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Forum => Dies und das => Ausrüstung => Thema gestartet von: MANAL am 26.02.2017, 23:44

Titel: Schneeschuhe - Empfehlungen und Erfahrungen?
Beitrag von: MANAL am 26.02.2017, 23:44
Ich will mir demnächst Schneeschuhe kaufen um auch im Winterhalbjahr in die Berge zu kommen. Habe mich die letzten Tage mal online schlau gemacht was es da alles gibt. Jetzt würden mich mal konkrete Empfehlungen und Erfahrungen interessieren um die passenden auszuwählen.

Ich plane momentan damit einerseits in den Wintermonaten harmlose nicht lawinengefährdete Touren auf die Kuhberge und Waldbuckel am Alpenrand zu gehen, andererseits um im Frühling (April/Mai) damit in die 2000er Regionen vorzudringen wo ich bisher im tiefen weichen Schnee versunken bin. Als Beispiel sowas wie das Rofan oder Estergebirge.

Gibt ja hier im Forum einige die Schneeschuhtouren gehen, würde mich mal interessieren was ihr für Schneeschuhe nutzt, ob ihr damit zufrieden seit und ob ihr etwas empfehlen könnt.
Titel: Re: Schneeschuhe - Empfehlungen und Erfahrungen?
Beitrag von: MikeT am 27.02.2017, 07:51
Hatte bisher 2 Marken mit denen ich sehr zufrieden war. Salewa und Tubbs. Bei Defekt repariert Tubbs immer. Selbst nach 12-14 Touren pro Winter keine sichtbaren Abnützungen an den Kanten bei beiden Marken. Das Gewicht bei den Tubbs bezieht sich auf die Einskinktiefe beim Schnee, die Schuhe (Alps) sind selbst bis 150kg ausgelegt! Immer gut Reserven zu haben wenn mal abruscht und drauf knallst ,)
Die Salewa sind meist etwas günstiger zu haben (im Angebot öfter um die 120 €), Tubbs immer im Frühjahr mit Gutschein bei Sport Scheck so um die 155 € zu haben (Alp Flex 24/28)
Katastrohe in jeder Beziehung waren Schneeschuhe im Billigbereich... Bindungen halten nicht, gebrochene Kanten, Gelenke ausgerissen, Kanten stumpf nach kurzer Zeit auf dem Eis...  #winter2#
VS Mike
Titel: Re: Schneeschuhe - Empfehlungen und Erfahrungen?
Beitrag von: Reinhard am 27.02.2017, 08:20
Ich habe das Glück, dass in meinem Wohnort der Sitz der Fa. Schneeschuhe.de ist. Bin 2012 auf Schneeschuhe umgestiegen, da ich aus gesundheitlichen Gründen (Kreuzband) das Tiefschneefahren aufgeben musste. Manfred Clarck hatte mich damals persönlich beraten und als Grundlage seiner Empfehlung zuvor mein Geh- und Tourenverhalten erfragt. Da ich auch immer wieder mal steilere Hänge quere, hat er mir schließlich den irischen Hersteller MSR empfohlen.
Ich bin seitdem mit dem MSR Lightning Ascent 25 voll zufrieden. Das Verschlusssystem halte ich für sehr gelungen. Als Zubehör gibt es eine Verlängerung für besonders tiefen Pulverschnee.

Beschädigungen oder Fehler gab es in den letzten vier Jahren keine.
Bin damit sehr zufrieden, allerdings muss man für die Qualität auch mehr bezahlen ...
Titel: Re: Schneeschuhe - Empfehlungen und Erfahrungen?
Beitrag von: mh am 27.02.2017, 08:49
Servus MANAL,

willkommen unter den Schneeschuhgehern  :)
Ich bin seit 17 Jahren auf Schneeschuhen unterwegs und habe schon einige Hersteller "durch" (Redfeather, MSR, Salewa, Tubbs ...). Genauso durchwachsen sind meine Erfahrungen: es gibt -leider- nicht den einen Hersteller, auf den ich schwören würde, jeder hatte mal sehr gute, mal schlechtere Modelle.
Da ich im Moment "versorgt" bin, habe ich nicht den Überblick über die aktuellen Modelle; vielleicht helfen aber diese Tipps:

- sehr oft sieht man diese kleinen, meist quietschgelben Hartplastik-Teile. Nicht kaufen! Das sind bessere Fußumrandungen, die im Tief- oder Sumpfschnee hoffnungslos untergehen und statt ordentlicher Zacken nur kleine Noppen haben. Auf Eis sind die völlig untauglich. Nicht umsonst sieht man die meisten Leute, die mit diesen Dingern unterwegs sind, nur auf gewalzten Forstwegen oder Hüttenzustiegen. Wie man vielleicht merkt  ;D, halte ich von diesen Dingern gar nichts, die sind m.E. nicht geländetauglich.

- wichtig sind die Zacken. Viele Modelle haben nur eine Reihe Zacken unter dem Ballen und eine meist V-förmige Leiste unter der Ferse. Das ist okay, aber besser ist es, wenn zusätzlich der ganze Rahmen rundherum gezackt ist. In steilen Querungen macht das wirklich einen Unterschied.

- das Schneeschuhmodell sollte zum Körpergewicht passen. Man sieht oft 90kg-Männer mit Mini-Schneeschuhen, die dann entnervt und enttäuscht sind, weil sie doch dauernd bis zum Oberschenkel einsinken.

- beim Thema Bindung bin ich selber genervt: ich finde nämlich, dass die immer schlechter werden. Eines meiner früheren Modelle hatte eine geniale Bindung: man konnte (ohne Gefummel an der Ferse) von oben einsteigen, dann hat man einfach mittels Ratsche zwei geriffelte Plastikriemen festgezurrt - fertig. Ging rappelschnell, saß den ganzen Tag bombenfest und ließ sich sogar mit Handschuhen bedienen. Meine derzeitigen Tubbs-Schuhe (sonst gut) haben dagegen eine echt nervige Bindung: man muss bei angezogenem Schuh den Fersenriemen in ein Loch pfriemeln (wehe dem, der nicht beweglich genug ist oder es im Knie hat), dann muss man noch die Riemen über dem Rist festzurren. Im durchnässten Zustand werden die "Bandl" immer länger, sodass man alle 10 Minuten nachjustieren muss, wenn einem der Schneeschuh nicht vom Fuß fallen soll. Der komische Druckknopf, mit dem die überstehenden Bandenden fixiert werden sollen, hat übrigens genau eine Tour lang gehalten. Keine Ahnung, warum sich die Bindungen zurück entwickeln; wahrscheinlich sind ein paar Riemen in der Herstellung billiger als frühere Systeme. Am besten im Laden ausprobieren, ob Du mit der Bindung zurecht kommst (mit Handschuhen!).

- Mike hat völlig recht, was "Billig-Schneeschuhe" anbelangt. Ähnliche Erfahrungen habe ich auch (Rahmenbruch nach Steinkontakt).

Ciao derweil,
Margit
Titel: Re: Schneeschuhe - Empfehlungen und Erfahrungen?
Beitrag von: BFklaus am 27.02.2017, 11:22
Seit 2003 bin ich mit Salomon-Schneeschuhen unterwegs (gibt es heute meines Wissens gar nicht mehr). Der Kunststoffrahmen ist schon ziemlich runter und der Biss bei steilen Querungen fehlt, aber die Ratschenbindung funktioniert immer noch so einfach und zuverlässig wie am Anfang. Leider haben die Schneeschuhe keine Aufstiegshilfe.
2013 habe ich meiner Tochter superleichte Alurahmen-Schneeschuhe der Elektra 11er-Serie von Atlas/K2 gekauft, die ich gelegentlich auch selbst benutze, aber nur bei sehr gut verdichtetem Schnee. Die Atlas-Riemenbindung finde ich deutlich umständlicher als die Ratschenbindung meiner alten Salomon-Schneeschuhe. Positiv ist die Aufstiegshilfe. Steile Querungen gehen aber gar nicht.
Ich schaue mich derzeit auch nach neuen Scheeschuhen für alpines Gelände um. Die bereits genannten Tubbs Flex Alp und MSR Lightning Ascent sind meine Favoriten.

In der Ausgabe 1/2016 der Zeitschrift "Land der Berge" findet man übrigens einen recht ausführlichen Praxistest mit acht Schneeschuhen. Testsieger war Tubbs Flex Alp.
Titel: Re: Schneeschuhe - Empfehlungen und Erfahrungen?
Beitrag von: MANAL am 27.02.2017, 13:15
Erstmal vielen Dank für eure schnellen und interessanten Antworten!

Die bereits erwähnten MSR Lightning Ascent und Tubbs Flex Alp sind mir auch als "quasi-Standard" für alpine Schneeschuhe aufgefallen. Zu denen gibt es jede Menge Tests und Berichte.
Für den MSR spricht das verhältnismäßig geringe Gewicht, dafür wird fast immer die etwas umständliche Bindung kritisiert. Der Tubbs hat dagegen die bessere Bindung, wiegt aber mehr. Für den Tubbs gibt es das Modell Flex VRT dass sogar eine Bindung hat die hervorragend abschneidet, allerdings ist diese wohl so klobig dass man die Schneeschuhe nicht mehr zusammenlegen und an den Rucksack hängen kann.

Irgendwie hat wohl jeder Schneeschuh einen großen Minuspunkt.

Was mich interessieren würde wovon ich bisher nichts gelesen habe ist wie das von der Gefahr her ist etwas zu beschädigen wenn man über Latschen und Steine damit geht. Gerade bei Latschen kann es ja mal vorkommen, dass man in einen Hohlraum einbricht und auf einen Ast aufschlägt. Oder wenn man über einen abgeblasenen Rück geht und knapp unter dem Schnee ein Stein sich versteckt auf dem man draufsteigt. Wie haltbar sind da Schneeschuhe? Hat der MSR Lightning Ascent nicht ein relativ dünnes Deck? Ich hab da irgendwie Angst das man da gleich ein Loch sich durchschlägt. Der Tubbs Flex Alp sieht da etwas robuster aus weil da das Material eher eine massivere Plastikplatte ist?

Außer den zwei genannten Schuhen gibt es ja auch noch eine Unmenge anderer aber da scheint keiner so richtig rauszustehen?

Billigglump würde ich mir eh nicht kaufen, die sind eine Anschaffung für mindestens die nächsten 10 Jahre und da gebe ich lieber jetzt 50-100 EUR mehr aus und habe etwas womit ich noch viele Jahre Freude habe. Deswegen ist mir eine gewisser Robustheit auch wichtig, wobei man da halt mit dem Gewicht abwägen muss. ;)
Titel: Re: Schneeschuhe - Empfehlungen und Erfahrungen?
Beitrag von: mh am 27.02.2017, 15:04
Servus nochmal,

ich habe derzeit übrigens den Tubbs Flex Alp 22. Wie unten geschrieben, überzeugt mich die Bindung überhaupt nicht. Aber das kommt vmtl. daher, dass ich früher bereits andere Modelle mit m.E. weitaus besseren Bindungen hatte. Wer keinen Vergleich hat, findet die Bindung vielleicht gar nicht so nervig.

Vom ebenfalls unten erwähnten Billig-Glump mal abgesehen, habe ich es noch nie geschafft, einen Schneeschuh durch Einbrechen in die Botanik oder durch Steinkontakt zu schrotten. Beides kommt ja ständig vor. Das müssen die aushalten und tun es i.d.R. auch. Man will ja auch nicht bei jedem aperen Mini-Fleckerl abschnallen müssen. Neulich hab ich mal ausprobiert, durch den Harschdeckel in ein gut bauchtiefes Loch voller Steine einzubrechen. Die Schneeschuhe waren danach unbeschädigt! :-)

Wie groß ist denn der Gewichtsunterschied? Ein paar Gramm hin oder her sind sicher nicht "kriegsentscheidend". Da ist die Frage eher, ob Du sie gut und ergonomisch am Rucksack befestigen kannst. Bei meinem alten Rucksack konnte man die Schneeschuhe nur hintendrauf befestigen und hatte immer das Gefühl, dass es durch das Gewicht den Rucksack nach hinten zieht. Das strapazierte die Schultern und das Kreuz, weil man zum Ausgleich mehr nach vorne geneigt ging. Beim jetzigen Rucksack sitzen die Schneeschuhe einzeln an den Seiten vom Rucksack, das trägt sich prima und man merkt ein paar Gramm mehr oder weniger gar nicht. Wenn der Gewichtsunterschied groß ist, ist es natürlich ein Argument.

Ciao derweil,
Margit
Titel: Re: Schneeschuhe - Empfehlungen und Erfahrungen?
Beitrag von: MANAL am 27.02.2017, 16:19
Danke für die konkreten Antworten Margit!

