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Forum => Events => Dies und das => Advent 2019 => Thema gestartet von: Reinhard am 14.12.2019, 14:01

Titel: Advent 2019 - Woche 3
Beitrag von: Reinhard am 14.12.2019, 14:01
Und weiter geht es ab sofort mit der 3. Adventswoche. Wie gehabt zählt jeder Beitrag.

Das Motto für diese Woche - bis Freitag 23:59 Uhr - lautet:  Menschen, berühmte Bergler
Zu diesem Thema kann jeder pro Tag zwei Beiträge schreiben, jeder einzelne Beitrag nimmt an der Verlosung teil.
Bitte einfach direkt hier antworten (Thema: "Advent 2019 - Woche 3)

Beispiele: Eines oder zwei Fotos, Geschichten, Sagen, interessante Informationen, besondere Hüttenschmankerl, Tourentipps, gerne auch Fragen oder kleine Rätsel, alles immer passend zum Motto "MENSCHEN, BERÜHMTE BERGLER".
Eurer Phantasie sind keine Grenzen gesetzt! Es müssen keine Romane sein, es genügen jeweils ein paar Sätze oder ein Foto.

Sollte jemand Interesse an einem bestimmten Gewinn haben, kann sie/er dies so am Ende seiner Beiträge angegeben:
"Wunschpreis: Schneeschuhe" oder "Wunschpreis: Kalender, Münchner Skitourenberge" am Ende des Beitrags. Natürlich können wir nichts versprechen, aber falls möglich, werden wir versuchen, die Wünsche berücksichtigen  :)

Nur noch folgende Preise sind noch vorhanden:
Meine Münchner Hausberge (https://www.roberge.de/buch.php?id=463)
Unsere Bergheimat – Lieblingsziele in den Bay. Alpen (https://www.roberge.de/buch.php?id=539)
ErlebnisWandern mit Kindern (https://www.roberge.de/buch.php?id=535)
Skiführer "Berchtesgadener/Chiemgauer Alpen" (https://www.roberge.de/buch.php?id=58)
Kalender Tirol 2020
Von den Bergen bin ich ganz weg (https://www.roberge.de/buch.php?id=537)
Münchner Skitourenberge (https://www.roberge.de/buch.php?id=338)

Wir wünschen Euch viel Spaß und Glück. Kommendes Wochenende werden dann die letzten Gewinner gezogen. Aus sämtlichen Beiträgen aller drei Wochen ziehen wir dann auch den Gewinner der Schneeschuhe!
Titel: Re: Advent 2019 - Woche 3
Beitrag von: geroldh am 14.12.2019, 14:04
#wetter2#  Das heutige feucht-windige Samstagswetter lädt förmlich dazu ein, am überdachten Fuß der Kanapee-Nordwand sitzend, sich in der Theorie mit historischen Bergfahrten und deren Akteure zu befassen.

In dem in der ersten Adventswoche verwendeten Buch habe ich im Kapitel zu Hans Dülfer eine Zusammenstellung der „Preußschen Kletterleitsätze“ gesehen, die in ihren Grundzügen auch heute noch gelten – und sich m.E. im übertragenen Sinne vom Felsklettern auch auf andere Tourenarten übertragen lassen. Die Bergrettung/-wacht würde es bestimmt gerne sehen, wenn an sich überflüssige Einsätze nicht erforderlich werden würden...

Zitat von: Paul Preuß (1886-1913)
Die sechs Leitsätze von Paul Preuß

1.  Den Bergtouren, die man unternimmt, soll man nicht gewachsen, sondern überlegen sein.
2.  Das Maß der Schwierigkeiten, die ein Kletterer im Abstieg zu überwinden imstande ist, muß die oberste Grenze dessen darstellen, was er im Aufstieg begeht.
3.  Die Berechtigung für den Gebrauch von künstlichen Hilfsmitteln besteht nur im Falle einer unmittelbar drohenden Gefahr.
4.  Der Mauerhaken ist eine Notreserve und nicht die Grundlage einer Arbeitsmethode.
5.  Das Seil darf ein erleichterndes, niemals aber das alleinseligmachende Mittel sein, das die Besteigung ermöglicht.
6.  Zu den höchsten Prinzipien gehört das Prinzip der Sicherheit. Doch nicht die krampfhafte, durch künstliche Hilfsmittel erreichte Korrektur eigener Unsicherheit, sondern jene primäre Sicherheit, die bei jedem Kletterer in der richtigen Einschätzung seines Könnens zu seinem Willen beruhen soll.
Entnommen aus:  Horst Höfler - Kaisergebirge - Rosenheimer Verlagshaus - 1991 - S. 100  (https://www.roberge.de/buch.php?id=16)

#advent4#  Wunschpreise: ..., Münchner Skitourenberge: 100 Skitourenziele, Meine Münchner Hausberge, ..., Schneeschuhe  8)
Titel: Re: Advent 2019 - Woche 3
Beitrag von: Kalapatar am 14.12.2019, 16:19
Willo Welzenbach

Nachdem ich letztes Mal über das Heinrich-Schwaiger-Haus geschrieben habe (mit dem Hausberg: Großes Wiesbachhorn), möchte ich heute einmal den WW vorstellen. 1899 geboren, ein echter Münchner, bestieg schon 1924 die NW Wand des Großen Wiesbachhorns; dabei wurde der erste Eishaken gesetzt! Man nannte ihn dann auch den Eispapst. Er war es auch, der die 6 stufige Welzenbach Skala fürs Klettern einführte (wurde dann von der neuen UIAA Skala abgelöst). 1934 nahm er an der 2ten deutschen Nanga Parbat Expedition teil (mit Willy Merkl und Ulrich Wieland). Sie kamen jedoch alle auf dem Ostgrat beim Rückzug um.
Vielleicht kennt es der eine oder andere: Auf dem Aschenbrenner Haus (Kaiser) gibt/gab es ein kleines Nanga Parbat Museum. Wenn man diese alten Sachen ansieht, weiß man erst mal was das damals für furchtlose Burschen waren.

Viele Grüße, Kalapatar
Titel: Re: Advent 2019 - Woche 3
Beitrag von: Kalapatar am 14.12.2019, 16:34
Hier noch eine Bemerkung zu Gerolds Beitrag:

Wohl dem der noch den Dülfersitz  beim Abseilen beherrscht  #hihi# #hihi#

Titel: Re: Advent 2019 - Woche 3
Beitrag von: geroldh am 14.12.2019, 16:39
#buch#  Anfang 2019 wurde die Biografie von Peter Aufschnaiter mit dem Titel „Er ging voraus nach Lhasa“ veröffentlicht.

So, inzw. habe ich die ersten einhundert Seiten des etwas über 400 Seiten umfassenden Werkes gelesen – Zeit also für eine Nachbetrachtung der Buchvorstellung in München – und mein bisheriger Eindruck zum Buch*:
[...]

* Das Buch (Übersicht ([url]https://www.roberge.de/buch.php?id=518[/url])) mit seinen 16 Kapitel beginnt m.E. etwas „ungelenk“ mit einem Zeitgenossen im Jahr 1890, der seinerzeit den Ort Kitzbühel stark geprägt hat und sich dann als Peter Aufschnaiters Förderer und väterlicher Freund herausstellt, zumal sein Sohn mit Peter in die selbe Klasse gingen. Es werden wesentliche historische Ereignisse zu Beginn des letzten Jahrhunderts erwähnt und mit Aufschnaiters Kindheit und Jugend in Verbindung gebracht, um dann im 2. Kapitel ab dem Jahr 1921 die alpine und berufl. Orientierung von Aufschnaiter v.a. in München zu beschreiben. Im Kapitel 3 ab dem Jahr 1929 werden die ersten Erkundungsfahrten an den "Kantsch" im östl. Himalaya beschrieben, im Kapitel 4 ab dem Jahr 1932 die politischen Umbrüche im Alpenraum und im Kapitel 5 ab dem Jahr 1937 die Auslandsfahrten an den Nanga-Parbat – mit der Festsetzung durch die Engländer in „Indien/Pakistan“ im Spätsommer 1939. [...]


Ich hatte das Buch natürlich anschließend fertig gelesen – und möchte nun das Motto „Menschen, berühmte Bergler“ der 3. Adventwoche nutzen, die weiteren Kapitel inhaltlich kurz zu umreißen:

Im Kapitel 6 werden „fast fünf Jahre hinter Stacheldraht“ und die Fluchtversuche von Peter Aufschnaiter beschrieben. Erst Ende April 1944 hat er mit anderen Gefangenen Erfolg und mit Kap. 7 beginnt seine „Flucht über das Dach der Welt“, die er eigentl. zusammen mit einem anderen Bergler absolvieren wollte. Doch die Umstände ließen ihn die Flucht schließlich zusammen mit Heinrich Harrer am Berg Kailash vorbei fortsetzen. Zum Jahreswechsel 1944/45 (Kap. 8 ) versucht Aufschnaiter in Tibet eine offizielle Genehmigung für eine „normale“ Reise nach Lhasa zu erhalten, doch diese wird ihnen verwehrt und nach einem längeren Aufenthalt in einem Grenzort zu Nepal müssen sie „weiterfliehen“ und erreichen Anfang 1946 und mit Kap. 9 tatsächlich die Stadt Lhasa. Hier versuchen sie Fuss zu fassen, werden anfangs nur geduldet und erhalten schließlich doch mit der Übernahme von hochwertigen Aufgaben eine Art Aufenthaltsgenehmigung. Zu Beginn des Kap. 10 feiert Peter am 2. Nov. 1946 seinen 48. Geburtstag und erhält als Regierungsbeamter eine offizielle Anstellung. Weiter werden in diesem umfangreichen Kapitel seine Arbeit und die internen Konflikte des Landes beschrieben, die mitunter den Einmarsch der Chinesen nach Tibet erleichtert haben. Zum Jahreswechsel 1950/51 (Kap. 11) befindet sich Peter Aufschnaiter wieder auf der Flucht – parallel dazu Heinrich Harrer und viele weitere Tibeter. Doch Peter möchte Tibet nicht verlassen und kann im Jahr 1951 (Kap. 12) südwestlich von Lhasa das bergige Hinterland ausgiebig bereisen. Erst am 22. Jan. 1952 verläßt er Tibet und erreicht eine Woche später Nepals Hauptstadt Kathmandu (Kap. 13). Dort erhält er ebenso eine Anstellung bei der Regierung und kann seine karthografischen Arbeiten wieder aufnehmen. Parallel dazu erlebt er die Machtkämpfe zwischen Regierung und König – und Peter Aufschnaiter wird zum Politikum, da seine Tätigkeit dem benachbarten Indien mißfällt. Mit dem 1. Jan. 1953 (Kap. 14) beginnt er eine karthografische Tätigkeit bei der indischen Armee in Neu Delhi und reist in den Folgejahren einige Male in die nepalesischen Berge am „chinesich-tibetischen“ Grenzgebiet. Im Sommer 1956 siedelt er (mit Kap. 15) wieder nach Nepal über und reist in den Folgejahren des öfteren in die Schweiz und via bayerische Abstecher in seine österreichische Heimat. Am 31. Dez. 1965 (und Beginn des Buchkapitels 16) wird Peter Aufschnaiter pensioniert und es folgt „eine Bilanz seines Lebens“ – Peter Aufschnaiter soll seine Flucht und den weiteren Aufenthalt in Asien auch als Buch veröffentlichen. Er unternimmt noch einige Reisen nach Europa und in den Himalaya, um dann Anfang der 1970er Jahre endgültig nach Österreich zurück zu kehren, wo er im Okt. 1973 dann im Krankenhaus in Innsbruck verstirbt. Seine Beisetzung erfolgt einige Tage später in Kitzbühel.

