsatz von etwa 50 kWh. Mit welcher moralischen Berechtigung darf ich mich dann über einen E-Biker aufregen, der höchstens 0,5 kWh verbraucht?

Wer Leistungssport betreiben will, sollte in einen Sportverein eintreten, wo er sich mit Gleichgesinnten messen kann. In den Bergen finde ich den Leistungsgedanken deplatziert. Es geht mir um Entschleunigung, Erholung, die Seele baumeln lassen, die Natur spüren. Wenn ich in die verzerrten Gesichter mancher Mountainbiker bei steilen Anstiegen schaue, wünschte ich ihnen von Herzen eine Stromunterstützung!

Ich besitze ein (stromloses) Mountainbike und darf mir neuerdings auch mal das E-Bike meiner Frau ausleihen. Trotzdem bin ich viel lieber zu Fuß in den Bergen unterwegs, gerne auch mal weglos und etwas steiler, weil ich nur so Landschaft, Bergeinsamkeit und Natur intensiv erleben kann. Die Routenwahl und meine Fortbewegungsgeschwindigkeit werden zudem nicht von einem technischen Gerät diktiert, sondern von meinem aktuellen Fitness- und Gemütszustand.
Titel: Re: Pro & contra E-Bike
Beitrag von: wastl am 24.07.2018, 12:52
 #danke1# sagt die Umwelt,
Titel: Re: Pro & contra E-Bike
Beitrag von: Wanderfreak am 24.07.2018, 14:24
Solange man die eigene Handlungsweise als Benchmark ansieht ...

Es wäre wünschenswert, wenn nur Wörter verwendet würden, die so ziemlich jeder versteht. Mich würde wundern, wenn es dafür keinen passenden allgemein verständlichen Begriff geben würde.
Titel: Re: Pro & contra E-Bike
Beitrag von: Frank Steiner am 24.07.2018, 15:24
Es geht mir um Entschleunigung, Erholung, die Seele baumeln lassen, die Natur spüren. Wenn ich in die verzerrten Gesichter mancher Mountainbiker bei steilen Anstiegen schaue, wünschte ich ihnen von Herzen eine Stromunterstützung!
Mit Deinen Zielen stimmt ich absolut überein! Allerdings muss das kein Widerspruch zu völliger Verausgabung sein. Ich keuche auch manchmal durch einen Steilhang hinauf, dass ein unbeteiliger Beobachter mich vermutlich kurz vor dem Herzinfarkt einordnet, und bin oft genug nach vielen Stunden derart hinueber, dass ich mich alle halbe Stunde kurz hinsetzen muss. Aber dieses sich-voellig-Verausgaben in Kombination mit den (zwangslaeufigen und freiwilligen) Ruhepausen sorgt zumindest bei mir fuer eine absolute Entspannung und ein permanentes Gefuehl des "Seelenfriedens".
Vermutlich weil ich nie auf die Uhr schiele oder ein festes Ziel habe, sondern immer so lange rumkraxele wie Kraft und Tageslicht es zulassen. Von daher ist die Anstrengung kein Stress und entschleunigt mich genauso, wie wenn ich alles gefunden habe und die Tour mit meinem Sohn wiederholen, wobei wir uns immer ein bis zwei mind. 1 Stunde lange in-der-Wiese-liegen-Pausen goennen und Umgebungsgeraeusche zaehlen :)

Ein MTB mag also genauso entschleunigen wie ein E-Bike oder ein Fussmarsch...

Titel: Re: Pro & contra E-Bike
Beitrag von: MANAL am 24.07.2018, 16:06
Wenn ich unterwegs bin wandere ich auch nicht überall völlig entspannt durch die Landschaft. Es gibt nun mal Touren die so lange oder so anstrengend sind, dass dies passiert. Und dass ich einen eher langweiligen Teil einer Tour (Forststraße, dichte Waldpassagen o.ä.) schneller hinter mich bringe liegt daran, dass ich die Ruhe, Erholung und die Natur in einem anderen Teil der Tour suche (in der Regel oberhalb der Baumgrenze).

Aber jeder hat seine eigenen Ansprüche, Erwartungen und Wünsche an das was er macht und sollte auch respektiert werden.

Wenn ein Pistenskifahrer gerne an einem plattgewalzten Berg rumfährt wo überall Masten, Lifte, Schneekanonen und Partytouristen sind dann kann der das gerne machen. Für mich gibt es kaum eine unattraktivere kaputte Naturlandschaft.
Nur was halt nicht sein kann ist, dass man die noch intakte Natur wegen dieser Art Bergnutzung zerstört.

Deswegen sollen sie doch E-Biken wie sie wollen. Aber es sollten deshalb keine momentan vorhandenen Wege auf denen man momentan nur Wandern kann so umgebaut werden dass daraus E-Bike-Rennstrecken werden.
Einzig wenn es zu eng wird muss man wohl oder übel über Regelungen nachgedacht werden. Und dort wo es zu Konflikten mit Schwächeren (Wanderer, Nicht-E-Biker, Tierwelt) kommt sollten auch Verbote kein Tabu sein.
Titel: Re: Pro & contra E-Bike
Beitrag von: bobopapa am 24.07.2018, 22:41
Solange man die eigene Handlungsweise als Benchmark ansieht ...

Es wäre wünschenswert, wenn nur Wörter verwendet würden, die so ziemlich jeder versteht. Mich würde wundern, wenn es dafür keinen passenden allgemein verständlichen Begriff geben würde.

Entschuldigung....., ich wollte den Begriff Benchmark im Sinne von Richtgröße verwenden....
Schlimm....., eigentlich bin ich auch ein Anglizismen-Verweigerer, aber da sieht man wieder wie einen der Alltag konditioniert, dass einem immer mal wieder einer "rausrutscht".
Titel: Re: Pro & contra E-Bike
Beitrag von: almrausch am 24.08.2018, 17:43
Ich habe vor ein paar Tagen auf der Gadetta Hochebene in den Cottischen Alpen das erste Kinder e- mtb ( Bub war ca. 8 Jahre ) gesehen. Der Papa war mit einem normalen Mtb unterwegs.  Ich finde es toll wenn man mit seinen Kindern dann solche tolle Touren unternehmen kann ohne sie zu überfordern. Wir hatten, wie unsere Kinder noch klein waren erst einen Fahrradanhäger und dann ein Trailerbike. (Neben den normalen Kinderfahrrädern). Unsere mittlerweile  16 und 19 jährigen Töchter fahren nun gerne lange und anstrengende Mtb Touren (die kleinere seit letzten Jahr mit e-bike, weil wir sonst als Familie nicht so lange Touren machen könnten )
Almrausch