Der Unterschied zwischen den MSR und den Tubbs liegt so bei 200-300g für beide Schuhe (auch abhängig von den Größen), die MSR sind dabei die leichteren.
Titel: Re: Schneeschuhe - Empfehlungen und Erfahrungen?
Beitrag von: BFklaus am 27.02.2017, 17:53
Die größte Schwachstelle meiner Schneeschuhe (Salomon, Atlas) ist der mangelhafte Halt beim Traversieren steiler Hänge. Dafür braucht man m.E. Schneeschuhe mit rahmenintegrierten Seitenkrallen, wie sie MSR und Tubbs an einigen Modellen anbieten. Auch Atlas führt neuerdings Modelle mit rahmenintegrierten Seitenkrallen (z.B. Spindrift). Leider habe ich bisher noch keinen Schneeschuh gesehen, der rahmenintergrierte Seitenkrallen mit einer Ratschenbindung vereinbart.

Wegen der Robustheit würde ich mir keinen Kopf machen. Ich habe es bisher nicht geschafft meine Schneeschuhe ernsthaft zu beschädigen, weder in Latschengürteln, noch durch Felsbrocken.
Titel: Re: Schneeschuhe - Empfehlungen und Erfahrungen?
Beitrag von: ckeddf am 27.02.2017, 18:06
Ich habe seit zwei Jahren die Tubbs Flex Alp VRT. Bin sehr zufrieden, allerdings ist das auch mein erstes Paar. Zur großen Bindung: Ich trage jeweils einen Schuh links und rechts am Rucksack. Es stimmt schon, dass man sie nicht so stark komprimieren kann. Wobei mir das bist jetzt noch nie negativ aufgefallen ist. Es gibt sie ja wie erwähnt auch mit der normalen Bindung zu kaufen. Ich kann jedenfalls an den Schuhen mal messen, falls das hilfreich wäre.
Meine Frau hat ein Paar von Atlas, was auch einen guten Eindruck macht. Die MSR waren mir damals zu teuer, sonst hätte ich sie auch in Betracht gezogen.

Edit: Ich habe auch bei Schneeschuhe.de gekauft - konnte bei denen direkt im Lager abholen und bezahlen. Die VRT Bindung musste ich noch nie unterwegs nachstellen, die hält bei mir bombenfest.
Titel: Re: Schneeschuhe - Empfehlungen und Erfahrungen?
Beitrag von: Bergfuzzi am 27.02.2017, 19:47
Servus

Ich habe einige Jahre den Tsl Outdoor 325 Expedition Grip benutzt. Die Bindung war Top und auch der Seitenhalt, das größte Problem war dass die Schneeschuhen extrem den Schnee stollen. Deshalb habe ich mir dann vor knapp 2 Jahren neue gekauft. Habe mich dann nach längerer Suche für die TUBBS MOUNTAINEER entschieden und bin seitdem begeistert von den Tubbs.
Hier ist der Test von den Schneeschuhen http://www.testberichte.de/p/tubbs-tests/mountaineer-testbericht.html (http://www.testberichte.de/p/tubbs-tests/mountaineer-testbericht.html)

Gruß fuzzi
Titel: Re: Schneeschuhe - Empfehlungen und Erfahrungen?
Beitrag von: MuM.Koeppl am 27.02.2017, 20:23
- sehr oft sieht man diese kleinen, meist quietschgelben Hartplastik-Teile. Nicht kaufen! Das sind bessere Fußumrandungen, die im Tief- oder Sumpfschnee hoffnungslos untergehen und statt ordentlicher Zacken nur kleine Noppen haben. Auf Eis sind die völlig untauglich. Nicht umsonst sieht man die meisten Leute, die mit diesen Dingern unterwegs sind, nur auf gewalzten Forstwegen oder Hüttenzustiegen. Wie man vielleicht merkt  ;D, halte ich von diesen Dingern gar nichts, die sind m.E. nicht geländetauglich.

Ja, die hab ich und bin eigentlich voll zufrieden damit, für´s Eis gibt es Harscheisen zusätzlich. Gibt's auch in Weiß als Gebirgsjägerausrüstung bei der Bundeswehr. Recht viel Hüttenzustiege haben die noch nicht gesehen.   :)
Titel: Re: Schneeschuhe - Empfehlungen und Erfahrungen?
Beitrag von: geroldh am 27.02.2017, 20:40
Zitat von: Reinhard
Ich habe das Glück, dass in meinem Wohnort der Sitz der Fa. Schneeschuhe.de ist. ...

;D  War mir als langjährigen "Stoderer" noch nicht bekannt, ist aber wohl eher dem (unsichtbaren) Internet-Zeitalter geschuldet, doch man(n) lernt halt dank roBerge.de nie aus...  ;)

MANAL, ich denke, du bekommst "die Qual der Wahl"...  #hihi#  - und ich setze da nochmal zwei drauf:
Bin seit mehreren Jahren, aber eher unregelmäßig (bei gutem Schnee sind die TourenSki die erste Wahl und bei hartem oder wenig Schnee haben Bergstiefel mit gutem Profil ihren Vorteil), mit günstigen McKinley (Bild-oben (http://thumbs3.picclick.com/d/w1600/pict/252638414910_/Schneeschuhe-McKINLEY-Snowcross-20-Top.jpg), Bild-unten (http://thumbs.picclick.com/00/s/MTQ0MFg4OTc=/z/8fgAAOSwiONYLBks/$/Schneeschuhe-McKINLEY-Snowcross-20-Top-_57.jpg)) und Tubbs-Xplore25 (Bild (http://www.outdoor-testberichte.de/wp-content/uploads/thumbs_dir/6911-25er-1jp1vw3t95r9kg11meaiopmt59df8gqwl7y8fdke7pok.jpg)) unterwegs.

Die McKinley haben einen Fersenschlitten, der einfach mit einem Kipphebel und zwei Metallzapfen auf die Schuhgröße eingestellt werden kann. Als Fixierung dient ein Ratschenriemen, wie ihn wohl Margit beschreibt. Vorne findet die Fixierung durch kurze Riemchen statt. Hinten unter dem "Bindungsbrett" dämpft ein kleiner Fersengummi das Klappklapp etwas, vorne dreht sich das "Bindungsbrett" unter dem Fußballen auf einer Metallstange. Offenbar kann das rote Fersenelement mit Beschriftung "Pivot System" als Steighilfe dienen, habe ich aber noch nie benutzt, wollte dem Material keine 100kg-Belastung zutrauen. Auch läßt sich damit das "Bindungsbrett" feststellen, aber damit konnte ich im Abstieg bisher auch nix g'scheits anfangen - und hab's bald wieder geöffnet. Die Unterseite weist 4+2 Metallzähne auf und auch am beweglichen Element unter der Fußspitze sitzen steigeisenähnlich zwei Metallzähne. Für flache eisige Stellen sicher ausreichend, für Pressschnee dürften die zahlreichen Hartkunststoffkanten des Rahmens die Verzahnungsfunktion übernehmen.

Bei den Tubbs-Xplore gibt es den bekannten Alurohrrahmen, in das im hinteren 2/3-Bereich (grau) eine stabile "Folie/Segeltuch" mit Nieten aufgespannt ist. Das Material im vorderen 1/3-Bereich (blau) ist aus Hartplastik - und bei mir, dadurch dass die Riemen sich (wie bereits erwähnt) durch Nässe verlängert haben und dadurch dass die nun nicht mehr direkt am Schuh anliegende Bindung von unten daran verkantet hat, leider an einer Stelle gebrochen. Einen Bastel-Reparatur-Versuch schiebe ich seit längerem "erfolgreich" vor mir her... Das Bindungssystem mit dem Aufdruck "QuickFit" dürfte ansonsten wie von Margit beschrieben entsprechen, z.B. der gummiartige Fersenriemen, der durch einen Metallzahn in einem Loch und umlegen in eine kleine Lasche zu fixieren ist. Unter dem Fersenbereich ist eine V-förmig gebogene Metallplatte mit vier Zähnen aufgenietet und auch auf dem beweglichen Bindungselement im Ballenbereich ist eine Metallplatte mit vier schräggestellten Zähnen aufgenietet. Unter dem Fußspitzenbereich ist diese Metallplatte in Anlehnung an Steigeisen-Frontzacken ausgeführt. Insgesamt wohl auch eher für leicht vereiste Flachstellen konzipiert. Keine Steighilfe und keine Feststellmöglichkeit.

Für Querungen im steileren Gelände ist man sicher auf ausreichend Einsinktiefe angewiesen, damit man nicht wegrutscht (hier haben Ski einen klaren Vorteil), ansonsten habe ich durch "Try-and-Error" festgestellt, dass man dort bei fester Oberfläche eine "besondere" Gehtechnik braucht, indem man die (Schnee)Schuhspitzen gegen den Hang ausrichtet und leicht ansteigend eher eine "Seitwärtsbewegung" macht. Solche Zickzack-Aufstiege sind auf längere Zeit aber lästig und ich bin dann meißt in den senkrechten Direktanstieg gewechselt.
Grundsätzlich haben (meine) Schneeschuhe ihren großen Vorteil im (tief)verschneiten, ggfs. leicht geneigtem Flachgelände, sowohl im Auf- als auch im Abstieg - so wie sie ihren Ursprung wohl bei den untergeschnallten Trapper-Tennisschlägern hatten... Im (alpinen) Steilgelände ist m.E. der Aufstieg anstrengender als mit Ski und auch das Abwärts ist dort nicht so angenehm aufgrund der Schrägstellung der Schneeschuhe, selbst in der Falllinie. Ob es hierfür passendere (Kompromiss)Modelle gibt, vermag ich nicht zu beurteilen...
Titel: Re: Schneeschuhe - Empfehlungen und Erfahrungen?
Beitrag von: woive am 27.02.2017, 22:39
Also der "billige McKinley" (Bilder und Beschreibung in dem vorhergehenden Beitrag von geroldh) ist für mich erste Wahl, wenn es nicht nur ein Ausflug über eine verschneite Ebene ist. Mit dem sind so ziemlich alle Steigungen und Schneezustände bestens begehbar. Ich hab ca 10 andere Modelle aller möglichen Hersteller ausprobiert, aber ich komme immer wieder auf die 10 Jahre alten Dinger zurück.
Übrigens verträgt die Steighilfe 85 Kilo sehr gut, die schafft auch mehr  8)
Kann ich nur empfehlen!

Und Finger weg vom Nivatus (Schneehschuh mit Abfahrtshilfe)  - die Idee ist gut aber die Ausführung miserabel
Titel: Re: Schneeschuhe - Empfehlungen und Erfahrungen?
Beitrag von: MANAL am 28.02.2017, 12:22
Zusammen mit euren wertvollen Erfahrungen und weiterer Recherche im Netz erscheint mir der MSR Revo Ascent als die Lösung die all das hat was ich mir so vorstelle:

- Robustheit (ich traue einer Plastikplatte mehr als der Bespannung des MSR Lightning Ascent)
- Packmaß und Gewicht (vergleichbar mit dem MSR Lightning Ascent)
- Funktionalität und Leistungsvermögen (ähnliches Spektrum wie der Tubbs Flex Alp/VRT und der MSR Lightning Ascent)

Wenn es um Bindungen geht wäre wohl der Tubbs Flex VRT das non-plus-ultra, aber das erkauft man sich wohl mit einer recht unhandlichen und klobigen Bindung. Und so wie ich die verschiedenen Tests gelesen habe hat sich so ziemlich jeder auch mit den Bindungen der MSR arrangieren können.

Hat irgendjemand den MSR Revo Ascent und kann noch persönliche Erfahrungen einbringen?
Titel: Re: Schneeschuhe - Empfehlungen und Erfahrungen?
Beitrag von: Reinhard am 28.02.2017, 16:48
Habe auf Youtube ein Video mit dem MSR Lightning Ascent gefunden: MSR & TSL snowshoes test (https://youtu.be/TWCBDobePvA)

Zur Bindung: Ab Minute 3:55 kann man gut sehen, wie schnell er sich öffnen lässt (für das Schließen brauche ich auch nicht länger, ich lasse aus Bequemlichkeit immer die hintere Schlaufe geschlossen).

Die Bespannung am unteren Ende ist bei mir im 6. Winter noch in einwandfreiem Zustand. Gelegentlich gehe ich einige Meter auf steinigem Gelände ohne Schnee, das sollte aber natürlich nicht übertrieben werden. Eine Plastikplatte dürfte da sicher unempfindlicher sein.
Titel: Re: Schneeschuhe - Empfehlungen und Erfahrungen?
Beitrag von: geroldh am 28.02.2017, 18:38
Zitat von: mh
...
- beim Thema Bindung bin ich selber genervt: ich finde nämlich, dass die immer schlechter werden. Eines meiner früheren Modelle hatte eine geniale Bindung: man konnte (ohne Gefummel an der Ferse) von oben einsteigen, dann hat man einfach mittels Ratsche zwei geriffelte Plastikriemen festgezurrt - fertig. Ging rappelschnell, saß den ganzen Tag bombenfest und ließ sich sogar mit Handschuhen bedienen. ...