Seine (alpine) "Berühmtheit" hielt sich zeitlebens in Grenzen, hier hatte ihm Heinrich Harrer auch durch andere Buchveröffentlichungen "die Schau gestohlen", aber mit Sicherheit war Peter Aufschnaiter ein großer Mensch.
Titel: Re: Advent 2019 - Woche 3
Beitrag von: Kalapatar am 14.12.2019, 17:06
Hermann Buhl

Noch einen alten Bekannten möchte ich in diesem Zusammenhang erwähnen:  Hermann Buhl, den Erstbesteiger des Nanga Parbat im Karakorum am 3. Juli 1953 (Alleingang) – dabei eine Frostnacht unter freiem Himmel verbracht. Er ist aber auch einer der Erstbesteiger des Broad Peak.
1957 stürzte er als Seilpartner von Kurt Diemberger an der Chogolisa ab.
Am Nanga Parbat war im Übrigen Peter Aschenbrenner der bergsteigerische Leiter. Und das führt uns wieder ins Aschenbrenner Haus zur Kellervitrine

www.helmut-schmidt-online.de/Hermann-Buhl-Homepage/Buhl-Biografie.html  (http://www.helmut-schmidt-online.de/Hermann-Buhl-Homepage/Buhl-Biografie.html)

Viele Grüße, Kalapatar
Titel: Re: Advent 2019 - Woche 3
Beitrag von: RaF am 14.12.2019, 18:45
Nachdem ich ja ein Fotographie-Fan auch bin...hat es mir Reinhard Karl u.a. angetan. Ein begeisterter Kletterer nach schwierigen Anfängen lebt er für die Berge und auch dann für eine neue Art der Bergfotographie. Nebenbei war er der erste Deutsche auf dem Mount Everest und hat auch die Eiger-Nordwand mit einem Speedrekord bezwungen. Und wenn man sich mehr mit ihm beschäftigt, gibt es auch viele tolle Gedanken:

"Als mir klar wurde, dass für mich Bergsteigen doch ehrlicher ist und mehr vom Leben erklärt als der ganze Gesellschaftsverbesserungskäse, der mit 20 Sätzen die ganze Welt erklärt, da ging ich wieder zum Klettern."

Eines der besten Texte ist aber sein Alters-rückblick "Unterwegs nach Hause", in dem er als Vielgereister dann trotzdem auch seinen Platz in der Heimat findet. Ich habe in in dem Buch Poeten des Abgrunds entdeckt...das ich auch empfehlen kann. Leider ist sein anderer Klassiker "Erlebnis Berg- Zeit zum Atmen" schon wieder länger vergriffen und dementsprechend teuer.
Titel: Re: Advent 2019 - Woche 3
Beitrag von: Chtransalp10 am 14.12.2019, 19:37
Auch wenn sie vielleicht weniger berühmt ist, als viele ihrer Zeitgenossen  - für mich ist Helma Schimke eine Bergsteigerin, die mich in meiner Jugend stark beeinflusst hat. Sie war zu einer Zeit unterwegs, als es noch ungewöhnlich war, als Frau (und Mutter von 3 Kindern) neben dem Alltag noch eine bergsteigerische Karriere zu machen. Und trotzdem immer mit beiden Beinen auf dem Boden der Tatsachen, früh verwitwet, verantwortlich für vieles.
Diese außergewöhnliche österreichische Bergsteigerin ist am 7.4.2018 im Alter von 92 Jahren gestorben.
Titel: Re: Advent 2019 - Woche 3
Beitrag von: Wendei am 15.12.2019, 09:33
Bei einem Empfang zur Eröffnung des Alpinen Museums auf der Praterinsel 1996 lernte ich einen netten älteren Herrn kennen. Wir standen am Stehtisch mit einen Glases Roten  und unterhielten uns woher wir kommen etc etc. Ich war alleine dort und froh, einen Gesprälchspartner gefunden zu haben.. Dann der offizielle Teil und wir saßen da und warteten auf die obligatorischen Ansprachen. und welche Überraschung. Kulturreferent Zebhauser begrüßt meinen Gesprächspartner und das war Otto Eidenschink,,  damals 85 Jahre alt, Bergsteigerlegende der 30er Jahre, Partner von Ander Heckmair und viele Erstbegehungen tragen seinen Namen. Ein unvergeßlicher Abend.
Titel: Re: Advent 2019 - Woche 3
Beitrag von: berglerin am 15.12.2019, 09:52
Für meine Familie war unsere Mutter eine besondere Berglerin. Vor dem 2.Weltkrieg ist sie mit ein paar Freundinnen mit ihrem Heiter( Fahrrad ohne Gangschaltung, ohne bequemen Sattel und wahrscheinlich mit schlechten Bremsen auf den Groß Glockner gefahren von der Hammerau (Gemeinde Ainring) aus!
Hut ab!!!
Schönen 3.Adventsonntag wünsche ich euch  #kerze# #kerze# #kerze# #biken2#
Titel: Re: Advent 2019 - Woche 3
Beitrag von: Fannerl am 15.12.2019, 11:12
Liebe Bergfreunde, noch eine Geschichte von der bergbegeisterten Fanny:
Sie hatte kein Geld für Brautschuhe (1945), deshalb fuhr sie mit dem Radl von Hammerau nach Abtenau (Tennengau), am Gepäckträger einen Eimer. Den füllte sie mühsam im Tennengebirge mit Heidelbeeren, die sie dann in Salzburg am Mark verkaufte! Wieviel werden wohl die Brautschue gekostet haben?
Einen schönen 3. Adventsonntag wünscht euch
Fannerl
Titel: Re: Advent 2019 - Woche 3
Beitrag von: BFklaus am 15.12.2019, 11:37
In dem in der ersten Adventswoche verwendeten Buch habe ich im Kapitel zu Hans Dülfer eine Zusammenstellung der „Preußschen Kletterleitsätze“ gesehen, die in ihren Grundzügen auch heute noch gelten – und sich m.E. im übertragenen Sinne vom Felsklettern auch auf andere Tourenarten übertragen lassen. Die Bergrettung/-wacht würde es bestimmt gerne sehen, wenn an sich überflüssige Einsätze nicht erforderlich werden würden...


Paul Preuß, der "Philosoph des Freikletterns", wie ihn Reinhold Messner einmal nannte, scheiterte letztlich an seinen eigenen Leitsätzen. Mit nur 27 Jahren verunglückte er bei einer Tour durch den Gosaukamm im Herbst 1913 tödlich. Erst Tage später wurde seine schneebedeckte Leiche in einer groß angelegten Suchaktion gefunden.
Quelle: http://www.paulpreuss-gesellschaft.at/die-geschichte-des-paul-preuss/ (http://www.paulpreuss-gesellschaft.at/die-geschichte-des-paul-preuss/)

Seine Maxime, "Das Können ist des Dürfens Maß", kann auch Normalbergsteigern und Wanderern dabei helfen, ihre Tourenauswahl dem eigenen Leistungsvermögen realistisch unterzuordnen. Dieser Spruch im Hinterkopf hat mich jedenfalls schon häufig vor unüberlegten Aktionen bewahrt.

2015 war ich einen Tag lang auf den Spuren von Paul Preuß unterwegs, natürlich auf meine Art: Mit Seilbahnunterstützung :-[ und am Stahlseil eines Klettersteigs entlang hangelnd, dabei die schwierige Schlußpassage über einen Notaustieg umgehend ::),  erreichte ich mit viel Mühe den Gipfel des Großen Donnerkogels, den Paul Preuß vor über 100 Jahren „free solo“ geklettert war.
(https://www.roberge.de/index.php?action=dlattach;topic=6498.0;attach=65927;image)

Titel: Re: Advent 2019 - Woche 3
Beitrag von: berglerin am 15.12.2019, 11:47
Wer kennt den Namen
Lilly Weyrauch von Weech?
Sie hatte 1906 die Bergführerprüfung abgelegt und war damit eine der ersten FührerIINNEN.
Es gibt ,von ihr fotografiert, tolle Postkarten. DAV Archiv
 #schnee2# #sonne7#
Titel: Re: Advent 2019 - Woche 3
Beitrag von: berglerin am 15.12.2019, 14:50
Ich hätte noch eine Buchempfehlung für Weihnachten bez.Berglerinnen!
Titel: Re: Advent 2019 - Woche 3
Beitrag von: Kalapatar am 15.12.2019, 16:51
Paul Grohmann

1838 geboren, hat er schön früh einen Blick auf die Dolomiten geworfen. 1863 steht er auf der Tofana di Mezzo und 1869 auf der Dreischusterspitze (erste Ersteigung). Dort sieht er die Drei Zinnen, und findet mit Franz Innerkofler jemanden, der dieses Gebiet gut kennt. 1869  machen sie sich dann an die große Zinne zusammen mit Peter Salcher. Problematische Stellen bewältigten die Führer strumpfsockig, Haken waren noch unbekannt. Nur 3 Stunden brauchen die drei. Die Große Zinne ist erstmals bestiegen.

