roBerge.de

Forum => Touren => Schneeschuh => Thema gestartet von: MANAL am 02.05.2017, 23:13

Titel: Schneeschuhtour auf das Kögele (Sellrain) am 30.04.17
Beitrag von: MANAL am 02.05.2017, 23:13
Ursprünglich war eine Schneeschuhtour im Schmirntal in den Tuxer Alpen geplant, da aber aufgrund der Neuschneemassen der vergangenen Tage die Lawinengefahr recht hoch war, entschieden wir uns kurzfristig für eine lawinenunkritischen Tour. Die Wahl fiel auf das Kögele im Sellrain in den Stubaier Alpen.

Das Kögele ist ein eher unbedeutender Gupf in dem langen Grat der vom Inntal in westlicher Richtung zum 2646m hohen Rosskogel hinaufzieht. Das Kögele wird in der Regel als Zwischengipfel beim Aufstieg zum Rosskogel bestiegen. Mit 2195m ist das Kögele zwar kein sonderlich hoher Gipfel des Sellrain, da es aber in der ersten Reihe über dem Inntal steht hat man dennoch eine hervorragende Aussicht.
Der Startpunkt ist auf ca. 1300m bei dem Weiler St. Quirin hoch über Sellrain. Die ersten steileren Meter geht es im Wald nach oben, danach geht es über dem breiten lawinensicheren Rücken aussichtsreich und unschwierig zum Gipfel rauf.

Der Startpunkt erfolgt auf ca. 1300m hoch über dem Sellraintal bei dem Weiler St. Quirin. Man folgt dort den Wegweisern zum Rosskogel.
Zuerst fährt man vom Inntal aus die Sellrainstraße bis nach Sellrain und biegt auf der zweiten Straßenbrücke über den Bach ein (die erste ist falsch wie wir an einer immer enger und steiler werdenden Straße gemerkt haben ;-) ).
Man fährt die richtige, nicht ganz so enge und steile Straße in vielen Serpentinen bis zum Ende durch. Die letzten ca. 200 Meter ist es eine Schotterstraße die an einem für diesen Steilhang unerwartet großzügigen und kostenlosem(!!!) Parkplatz endet.

Die ersten paar hundert Höhenmeter geht es steil im Wald nach oben. Gleich ab dem Anfang liegt Schnee, aber nur wenige Zentimeter. Man quert einige Mal eine Forststraße und passiert eine Almwiese mit Hütte. Auf ca. 1540m kommt man an einem Kreuz mit drei Querbalken und einer Sitzbank im Wald vorbei. Inzwischen hat die Schneemenge deutlich zugenommen und wir schnallen uns die Schneeschuhe unter. Die Steigung nimmt nun langsam ab. Man quert ein letztes Mal eine Forststraße dessen Serpentine wir aber ausgehen weil man an der Kurve (bei einer Sitzbank mit Tisch) eine wunderbare Aussicht runter ins Inntal und auf das Karwendel hat. Danach geht es auf einem beschildertem Pfad in den Wald rein. Auf ca. 1700m kommt man dann bei ein paar kleinen Holzstadel aus dem Wald raus und die Aussicht wird ab hier immer besser. Nach 1 3/4 Stunden kommen wir zum nächsten Gipfelkreuz (diesmal mit zwei Querbalken ;-) ). Dieses steht auf dem mit 1865m verzeichneten und auf Karten nicht benannten Punkt in der Nähe von ein paar kleinen Hütten. Die ist auch der Beginn des breiten Rückens bis zum Fuß des Rosskogel. Auf diesem Rücken steht fast die ganze Länge mittig ein Drahtzaun der vermutlich im Sommer das Weidevieh davon abhalten soll den Bewuchs der steilen Südhänge wegzufuttern das zum Lawinenschutz für das Sellraintal benötigt wird.

Bis auf einer kleinen mehrere Meter tiefen, teils felsigen Rinne geht es auf dem Rücken recht bequem im auf und seltnerem ab dahin. Die Rinne ist zwar in Zaunnähe etwas steiler, kann aber trotzdem problemlos gequert werden. Der markierte Weg geht an dieser stelle ca. 10-20m nach Süden und quert am südlichen Ende der Rinne bevor er wieder in Zaunnähe zurückkommt. Einige Male muss man den Zaun überqueren, dabei gibt es aber Tritthilfen die nicht unbedingt für Schneeschuhe geeignet sind. Auf ca. 2060m kommt man an einem weiteren Kreuz vorbei (diesmal nur noch ein Querbalken), danach geht es in den etwas steileren Schlußanstieg zum Gipfel des Kögele (2195m) rauf.

Wir haben für die 880 Höhenmeter und 4,6 Wegkilometer ungefähr 2 3/4 Stunden gebraucht. Dabei mussten wir die komplette Strecke selber Spuren da seit den Schneefälle an den Tagen zuvor niemand hier war. Der Schnee war sehr unterschiedlich, von angenehm trittfest bis bodenlos war alles vorhanden.

Vom Gipfel hat man eine wunderbare Aussicht auf das 1,5 Kilometer tiefer liegende Inntal. Der Blick geht von der Mieminger Kette über das Wetterstein und das Karwendel weiter zu den Kitzbühler und Tuxer Alpen bis zu den Stubaier Nachbarn. Einzig Richtung Westen verhindert der fast 500 Meter höhere Rosskogel die Sicht. Blickfang sind die schönen Kalkkögel im Südosten.

Nach Süden hat man auch einen guten Blick auf die Skitourenberge im Sellrain. An den Hängen von Zischgeles und Lampsenspitze konnte man unzählige Spuren im Schnee erkennen. Ebenfalls konnte man in der Nordflanke des Oberstkogel ein frisch abgegangenes Schneebrett sehen das auch über Aufstiegsspuren gegangen ist.

Nach ausgiebiger Gipfelpause sind wir dann auf dem gleichen Weg wieder abgestiegen wobei wir bei P1865 auch nochmal eine Genusspause eingelegt haben.

Fazit:
Eine wunderbare Schneeschuhtour auf einen lawinenunkritischen Aussichtsgipfel. Ideal für diesen wunderbaren Tag.
Insgesamt keine zu schwere Tour die momentan ohne Schneeschuhe sinnlos ist. Ohne Schnee sicher auch für jeden Berganfänger eine tolle Wanderung.


Fotos:
- Tolle Aussicht vom P1865
- Kurz vor dem Schlußanstieg zum Kögele (rechts), dahinter der Rosskogel
- Gipfelaussicht über den langen Aufstiegsrücken rüber zu den Kalkkögel
- Sellrainer Skitourenparadies. Links der markante Lüsener Fernerkogel, rechts der Mitte der beliebte Zischgeles
- Nahaufnahme der Skitourenhänge am Zischgeles, links das abgegangene Schneebrett in der Nordflanke des Oberstkogel.
Titel: Re: Schneeschuhtour auf das Kögele (Sellrain) am 30.04.17
Beitrag von: MANAL am 02.05.2017, 23:53
Die Lawine am Oberstkogel hat es sogar in den Blog des Lawinenwarndienst Tirol geschafft:
http://lawinenwarndienst.blogspot.de/2017/05/weitere-eindrucke-zur-lawinensituation.html (http://lawinenwarndienst.blogspot.de/2017/05/weitere-eindrucke-zur-lawinensituation.html)