An dieser Stelle wäre ggfs. ein Foto von dieser als „genial“ befundenen Konstruktion interessant  ;)  – evtl. dürfte es aussehen wie diese Schneeschuh-Bindung mit zwei Ratschenriemen (http://www.schneeschuhe-ratgeber.de/wp-content/uploads/2016/07/9-schneeschuhewolf.jpg).
Offenbar findet die „Ratschenbindung“ vorrangig bei günstigeren Modellen Verwendung, während die namhaften Hersteller wohl ihre eigenen Entwicklungen/Patente verwenden (und verkaufen) wollen. Dabei sollte die Haltbarkeit der an sich handlichen und wartungsfreien „Ratschenbindung“ auf jeden Fall mit einer qualitativ hochwertigen Materialauswahl und Verarbeitung zu gewährleisten sein.

Zitat von: woive
Also der "billige McKinley" ... ist für mich erste Wahl, wenn es nicht nur ein Ausflug über eine verschneite Ebene ist. Mit dem sind so ziemlich alle Steigungen und Schneezustände bestens begehbar. ... ich komme immer wieder auf die 10 Jahre alten Dinger zurück. ...

Ja, als ich diese Dinger vor vielen Jahren in einem Sportgeschäft haptisch in die Finger bekam, war ich vom angebotenen Preis-Leistungs-Verhältnis überzeugt – danke für den Hinweis bzgl. der Steighilfe  ;). Einzuordnen sind beide von mir eingesetzten Modelle eher als „Allrounder“ mit dem „Einsatzgebiet für flaches bis bergiges Gelände“ und überschaubaren Hangquerungen.
Die von MANAL in die Auswahl genommenen Geräte sind mit dem gezahnten Rahmen schon professioneller und stärker für ein „Einsatzgebiet im bergigen bis alpinen Gelände“ mit (mittleren) Hangquerungen geeignet.

Weil’s mich etwas interessiert hat, bin ich mittels den Begriffen „Schneeschuhe Ratschenbindung“ auf Bildersuche gegangen und bin dabei für interessierte roBergler, die „günstig“ im „normalen Gelände“ unterwegs sein möchten, auf ein attraktives Angebot gestossen – stark vergleichbar mit meinem vorgestellten, alten Modell „McKinley Snowcross“ (Bilder s.u.): Es ist ein Sondermodell (franz. Hersteller) zum Sonderpreis (169,95 € -> 64,95 €)
Zitat von: outlet.hive-outdoor.com (bzw. Händler auch in ebay)
INOOK - Reit im Winkl: Allround Schneeschuhe (EU 35 - 47) - 1x gelaufen für Guinness Weltrekord 2017
Farbe dunkelgrau / Ratschen–Bindung und Steighilfe: schwarz
...
Wurden beim Guinness Weltrekord gelaufen in Reit im Winkl für ca. 2-3 Stunden! 100% funktionstüchtig und auch fast wie neu!! ...

So wie es aussieht, sind diese offenbar baugleich mit den „INOOK AXM“ und ähnlich den „INOOK Expert“.
Ob der Weltrekord wie angegeben heuer war, oder doch schon vor einem Jahr*, dürfte vlt. nur dem Marketing dienen...
* Bei traumhaftem Wetter: Größte Schneeschuhwanderung der Welt (https://www.chiemgau24.de/chiemgau/achental/reit-im-winkl-ort29335/reit-winkl-groesste-schneeschuhwanderung-welt-rosi-mittermaier-christian-neureuter-6160253.html)  (26.02.16)
Titel: Re: Schneeschuhe - Empfehlungen und Erfahrungen?
Beitrag von: mh am 01.03.2017, 08:25
Servus Gerold,

ja, so ähnlich sah sie aus, die "geniale" Bindung. Kein Gewurschtel mit Fersenriemen (die müssen gar nicht geöffnet oder verstellt werden, da Einstieg von oben), zwei mal ein bisschen "ratschen" mit wohlig behandschuhten Fingerchen und dann bombenfester Sitz den ganzen Tag. Das waren noch Zeiten (nachtrauer, schnüff)...

Warum -Deinen Nachforschungen zufolge- gerade hochpreisige Hersteller offenbar die mickrigsten Bindungen haben, wäre noch herauszufinden.

Gruß,
Margit
Titel: Re: Schneeschuhe - Empfehlungen und Erfahrungen?
Beitrag von: BFklaus am 01.03.2017, 10:09
So wie es aussieht, sind diese offenbar baugleich mit den „INOOK AXM“ und ähnlich den „INOOK Expert“.
INOOK hatte ich auch schon mal auf dem Schirm, allerdings das alpine Modell "Freestep", das einen "hervorragenden" Halt in schweren Hängen verspricht. Wenn man sich dann aber die Konstruktion der Seitenkrallen genauer ansieht, kommen Zweifel. Einen sehr guten Eindruck macht allerdings die Ratschenbindung. Auch die Steighilfe sieht nach einer technisch sauberen Lösung aus. Die primitiven Drahtbügelsteighilfen der hochpreisigen MSR- oder Atlas-Schneeschuhe sind da deutlich weniger komfortabel. Die INOOK-Bindung kann man übrigens zum Rahmen fixieren, was beim Überwinden von Hindernissen hilfreich sein dürfte.
Titel: Re: Schneeschuhe - Empfehlungen und Erfahrungen?
Beitrag von: MANAL am 17.03.2017, 15:01
Nach der ganzen Recherche und euren wertvollen Beiträgen habe ich mich für den MSR Revo Ascent entschieden. Über Idealo habe ich die für ca. 170 EUR bei Vertikal Extreme in Holzkirchen als verfügbar gesehen und bestellt. Zwei Tage später wurde ich informiert dass sie doch nicht verfügbar sind und auch nicht vom Hersteller geliefert werden können und ob ich irgendwas anderes will... Habe mich dann doch gefragt wofür man eine Verfügbarkeitsanzeige online hat wenn die überhaupt nicht stimmt.  :o

Habe mich dann nicht für den nächstgünstigen Anbieter entschieden sondern für Bergzeit der diese für 187 EUR angeboten hat und dort bestellt. Zwei Tage später bekam ich die Mitteilung dass sie ausgeliefert wurden. Gleichzeitig entdeckte ich dass genau ab dem Tag es eine Rabattaktion bei Bergzeit hatten bei denen genau mein Schneeschuh auf einmal nur noch 150 EUR kostet. Etwas verärgert habe ich Bergzeit angeschrieben, den Sachverhalt erklärt und gemeint ob man mir nicht irgendwie entgegenkommen kann da ich ja rechtlich auch alles zurückschicken und neu bestellen könnte und dass wir uns dieses dämliche hin- und herschicken hätten sparen können. Ich wäre z.B. mit einem Gutschein über einen Teil des Betrages auch schon zufrieden gewesen, aber ohne großes Diskutieren hat man mir sofort angeboten den Differenzbeitrag zu überweisen. Sehr kundenfreundlich, kann Bergzeit damit auch sehr empfehlen.  #danke1#

Inzwischen habe ich die Schneeschuhe bekommen und hab mich schon darauf gefreut sie am Wochenende erstmals einzusetzen. Aber was passiert, das Wetter versagt nach einigen wunderschönen Arbeitstagen genau für das Wochenende.  :o  ???  :(
Titel: Re: Schneeschuhe - Empfehlungen und Erfahrungen?
Beitrag von: MANAL am 26.03.2017, 12:48
Nach der ersten Tour gestern auf den Simmering (siehe separaten Bericht) kann ich abschließend sagen dass ich mit den Schneeschuhen sehr zufrieden bin. In dem teilweise bodenlosen Schneebrei versinkte man zwar auch mit dem Schneeschuh teilweise bis zu den Knien, aber es war nie ein Problem weiter zu gehen. Ohne Schneeschuhe wäre da kein Vorankommen gewesen und man wäre wohl jeden Schritt bis zum Oberschenkel versunken.

Die MSR Revo Ascent wirken durch ihr Hartplastik robust und gehören vom Gewicht her zu den leichteren. Auch etwas steilere Hänge waren weder rauf noch runter ein Problem. Vereisten Untergrund hatten wir nicht. Die oft bei den MSR kritisierte Bindung finde ich jetzt nicht weiter problematisch. Die Riemen lassen sich gut anpassen und man kann recht schnell den Schuh festmachen. Auch das aufmachen der Riemen ist kein Problem.

Bin jedenfalls sehr zufrieden. An dieser Stelle nochmal ein Dankeschön an alle für ihren Input in diesem Thread.  #danke1#
Titel: Re: Schneeschuhe - Empfehlungen und Erfahrungen?
Beitrag von: MANAL am 25.02.2018, 20:59
Auch ein Jahr und diverse Schneeschuhtouren bei unterschiedlichsten Verhältnissen später bin ich immer noch sehr mit dem Gewählten zufrieden. Der Schuh hat zwar mittlerweile einige Gebrauchsspuren, aber keine Beschädigungen oder Stellen wo was kaputt gehen kann. Auf vereiste Flächen war ich letztens auch sehr froh über die ganzen Zacken die der Rahmen hat. Vorwärtskommen war damit kein Problem.
Bei keinen Schneeverhältnissen pappt sich irgendwas zu oder bleibt viel am Schneeschuh selber hängen.
Mit der anfangs von mir kritisch gesehene Bindung komme ich auch problemlos zurecht. Auf- und zumachen erfolgen mittlerweile routiniert und auch mit Handschuhen. Die Verbindung vom Schuh zum Schneeschuh ist auch dann sehr fest wenn man die Riemen nicht allzu sehr anzieht. Man steht auch bei Hangquerungen immer sehr sicher auf dem Schneeschuh.

War jedenfalls bisher die richtige Kaufentscheidung.
Titel: Re: Schneeschuhe - Empfehlungen und Erfahrungen?
Beitrag von: BFklaus am 02.03.2018, 11:10
 #danke1# für deinen Erfahrungsbericht, Manal.

MSR hat jetzt auch die Ratschenbindung bei einigen Modellen eingeführt. Soweit ich das von den Beschreibungen auf der MSR-Webseite sehen kann, unterscheiden sich die Modelle MSR Revo Ascent (https://www.msrgear.com/de/schneeschuhe/ascent-series/revo-ascent-schneeschuhe/euro-revo-ascent.html?srd=true) und MSR Revo Explore (https://www.msrgear.com/de/schneeschuhe/explore-series/revo%3Csup%3Eandtrade%3B%3Csup%3E-explore-schneeschuhe/revo-explore.html?srd=true) nur durch ihre Bindungen, die beim letzteren "HyperLink"-Bindung genannt wird.
Titel: Re: Schneeschuhe - Empfehlungen und Erfahrungen?
Beitrag von: MANAL am 03.03.2018, 14:37
Danke für den Hinweis auf die neuen Modelle! Die Farbgebung der aktuellen Modelle sieht nicht ganz so gelungen aus. An dieses blasse olivgrün oder das knallige grün der Explore muss man sich erst gewohnen. Da gefällt mir das rot-schwarz meines älteren Modells deutlich besser. Naja, vielleicht nicht schön, aber die Farbe ist wohl das unwichtigste Kriterium bei der Entscheidung für einen Schneeschuh.

Die neue Bindung sieht in der Tag einfacher zu bedienen aus. Man muss wohl mal Tests abwarten ob das im Alltag bei niedrigen Temperaturen und Vereisung mit Handschuhen auch gut zu bedienen ist. So wenig "innovativ" die alte Bindung ist, so unkompliziert und robust ist diese. Für mich jedenfalls kein Minuskriterium. Die neue Bindung könnte aber ein Pluskriterium sein wenn sie den auch im Alltag gut benutzbar ist.

Ich sehe zwischen den beiden Modellen auch kaum Unterschiede, wobei die "Ascent"-Serie in der Regel alpiner positioniert ist als die "Explore"-Serie. Allerhöchstens könnten Unterschiede bei den Harschkrallen am Fuß sein, die sehen beim "Ascent" etwas massiver aus als beim "Explore".

Einen kleinen Minuspunkts der Reve-Serie den ich bisher nicht erwähnt habe noch an dieser Stelle. Auf vereistem Boden sind die Schneeschuhe recht laut beim gehen. Das dürfte an den harten Plastikdecks liegen. Aber die Robustheit dieser Decks und dass auch nie Schnee dran kleben bleibt möchte ich nicht missen. Sobald es in den tieferen Schnee geht ist wieder Ruhe.
Titel: Re: Schneeschuhe - Empfehlungen und Erfahrungen?
Beitrag von: BFklaus am 03.03.2018, 18:39
Allerhöchstens könnten Unterschiede bei den Harschkrallen am Fuß sein, die sehen beim "Ascent" etwas massiver aus als beim "Explore".