Viele Grüße, Kalapatar
 
Titel: Re: Advent 2019 - Woche 3
Beitrag von: Kalapatar am 15.12.2019, 16:53
Maurice Herzog

Jetzt möchte ich noch einen bekannten Bergler erwähnen: Maurice Herzog. Zusammen mit Louis Lachenal war er der erste Mensch, der einen 8.000er bestieg, am 3. Juni 1950 die Annapurna. Dem musste er aber auch einiges opfern: einige Finger und Zehen mussten amputiert werden. Zitat: „ Sie sehen was ich weniger habe, ich aber spüre was ich mehr habe. Und das ist unendlich viel größer, als das was mir fehlt,“ Später war er von 1968 – 1977 Bürgermeister von Chamonix.
Vom Poon Hill hatte ich einen schönen Blick am frühen Morgen auf die Annapurna Range (den Hauptgipfel sieht man nicht).

Viele Grüße, Kalapatar
Titel: Re: Advent 2019 - Woche 3
Beitrag von: Fannerl am 15.12.2019, 17:15
 #mountain#
  [ Es ist nicht erlaubt, Dateianhänge anzusehen. ]  
mit dem Bild grüße ich alle Venedigerbergsteiger! Am Talschluß des Vilgratentales habe ich diese Schönheit entdeckt!
Gruß von Fannerl
Titel: Re: Advent 2019 - Woche 3
Beitrag von: Kalapatar am 15.12.2019, 18:55
@ Berglerin:
Alexandra David-Neel war ja die erste weiße Frau die eine Pilgerfahrt in die verbotene Stadt des Dalai Lama nach Lhasa machte. Als "Arjopa" verkleidet (Bettelnonne) streifte sie durch Tibet. Im ganzen blieb sie 14 Jahre unterwegs.

Sicher ein interessantes Buch!

Viele Grüße, Kalapatar
Titel: Re: Advent 2019 - Woche 3
Beitrag von: eli am 15.12.2019, 19:03
Servus beinand!

Nur ein kurzer Beitrag zu Schmidkunz , Walter

doch ist sein Name untrennbar mit "unserem Hörndl" verbunden. Erstens  haben die Töginger  Naturfreunde da eines der 3 Gipfelkreuze, das Aluminiumkreuz, dort höchstpersönlich aufgestellt. Und zweitens:
"De Schmidkunz muas ma moi ganga sei" - den Spruch kennt jeder Chiemgauer Kletterer. ( Bild aa )

Und der Zwölferturm der Gedererwand trägt auch seinen Kletternamen wie so viele andere Felswände noch. ( Bild bb ) Übrigens ist er ja auch mit Paul Preuß u.a.  im Sella/ Langkofelgebiet neue, schwerste  Routen gegangen.

Hawedere, nicht meine Schuhnummer

eli

Schmidkunz aa.jpg


 
Schmidkunz bb.jpg

Titel: Re: Advent 2019 - Woche 3
Beitrag von: Kalapatar am 15.12.2019, 19:07
Servus

Vielleicht darf ich in diesem Zusammenhang noch auf das bei "Dies und Das" untergeordnete Board "Menschen" hinweisen.

Viele Grüße, Kalapatar
Titel: Re: Advent 2019 - Woche 3
Beitrag von: geroldh am 15.12.2019, 20:40
...hat es mir Reinhard Karl angetan. Ein begeisterter Kletterer nach schwierigen Anfängen lebt er für die Berge und auch dann für eine neue Art der Bergfotographie. Nebenbei war er der erste Deutsche auf dem Mount Everest und hat auch die Eiger-Nordwand mit einem Speedrekord bezwungen. Und wenn man sich mehr mit ihm beschäftigt, gibt es auch viele tolle Gedanken:
...

Hmm, ich muß zugeben, dass mir bisher das Leben und Wirken von Reinhard Karl kaum bekannt war. #asche#
Daher bin ich im verg. Jahr eher zufällig etwas oberhalb von Gokyo (vgl. Advent 2019 - Woche 2 (https://www.roberge.de/index.php/topic,10150.msg64411.html#msg64411)) am Weg zu den hinteren Seen an seinem Denkmal vorbeigekommen. Ich nehme an, dass er damals von Nepal aus am Cho Oyu unterwegs war..., während die üblichere Route (heute) von China/Tibet aus besteht.
RK-Gokjo-ChoOyu_Nepal-Khumbu_Nov-2018.JPG

Gedenk-Tschörten bei Gokyo/Nepal mit dem Cho Oyu im Hintergrund (26. Nov. 2018)
RK-Gokjo_Nepal-Khumbu_Nov-2018.JPG.JPG
Titel: Re: Advent 2019 - Woche 3
Beitrag von: geroldh am 15.12.2019, 21:00
#mountain#  > Menschen, berühmte Bergler <
dies dürften sicherlich auch Hansjörg Auer und David Lama gewesen sein, die zu Jahresbeginn auf einer Tour mit Jess Roskelley ums Leben gekommen sind.
In der heutigen Bergauf-Bergab-Sendung "Höhen und Tiefen - Alpiner Jahresrückblick" (https://www.br.de/mediathek/video/bergauf-bergab-15122019-hoehen-und-tiefen-alpiner-jahresrueckblick-av:5db97ebb983ce2001a198eef) wurde ein Beitrag von vor fünf Jahren wiederholt, in dem der Moderator Michael Düchs mit David und Hansjörg unterwegs war.
Zitat von: BR Fernsehen
Bergauf-Bergab blickt zurück auf das Bergsteigerjahr 2019, über dem ein großer Schatten liegt: Im April sind die Spitzenbergsteiger Hansjörg Auer, David Lama und Jess Roskelley bei einem Lawinenunglück in den kanadischen Rocky Mountains ums Leben gekommen. Um an Hansjörg und David zu erinnern und sie zu würdigen, zeigen wir eine Skitour in den Tiroler Bergen, die wir vor ein paar Jahren mit den beiden unternommen haben. Dabei haben wir sie nicht als abgehobene alpine Helden kennengelernt, sondern als bodenständige, reflektierte und überaus sympathische Burschen!
Titel: Re: Advent 2019 - Woche 3
Beitrag von: MANAL am 15.12.2019, 21:40
Bei diesem Thema kann ich nur wenig beitragen. Aber ein paar alpine Persönlichkeiten fallen mir auch ein. Als erstes Hermann von Barth, der Erschließer des Karwendels. Wenn man sich bewusst macht mit welchen Mitteln, Ausrüstung und Kenntnis dieser Mann die Berge erstiegen hat, dann einfach nur Hut ab! Unzählige der Gipfel auf denen er damals stand werden selbst heute noch kaum begangen weil alles brüchigstes Klettergelände ist.

https://de.wikipedia.org/wiki/Hermann_von_Barth (https://de.wikipedia.org/wiki/Hermann_von_Barth)
Zitat
Von Barth ist vor allem als Erschließer des Karwendels bekannt, er bestieg im Sommer 1870 als Alleingänger 88 Gipfel (12 erstmals, darunter u. a. die Birkkarspitze, Kaltwasserkarspitze, Lalidererspitze, Große Seekarspitze, Grubenkarspitze, Dreizinkenspitze, Östliche Karwendelspitze, Vogelkarspitze, Wörner, Kuhkopf). Im Jahr 1871 wechselte er ins Wettersteingebirge und bestieg auch dort viele Gipfel erstmals. Bereits 1869 hatte er die Allgäuer Alpen erkundet und dabei 44 Gipfel bestiegen, drei davon als Erstbesteigung. Charakteristisch war, dass von Barth weitgehend alleine unterwegs war. 1874 veröffentlichte er das Buch Aus den Nördlichen Kalkalpen, in dem er seine Erfahrungen und Touren dokumentierte.


Einen Nachdruck seines Buches habe ich auch. Es ist faszinierend zu lesen wenn man Touren gegangen ist die er damals noch ohne Weg gemacht hat.

Ein Denkmal von ihm findet sich im Kleinen Ahornboden im Karwendel. Eigentlich sehr passend an diesem doch relativ beschaulichen und ruhigen Ort. So ein Touriauflauf wie im Großen Ahornboden und der Eng würde nicht zu seinen Touren passen.

 
IMG_6925_s.jpg

 
IMG_6927_s.jpg

Titel: Re: Advent 2019 - Woche 3
Beitrag von: BFklaus am 16.12.2019, 09:41
Einer, der die puristische Kletterphilosophie von Paul Preuß verinnerlicht und gelebt hat, war Albert Precht.
Der in Bischofshofen im Jahr 1947 geborene Extremkletterer verunglückte 2015 beim Klettern auf Kreta tödlich. In seinem Todesjahr wurde ihm der Paul-Preuß-Preis verliehen.

Für den sehr empfehlenswerten Bergtourenführer "Meine Tour" hat Albert Precht mehrere Beiträge verfasst, natürlich äußerst anspruchsvolle Touren aus seiner Heimatregion Tennengebirge und Hochkönig.
 
meinetour_th.jpg


Die von ihm geschriebenen Alpenvereinsführer "Hochkönig" (https://www.rother.de/rother-vergriffene%20titel-hochk%F6nig-1259.htm) und "Tennengebirge" (https://www.rother.de/rother-vergriffene%20titel-tennengebirge-1246.htm) sind derzeit leider vergriffen.
(https://www.rother.de/titbild/3763312595.jpg)
Titel: Re: Advent 2019 - Woche 3
Beitrag von: BFklaus am 16.12.2019, 11:41
Mehr noch als sein Vorbild, der hier bereits genannte Reinhard Karl, hat Wolfgang Güllich das Klettern revolutioniert. Der breiten Weltöffentlichkeit wurde er als Stuntman von Sylvester Stallone in dem Holywood-Film „Cliffhanger“ bekannt.

Mit nur 31 Jahren verstarb Wolfgang Güllich an den Folgen eines Autounfalls auf der A9 bei Ingolstadt. Sein Leben wurde in Malte Roeper’s sehenswerter Doku "Jung stirbt, wen die Götter lieben" nachgezeichnet.


https://youtu.be/rugoETlUAVI (https://youtu.be/rugoETlUAVI)
Titel: Re: Advent 2019 - Woche 3
Beitrag von: Kalapatar am 16.12.2019, 11:47
Johann Grill, der Kederbacher

Er wurde 1835 in Ramsau geboren und war der erste offizielle deutsche Bergführer. 1881 durchstieg er zusammen mit dem Wiener Otto Schlick in 14h die Watzmann Ostwand. Die Route wird heute, ihm zu Ehren, Kederbacher-Weg genannt. Später war er dann erster Hüttenwirt des Watzmannhauses, das 1888 eröffnet wurde.
Der Klassiker heute ist der Berchtesgadener Weg, weil man hier kein Eismaterial wie Steigeisen und Pickel benötigt.
Doch das Problem bleibt gleich: Eine sehr sehr lange Tour, auf der man sich leicht versteigen kann und dann kommt man leicht in schwierigeres Gelände. Orientierung ist angesagt!

Viele Grüße, Kalapatar
Titel: Re: Advent 2019 - Woche 3
Beitrag von: RaF am 16.12.2019, 13:58
Hmm, ich muß zugeben, dass mir bisher das Leben und Wirken von Reinhard Karl kaum bekannt war. #asche#
Daher bin ich im verg. Jahr eher zufällig etwas oberhalb von Gokyo (vgl. Advent 2019 - Woche 2 ([url]https://www.roberge.de/index.php/topic,10150.msg64411.html#msg64411[/url])) am Weg zu den hinteren Seen an seinem Denkmal vorbeigekommen. Ich nehme an, dass er damals von Nepal aus am Cho Oyu unterwegs war..., während die üblichere Route (heute) von China/Tibet aus besteht.
RK-Gokjo-ChoOyu_Nepal-Khumbu_Nov-2018.JPG

Gedenk-Tschörten bei Gokyo/Nepal mit dem Cho Oyu im Hintergrund (26. Nov. 2018)
RK-Gokjo_Nepal-Khumbu_Nov-2018.JPG.JPG



Oh, spannend was ich mit meinem Post da ausgelöst hab :). Aber denk kein besserer Platz für ihn, als in den geliebten Bergen auch für ewig zu bleiben, wobei schon ein guter Zufall, daß Du dort schon warst. Das "Unterwegs nach Hause" leg ich trotzdem nochmals explizit ans Herzen, weil ich das in Anbetracht des immer schneller, höher, weiters was heute oft herrscht, als sehr guten "Gegenpol" sehe. War glaub ich vor dem Poeten des Abgrunds auch schon in einem DAV Jahrbuch...
Titel: Re: Advent 2019 - Woche 3
Beitrag von: RaF am 16.12.2019, 14:06
Und wer mir dafür auch noch eingefallen ist aufgrund meiner Lektüre seiner Bücher: Robert Steiner

Ein Alpinist und Schriftsteller, der immer wieder seine Grenzen ausgelotet hat ( sei es an der Grandes Jorasses Felswand oder "unter Russen) und das vor allem auch spannend und unterhaltsam in die warme gemütliche Stube beim Lesen daheim transportieren konnte. Als "Einstieg" für Interessierte würd ich "Selig, wer in Träumen stirbt" empfehlen, da die Gedanken aufgrund seiner schweren Verletzungen und der Umgang damit weit über "unterhalten" herausgehen. Z.B. "Unter Russen" ist amüsanter aber eben irgendwie nicht ganz so tief.

Und weil wir bei den Russen nun sind...generell immer wieder Respekt, wie unsere osteuropäischen Alpinisten mit Widrigkeiten umgehen. Dazu deshalb der gerade gesehene SPON Artikel als Goodie, denn der ist sogar vom Robert Steiner *g*:
https://www.spiegel.de/reise/fernweh/russische-bergsteiger-die-wahren-helden-der-berge-a-838671.html (https://www.spiegel.de/reise/fernweh/russische-bergsteiger-die-wahren-helden-der-berge-a-838671.html)
Titel: Re: Advent 2019 - Woche 3
Beitrag von: Kalapatar am 16.12.2019, 15:12
Marie Paradis

Jetzt möchte ich auf eine Frau aufmerksam machen, die nicht so bekannt ist: die Französin Marie Paradis. 1786 stiegen Jacques Balmat und Michel-Gabriel Paccard als erste auf den Gipfel des Mont Blanc. 1808 nahm dann Balmat eine junge Frau mit. Und damit erreichte die erste Frau den höchsten Gipfel Europas. Die Herren klagten bei der Rückkehr über Augenschmerzen, Marie hatte damit keine Probleme, weil sie einen „doppelten Flor“ vor den Augen trug, und das Gesicht stark mit Seife eingerieben hatte.
Als wir 1980 das erste Mal in Chamonix waren, hatten wir auch keinerlei Sonnencreme dabei und sahen entsprechend aus. Die Jugend halt!!!

Viele Grüße, Kalapatar
Titel: Re: Advent 2019 - Woche 3
Beitrag von: kogo am 16.12.2019, 18:07
...
Einen Nachdruck seines Buches habe ich auch. Es ist faszinierend zu lesen wenn man Touren gegangen ist die er damals noch ohne Weg gemacht hat.
...


Ein paar Links auf die gescannten Orginalausgaben seiner Bücher:

Aus den Nördlichen Kalkalpen. (https://reader.digitale-sammlungen.de/resolve/display/bsb11183883.html) (Ausgabe von 1874, Bayerische StaatsBibliothek digital)

David Livingstone, der Afrikareisende. Ostafrika von Limpopo bis zum Somalilande (https://reader.digitale-sammlungen.de/resolve/display/bsb11247097.html) (Ausgabe von 1875, Bayerische StaatsBibliothek digital), eine von ihm überarbeite Version der Afrikareisen von David Livingstone.
 
Auch Afrika lag in seinem Fokus. Er beging ja 1876 auf einer Forschungsreise in Afrika im Fieberwahn Suizid.

Einzelne Berichte in diversen Publikationen:

Ein Tag auf den Spitzen der Hinterautaler Kette – Birkkar-, Ödkar-, Marxenkar- und Seekarspitze. (http://www.steinmandl.de/HvB_Birkkarspitze.htm) In: Zeitschrift des Deutschen Alpenvereins 1870/71. E-Text Steinmandl.de

In der Gewitterwolke (https://reader.digitale-sammlungen.de/de/fs2/object/display/bsb11034878_00285.html?zoom=0.9000000000000004) (Bayerische StaatsBibliothek digital).
Bericht von der Erstbesteigung der Ehrwalder Sonnenspitze. (27. Juli 1873)

Ein alter Schmugglersteig (https://reader.digitale-sammlungen.de/de/fs1/object/display/bsb11034877_00143.html)(Bayerische StaatsBibliothek digital).
Wegbeschreibung zur Oberreintalscharte, während der Erstbesteigung des Oberreintalschrofen (Wettersteingebirge) am 26. August 1871.
Titel: Re: Advent 2019 - Woche 3
Beitrag von: Wendei am 16.12.2019, 20:09
Beim "Durchstöbern" des Breitenstein-Gipfelbuches von 1925 entdeckte ich ein Gedicht von Leo Matuschka vom 9.4.1925. Dieses Gedicht fand ich dann im Buch "Junger Mensch im Gebirg" von Leo Matuschka wieder. Das Buch schildert das Klettergeschen  in Kaiser/Karwendel/Dolomiten mit schönen Bildern. Walter Schmidkunz (von "eli" bereits erwähnt) hat das Buch 1932 nach dem Tod von Matuschka an der Civetta  herausgegeben.  [ Es ist nicht erlaubt, Dateianhänge anzusehen. ]  
Titel: Re: Advent 2019 - Woche 3
Beitrag von: geroldh am 16.12.2019, 20:40
#buch#  Eine andere Biographie, die ich bereits vor vielen Jahren sehr interessiert gelesen habe, ist die von Edmund Hillary mit dem Titel "Wer wagt, gewinnt", erschienen 1976 im G.Lübbe-Verlag.
Zum rudimentären alpinen Grundwissen gehört ohnehin, dass im Frühjahr 1953 (Sir) Edmund Hillary zusammen mit Tenzing Norgay Sherpa als Erste den Gipfel des Mt. Everest "besiegt" hatten.
Die Sherpas, ein Volksstamm mit tibetischen Wurzeln, die früher überwiegend als Träger gearbeitet hatten, haben irgendwann ihrem Helden oberhalb von Namche Bazar, dem Hauptort im Khumbu/Nepal, ein solides Denkmal gesetzt.
Interessant jedenfalls, dass es erst vor weniger als einem Monat auch Berücksichtigung in der OSM gefunden hat:
OSM-Knoten "Tenzing Norgay Sherpa (The Gentleman from Chomolungma)" (https://www.openstreetmap.org/node/6992316686#map=17/27.80402/86.71176)

#mountain#  Nun, die Aussicht an der markanten Ama Dablam vorbei auf die höchsten Gipfel der Zentralkette ist von dort schon mal nicht schlecht...  ;)

TenzingNorgaySherpa-NamcheBazar_Nepal-Khumbu_Nov-2018.JPG

Denkmal für Tenzing Norgay Sherpa in Namche Bazar mit dem Mt. Everest im Hintergrund (22. Nov. 2018)
MountEverest-Lhotse_Nepal-Khumbu_Nov-2018.JPG

Der Mount Everest mit dem Lhotse von Namche Bazar aus - auf dem Bergrücken rechts-unten: Tengboche (22. Nov. 2018)
Titel: Re: Advent 2019 - Woche 3
Beitrag von: geroldh am 16.12.2019, 22:39
#secret#  Vor etwa 1½ Jahren war er schon mal auf der "Blauen Couch" gesessen – und vor einem Monat gab es seine "Lebenslinien" zum anschauen...  #gruebeln#

Wer?  Na, vom Bergsteiger, von dem dieses Zitat stammt:
"Ein Gipfel gehört dir erst, wenn du wieder unten bist - denn vorher gehörst du ihm."

Alles klar?  Es ist Hans Kammerlander, der auch schon mind. einmal hat "Pferde kotzen sehen"...