Du hast wahrscheinlich recht. Die Harschkrallen beim "Explore" scheinen aus Aluminium zu sein, die beim "Ascent" aus Stahl. Das legt eine Kundenbewertung nahe, die ein Foto einer gebrochenen Harschkralle zeigt.
(https://www.roberge.de/proxy.php?request=http%3A%2F%2Fres.cloudinary.com%2Fpowerreviews%2Fimage%2Fupload%2Ff_auto%2Cw_480%2Ch_640%2Fprod%2Fcwwhfds4bg2qma2xbi9w.jpg&hash=15edd55969cfdad052fb9d7b707fc0ee)

Leider werden die verwendeten Werkstoffe in den Produkt-Specs nicht offen gelegt. Dort steht z.B. nicht einmal, dass der Lightning-Rahmen aus Alu und der Revo-Rahmen aus gehärtetem Stahl ist.
Titel: Re: Schneeschuhe - Empfehlungen und Erfahrungen?
Beitrag von: MANAL am 03.03.2018, 21:32
Schon seltsam dass solch wichtige Angaben nicht zu finden sind. Und in den Läden findet man leider in der Regel auch kaum Auswahl um die unterschiedlichen Modelle zu vergleichen.

Aber sieht man auch wieder, niedriges Gewicht ist nicht alles.
Titel: Re: Schneeschuhe - Empfehlungen und Erfahrungen?
Beitrag von: BFklaus am 12.03.2018, 12:16
Auf Nachfrage hat mir der Kundendienst von MSR/CascadeDesigns folgenden Link geschickt:

https://thesummitregister.com/tech-talk-why-we-use-martensite-steel-in-msr-snowshoes/ (https://thesummitregister.com/tech-talk-why-we-use-martensite-steel-in-msr-snowshoes/)

Demnach sind die Harschkrallen bei allen MSR-Schneeschuh-Modellen aus gehärtetem Stahl.
Titel: Re: Schneeschuhe - Empfehlungen und Erfahrungen?
Beitrag von: MANAL am 12.03.2018, 14:43
Danke für die Aufklärung und den interessanten Link!  #danke1#
Titel: Re: Schneeschuhe - Empfehlungen und Erfahrungen?
Beitrag von: MANAL am 12.03.2018, 14:53
Ausgehend von dem Link habe ich auf der MSR-Seite eine interessante Erklärung der Unterschiede zwischen der "Lightning"- und der "Revo"-Serie gefunden:
https://thesummitregister.com/lightning-vs-revo-snowshoes-whats-difference/

So wie ich das verstehe ist der Rahmen der "Lightning" aus Aluminium. Um aber Traktion zu bekommen gibt es dort separate Harscheisen drunter (die dürften aus Stahl sein). Beim "Revo" ist dagegen der Rahmen in dem die Harscheisen integriert sind bereits aus Stahl.

Insgesamt ist der "Revo" zwar etwas schwerer (142g stehen in dem Bericht), dafür mehr auf Robustheit ausgelegt als der "Lightning". Die Robustheit von meinem "Revo Ascent" kann ich bestätigen und auch dass er durch das Plastikdeck lauter ist.
Titel: Re: Schneeschuhe - Empfehlungen und Erfahrungen?
Beitrag von: MANAL am 13.03.2018, 10:55
Im Gipfeltreffen.at-Forum hat ein User einen Link zu seinem Blogbeitrag gepostet in dem er von seinen Erfahrungen und den Gebrauchsschäden mit dem MSR Revo Ascent berichtet. Interessant zu lesen und auch zu sehen an welchen Stellen wohl Ermüdungserscheinungen bei harter Beanspruchung zu finden sind.

Der Hinweis dass die Revo Ascent keine Probleme mit Stollenbildung haben kann ich auch so bestätigen. Da pappt eigentlich nie irgendwo der Schnee fest.

Zusätzlich habe ich nie das Problem, dass ich sonderlich viel Schnee an die Hosenbeine bekomme da der Schuh alles in andere Richtungen drückt. Gamaschen sind bisher nie notwendig gewesen, weder bei Papp- noch bei Pulverschnee.


Direktlink zum Blogbeitrag:
https://jofischer.wordpress.com/2018/03/06/erfahrungen-mit-schneeschuhe-msr-revo-ascent/

Link zum Forumsbeitrag:
http://www.gipfeltreffen.at/forum/gipfeltreffen/alpine-sicherheit-risikomanagement-rechtliches-ausr%C3%BCstung-training-bergwetter-alpinmedizin/ausr%C3%BCstung/75575-schneeschuhe-msr-lightning-ascent-vs-tubbs-flex-alp/page2

Titel: Re: Schneeschuhe - Empfehlungen und Erfahrungen?
Beitrag von: MANAL am 11.04.2018, 00:25
Am vergangenen Wochenende habe ich den ersten Defekt am Schneeschuh entdeckt. Der Halteriemen um die Ferse am rechten Schuh ist an der Öse wo ich den Riemen einhänge fast halb eingerissen (siehe Foto).

In diesem Zustand hat der Riemen die Tour auf den Morgenkogel ohne Probleme überstanden. Und das obwohl ich mehrere Male den Riemen geöffnet und geschlossen (und damit auseinandergezogen) habe.

Habe mal das Problem bei Bergzeit (dort habe ich sie vor 13 Monate gekauft) reklamiert und nach Ersatzriemen gefragt. Mal sehen was ich von denen höre.

Bis dahin habe ich den defekten Fersenriemen gegen einen der andere drei vorderen ausgetauscht (sind alle zum Glück identisch). So dürfte der Schneeschuh ohne weiteres auch länger fest am Fuß bleiben.
Titel: Re: Schneeschuhe - Empfehlungen und Erfahrungen?
Beitrag von: MANAL am 20.06.2018, 09:40
Auch wenn jetzt nicht die Jahreszeit für Schneeschuhe ist eine Nachtrag zu der Problematik.

Gestern kamen von Bergzeit.de kostenfrei zwei Ersatzriemen. Bin sehr zufrieden, damit kann ich nicht nur den defekten austauschen, sondern habe noch einen weiteren in Reserve. Der nächsten Schneeschuhsaison steht damit nichts im Wege.

Sehr guter Support von Bergzeit.de und MSR! Eine klare Empfehlung für Beide!  #danke1#
Titel: Re: Schneeschuhe - Empfehlungen und Erfahrungen?
Beitrag von: MANAL am 27.11.2019, 12:44
Ein Update zu dem MSR Revo Ascent. MSR hat inzwischen den Revo Ascent überarbeitet und eine neue Bindung (nennt sich "Paragon") verpasst. Nachdem sich ein Bergkamerad von mir kürzlich diese neue Version gekauft hat werde ich berichten nachdem ich mit ihm mal auf Tour war. Bin gespannt wie gut er mit der neuen Bindung im Schneeschuh sitzt und wie einfach er rein- und rauskommt.

https://www.msrgear.com/de/schneeschuhe/ascent-series/revo-ascent-schneeschuhe/euro-revo-ascent.html?srd=true (https://www.msrgear.com/de/schneeschuhe/ascent-series/revo-ascent-schneeschuhe/euro-revo-ascent.html?srd=true)

Von meiner Seite keine weiteren Updates zu meinem Schneeschuh. Auch den Winter 2018/2019 hat er sehr gut überstanden. Dürften an die 10-15 Schneeschuhtouren gewesen sein. Keine weiteren Schäden, höchstens ein paar Kratzer mehr Selbst der angerissene Riemen hält noch. Solange er nicht ganz kaputt ist wechsel ich ihn auch nicht aus.

Also gibt es weiterhin von mir eine absolute Empfehlung für den MSR Revo Ascent. Evtl. lassen sich jetzt mit dem Modell mit der neuen Bindung auch noch gute Preise für das Vorgängermodell raussschlagen.

Was mir aber bei den Schneeschuhen negativ auffällt sind die inzwischen deutlich höheren Preise. Selbst das Vorgängermodell bekommt man kaum unter 200 EUR. Ich hab ihn noch für 150 EUR bekommen, als er das erste Mal auf dem Markt gekommen ist lag der Listenpreis bei 120 EUR.
Liegt das daran, dass Schneeschuhgehen auch immer mehr Trend wird und die Firmen damit mehr verdienen können?
Die entsprechenden Konkurrenzmodelle von Tubbs sind auch nicht billiger.
Titel: Re: Schneeschuhe - Empfehlungen und Erfahrungen?
Beitrag von: efs am 28.11.2019, 21:20
Ich kann den Lightning Ascent von MSR sehr empfehlen. Ich habe ihn seit 2012 und habe ihn seit dem viel und zum Teil wild im Einsatz - Felskontakt, Latschen, Eis, und was sich sonst noch so im Gelände findet. Und bisher keinerlei Probleme. Die Harschkralle ist super und dank dem gezackten Rand hat frau in jedem Gelände einen perfekten Halt. Keine Beschädigung, keine Ermüdungserscheinungen (die gibt es nur bei mir manchmal....). Ich musste bisher nicht mal Riemen auswechseln.  #rodel1#

 #schnee2# pray for snow #schnee2# efs

Titel: Re: Schneeschuhe - Empfehlungen und Erfahrungen?
Beitrag von: wim43 am 08.12.2019, 09:19
Hat jemand Erfahrung mit dem TSL Symbios Hyperflex mti Boa-Verschluss?



Ciao
wim43
Titel: Re: Schneeschuhe - Empfehlungen und Erfahrungen?
Beitrag von: BFklaus am 08.12.2019, 12:19
Was mir aber bei den Schneeschuhen negativ auffällt sind die inzwischen deutlich höheren Preise. Selbst das Vorgängermodell bekommt man kaum unter 200 EUR. Ich hab ihn noch für 150 EUR bekommen, als er das erste Mal auf dem Markt gekommen ist lag der Listenpreis bei 120 EUR.
Liegt das daran, dass Schneeschuhgehen auch immer mehr Trend wird und die Firmen damit mehr verdienen können?
Die entsprechenden Konkurrenzmodelle von Tubbs sind auch nicht billiger.
Ich hab' mir letztes Jahr die Tubbs Flex Alp 24 für 170 € gekauft. Die kosten derzeit um die 190 €.
Das Nachfolge-Modell Flex VRT mit modifizierter Bindung liegt bei etwa 210 €.
Die Nachfrage ist sicher ungebrochen hoch und neue Anbieter mit genialen Innovationen sehe ich nicht. Die Marktführer Tubbs und MSR können also zulangen ...
Mit meinen Flex Alp bin ich sehr zufrieden, auch wenn ich den alten Salomon-Ratschenbindungen immer noch nachtrauere #musik2#
Titel: Re: Schneeschuhe - Empfehlungen und Erfahrungen?
Beitrag von: wim43 am 08.12.2019, 15:24
Hat jemand Erfahrung mit dem TSL Symbios Hyperflex mit Boa-Verschluss?



Ciao
wim43


Scheinbar ist die Boa-Bindung noch nicht sehr verbreitet (zu neu?), zumindest habe ich hier in diesem Thema noch nichts darüber gefunden. Sie wird neben TSL auch von Tubbs angeboten.
Hier mal ein youtube, in dem die Funktion erklärt wird:
https://www.youtube.com/watch?v=fXteuaL6mK8# (https://www.youtube.com/watch?v=fXteuaL6mK8#)

Ciao
wim43
Titel: Re: Schneeschuhe - Empfehlungen und Erfahrungen?
Beitrag von: MANAL am 09.12.2019, 00:02
Nach einigen Jahren Schneeschuherfahrung sehe ich Schnellverschlüsse bei der Bindung gar nicht mehr als wichtig an. In der Regel ist man mit Schneeschuhen eh eher unterwegs wenn die Bedingungen passen. Dann legt man die Schneeschuhe einmal an und dann am Ende wieder ab. Evtl. noch bei der Gipfelpause einmal aus und wieder an.

Daher stört mich bei meinen "alten" MSR Revo Ascent die eher antiquierten Bindung über vier Gummiriemen gar nicht mal so. Diese einfache Technik hat den Vorteil, dass die Schneeschuhe bombenfest am Schuh sitzen. Über all die Jahre habe ich und ein Freund der das identische Modell hat und mit dem ich viele Touren unternommen habe noch nie einen Schneeschuh während der Tour irgendwie verloren. Ein anderer Freund der Tubbs-Schneeschuhe mit irgendeiner schneller Bindung hat ist schon mehrfach im tiefen Schnee aus der Bindung gerutscht.

So schick Schnellbindungen aussehen und klingen ist aus meiner Sicht gerade im alpinen Bereich ein fester Halt deutlich wichtiger.
Titel: Re: Schneeschuhe - Empfehlungen und Erfahrungen?
Beitrag von: mh am 09.12.2019, 10:39
Ich teile Manals Meinung: ob man die Schneeschuhe nun in 30 oder in 60 Sekunden am/vom Fuß hat, ist total wurscht (das ist sogar dann noch wurscht, wenn man -wie zur Zeit- mehrmals an- und ablegen muss). Der Verschluss sollte aber ohne "Gepfriemel" mit wenigen Handgriffen zu öffnen und zu schließen sein, sicher sitzen, sich nicht lösen und auch mit Handschuhen noch zu bedienen sein. Das wären meine Kriterien an eine Bindung.