* Die Blaue Couch mit Extrembergsteiger Hans Kammerlander (https://www.br.de/radio/bayern1/programmkalender/ausstrahlung-1395864.html) (ca. 1 Std.?; 20.05.2018; BAYERN 1; Als Podcast verfügbar)
* Lebenslinien mit Hans Kammerlander - Bergsucht (https://www.br.de/mediathek/video/lebenslinien-18112019-hans-kammerlander-bergsucht-av:5d9c7e4e937573001a79ec70) (44 Min.; 18.11.2019; BR Fernsehen; Online bis 13.11.2020)

#advent4#  Wunschpreise: ..., Münchner Skitourenberge: 100 Skitourenziele, Meine Münchner Hausberge, ..., Schneeschuhe  8)
Titel: Re: Advent 2019 - Woche 3
Beitrag von: kogo am 17.12.2019, 00:20
Die erste bayrische Bergsteigerin

Marie von Bayern (eigentlich die Hohenzoller Prinzessin Marie von Preußen), Frau von König Max II und Mutter von Ludwig II dem Märchenkönig war eine begeisterte Bergsteigern. Sie wollte sogar als erste Frau die Zugspitze besteigen. Ihr Ehemann hat ihr allerdings die Besteigung verboten.  Nach dem Tod von Max II stand sie trotzdem als achte Frau auf der Zugspitze.

Noch eine nette Anekdote:
Im Jahr 1854 besuchte Marie von Bayern das Jagdhaus am Tegelberg und ließ sich von einem örtlichen Führer die Namen der umliegenden Gipfel erklären.  Die Kellenspitze, der höchste Tannheimer Gipfel, hieß bis dahin im Volksmund Metzenarsch (Metz = Matz = Prostituierte). Der Mann traute sich den unanständigen Namen nicht zu nennen und taufte den Berg anhand des benachbarten Kars "In der Kelle" Kellenberg. #hihi#

(https://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/thumb/e/ec/Marie_preussen_01.jpg/256px-Marie_preussen_01.jpg) (https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Marie_preussen_01.jpg)
Marie von Bayern
Bild Franz Hanfstaengl [Public domain], via Wikimedia Commons

Podcast auf Radio BR 2 (https://www.br.de/radio/bayern2/sendungen/radiowissen/geschichte/marie-von-bayern-koenigin100.html)
Titel: Re: Advent 2019 - Woche 3
Beitrag von: BFklaus am 17.12.2019, 11:33
"Alkohol, in Maßen genossen, ist auch in größeren Mengen nicht schädlich" #prost#  #glühwein#

Rätselfrage: Von welchem bekannten bayrischen Bergsteiger stammt dieser Spruch?
Titel: Re: Advent 2019 - Woche 3
Beitrag von: Kalapatar am 17.12.2019, 12:07
Ludwig (Wiggerl) Gramminger

Heute möchte ich auf einen Pionier der Bergrettung hinweisen, den Münchner Wiggerl Gramminger. Er leistete Pionierarbeit bei der Bergung aus steilsten Bergwänden. Die spektakulärste Rettung war wohl die des Italieners Claudio Corti per Seilwinde aus der Eiger Nordwand 1957. Nach einem Wettersturz kam es unterhalb der Weißen Spinne zu dem Unglück, von Schweizer Seite hieß es, das Wetter sei für eine Rettung zu schlecht. Der Wiggerl fuhr mit dem VW Bus in die Schweiz zur Kleinen Scheidegg. Nach 8 Tagen konnte nur Corti ohne allzu schwere Verletzungen über den Mittelegigrat zum Eigergipfel gebracht werden. Es war dann letztlich die Zusammenarbeit einer internationalen Rettungsmannschaft, die zum Erfolg führte.

Viele Grüße, Kalapatar
Titel: Re: Advent 2019 - Woche 3
Beitrag von: Kalapatar am 17.12.2019, 12:35
Edmund Hillary und der Ama Dablam

1961 weilte Edmund Hillary mit einer Expedition im Khumbu, um Untersuchungen zur Höhenkrankheit und Akklimatisation durchzuführen. Diese Expedition hatte keine Besteigungsgenehmigung. Während seiner Abwesenheit unternahm eine Gruppe aus seiner Expedition eine illegalen Besteigung der Ama Dablam. Am 13. März 1961 erreichten der Neuseeländer Mike Gill, der US-Amerikaner Barry Bishop und der britische Arzt Michael Ward den Gipfel. Sie bestiegen den Berg über die sogenannte Normalroute, die über den Südwestgrat verläuft.
Die nepalesische Regierung ordnete daraufhin den sofortigen Abbruch der Expedition an. Nach zweiwöchigen Verhandlungen und Zahlung einer Geldstrafe konnte Sir Edmund Hillary die Expedition fortsetzen.

Viele Grüße, Kalapatar
Titel: Re: Advent 2019 - Woche 3
Beitrag von: Kalapatar am 17.12.2019, 13:51
Vielleicht noch ein Hinweis von mir:

Ältere Bilder (z.B. Mont Blanc, Eiger) sind zwar auch von mir, damals gab's aber noch keine digitale Fotografie.  Deshalb habe ich sie eingescannt. Das ist auch der Grund warum sie manchmal nicht so perfekt sind.

Viele Grüße aus dem Mangfalltal,  Kalapatar
Titel: Re: Advent 2019 - Woche 3
Beitrag von: BFklaus am 17.12.2019, 17:08
"Alkohol, in Maßen genossen, ist auch in größeren Mengen nicht schädlich" #prost#  #glühwein#

Rätselfrage: Von welchem bekannten bayrischen Bergsteiger stammt dieser Spruch?

Ein anderer Spruch des ehemaligen "Bergvagabunden" gefällt mir fast noch besser:

"Bei meinen bergsteigerischen Unternehmungen hatte ich stets den Grundsatz: Es kommt nicht auf die Leistung, sondern auf das Erlebnis an"

Die Bergsteigerlegende wurde fast 100 Jahre alt ...
Titel: Re: Advent 2019 - Woche 3
Beitrag von: Bergautist am 17.12.2019, 17:38
"Alkohol, in Maßen genossen, ist auch in größeren Mengen nicht schädlich" #prost#  #glühwein#

Rätselfrage: Von welchem bekannten bayrischen Bergsteiger stammt dieser Spruch?


Ein anderer Spruch des ehemaligen "Bergvagabunden" gefällt mir fast noch besser:

"Bei meinen bergsteigerischen Unternehmungen hatte ich stets den Grundsatz: Es kommt nicht auf die Leistung, sondern auf das Erlebnis an"

Die Bergsteigerlegende wurde fast 100 Jahre alt ...

Ich tippe dann mal auf Anderl Heckmair:

https://www.bergnews.com/bergbrevier/wegpunkte-A-G.php (https://www.bergnews.com/bergbrevier/wegpunkte-A-G.php)
https://de.wikipedia.org/wiki/Anderl_Heckmair (https://de.wikipedia.org/wiki/Anderl_Heckmair)
Titel: Re: Advent 2019 - Woche 3
Beitrag von: berglerin am 17.12.2019, 17:45
Wer auch immer die Idee für den diesjährigen Adventskalender hatte, dem möchte ich ein Kompliment aussprechen!
Dank der Aufgaben sind die Beiträge sehr interessant und informativ.
Euch allen einen gemütlichen Adventsabend!
 #kerze#
Titel: Re: Advent 2019 - Woche 3
Beitrag von: BFklaus am 17.12.2019, 18:00
Ich tippe dann mal auf Anderl Heckmair:


Absolut korrekt!
Als Belohnung drücke ich dir die Daumen, damit du die Schneeschuhe gewinnst  #hihi#
Einen kleinen Standortvorteil hattest du natürlich schon: Der Papa von Anderl Heckmair stammte nämlich aus Bad Aibling, wo seine Famile über Generationen eine Gärtnerei besaß.

Das turbulente Leben des Anderl Heckmair kann man in dem wirklich interessanten Buch "Eigernordwand, Grandes Jorasses und andere Abenteuer" (https://www.buecher.de/shop/bergsteiger/eigernordwand-grandes-jorasses-und-andere-abenteuer/heckmair-anderl/products_products/detail/prod_id/08048483/) nachlesen:
 
Eigernordwand-Grandes-Jorasses-und-andere-Abenteuer.jpg
Titel: Re: Advent 2019 - Woche 3
Beitrag von: almrausch am 17.12.2019, 20:16
Marie von Bayern: die erste bayrische Bergsteigerin #mountain#. Da die normale Kleidung fürs Bergsteigen vollkommen ungeeignet war,  entwarf einfach selbst ein Bergoutfit. Das bestand aus einer Lodenhose und einem kurzen Lodenkleid–. Ein Skandal ! Marie wurde eine richtige Pionierin des Bergsteigens. Mehrere Berge von Schwangau bis nach Berchtesgaden verdanken ihr ihre Gipfelkreuze. Auch die Besteigung der Zugspitze stand auf dem Plan der ehrgeizigen Marie. Allerdings verbot ihr der König diese Tour.  Heute undenkbar !
https://www.br.de/radio/bayern2/sendungen/radiowissen/geschichte/marie-von-bayern-koenigin100.html (https://www.br.de/radio/bayern2/sendungen/radiowissen/geschichte/marie-von-bayern-koenigin100.html)
Almrausch
Titel: Re: Advent 2019 - Woche 3
Beitrag von: kogo am 17.12.2019, 22:21
Marie von Bayern: die erste bayrische Bergsteigerin #mountain#. Da die normale Kleidung fürs Bergsteigen [

Guckst du etwas weiter vorne. Sogar mit Bild!  #sleep# :)
Die erste bayrische Bergsteigerin
Titel: Re: Advent 2019 - Woche 3
Beitrag von: geroldh am 17.12.2019, 22:33
Mehr noch als sein Vorbild, der hier bereits genannte Reinhard Karl, hat Wolfgang Güllich das Klettern revolutioniert. ...

Ah ja, in dem Film ist bei 3:40 Min. der Reinhard Karl kurz zu sehen, dann aber wird Kurt Albert einer der Hauptprotagonisten - auch ein berühmter Bergler !  #mountain#
Tja, bei 7:20 Min. klettert er mit Jeans und Sandalen (Teva’s?) einfach mal so einen 5- Riss hinauf...  8)

Und doch leider auch bei ihm viele Jahre später der tragische Umstand, dass es "Banalitäten" wie z.B. Ablenkung sind, die dann zu seinem Unfalltod geführt haben...
Kurt Alberts verhängnisvolle Fehler (https://www.alpin.de/home/news/6801/artikel_kurts_alberts_verhaengnisvolle_fehler.html) (20.11.2010)
Titel: Re: Advent 2019 - Woche 3
Beitrag von: geroldh am 17.12.2019, 23:25
#mountain# + 8) = #respekt#   Ein "berühmter Bergler" - Keine Frage !  Der Andreas Josef Holzer ...

Zitat von: BR Fernsehen
Andy Holzer hat die höchsten Gipfel aller Kontinente erklommen. 2017 steht er auf dem Mount Everest. Im dritten Anlauf. Eine grandiose Leistung für einen Mann, der ohne seine Frau nicht einmal einkaufen gehen kann.

Andy Holzer: Blind auf die Gipfel der Welt (https://www.br.de/mediathek/video/andy-holzer-blind-auf-die-gipfel-der-welt-av:5d1cdf89859b01001a74dbd1) (6 Min. / online bis 02.07.2020)

Der blinde Bergsteiger Andy Holzer (https://www1.wdr.de/mediathek/video-der-blinde-bergsteiger-andy-holzer-110.html) (58 Min. / verfügbar bis 30.08.2021)

Und dann das: Unfall im eigenen Garten: Andy Holzer verletzt sich schwer (https://www.alpin.de/home/news/29365/artikel_andy_holzer_verletzt_sich_schwer.html) (28.01.2019)
Titel: Re: Advent 2019 - Woche 3
Beitrag von: Kalapatar am 18.12.2019, 09:46
Jon Krakauer

Krakauer arbeitet für die Zeitschrift „Outside“. Bekannt wurde er durch seinen Tatsachenbericht „In eisigen Höhen“, der vom Unglück am Everest 1996 handelt. Er nahm damals in Rob Halls Team teil. Zwei kommerziell geführte Expeditionen gerieten in ein heftiges Unwetter. Mehrere Mitglieder starben infolge Sauerstoffmangels, Entkräftung, Erfrierungen und Abstürzen.
In der Solo Khumbu Region kommt man zwischen Lobuche und Pangboche an mehreren kleinen aufgebauten Grabhügeln vorbei die an das damalige Unglück erinnern. Und auch heute noch, wenn ich diese irrsinnigen Massen sehe, die sich wie eine Ameisenkette vom Basislager bis zum Gipfel Everest rauf bewegen, muss ich oft an diesen Ort denken.

Viele Grüße, Kalapatar
Titel: Re: Advent 2019 - Woche 3
Beitrag von: Kalapatar am 18.12.2019, 10:21
John Tyndall

Der Ire John Tyndall wurde 1820 geboren und war eigentlich Naturwissenschaftler. Der Tyndall Effekt ist nach ihm benannt. Er ist aber auch in der Bergsteigerszene keine Unbekannter: Zusammen mit Edward Whymper und Jean-Antoine Carrel versuchte er mehrmals das, damals als unbesteigbar geltende, Matterhorn zu erklimmen. Mit Joseph Benet und Uli Wenger schaffte er 1861 die Erstbesteigung des benachbarten Weisshorns über den Ostgrat, den heutigen Normalweg.

Viele Grüße, Kalapatar
Titel: Re: Advent 2019 - Woche 3
Beitrag von: geroldh am 18.12.2019, 21:05
#mountain#  Und wen haben wir bisher noch nicht? - Es gibt da noch einige "berühmte Bergler"...

Joe Simpson zum Beispiel, der sein Erlebnis "Sturz ins Leere" in ein Buch niedergeschrieben hat:
Zitat von: Piper-Verlag
Zu diesem Buch:
Im Mai 1985 machten sich die beiden Bergsteiger Joe Simpson und Simon Yates auf, um den 6400 Meter hohen Andengipfel Siula Grande zu erreichen - über die bisher unbezwungene Westwand. Beim riskanten Abstieg stürzt Joe Simpson ab und zerschmettert sich das rechte Knie. Simon kann seinen Partner zunächst noch ein Stück abseilen. Doch dann rutscht Joe über einen Eisabsturz und hängt hilflos am Seil. Simon spürt, wie er unaufhaltsam von seinem Standort gezogen wird. Um sein eigenes Leben zu retten, zerschneidet er das Seil, an dem der verletzte Freund hängt... Wie durch ein Wunder überlebt Joe den Sturz. Drei Tage dauert seine qualvolle Rückkehr ins Basislager. Ein Kampf auf Leben und Tod, gegen Hunger, Durst, Schmerzen und Gefahren. ...

Wer das Buch, 1989 auf Deutsch veröffentlicht, gelesen hat, wird sich daran erinnern, dass Joe völlig entkräftet gerade noch das Basislager kriechend erreicht hat - als dieses unmittelbar vor der Räumung war, weil einfach niemand mehr an seine Rückkehr geglaubt hatte...
Ein Erlebnis, dass man nicht mal seinen ungeliebten Zeitgenossen wünschen mag...
... und wie geschaffen für eine Verfilmung - hier als Dokudrama aus dem Jahr 2003.
Titel: Re: Advent 2019 - Woche 3
Beitrag von: geroldh am 18.12.2019, 21:45
#mountain#  ... seine Bücher bisher noch nicht gelesen - aber vor einigen Jahren mal eine interessante TV-Doku über seine Arbeit und Leben gesehen.

Kurt Diemberger's "Aufbruch ins Ungewisse" wartet also noch auf meine Entdeckung:
Zitat von: Piper-Verlag
Zu diesem Buch:
Er ist der einzige lebende Bergsteiger, der zwei Achttausender als erster und ohne künstlichen Sauerstoff bestiegen hat - den Broad Peak und den Dhaulagiri. Noch mit vierundfünfzig Jahren war der "Kameramann der Achttausender" auf dem K2. Als Bergsteigerlegende ist Kurt Diemberger Vorbild für viele. Mit sechzehn Jahren hat er als Kristallsucher mit dem Bergsteigen begonnen und ist sein ganzes Leben lang immer wieder ins Ungewisse aufgebrochen, ob auf die höchsten Gipfel, in die Bergwüste des Shaksgam, das Hochland von Tibet oder die Urwälder Südamerikas. Nicht allein die Schönheit und Wildheit der Natur, auch die Menschen, die dort leben, ziehen ihn magisch an. An der Chogolisa ist er 1957 der letzte, der Hermann Buhl lebend sieht; 1986 verliert er am K2 seine Berggefährtin Julie Tullis. ...

Kurt Diemberger - Bergsteiger, Pionier, Legende: Teil 1 von 2 (http://www.youtube.com/embed/WWyMn_sIM3E?feature=player_embedded) / Teil 2 von 2 (http://www.youtube.com/embed/GsuCGq64iD4?feature=player_embedded)

#advent4#  Wunschpreise: ..., Münchner Skitourenberge: 100 Skitourenziele, Meine Münchner Hausberge, ..., Schneeschuhe  8)
Titel: Re: Advent 2019 - Woche 3
Beitrag von: bergsepp am 19.12.2019, 14:29
Anton Karg

Er lebte von 1835 bis 1919.
Anton Karg war Verwalter des Städtischen Armenfonds in Kufstein und von 1866 an Mitglied im Bürgerausschuss der Stadt. In diesem Jahr gründete er auch den Kufsteiner Turnverein, aus dem die von ihm zwölf Jahre lang geführte Freiwillige Feuerwehr hervorging. Von 1878 bis 1882 war er Erster Bürgermeister von Kufstein.

Als begeisterter Bergsteiger im Kaisergebirge gründete Karg 1877 die Alpenvereinssektion Kufstein ( damals Sektion Unterinntal ), war ab 1884 deren stellvertretender Vorstandsvorsitzender, ab 1888 zusätzlich ihr Hüttenwart und von 1900 bis 1919 schließlich Vorsitzender. In seine Vorstandszeit fielen die Anlage der zentralen Wanderwege zum Stripsenjochhaus und zur - später nach ihm benannten - Berghütte Hinterbärenbad sowie der Wiederaufbau dieser Hütte nach einem Brand im Jahr 1899.
Auch als Fotograf und Sagensammler vom Kaisergebirge machte er sich einen Namen.
Quelle: Wikipedia

Gruß, bergsepp
Titel: Re: Advent 2019 - Woche 3
Beitrag von: Kalapatar am 19.12.2019, 15:47
Heinz Zak

Er wurde 1958 in Wörgl geboren und hängte schon bald seinen Lehrerberuf an den Nagel um nur noch seiner Leidenschaft des Kletterns und der Bergfotografie nachzugehen. Unter anderem machte er am El Capitan die Standfotos für die Huber Buam bei dem Film „Am Limit“. Sein Lieblingsgebirge in den Alpen ist aber das Karwendel. Die Wirtin der Pfeishütte erzählte mal, dass er beim Fotografieren biwakieren musste, weil extremer Nebel aufkam. Er fand nicht zurück und baute so immer wieder kleine Steinmännchen und behielt diese im Auge um sich nicht zu verlaufen. Am nächsten Tag fand man die dann, abseits des Weges.

Viele Grüße, Kalapatar
Titel: Re: Advent 2019 - Woche 3
Beitrag von: Kalapatar am 19.12.2019, 15:48
Bernd Römmelt

Bernd Römmelt wurde 1968 in München geboren. Seit 2001 arbeitet er als freiberuflicher Fotograf und Reisejournalist. Ein Schwerpunkt seiner Arbeit ist der hohe Norden. Der bekannte Autor veröffentlichte bereits 30 Bildbände. Einige seiner Bilder wurden beim wichtigsten und prestigeträchtigsten Naturfotowettbewerb der Welt, dem Wildlife Photographer of the Year, ausgezeichnet.
Ich habe einen Bildband von ihm über die Allgäuer Alpen. Und wenn ich meine Bilder aus dem Tannheimer Tal da vergleiche muss ich mich hinten anstellen.

Viele Grüße, Kalapatar
Titel: Re: Advent 2019 - Woche 3
Beitrag von: geroldh am 19.12.2019, 20:15
#mountain#  Machen wir einen kleinen Bogen zurück zum Beginn dieser Adventswoche:
Die große klettersportliche (ab III. Grad) Erschließung des Kaisergebirges fand überwiegend in den Jahren um die Jahrhundertwende 1886-1914 statt. Mit dabei waren viele "Haudegen", deren Namen Einzug in verschiedenste Kaiserrouten gefunden haben. Einer unter ihnen war der Franz Nieberl.