Ich trauere auch noch der Ratschenbindung hinterher, das saß bombenfest, ließ sich auch mit dicken Handschuhen bedienen und man musste den Fersenriemen gar nicht öffnen, weil man direkt von oben einsteigen konnte. Perfekt! Zweitbeste Bindung, die ich je hatte, war die mit den Gummilaschen über dem Rist (s. Manal). Sieht ein bissl windig aus, hält aber gut und den Fersenriemen kann man 1x einstellen und muss ihn nie wieder öffnen, da Einstieg von oben.

Derzeit habe ich das ältere Tubbs Flex Alp Modell mit Riemenbindung - und diese Bindung macht mich WAHNSINNIG! Ich frage mich, ob die Erfinder das Ding jemals praktisch ausprobiert haben oder nur am Schreibtisch "designed" haben! Bei nassem, tiefem Schnee muss man die Bindung alle 10 Minuten nachjustieren, weil die Bändel im nassen Zustand immer länger werden. Der komische Druckknopf, der die Riemenenden halten soll, hat 1 bzw. 3 Touren gehalten. Am nervigsten ist aber der Fersenriemen: man muss im Knien mit einer Vollverdrehung des Oberkörpers hinten an der Ferse den Riemen in einen Dorn pfriemeln und dabei noch eine Abdeckklappe halten (falls einem die durchrutscht, hackt einem der Dorn in den Finger). Knurr!

Mein Mann hat ein BOA-System und ist soweit zufrieden, was sicheren Sitz und Handhabung betrifft. Allerdings hat es erst eine  Wintersaison auf dem Buckel, zu Haltbarkeit und Robustheit kann man also noch nichts sagen.
Titel: Re: Schneeschuhe - Empfehlungen und Erfahrungen?
Beitrag von: Bergautist am 09.12.2019, 12:47
Ich frage mich an dieser Stelle, wozu Schneeschuhe überhaupt gut sein sollen!

Im frischen Pulverschnee (eher hohe Lawinengefahr) erschweren sie das Vorankommen, weil man voll durchsinkt und sich der Verdrängungswiderstand erhöht.

Ist es dazu noch sehr steil, geht garnichts mehr - selber ausprobiert!

Ist der Schnee gesetzt (eher geringe Lawinengefahr), ist man mit normalen Bergschuhen genauso schnell.

Zwischen diesen beiden Situationen gibt es ganz spezielle und eher seltene Fälle, in denen man vielleicht 10-50% Energie spart. Aber will ich das im Winter überhaupt, wo die Touren doch eh seltener und kürzer sind? Höchstens, wenn man gerne im Grenzbereich der persönlichen Kondition operiert!

Ich halte das ganze für einen geschickten Marketing-Schachzug unserer Freizeit-Industrie! Meine Empfehlung: Finger/Füße weg von Schneeschuhen! Macht auch weniger Lärm! #schnee#
Titel: Re: Schneeschuhe - Empfehlungen und Erfahrungen?
Beitrag von: MANAL am 09.12.2019, 13:39
Jeder muss natürlich selber wissen ob ihm Schneeschuhtouren etwas taugen. Seit ich die Schneeschuhe habe bin ich (als Nicht-Skifahrer) auch im Winter in den Bergen unterwegs und genieße diese völlig andere Welt. Ich möchte es nicht mehr missen. Habe aber auch nichts dagegen wenn es nicht mehr Schneeschuhgeher werden um die Einsamkeit weiterhin zu erleben.  ;)

Ich frage mich an dieser Stelle, wozu Schneeschuhe überhaupt gut sein sollen!

Ein Foto sagt mehr als 1000 Worte:
 
DSC02253s.jpg


Im frischen Pulverschnee (eher hohe Lawinengefahr) erschweren sie das Vorankommen, weil man voll durchsinkt und sich der Verdrängungswiderstand erhöht.

Mit Schneeschuhen hat man bei solchen Bedingungen überhaupt noch Chancen vorwärts zu kommen.


Ist es dazu noch sehr steil, geht garnichts mehr - selber ausprobiert!

Was verstehst du unter "steil"? Bis ca. 30° Hangneigung ist der Aufstieg zwar anstrengend aber kein Problem.
Dieses Foto zeigt den bequemen Aufstieg (auf hier optimalen angefrorenen Untergrund) an einem ca. 20° steilen Hang rauf zur Speikspitze in den Kitzbühler Alpen. Dank der Harscheisen untenrum und der Steighilfe ist das auch sehr bequem. Steilere Passagen setzen allerdings auch passende alpine Schneeschuhe voraus.

 
DSC06660s.jpg


Ist der Schnee gesetzt (eher geringe Lawinengefahr), ist man mit normalen Bergschuhen genauso schnell.

Siehe erstes Bild. Alles eine Frage der Schneequalität. Habe häufig Touren erlebt wo Winterwanderer tiefste Löcher in der Schneeschuh-/Skispur hinterlassen haben während man mit den Schneeschuhen bequem dahingelaufen ist.

Zwischen diesen beiden Situationen gibt es ganz spezielle und eher seltene Fälle, in denen man vielleicht 10-50% Energie spart. Aber will ich das im Winter überhaupt, wo die Touren doch eh seltener und kürzer sind? Höchstens, wenn man gerne im Grenzbereich der persönlichen Kondition operiert!

Für mich liegt der Großteil der Touren zwischen bodenlosen Pulver und hartgefrorenen gesetzten Schnee. Mir geht es da eigentlich gar nicht um Energiesparen, sondern dass ich die Tour überhaupt machen kann. Eine 1000 Höhenmetertour kann ich im Winter mit Schneeschuhen machen, wenn ich ohne unterwegs bin und dauernd einbreche ist das kräftemäßig schon nicht mehr so leicht.
Und die Länge des Tages ist im März und April, Monate wo man große Schneeschuhtouren gehen kann und im Gebirge noch viel Schnee liegt, so lange wie im August und September.

Ich halte das ganze für einen geschickten Marketing-Schachzug unserer Freizeit-Industrie! Meine Empfehlung: Finger/Füße weg von Schneeschuhen! Macht auch weniger Lärm! #schnee#

Scheinbar ist es wirklich nicht deine Sportart oder deine Erfahrungen sind mit ganz schlechten Schneeschuhen gewesen.

Ich selber bin dagegen kein Fan von Ski und MTB. Mir ist das alles zu stressig und schnell. Zu Fuß oder mit Schneeschuhe hat man immer ein Tempo bei dem man jederzeit anhalten und die Natur um einen herum genießen kann.

Jedem das Seine. Und wie weiter oben geschrieben habe ich auch nichts dagegen wenn es nicht mehr Schneeschuhliebhaber gibt. ;)
Titel: Re: Schneeschuhe - Empfehlungen und Erfahrungen?
Beitrag von: BFklaus am 09.12.2019, 13:58
Ich frage mich an dieser Stelle, wozu Schneeschuhe überhaupt gut sein sollen!
....
Ich halte das ganze für einen geschickten Marketing-Schachzug unserer Freizeit-Industrie! Meine Empfehlung: Finger/Füße weg von Schneeschuhen! Macht auch weniger Lärm! #schnee#

Steile Thesen, Bergautist!

Ich gebe zu, dass Schneeschuhe nicht bei allen Schneebedingungen wirklich Sinn machen. Die meisten meiner Schneeschuhtouren wären aber ohne Schneeschuhe eine einzige Quälerei gewesen.

Auch im frischen Pulverschnee sinkt man mit Schneeschuhen (wenn sie ausreichend groß sind!) weniger ein. Und zwischen Pulverschnee und durchweg verdichtetem Schnee gibt es Hunderte von Zwischenstufen. Ein gar nicht so seltener Fall ist beispielsweise Bruchharsch, der mit Schneeschuhen häufig tragfähig ist, ohne nicht. Auch verschneite Latschenflächen sind ohne Schneeschuhe in aller Regel kaum zu überwinden.

Schneeschuhe sind, wie Steigeisen, Grödeln oder Wanderstöcke auch, ein uraltes technisches Hilfsmittel, um mit geringem Energie-Einsatz durchs verschneite Gelände zu kommen. Es kommt auf die Schneebeschaffenheit und die Steilheit der Route an, welche Technik die vorteilhafteste ist. Gelegentlich hat man auch mal „verwachst“, wie ich bei meiner Murkar-Tour (https://www.roberge.de/index.php/topic,9572.msg61816.html#msg61816) Anfang April, bei eigentlich „gesetztem“ Schnee.
Titel: Re: Schneeschuhe - Empfehlungen und Erfahrungen?
Beitrag von: Bergautist am 09.12.2019, 16:03
Servus MANAL und BFklaus,

ich kann euch bei keinem eurer Argumente wirklich widersprechen!  Es ist alles eine Frage der Statistik, d.h., wie oft kommen für Schneeschuhe passende Verhältnisse vor? Ich weiß es nicht, und damit ist keine endgültige Entscheidung herbeiführbar! Das wiederum spielt der Industrie in die Hände, der man Sinn oder Unsinn ihrer Produkte nicht durchgängig beweisen kann.

Trotzdem noch ein paar Punkte:

Ich habe noch nie eine Tour aufgeben müssen, weil mir die Schneeschuhe gefehlt hätten. Beschränkt sich allerdings auf die Mangfallberge, da ist wirklich jeder Gipfel im Winter erreichbar. Voraussetzung sind allerdings sichere Lawinenverhältnisse. Sobald ich die habe, ca. 1 Woche nach einem größeren Schneefall usw., hält mich nur meine mangelnde Kondition auf.

Reiner Pulverschnee: Der lässt sich einfach horizontal verdrängen und hat deshalb kaum Widerstand. Der wächst allerdings mit der Materialfläche, die ich ihm entgegensetze. Kommt aber bei vernünftigen Lawinenverhältnissen in den Bergen eher seltener vor. Um die Vorstellung zu bemühen: Bei Pulverschnee, also reines Einsinken, kein Einbrechen, ist es leicht verstehbar, dass ich mit Stelzen (kleinstmögliche Fläche) energiesparender unterwegs wäre als mit großer Gehfläche, die mehr Schnee zu komprimieren hätte. Damit will ich auch sagen, dass die Einsinktiefe nicht unbedingt ein Maß für den Energieverlust sein muss.

Harschdeckel: Solange ich nicht einbreche, sollten Grödeln (auch die habe ich schon zerlegt) den Schneeschuhen nicht unterlegen sein.  Dazwischen gibt es einen (schmalen?) Bereich, in dem Schneeschuhe nicht einbrechen, Bergschuhe aber schon. Klar, dass hier die Schneeschuhe eindeutig im Vorteil sind! Aber wenn der Harschdeckel zu dünn/schwach ist, dann brechen auch Schneeschuhe ein und dann sehe ich mich mit Bergschuhen wieder leicht im Vorteil. Aber wie gesagt, keine Ahnung wie oft das vorkommt! Ich habe jedenfalls schon von Leuten gehört, die im Latschenbereich mit Schneeschuhen eingebrochen sind und allergrößte Mühe hatten, wieder freizukommen. OK, das kenne ich aus eigener Erfahrung auch von Bergschuhen, und auch da ist es nicht gemütlich.

Mit steil meine ich alles über 45°.

Was mich persönlich von den Dingern am meisten abschreckt, ist, dass da mit zusätzlicher Technik etwas kaputt gehen kann und auch noch zusätzliches Gepäck bedeutet. Jede Wette, dass meine Bergschuhe samt Fahrgestell da zuverlässiger sind!

Aber wie gesagt, ohne statistische Daten, kann ich nicht weiter argumentieren, und meine persönliche Statistik ist dadurch getrübt, dass ich mir das passende Wetter vor der Tour aussuche und folglich bei ungünstigen Schneeverhältnissen schon mal 3 Wochen daheim hocke. :( Wenn es dann aber klappt, kann ich mich oftmals des Gefühls nicht erwehren, dass viele Winterwanderer ihre Schneeschuhe nur deshalb ausführen, damit die Investition nicht ganz für die Katz war!
Titel: Re: Schneeschuhe - Empfehlungen und Erfahrungen?
Beitrag von: MANAL am 09.12.2019, 17:04
Ich kann deiner Argumentation ehrlich gesagt nicht ganz folgen. Aber muss ich auch nicht, ich gehe Schneeschuhtouren weil ich ohne vergleichbare Touren im Winterhalbjahr nicht gehen kann und ich meinen Spaß damit habe.

Aber wie gesagt, ohne statistische Daten, kann ich nicht weiter argumentieren, und meine persönliche Statistik ist dadurch getrübt, dass ich mir das passende Wetter vor der Tour aussuche und folglich bei ungünstigen Schneeverhältnissen schon mal 3 Wochen daheim hocke. :(

Ich lass mich eben nicht im Winter von den Schneeverhältnissen von Touren im Freien abhalten. Mit Schneeschuhen kann ich auch bei Schneefall oder an einen schönen Tag direkt nach Schneefällen an der frischen Luft unterwegs sein. Es ist ein tolles Erlebnis wenn man die erste frische Spur durch die tiefverschneite Landschaft zieht und die tolle Fernsicht in Winter genießen kann. Warum soll ich mich davon abhalten lassen wenn Schneeschuhe mir die Tour erst ermöglichen. Mit Wanderschuhe wäre sowas eine gnadenlose Wühlerei die einfach keinerlei Spaß macht.