Zitat von: Horst Höfler
Franz Nieberl war als gebürtiger Würzburger zwar nur Wahl-Kufsteiner, als solcher jedoch dem Kaisergebirge verbunden wie kaum ein anderer. Der "Kaiserpapst", wie man Nieberl teils respektvoll, teils ein bißchen ironisch nannte, galt als sehr guter Kletterer. Er ging noch am Seil Hans Dülfers - und hat diesen um 54 Jahre überlebt. Franz Nieberl, von Beruf Zollbeamter, schrieb zahlreiche Bücher, unter anderem das berühmte Lehrbuch "Das Klettern im Fels", und bearbeitete über Jahrzehnte hinweg den Alpenvereinsführer Kaisergebirge. Nieberl, der Josef Ostler als seinen alpinen Lehrmeister bezeichnete, starb 1968 dreiundneunzigjährig in Kufstein.
Entnommen aus:  Horst Höfler - Kaisergebirge - Rosenheimer Verlagshaus - 1991 - S. 84  (https://www.roberge.de/buch.php?id=16)

#advent4#  Wunschpreise: ..., Münchner Skitourenberge: 100 Skitourenziele, Meine Münchner Hausberge, ..., Schneeschuhe  8)
Titel: Re: Advent 2019 - Woche 3
Beitrag von: geroldh am 19.12.2019, 22:33
#mountain#  Welche Menschen wir als "berühmte Bergler" empfinden, hängt m.E. zu einem großen Teil auch von unserer bzw. deren Nationalität ab. Oft genug erhalten sie nur einen ausreichenden Bekanntheitsgrad im eigenen Land (und ggfs. noch in Anrainerstaaten), international wird es schon schwieriger und ist u.U. verstärkt "szeneabhängig".
Obwohl die britischen Bergsteiger bei der Erkundung der Alpen (und des Himalayas) in einer Pionierrolle waren, sind mir nur wenige (britische) Namen wirklich geläufig. So brachte mich auch erst das Blättern in einem Buch auf Doug Scott, dessen Vorwort für das Buch mir (partiell) recht gut gefällt:

Zitat von: Doug Scott
Vorwort
Warum steigen Menschen auf Berge? Was mich betrifft, lautet die einfache Antwort: weil ich sonst unausstehlich bin. Ich könnte auch sagen, daß mir die Kletterei im Blut liegt. Vor etwa 200 000 Jahren tauchte der Homo sapiens auf dieser Erde auf und begann, sich in kleinen Gruppen gegenseitig beim Jagen und Sammeln zu helfen. Das hat sich erst in den letzten paar tausend Jahren mit der Urbanisierung der Familie geändert.
Das wichtigste Charakteristikum der langen Periode davor bestand darin, daß unsere Vorfahren mit Ungewißheiten und Gefahren zurechtkommen mußten. Um in jenen harten Teiten zu überleben, mußten sie findig, phantasievoll, experimentierfreudig und kooperativ sein.
Was da passierte, das war nicht – wie man Darwin gerne in den Mund legt – the survival of the fittest. Vielmehr überlebten die sozialsten unter unseren Ahnen. ...
Während des Bergsteigens läßt man ja nicht nur jeglichen materiellen Besitz zurück, der nicht unbedingt lebensnotwendig ist, sondern wirft auch jeden überflüssigen Gedanken ab, wenn man sich ausschließlich, Stunde für Stunde, Tag für Tag, auf den nächsten Schritt konzentrieren muß.
...
Entnommen aus:  Christine Gee, u.a. - Auf dem Gipfel - Gedanken vom höchsten Punkt der Erde - Piper-Verlag - 2004 - S. 7

#advent4#  Wunschpreise: ..., Münchner Skitourenberge: 100 Skitourenziele, Meine Münchner Hausberge, ..., Schneeschuhe  8)
Titel: Re: Advent 2019 - Woche 3
Beitrag von: bergsepp am 20.12.2019, 14:26
Hans Ertl ( 1908 - 2000 )

Hans Ertl verbrachte sein Kindheit und Jugend in Urschalling am Chiemsee.

Als Bergsteiger wurde er zu Beginn der 1930er Jahre durch die Erstbegehungen der Nordwände der Königspitze (5. Sept. 1930 mit Hans Brehm) und des Ortlers (22.Juni 1931 mit Franz Schmid) bekannt. Beide Wege tragen heute den Namen Ertlweg, insbesondere die Nordwand des Ortlers zählt noch immer zu den schwierigsten Eiswänden der Ostalpen. 1934 nahm er an der von Günter Oskar Dyrenfurth geleiteten Internationalen Himalaya Expedition ins Karakorum teil. Ertl gelang dabei mit Albert Höcht am 12. Aug. die Erstbesteigung des 7422 Meter hohen Sia Kangri.

1953 wurde Ertl Teilnehmer der von Karl Herrligkoffer geleiteten Willy-Merkel-Gedächtnis-Expedition, die sich die Erstbesteigung des Achttausenders Nanga Parbat zum Ziel gesetzt hatte. Er begleitete Hermann Buhl bis zum letzten Hochlager in 6900 m Höhe, von wo aus diesem dann der Gipfelerfolg glückte.
(Wikipedia)

Gruß, bergsepp
Titel: Re: Advent 2019 - Woche 3
Beitrag von: bergsepp am 20.12.2019, 14:46
Und Hettie Dyhrenfurth

Sie stellte 1934 mit der Besteigung des Westgipfel des Sia Kangri (7315 m) einen Höhenweltrekord für Frauen auf, der 20 Jahre lang Bestand hatte.
Für ihre Himalaya-Expeditionen in den Jahren 1930 und 1934 wurde sie zusammen mit ihrem Mann Günter Oskar Dyhrenfurth, im Rahmen der Olympischen Sommerspiele 1936 in Berlin mit dem Olympischen Bergsteigerpreis Prix olympique d`alpinisme ausgezeichnet.
(Wikipedia)
Titel: Re: Advent 2019 - Woche 3
Beitrag von: Martl am 20.12.2019, 15:03
Reinhold Messner

ist sicher auch kein Unbekannter ;)
Er hat eine Bergsteiger-Epoche geprägt, mit vielen Erstbesteigungen und Rekorden.
Da braucht man sonst eigentlich nicht viel Schreiben, wohl fast jeder kennt seine Geschichten, Bücher, Interviews, Talkshow-Auftritte, Verfilmungen oder Vorträge.
Auch in der Politik hat er sich ja engagiert...

Gruß
Martl
Titel: Re: Advent 2019 - Woche 3
Beitrag von: Reinhard am 20.12.2019, 16:13
Endspurt! Nurn noch ein paar Stunden, dann ist die Chance für dieses Jahr vorbei ...
Titel: Re: Advent 2019 - Woche 3
Beitrag von: RaF am 20.12.2019, 16:20
#mountain#  Welche Menschen wir als "berühmte Bergler" empfinden, hängt m.E. zu einem großen Teil auch von unserer bzw. deren Nationalität ab. Oft genug erhalten sie nur einen ausreichenden Bekanntheitsgrad im eigenen Land (und ggfs. noch in Anrainerstaaten), international wird es schon schwieriger und ist u.U. verstärkt "szeneabhängig".

Da hat er wohl absolut recht und deshalb fällt mir gerade auch noch jemand ein, der viel bewegt hat aber bei uns im Norden recht unbekannt sein dürfte: Julius Kugy
Slowenischer Schriftsteller, Alpinist und Botanist hat er sehr große Teile der Julischen Alpen bestiegen (viel im Klettermodus, über 50 Erstbegehungen ) und auch beschrieben. Eigentlich ein Humanist und Pazifist wurde er dann in den Strudel des WW1 gezogen und hatte dort als Soldat auch sehr viel im Gebirgskrieg mit seiner Erfahrung beigetragen. Ich müsste daheim nachschauen, aber in manchen WW1 Büchern waren da sehr beeindruckende Geschichten von (Erst)Durchstieg einer Wand im Dunkeln ( da ja sonst die anderen ihn entdeckt und erschoßen hätten währenddessen ) und ähnlichem.
Nach dem Krieg kümmerte er sich nur mehr um die Schriftstellerei, tja bis der nächste Krieg ihn dann auf die Seite der Partisanen brachte und auf der er dann 1944 in Triest auch starb ( die genauen Umstände sind mir gerade nicht bekannt ).

Wer sich in den julischen Alpen oder den Bergen rund um den Wischberg bewegt, wird aber sicher immer wieder über seinen Namen stolpern - von daher ist er in gewissem Sinne unsterblich geworden.
Titel: Re: Advent 2019 - Woche 3
Beitrag von: Martl am 20.12.2019, 17:53
nicht zu vergessen sind die

Huberbuam, also Thomas und Alexander Huber

Die beiden haben sicher einige, die sich vorher gar nicht für's Klettern interessiert haben, auf den Geschmack gebracht.
Und sei es nur, wie bei mir, es mir ab und zu anzuschauen  ;)

Sie haben seit rund 20 Jahren viele tolle Leistungen vollbracht, die meisten werden sie aus div. Vorträgen, Filmen und Fernsehbeiträgen kennen.

https://huberbuam.de/de/home.html (https://huberbuam.de/de/home.html)


Gruß
Martl
Titel: Re: Advent 2019 - Woche 3
Beitrag von: geroldh am 20.12.2019, 19:53
:laugh:  So, jetzt hat Martl "ihn" also doch noch genannt...  ;)

... dann bringe ich hier ergänzend noch den Peter Habeler mit ein, der zu einer Zeit, als mein Fokus noch kaum auf das Bergsteigen lag, viele große Touren auf der ganzen Welt absolviert hatte.
Doch so richtig bekannt wurde er eben mit Reinhold M., als beide am 8. Mai 1978 erstmals "den Berg der Berge", den Mt. Everest, ohne zusätzlichen Sauerstoff bestiegen hatten.
Mitte September gab es im BR Fernsehen zu später Stunde eine Doku hierüber - "Mount Everest - Der letzte Schritt" - die aber leider nur eine Woche in der Mediathek zur Verfügung stand.
Doch in der Mediathek von ServusTV gibt es aus dem Jahr 2017 einen ca. 7 Min. Beitrag über dieses Wagnis:
MENSCHEN ABENTEUER LEIDENSCHAFT: Peter Habeler – ...  (https://www.servustv.com/videos/aa-1sjfsdu5s2112/)

Und noch eine amüsante Anekdote fällt mir zu diesem Namen ein:
Der Peter Habeler ist doch tatsächlich mal unserem Patago in den Bergen begegnet - oder war es umgekehrt?
Allgäuer und Lechtaler Alpen, 4. Tag
Von der Stuttgarter Hütte ...
... und Sie fragen mich, ob ich mich auch mit dem Filmteam unterhalten habe und ob ich den älteren Herren erkannt hätte. Leider nicht. Wie sich heraus stellte handelte es sich um Peter Habeler. Ich habe mich soeben mit einem der Besten Bergsteiger der Welt unterhalten und ich Depp  #schaem#  erkenne ihn nicht  #asche# . ...