Wenn es dann aber klappt, kann ich mich oftmals des Gefühls nicht erwehren, dass viele Winterwanderer ihre Schneeschuhe nur deshalb ausführen, damit die Investition nicht ganz für die Katz war!

Diese Spezies gibt es sicher auch. Aber es ist schon arg einfach alle die mit Schneeschuhe herumlaufen über einen Kamm zu scheren.
Titel: Re: Schneeschuhe - Empfehlungen und Erfahrungen?
Beitrag von: mh am 09.12.2019, 17:18
Hmmm, ich habe jetzt noch nicht ganz verstanden, warum wir den Bergautist von der Sinnhaftigkeit von Schneeschuhen überzeugen müssen? Wenn er im Winter ausschließlich in einfachem Gelände und auf kurzen Touren unterwegs ist, wo es auch ohne Schneeschuhe geht, dann ist doch alles gut. Ich muss ihn da in keinster Weise überzeugen.
Ich denke halt, das Wichtigste ist, dass das verwendete Gerät zum Einsatzfall passt.
Zitat
Ich habe noch nie eine Tour aufgeben müssen, weil mir die Schneeschuhe gefehlt hätten.

Das zeigt höchstens, dass Du persönlich keinen Anwendungsfall für Schneeschuhe hast. Davon abgesehen beweist es nix. Das ist ja genauso "schräg", als würde ich sagen: "Ich persönlich mache nur kurze Spaziergänge, die ich problemlos zu Fuß schaffe. Das ist der Beweis, dass Fahrräder sinnlos sind" (Meine ich natürlich nicht ernst, nix für unguat).

Wer im Winter ambitioniertere Ziele hat (Höhendifferenz, Geländeart), wird sehr schnell und sehr oft an die Grenzen des "Ohne-Alles"-Modus kommen und feststellen, dass es da ohne Schneeschuhe nicht mehr weiter geht. Das Ganze an der Schneebeschaffenheit festzumachen, ist ziemlich unrealistisch: wer hat auf langen Touren denn schon von oben bis unten homogene Schneeverhältnisse? Der Normalfall sind doch wechselnde Verhältnisse je nach Höhe, Exposition und Topografie. Ich weiß jedenfalls ziemlich sicher, dass ich die sehr viele meiner Wintertouren ohne Schneeschuhe nicht geschafft hätte. Und wenn es angeblich wurscht ist, ob man mit oder ohne Schneeschuhe geht, dann frage ich mich schon, warum die ganzen Fußgänger immer in meinen knöcheltiefen Schneeschuhspuren stapfen und diese oberschenkeltief zerlöchern (kleine Polemik am Rande)? Ich persönlich bin seit 1999 mit Schneeschuhen unterwegs, da war von Trend und Mode weit und breit nix zu sehen. Insofern darf ich das Argument
Zitat
Schneeschuhe nur deshalb ausführen, damit die Investition nicht ganz für die Katz war!
sehr weit von mir weisen.

Aber wie gesagt: Wir müssen den Bergautist doch gar nicht überzeugen! Wir sind halt in unterschiedlichen Disziplinen unterwegs und jede hat ihre Berechtigung.

PS: Den Einwand
Zitat
wie oft kommen für Schneeschuhe passende Verhältnisse vor?
verstehe ich nicht: die sind doch dauernd! Den ganzen Winter! Geringe LWS natürlich vorausgesetzt...  :laugh:

Titel: Re: Schneeschuhe - Empfehlungen und Erfahrungen?
Beitrag von: almrausch am 09.12.2019, 19:44
super geschrieben MH. Genau so ist es und jeder auf seine Art und seine Touren. Ich habe mir meine ersten Schneeschuhe von Redfeather aus Colerado 1998 mitgebracht. Mein Mann hat das Modell "Trapper" , also die ganz ursprüngliche historische Ausführung ohne Krallen, aus Holz mit Leder bzw. Plasik oder Gummibespannung.  Uns ist es manchmal schon so gegangen, dass wir zu faul waren , die Schneeschuhe mitzunehmen und dann nur im oberen Bereich sehr viel und hoher Schnee lag, dann mussten wir halt umkehren.  Letztes Jahr waren wir um die Weihnachtszeit auf der Bayrischen Wildalm (Selbversorgerhütte) und eine Frau die auch oben war, dachte sie braucht  keine Schneeschuhe und ihr Mann hatte Tourenski dabei. Aber die Bayrische Wildalm (unterhalb der Halserspitze) liegt in einem Schneeloch und im unteren Bereich war lange kein Schnee zu sehen, aber dann..... Sie hat es dann schon geschafft, hat aber ewig gebraucht und war vollkommen erschöpft. Für uns mit Schneeschuhen war es kein Problem.
Almrausch
Titel: Re: Schneeschuhe - Empfehlungen und Erfahrungen?
Beitrag von: geroldh am 09.12.2019, 21:39
Interessante (und vergnügliche ;)) Diskussion  #danke1#

Als kleine Anmerkung von mir:
Auch diese Tour auf den Kreuzberg (https://www.roberge.de/index.php/topic,9996.msg63696.html#msg63696), eine Tour in (Zitat) "die Mangfallberge, da ist wirklich jeder Gipfel im Winter erreichbar", wäre ohne die Dinger kaum so entspannt möglich gewesen, auch wenn unten der Talhatscher lästig war und wir oben ("steil ...über 45°") die Dinger auf den Rucksack geschnallt hatten.

PS: Hätten wir dich hier doch nur zum Vergleich dabei gehabt ...  #hihi#
Titel: Re: Schneeschuhe - Empfehlungen und Erfahrungen?
Beitrag von: efs am 09.12.2019, 21:51
Mal kurz oder lang zurück zum eigentlichen Thema  :)

Nach einigen Jahren Schneeschuherfahrung sehe ich Schnellverschlüsse bei der Bindung gar nicht mehr als wichtig an.
Daher stört mich bei meinen "alten" MSR Revo Ascent die eher antiquierten Bindung über vier Gummiriemen gar nicht mal so. Diese einfache Technik hat den Vorteil, dass die Schneeschuhe bombenfest am Schuh sitzen.

sehe ich genau so @MANAL, ich habe den Lighning Ascent auch mit den Gummiriemen. Und bin nach wie vor total zufrieden - obwohl ich öfter andere Modelle zum Testen habe. In den Dolomiten habe ich auf einer Tour erlebt, dass einem Teilnehmer vom Flex Alp ein Stück an seinem Schnellverschluss abgebrochen ist. Der konnte mit dem Schneeschuh nicht mehr weiter und hatte bei den Tourenbedingungen und den Schneemengen echte Probleme. Wenn bei dem MSR ein Gummiriemen kaputt geht ist für einen Notabstieg immer noch genug Halt.

 #schnee2# prayforsnow #schnee2# efs
Titel: Re: Schneeschuhe - Empfehlungen und Erfahrungen?
Beitrag von: MANAL am 10.12.2019, 00:27
Wenn bei dem MSR ein Gummiriemen kaputt geht ist für einen Notabstieg immer noch genug Halt.

Vor allem kann man die Riemen auch austauschen. Mir ist ja der Fersenriemen eingerissen, den habe ich dann gegen den mittleren vorne ausgetauscht. Der hintere ist zwar etwas kürzer, passt aber trotzdem auch vorne. Und den von vorne habe ich nach hinten getan. Und so funktioniert das nach wie vor obwohl ich Ersatzriemen habe.

So skeptisch ich anfangs gegenüber diesen relativ einfachen Gummiriemen-System war so positiv sehe ich mittlerweile die Robustheit und geringe Komplexität.
Titel: Re: Schneeschuhe - Empfehlungen und Erfahrungen?
Beitrag von: sachranger am 13.12.2019, 09:04
Nach einigen Jahren Schneeschuherfahrung sehe ich Schnellverschlüsse bei der Bindung gar nicht mehr als wichtig an. In der Regel ist man mit Schneeschuhen eh eher unterwegs wenn die Bedingungen passen. Dann legt man die Schneeschuhe einmal an und dann am Ende wieder ab. Evtl. noch bei der Gipfelpause einmal aus und wieder an.

Für mich ist es schon wichtig, dass sie schnell an- und abzulegen sind. Vielleicht liegt es daran, dass ich bei genügend Schnee mit den Ski unterwegs bin und keine reinen SS-Touren gehe. Die sind für mich Mittel zum Zweck. Wie eine Regenjacke ... anziehen wenns sein muss, weg damit wenns wieder ohne geht. Und das ist in der Übergangszeit recht oft auf einer Tour der Fall.

Ich hab uralte Salomon mit Ratschenbindung, wie sie auch oft als Verschluss bei modernen Radschuhen Verwendung findet. Aktuell kenne ich kein Modell, welches besser ist - Produktion schon lange vor dem Boom eingestellt.
Titel: Re: Schneeschuhe - Empfehlungen und Erfahrungen?
Beitrag von: Reinhard am 20.12.2019, 07:58
Ich hatte es ja schon einmal letztes Jahr erwähnt:  Ich besitze wie efs bereits seit 2012 den Schneeschuh MSR Lightning Ascent 25 mit seinen robusten Steigeisen, den ich aufgrund der Beratung von schneeschuhe.com (https://www.schneeschuhe.com/?ReferrerID=9) gekauft hatte. Bin also jetzt im 7. Jahr. Da ich ihn jeden Winter sehr intensiv nutze, wirkt er - optisch - schon ziemlich abgenutzt, ist aber voll funktionsfähig. Schneeschuhe.com hat ihn sich angesehen: Einige Winter sollte er noch durchhalten.

Mit den Schneeschuhen hatte ich auch ein sog. Tail (siehe Bild) erworben, also eine Verlängerung, um noch mehr Auftrieb bzw. weniger Einsinken zu ermöglichen. Ideal sind diese auch für schwere Personen oder wenn man viel Gepäck mitträgt. Obwohl ich sicher nicht der leichteste und immer wieder mal im hohen Pulverschnee unterwegs bin, habe ich diese Tails nie gebraucht, sie sind aber trotzdem eine sinnvolle Ergänzung.

 
tail.jpg
Titel: Re: Schneeschuhe - Empfehlungen und Erfahrungen?
Beitrag von: MANAL am 20.12.2019, 10:12
Für meinen MSR Revo Ascent habe ich diese Verlängerung auch am Anfang mitgekauft, aber kaum benutzt.  Sie verlängern den Schneeschuh halt nach hinten, bei Gehen damit versinkt man dann deutlich ungleichmäßiger und kippt eher nach vorne. Und wenn die Bedingungen so sind dass man so schon dauernd einsinkt hat man eh keinen Spaß länger unterwegs zu sein und kehrt besser um. Wenn man die Verlängerungen nur ein kurzes Stück benötigt dann lohnt es sich irgendwie auch nicht nur deswegen mitzunehmen und dann noch extra anzubringen.
Titel: Re: Schneeschuhe - Empfehlungen und Erfahrungen?
Beitrag von: geroldh am 04.01.2020, 18:15
Noch vor Silvester habe ich die beim Adventsspiel 2019 (https://www.roberge.de/index.php/topic,10130.0.html) #advent5# gewonnenen Schneeschuhe erhalten bzw. konnte sie aufgrund meines Heimvorteils „im Shop“ abholen.
Manfred Clarck von schneeschuhe.com (https://www.schneeschuhe.com/?ReferrerID=9) nahm sich die Zeit, mir die Ausstattung der Schneeschuhe und die Funktion der Bindung zu erklären, ein nachgelagerter kleiner Ratsch folgte.
Bei etwa 1,86 m Körpergröße und einem knapp dreistelligen Körpergewicht #weihnachtsbaum# habe ich die XL Version der TUBBS Flex VRT mit BOA-Bindung 2019/20 gewählt.

Der erste Eindruck (30.12.2019):
Also die Farbe gefällt mir... ;) – OK, diese ist angenehm, aber als alpiner Praktiker mit einer gewissen Erfahrung mit (Low-Budget-)Schneeschuhen (Einheitsgröße) und auch mit Tourenski, sowie als Techniker sind mir dann doch die Funktion und die (haltbare) Verarbeitung wichtiger...

Die Kunststoffbodenplatte (inkl. der leicht gebogenen, lackierten und gezahnten Stahlschienen auf der Unterseite) ist in Längsrichtung symmetrisch – mit dieser Spritzgußform (offenbar unverändert gegenüber dem Vorgängermodell bis Winter 2018/19 (http://www.youtube.com/embed/VVaT5a_h2eY?feature=player_embedded)) wird also Rechts/Links abgedeckt, und diese auch für andere Modelle, z.B. den Flex ALP, verwendet.
Gegenüber dem kleineren Männermodell ist die XL-Version an der Spitze und vor allem auch hinten hinaus verlängert, diese Partieen sind etwas biegsam, resp. flexibel.
Ein Steighilfebügel im Fersenbereich läßt sich relativ einfach durch eine Einkerbung in der Bodenplatte fassen und nach oben klappen.
Eine Differenzierung für den rechten und linken Fuß bzw. Schuh wird mit der beweglichen (unsymmmetrischen) Bindungseinheit gemacht (R-/L-Markierung), die durch zwei spezielle Schrauben mit selbstsichernder Mutter (Vorgängermodell: Bolzen mit „Spiral-Splint“) ca. 75° drehbar an den beiden Stahlschienen befestigt ist. Über diese beiden Achsen erfolgt die Kraftübertragung des Körpergewichts auf die Bodenplatte, außerdem erfolgt hier bei jedem Schritt eine Drehbewegung. Ich vermute mal, dass diese Schrauben aus gehärtetem Stahl bestehen – und auch die Stahlschienen entsprechend stabil sind, damit dort mit der Zeit kein/kaum Materialabtrag entsteht und diese Führung nicht ausnaggelt. Dass sich eine Mutter lockert und man auf Tour eine Schraube verliert halte ich aufgrund der Beweglichkeit der Schraube/Mutter für wenig wahrscheinlich.

Das auffälligste Detail an der sog. BOA-Bindung ist die wirklich dünne, leicht kunststoffummantelte Stahllitze, die in kurzen Kanälen geführt (angepasste Seilführung gegenüber dem Vorgängermodell) und mittels einrastendem Drehrad angezogen und fixiert wird. Hier drängt sich der Eindruck auf, dass dies die (mechanische) Schwachstelle des Schneeschuhs sein könnte, doch dieses Konstrukt soll es bereits seit etwa fünf Jahren geben und ein gerissenes Seil(chen) sei bisher nicht bekannt... Die Schuhspitze wird über einen starren (Kunststoff)Bügel gehalten, die sog. BOA-Bindung dient ergänzend dazu, dem Schuh, gepolstert durch eine Hartschaumstoffeinlage, über den Fußrücken (mäßig!) angezogen einen Halt zu geben.
#gruebeln# Und was ist, wenn dieses Seil(chen) auf Tour doch mal reißt? Wie sich dies auf das Gehverhalten und v.a. die Funktionalität auswirkt, vermag ich bisher nicht abzuschätzen. Dies werde ich bei einer ersten Tour mal austesten, indem ich die Bindung testweise ganz locker stelle. Was auf einer Tagestour evtl. nur „lästig“ ist, kann bei einer mehrtägigen Durchquerung möglicherweise tourentscheidend werden – ein möglicher „Workaround“ für einen solchen Fall könnte neben einem Stückchen Reepschnur auch ein schmales Band mit Zugverschluss sein, die/das unter die bewegliche Bindungseinheit herumgeführt und oben verknotet bzw. verschlossen wird.
Das Drehrad hat durch Gummierung besten Gripp und dürfte auch mit Handschuhen gut zu bedienen sein. Zum Lösen der Bindung wird dieses nach oben gezogen.

Der Fersenriemen scheint aus einem sehr stabilen Gummi zu bestehen – ein Material, das in dieser Form seit Jahren verwendet wird und einen durchwegs stabilen Eindruck macht. Inwieweit hier mit der Zeit eine Aushärtung erfolgt, der Riemen spröde und rissig wird, muß die Langzeitbeobachtung zeigen, jedenfalls ist er aufgrund einer Vernietung nicht ohne weiteres durch den Nutzer austauschbar.
Der mit zahlreichen Löchern versehene Fersenriemen wird durch eine Kunststoffschnalle geführt, mit dem Ziehen am gut zu greifenden Ende rastet ein Zapfen in ein Loch ein und die Schnalle zieht sich durch den (Rück)Zug, den das um die Ferse laufende Band ausübt, von selbst fest. Zum Lösen (des Zapfens) wird das Oberteil der Schnalle mit einem Finger (ohne Handschuh) angehoben.

#gruebelgruebel# Als ich schließlich beide Schneeschuhe entsprechend ihrer R-/L-Markierung nebeneinander lege, stutze ich etwas und frage mich sogar, ob die Fersenriemen ggfs. falsch montiert wurden, denn die Verschlussschnallen zeigen zueinander, befinden sich damit auf der Schrittinnenseite, während die flache Niete sich außen befindet. Eine nähere Betrachtung der Befestigungslaschen der Bindungseinheit läßt jedoch erkennen, dass die Montage auf Basis der formgebenden Konstruktion korrekt ist – und auch in den (Einzelschuh-)Abbildungen zu diesem Modell (einschl. dem Vorgängermodell) ist dies entsprechend zu erkennen.
Warum mir dies irritierend auffällt? Ein sicherheitstechnischer Grundsatz jeder (Riemen )Bindung ist – seien es Grödeln oder Steigeisen, aber auch Skistiefel und die anderen Schneeschuhe, die ich habe – dass sich der Verschluss und ggfs. das Bandende auf der Schrittaußenseite befindet, damit sich diese beim Gehen nicht stören, man ggfs. sogar „einfädelt“ und stürzt. Und hier? Warum wurde diese Anordnung bei den Schneeschuhen (bewußt?) so gewählt, wobei dies in der Konstruktion doch auch anders herum möglich gewesen wäre? Damit man sich beim Bedienen des Fersenriemens und der Verschlussschnalle nicht so nach außen verdrehen muß, also die Bedienung angenehmer wird? Es erschließt sich mir einfach nicht...
Ja, und erst recht nicht, als auch beim Betrachten der (Einzelschuh-)Abbildung zum (günstigeren) Modell Flex ALP zu erkennen ist, dass dort (auch beim Vorgängermodell bis Winter 2018/19) diese Verschlussschnallen außen angeordnet sind. Auch hier gibt es eine R-/L-Markierung bzw. eine leichte, seitenbezogene Unsymmetrie der Bindungseinheit an der Fußspitze.
Hier würde man sich gerne mit dem Konstrukteur bei TUBBS unterhalten, um diesen Unterschied zu verstehen. Ist es die Ästetik des Schneeschuhs oder einfach nur Zufall? Vielleicht machen sich die innenliegenden Schnallen bei der Benutzung auch gar nicht negativ bemerkbar, das überstehende Ende des Fersenriemens zeigt in diesem Fall nach außen, und ist bei diesem Oberklasseprodukt von TUBBS insgesamt sogar vorteilhafter? Dies kann eigentlich nur die praktische Benutzung über einen längeren Zeitraum zeigen...

Der erste Praxistest (??.??.202?):
Zu gerne hätte ich die neuen Schneeschuhe zeitnah bei einer längeren Tour im Gelände #mountain# ausprobiert, ggfs. bei unterschiedlichen Schneeverhältnissen #schnee#. Doch während es vor einem Jahr am Alpenrand ein gewisses „zu viel“ an Schnee gab, ist für die nächste Zeit von dieser typischen Winterausstattung nicht allzu viel zu erwarten. Es gibt Leute, die schlappen bereits bei einigen Zentimetern Schneeauflage (auch auf der Forststrasse oder Skipiste) mit ihren Schneeschuhen herum, aber der ideale (und langlebige) Einsatzbereich für Schneeschuhe ist dann gegeben, wenn man mit den Bergstiefeln sonst nur „schneekneipen“ würde... :P
Da es derzeit nicht meine Absicht ist, weit in die Berge zum Schnee zu fahren oder die Schneeschuhe am Rucksack auf etwa 1200m hinauf zu tragen, freut sich vorerst mein Keller über die vertrauensvolle Aufbewahrung – und eine Rückmeldung zum Praxistest folgt zu gegebener Zeit...  #winter1#
Titel: Re: Schneeschuhe - Empfehlungen und Erfahrungen?
Beitrag von: Navi77 am 07.01.2020, 16:34
Wirklich gute Schneeschuh-Empfehlungen - vielen Dank euch allen für die Inspiration. Bisher bin ich preis-/leistungsmäßig mit Ferrino (u.a. hier erhältlich* - Service war auch top) äußerst zufrieden, aber hierzu im Forum noch gar nichts gelesen. Meinungen dazu?

*Anmerkung der roBerge-Redaktion: Link wurde entfernt
Titel: Re: Schneeschuhe - Empfehlungen und Erfahrungen?
Beitrag von: efs am 07.01.2020, 20:52
Bei mir war mal eine Teilnehmerin in einer Gruppe, die einen Schneeschuh hatte, ich bin mir nicht ganz sicher ob Ferino oder anderer Noname. Vom Foto her könnte es der Ferino gewesen sein. Der Schneeschuh war aus billigem Plastikmaterial, die Bindung instabil, war schlecht und fummelig einzustellen und ist auf der Tour aufgegangen. Der Schneeschuh selber hatte im Alpinen Gelände schlechten Halt, bei Hangquerungen hat sich die Teilnehmerin schwer getan  und ist immer wieder ausgerutscht. Auf einer steilen eisigen Passage ist sie schwer gestürzt.
Für die Tour war das Modell nicht geeignet.

Ich halte generell nichts von einfachen Schneeschuhmodellen. Gerade auf langen anspruchsvollen Touren können sie zur echten Gefahr werden wenn z.B. die Bindung unterwegs kaputt geht und man aufgrund der Schneemenge nicht mehr zurück kommt. Oder wenn der Schuh im Gelände aufgrund fehlender / ungeeigneter Harschkrallen nicht richtig greifen kann besteht das Risiko, dass man ausrutscht und stürzt.

Lieber einen guten Schneeschuh gebraucht oder ein Auslaufmodell kaufen. Da hat man auf den Touren mehr Spass und ist sicher im Gelände unterwegs.

Letztendlich ist entscheidend, für welches Gelände der Schneeschuh geeignet sein soll.

Vom Kaufen kann ich Manfred Clark von https://www.schneeschuhe.com (https://www.schneeschuhe.com) empfehlen. Die Beratung ist spitze!!!  Er ist in Rosenheim und das hat im Roberge Gebiet den Vorteil, dass man direkt hingehen kann. Er ist vor Ort und und es ist unkompliziert wenn man mal Ersatzteile benötigt oder was zu reparieren ist.

efs, die sehnsüchtig auf Neuschnee wartet  #schnee2#
Titel: Re: Schneeschuhe - Empfehlungen und Erfahrungen?
Beitrag von: MikeT am 08.01.2020, 07:13
 #gruebeln#
Jemand aus dem Innkreis registriert sich um Werbung für eine Firma im Innkreis zu machen...
Noch dazu für ein Produkt das die Halbwertszeit von ebendem Medium hat auf dem es benutzt werden soll 
#gruebelgruebel#
Hatte mal im Anfangsstadium meiner Bergsucht solche Schneeschuhe zum Test:
vordere Riemen gaben keinen Halt, musste dauernd nachspannen
dann Schraube verloren nach 2 Stunden
Plastik total verkratzt aber noch in Ordnung...

Denke Beratung, Service und Erfahrungen sind bei solchem Equip schon sehr wichtig. Lieber paar Euro mehr zahlen und lange Freude daran haben schlägt "Geiz ist geil" um Welten...

VG Mike
Titel: Re: Schneeschuhe - Empfehlungen und Erfahrungen?
Beitrag von: Reinhard am 08.01.2020, 08:03
Jemand aus dem Innkreis registriert sich um Werbung für eine Firma im Innkreis zu machen...
Noch dazu für ein Produkt das die Halbwertszeit von ebendem Medium hat auf dem es benutzt werden soll 
#gruebelgruebel#
Hatte mal im Anfangsstadium meiner Bergsucht solche Schneeschuhe zum Test:
vordere Riemen gaben keinen Halt, musste dauernd nachspannen
dann Schraube verloren nach 2 Stunden
Plastik total verkratzt aber noch in Ordnung...


Danke, MikeT , für den Hinweis!  #gutgemacht#
Du beziehst Dich sicher auf den Beitrag von Navi77 (https://www.roberge.de/index.php/topic,7919.msg64823.html#msg64823).
Ich habe recherchiert: Der Schreiber ist Marketing-/Redaktionsleiter einer Firma im Innkreis (Oberösterreich), die genau die von ihm genannten Schneeschuhe vertreibt. Es ist sein erster und bisher einziger Beitrag. Vermutlich hat er ihn nur geschrieben, um Werbung für ein Produkt zu machen, das seine Firma betreibt. Da dies nicht mit uns vereinbart wurde, hat er gegen die Forumsregeln (https://www.roberge.de/index.php/topic,6603.msg44797.html#msg44797) verstoßen, deshalb werden wir uns weitere Schritte vorbehalten, vmtl. wird es eine Sperre geben. Gleichzeitig empfehle ich unsere User, sich Geschäfte mit dieser Oberösterreichischen Firma aufgrund dieses Geschäftsgebarens zweimal gut zu überlegen!