Kleiner Trost: Wahrscheinlich wäre es mir ähnlich ergangen, denn dafür ist Peter Habeler nicht "bärtig" genug...  ;)

#advent4#  Wunschpreise: ..., Münchner Skitourenberge: 100 Skitourenziele, Meine Münchner Hausberge, ..., Schneeschuhe  8)
Titel: Re: Advent 2019 - Woche 3
Beitrag von: Reinhard am 20.12.2019, 23:38
Lieber roBerge-User!

Wie die meisten schon mitbekommen haben, wurde gestern der Server unseres Providers gehackt. Die Ursache wurde inzwischen gefunden und beseitigt. roBerge.de war aber deshalb für ca. 1,5 Stunden nicht erreichbar.
Da es evtl. jemanden unter Euch gab, der noch am letzten Abend einen Beitrag im Rahmen unseres Adventsspiels schreiben wollte, verlängern wir die Frist für die Beiträge vom Freitag um 12 Stunden, also bis Samstag, 21.12.2019 12:00 Uhr.

Wir bitten, die Unannehmlichkeiten zu entschuldigen, auch wenn sie nicht durch roBerge.de verschuldet wurden.

Vielen Dank!
Titel: Re: Advent 2019 - Woche 3
Beitrag von: geroldh am 20.12.2019, 23:49
So mancher Name hätte beim Motto „Menschen, berühmte Bergler“ noch genannt werden können.
Doch mein letzter Beitrag für diese 3. Adventswoche soll keinem (Extrem)Bergsteiger oder Kletterer gelten, sondern ist den vielen unbekannten Menschen gewidmet, die den Weg „über die höchsten Berge der Welt“ gegangen sind, um aus ihrer Heimat Tibet zu fliehen, damit die Chance auf ein besseres und vor allem freieres Leben zu haben. Doch dieser Weg war nicht ungefährlich:

Zitat von: Maria Blumencron
Köln, im Winter 1997
...
Auf dem Zweiten erhasche ich gerade noch das Ende eines Beitrags ... Das nächste Thema der Sendung: tibetische Kinder, die ohne ihre Eltern über den Himalaya nach Indien flüchten. Die Fotos eines erfrorenen Mädchens – nicht älter als zehn – und eines noch kleineren Jungens werden gezeigt. Ein Bergsteiger war zufällig auf ihre Leichen gestoßen, als er illegal das tibetisch-nepalesische Grenzland durchstreifte.
Der Anblick dieser Kinder trifft mich genau da, wo ich am verwundbarsten bin. Verloren, verlassen, von ihren Eltern über das höchste Gebirge der Welt ins Exil geschickt – mit dünnen Stoffschuhen an den Füßen, die kleinen, zerbrechlichen Finger nicht einmal durch warme Handschuhe geschützt. Ich ahne, wie kalt es da oben ist in den Nächten und wie knapp die Luft zum Atmen. Ich weiß, wie häßlich Erfrierungen aussehen. Bergsteigen ist so ziemlich das einzige, was ich recht gut kann.
...
Entnommen aus:  Maria Blumencron – Flucht über den Himalaya - Tibets Kinder auf dem Weg ins Exil – Piper-Verlag - 2003 - S. 26

Das Foto des erfrorenen Mädchens dürfte ggfs. dieses hier sein:
Bildschirmfoto (Ausschnitt).jpg

Screenshot (Ausschnitt): Quelle YouTube (http://www.youtube.com/embed/tZeuKXrM1gk?feature=player_embedded)

Für Maria Blumencron war es mitunter die Initialzündung, im Jahr 1999 sowohl nach Tibet, als auch nach Nepal zu reisen, um dort einen Dokumentarfilm über diese Situation zu machen. Dieser wurde dann als Dokumentation 'Flucht über den Himalaya' (ZDF im April 2000) gesendet.

Auch ich war zu dieser Zeit zufällig in der Nähe, d.h. im Khumbu/Nepal unterwegs, hatte aber damals noch nichts hierüber gewußt, bis ich einige Jahre später auf das erste gleichnamige Buch gestossen bin.
Im verg. Jahr wollte ich den alten Handelsweg bzw. die Flüchtlingsroute bis zum Grenzpass hinauf erkunden (inkl. Biwak-Übernachtung), doch vor allem eine heftige Erkältung zwang mich zur Planänderung. Diese Route aus Tibet/China ist seit einigen Jahren für den Handel geschlossen, weshalb der Weg hinauf, insbes. über den Gletscher, kaum mehr begangen ist. Entsprechend meiner erkältungsbedingten Schwäche konnte ich wenigstens von der letzten Lodge aus eine Tageswanderung mit minimalstem Gepäck unternehmen – 13:00 Uhr hatte ich mir als „Umkehrpunkt“ gesetzt, um noch vor der Dunkelheit wieder an der Lodge zurück zu sein.

Lunag-Schuhe_Nepal-Khumbu_Nov-2018.JPG

Wie lange mögen diese Schuhe hier auf 5000m in der Nähe von Lunag/Khumbu liegen? (29. Nov. 2018)
Lunag_Nepal-Khumbu_Nov-2018.JPG

Für ein (Nacht)Lager auf 5000m nur der dürftigste Schutz: Nähe von Lunag/Khumbu (29. Nov. 2018)
Dzibko_Nepal-Khumbu_Nov-2018.JPG

Im nepalesisch-tibetischen Grenzgebiet: Dzibko/Khumbu (29. Nov. 2018)

Wer mehr erfahren möchte, was sich dort vor etwa 20 Jahren ereignet hatte, dem seien die Bücher von Maria Blumencron empfohlen – das dritte mit einem der Flüchtlings“kinder“ Chime als Co-Autorin:
- Flucht über den Himalaya - Tibets Kinder auf dem Weg ins Exil (2003)
- Auf Wiedersehen, Tibet - Auf der Flucht durch Eis und Schnee  (2008)
- Kein Pfad führt zurück - Aufbruch in ein neues Leben (2011)

Für Jugendliche gibt es dieses Thema von Iris Lemanczyk als Erzählung:
- Das verlorene Land - Eine Flucht aus Tibet (2007; Empfohlenes Alter: ab 10 Jahren)  (http://irislemanczyk.de/das-verlorene-land/)

Ergänzung:
Es gibt einiges an Literatur, die z.B. das (frühere?) Leben in Tibet beschreiben.
Ich hatte dieses hier von Ama Adhe gelesen - und es ist mit Sicherheit keine leichte Lektüre:
- Doch mein Herz lebt in Tibet - Die bewegende Geschichte einer tapferen Frau (dt. Ausg. 2008; amerik. Originalausg. 1997)


#advent4#  Wunschpreise: ..., Münchner Skitourenberge: 100 Skitourenziele, Meine Münchner Hausberge, ..., Schneeschuhe  8)
Titel: Advent 2019 - Woche 3 die Gewinner
Beitrag von: Reinhard am 21.12.2019, 19:26
Liebe Bergfreunde!

Die Verlosung der dritten und letzten Kalenderwoche ist gelaufen. Es freut uns, heute folgende Gewinner bekannt zu geben:

GeroldH: Meine Münchner Hausberge
RaF: Von Von den Bergen bin ich ganz weg
Kalapatar: ErlebnisWandern mit Kindern
Kogo: Kalender Tirol 2020
BFklaus: Unsere Bergheimat – Lieblingsziele …
MANAL: Mü Skitourenberge
Chtransalp10:  Skiführer "Berchtesgadener/Chiemgauer"

Allen Gewinnern sagen wir  #glueckwunsch#

Bitte teilt uns die Versandadresse mit, sofern sich dies in der letzten Zeit geändert hat. Ansonsten erfolgt der Versand an die uns bekannte Adresse. Da einige Verlage Weihnachtsferien haben, könnte der Versand im schlimmsten Fall erst Anfang Januar erfolgen.

Was noch fehlt, das ist der Gewinner der Schneeschuhe.
Er/sie steht schon fest, aber wir wollen Euch noch ein wenig auf die Folter spannen ...  ;)
  #geschenk2#

Titel: Re: Advent 2019 - Woche 3
Beitrag von: Reinhard am 21.12.2019, 19:49
Sondergewinn:
Der Verlag Plenk in Berchtesgaden hat uns noch zwei Exemplare des Wanderführers "Magisches Salzburger Land" zur Verfügung gestellt. Diese gehen an Martl und Berglerin.   Herzlichen Glückwunsch!
Auch Ihr teilt uns bitte mit, wohin das Buch gesandt werden soll.
Titel: Berühmte Bergler
Beitrag von: Reinhard am 17.02.2020, 13:34
In unserem letzten Adventsspiel hatten unsere User Gelegenheit, im Forum berühmte Bergler zu nennen und ggf. zu beschreiben. Das wurde erfreulicherweise rege in Anspruch genommen (berühmte Bergler (https://www.roberge.de/index.php/topic,10158.0.html)).
Bei uns gibt es ja seit längerer Zeit die offizielle Rubrik "Menschen", zu finden links in der Seitenleiste unter "Sonstiges".
In dem Adventsspiel wurde auch Persönlichkeiten genannt, die in der Rubrik "Menschen" nicht vorhanden sind.
Sollte jemand Interesse haben, seinen Beitrag des Adventsspiels in die Rubrik "Menschen", dann würden wir diese entsprechend ergänzen. Sendet uns hierzu einfach den etwas aufbereiteten Text an info@roberge.de. Wichtig ist nur, dass die Urheberrechte gewahrt bleiben (Bild und Text, also nichts einfach abschreiben), aber diese Prüfung würden wir selbst vornehmen.