Denke Beratung, Service und Erfahrungen sind bei solchem Equip schon sehr wichtig. Lieber paar Euro mehr zahlen und lange Freude daran haben schlägt "Geiz ist geil" um Welten...
VG Mike

Mehr sage ich dazu nicht!

PS: Unsere laufende Werbung für Schneeschuhe (siehe Seitenleiste) wurde natürlich abgesprochen.
Titel: Re: Schneeschuhe - Empfehlungen und Erfahrungen?
Beitrag von: BFklaus am 08.01.2020, 10:01
Die als Forenbeitrag getarnte Schleichwerbung von Navi77 ist natürlich überhaupt nicht OK.

Anmerken möchte ich aber, dass Ferrino (https://www.ferrino.it/de) kein Noname-Hersteller ist, sondern ein etablierter italienischer Produzent von Outdoor-Bekleidung und Ausrüstung. Die Schneeschuhe sehen auch nicht billig aus und dürften den französischen Inook-Schneeschuhen sehr ähnlich sein. Das Spitzenmodell TREK SPECIAL kostet immerhin 206 € und macht aufgrund des umlaufenden Alu-T-Profils keinen schlechten Eindruck auf mich. Sehr gut gefällt mir auch die Ratschenbindung!
(https://www.ferrino.it/k-components/resize/w_800-h_500/k-content/ferrino/themes/ferrino/html/imagebank/e-shop/photogallery-32358/3462.jpg)

Nachtrag: Ferrino hat 2008 die Fa. BALDAS ("The Maserati of Snowshoes" (https://www.snowshoemag.com/2012/02/03/baldas-the-maserati-of-snowshoes/)) übernommen, die seit 1975 Schneeschuhe herstellt
Titel: Re: Schneeschuhe - Empfehlungen und Erfahrungen?
Beitrag von: Bergautist am 08.01.2020, 10:03
Ich sehe diesen speziellen Fall von "viraler Werbung" nicht ganz so kritisch:


Falls Navi77 seinen Beitrag löschen sollte, hier nochmal der letzte Stand, damit die Diskussion nicht ihren Aufhänger verliert:

Wirklich gute Schneeschuh-Empfehlungen - vielen Dank euch allen für die Inspiration. Bisher bin ich preis-/leistungsmäßig mit Ferrino (u.a. hier erhältlich* - Service war auch top) äußerst zufrieden, aber hierzu im Forum noch gar nichts gelesen. Meinungen dazu?

*Anmerkung der roBerge-Redaktion: Link wurde entfernt
Titel: Re: Schneeschuhe - Empfehlungen und Erfahrungen?
Beitrag von: MANAL am 08.01.2020, 12:55
Der Dank geht an @efs für den sehr guten Erfahrungsbericht zum fraglichen Modell.

Auch Respekt an die wachsamen Köpfe hier im Forum solche Schleichwerbung zu entlarven!  #danke1#

Und wie @MikeT schon schreibt ist es meistens besser etwas mehr Geld zu investieren wenn man ernsthaft etwas nutzen will und längerfristig daran Freude zu haben.

Natürlich sollte man sich überlegen was für einen Schneeschuh man wirklich benötigt. Ist man im steileren Gelände unterwegs empfehlen sich eigentlich nur Modelle mit Harscheisen, ansonsten wird es gefährlich. Ist man immer nur in der Ebene unterwegs braucht es das natürlich nicht und man kann günstigere nicht-alpine Schneeschuhe kaufen.

Bin nach wie vor mit meinen MSR Revo Ascent hochzufrieden. Auch mein langjähriger Bergpartner der zum gleichen Zeitpunkt das gleiche Modell auf meine Empfehlung und Recherche gekauft hat ist hochzufrieden. Und er hatte davor schon etwas Erfahrung mit Schneeschuhe. Und mein anderer Bergpartner der sich das diesjährige Modell vom MSR Revo Ascent mit der neuen Bindung gekauft hat ist nach seiner zweiten Tour an Dreikönig auch begeistert. Auf dieser Tour war dann noch ein weiterer Freund mit MSR Lighting Ascent dabei, der auch mit seinen Schneeschuhen sehr zufrieden ist.

War sehr lustig als "Team-MSR" durch die Berge zu stapfen.  8)
Titel: Re: Schneeschuhe - Empfehlungen und Erfahrungen?
Beitrag von: efs am 10.01.2020, 06:39
Servus,

ich bin im Internet auf Crossblades gestossen. Das ist wohl ein Mittelding zwischen Schneeschuh und Tourenski, das von einem Schweizer entwickelt wurde. https://www.crossblades.ch/de/produkte (https://www.crossblades.ch/de/produkte)

Ich selber gehe Schneeschuhwandern und Skitouren. Und im ersten Moment dachte ich, dass so ein Mittelding nix gscheits ist weil's weder das eine noch das andere richtig kann......
Nach dem ich bissl rumgegoogelt habe, kann ich mir gut vorstellen, dass die Softboot Variante  für manche Einsatzzwecke gut geeignet ist, gerade für das Roberge Gebiet mit wechselnden Geländeformen wie Wald, flachem Almengelände, kurzen Abfahrten, Schnee oft erst in höheren Lagen. Für Spitzstein und Co kann ich mir das gut vorstellen. Gerade wenn der Schnee erst ab Reichenau liegt... Kann man zu Fuss hochgehen, dann die Blades anziehen und den Hang runtergleiten (Ski fahren würde ich das nicht nennen). Für anspruchsvolles Alpines Gelände halte ich sie aufgrund fehlender Harschkrallen für ungeeignet. Wobei ich gesehen habe, dass man passende Harscheisen dazu bekommen kann.

Ich würde die gerne mal testen. Hat jemand schon mal Crossblades ausprobiert? Kennt jemand einen Verleih in Deutschland der die hat?

Danke & viele Grüsse efs, die immer noch sehnsüchtig auf Schnee wartet  #schnee2# #rodel1# #schneemann#

(P.s. Ich habe keinerlei Kontakte zu der Firma Crossblade und das ist keine Werbung)
Titel: Re: Schneeschuhe - Empfehlungen und Erfahrungen?
Beitrag von: BFklaus am 10.01.2020, 12:21
Hat jemand schon mal Crossblades ausprobiert? Kennt jemand einen Verleih in Deutschland der die hat?
Da lassen offenbar alle Händler und Verleihstationen die Finger davon ;), was mich nicht wundert, weil die Dinger doppelt so teuer und doppelt so schwer wie Schneeschuhe sind. Ein weiterer Versuch, die eierlegende Wollmilchsau zu erfinden #hihi#.
Titel: Re: Schneeschuhe - Empfehlungen und Erfahrungen?
Beitrag von: kazwei am 04.02.2020, 17:00
Bei den Schneeschuhen kann man eigentlich nicht viel falsch machen ... solange man nicht, wie ich, zum Wildfutter-Austragen die Billigschlapfen von Aldi/Hofer verwendet.

Zuerst einmal braucht es einen stabilen Bergschuh.
Der muss von der Bindung des Schneeschuhs so fest gehalten werden, dass man den Schneeschuh gut aufkanten kann. Meistens geht man ja nicht senkrecht zum Hang, sondern quer zur Fallinie.

Ganz schlimm ist es, wenn sich unter den Fersen ein Schneekeil aufbaut. Wenn der Schneeschuh dafür nicht anfällig ist, hat man sicher einen Vorteil.

Keine Wanderstöcke verwenden, sondern richtige Schistöcke. Die Schneeteller können gar nicht groß genug sein.
Titel: Re: Schneeschuhe - Empfehlungen und Erfahrungen?
Beitrag von: MANAL am 26.02.2020, 23:30
32 Schneeschuhtouren seit März 2017 haben meine MSR Revo Ascent hinter sich. Bei einer Sichtkontrolle entdeckte ich einen ersten Schaden an den Krallen des rechten Schneeschuhs.
  [ Es ist nicht erlaubt, Dateianhänge anzusehen. ]  
Eine Niete welche die Bindung mit der Kralle verbindet ist verschwunden, die Kralle eingebogen und an der Nietbohrung eingerissen. Die zweite Niete an der anderen Kralle hat aber alles noch zusammengehalten und ich konnte die Tour noch zu Ende gehen.

Zuhause ein Blick auf die Kralle am anderen Schneeschuh. Dort war das gleiche Schadensbild noch in der Entstehung:
  [ Es ist nicht erlaubt, Dateianhänge anzusehen. ]  

Was ist passiert? Die Niete hat sich durch die jahrelange Belastung am eingebogenen Teil abgewetzt und der abgebogene Kopf löst sich regelrecht auf. Dadurch drückt der NIetrest in die Bohrung und erzeugt damit sogar den Riss.


Ich habe jetzt Abhilfe geschaffen und die Stelle mitsamt Scheiben verschraubt. Da die anderen noch existenten Nieten an den Krallen über kurz oder lang auch rausfallen und die Bohrung vielleicht sogar einreißen lassen habe ich alle vier Nieten durch Schrauben ersetzt.

So sieht es danach aus:
  [ Es ist nicht erlaubt, Dateianhänge anzusehen. ]  

So auf der Oberseite:
  [ Es ist nicht erlaubt, Dateianhänge anzusehen. ]  

Diese Schraube und Beilagscheiben habe ich genutzt. Vorne die alte Niete.
  [ Es ist nicht erlaubt, Dateianhänge anzusehen. ]  


Jeder der einen MSR-Schneeschuh hat der die gleiche Vernietung hat sollte mal schauen wie es bei ihm ist. Je eher man die Niete erneuert oder ersetzt desto weniger die Gefahr, dass sich an der Bohrung ein Riss bildet.

Eine Tour bin ich nach der Reparatur gegangen, alles ging ohne Probleme und war schön fest. Bin auf jedem Fall nach wie vor völlig zufrieden mit den MSR Revo Ascent. Letztens konnte er am Schafreuter sogar im direkten Vergleich mit einem Tubbs Flex zeigen dass er bei windgepressten Pappschnee deutlich weniger aufstollt. Während mein Bergpartner fast bei jedem Schritt ordentlich Schnee mit seinem Tubbs aufgesammelt hat, hat der MSR Revo Ascent fast keinen Schnee eingesammelt. Ein gravierender Unterschied. Aber auch der MSR kann bei pappigen Schnee stollen wie ich eine Woche zuvor im Rofan gemerkt habe.
Titel: Re: Schneeschuhe - Empfehlungen und Erfahrungen?
Beitrag von: BFklaus am 27.02.2020, 10:12
Harschkrallenbruch scheint ein altbekanntes Problem bei MSR-Schneeschuhen zu sein. Das hatten wir in einem früheren Beitrag schon mal diskutiert. Dabei wäre das Problem konstruktiv sehr einfach zu lösen, indem die Bohrungen vom Blechrand weg versetzt und ggf. verstärkt würden. Und wenn schon Nieten verwendet werden, dann solche, die ein Leben lang halten.
Es ist ein Armutszeugnis für MSR, dass Kunden aus lauter Verzweiflung zu solchen Bastellösungen greifen müssen. Ich würde aber wenigstens selbstsichernde Muttern verwenden und/oder einen Schraubensicherungskleber (z.B. Loctite 290).
Titel: Re: Schneeschuhe - Empfehlungen und Erfahrungen?
Beitrag von: Kaiser am 27.02.2020, 21:18
Hi,
Das Material ist gebrochen und da helfen die Schrauben nicht. Da ist kein Querschnitt mehr vorhanden wo die Kraft hin kann.
Als mtb ler kenne ich diese Geräte nicht aus der Praxis. Aber die 2 krallen vorne zu trennen ist tatsächlich eine schlechte Idee. Sonst würde sich der Fluss besser verteilen. Welches Material wird hier verwendet? Alu ist halt um die 10er Potenz auf Ermüdung anfälliger.
Titel: Re: Schneeschuhe - Empfehlungen und Erfahrungen?
Beitrag von: MikeT am 28.02.2020, 06:40
Hallo zusammen,
ist zwar schon ewig her aber wir haben mal bei einem Freund die Dinger rausgenommen aus dem gleichen Grund.
Die sind ja insgesamt nur durch 4 Nieten gehalten worden. Glatt geklopft und aus dem alten Blech eines Edelstahlgrills die Dinger mit der Vorlage mühsam ausgesägt. Löcher gebohrt ( 4 mal Nieten 2 mal Dorn) und die Krallen ueber einen Holzklotz langsam angepasst. Hat super gehalten nur mussten die Dinger noch mal raus weil der Schnee daran kleben blieb wie Hölle. Aber jetzt der geniale Teil! Er hat die 2 Teile dann mit alten Pfannen zur Teflonbeschichtung geschickt. Mehrkosten waren etwa 10 Euro... Mit Edelstahlschrauben und Schraubensicherung festgezurrt... Danach ausser dem höheren Gewicht perfekt. Werden noch existieren wenn der Rest des Schneeschuhs schon zersetzt ist...  :laugh:
VG Mike