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Das roBerge-Forum => Alle roBerge-Boards => Wer war wo => Thema gestartet von: Reinhard am 05.08.2025, 22:42
Diese Woche gings für einige Tage auf die Seiser Alm in den Dolomiten.
Unsere heutige Anreise dauerte etwa 3,5 Stunden ab Rosenheim, inklusive einer gemütlichen Kaffeepause unterwegs. Mit der Berechtigungskarte für Übernachtungsgäste konnten wir problemlos bis nach Compatsch hinauffahren, wo unsere Unterkunft direkt am Rand der Seiser Alm lag – idealer Ausgangspunkt für die geplanten Unternehmungen.
Nach dem Einchecken in unsere Zimmer war es erst früher Nachmittag – also noch genug Zeit für eine erste Tour. Wir entschieden uns für eine schöne, nicht allzu lange Mountainbikerunde: Zunächst ging es entspannt auf Asphalt, später wurde der Weg schmaler und anspruchsvoller – ein schmaler Steig entlang eines Hangs, der offiziell eigentlich nur für Wanderer freigegeben ist. Unser Ziel war die idyllisch gelegene Contrin Schwaige, die wir trotz einer kleinen Schiebepassage gut erreichten. Dort ließen wir uns – wie könnte es anders sein – einen frisch zubereiteten Kaiserschmarrn schmecken.
Gut gestärkt setzten wir nach einer längeren Fotopause unsere Runde fort und fuhren zu einer Almkäserei, wo wir unser Abendessen genossen, selbstverständlich mussten wir hier die Käseplatte testen.
Anschließend radelten wir ganz entspannt zurück nach Compatsch und ließen den ersten Tag bei herrlichem Bergpanorama auf die Geislergruppe gemütlich ausklingen.
Plattkofelhütte und Mahlknechthütte
Unser heutiges Ziel in der Region Seiser Alm war die Plattkofelhütte. Von unserer Pension in Compatsch aus starteten wir mit dem Mountainbike in Richtung Saltria. Bis dahin auf einer Asphaltstraße, bogen wir bald auf einen Schotterweg ab – zunächst ging es dezent steigend bergauf. Kurz hinter dem Berggasthof Zallinger wurde es dann ernst - ein Schild mit der Aufschrift ,,Only for experts" ließ nichts Gutes vermuten. Dann hieß es: kurz absteigen und die Räder über einen steilen Schotterweg hochschieben. Je näher wir unserem Ziel kamen, desto anspruchsvoller wurde die Strecke, aber letztlich erreichten wir die Plattkofelhütte.
Eigentlich hatten wir geplant, von dort weiter auf den Plattkofel-Gipfel zu steigen. Doch dieser zeigte sich den ganzen Tag über wolkenverhangen, und zusätzlich zogen dunkle Regenwolken auf. Also disponierten wir kurzfristig um, legten eine längere Brotzeitpause ein, inspizierten die Hütte und genossen die Aussicht.
Da uns durch den entfallenen Gipfelaufstieg etwas Zeit geblieben war, entschieden wir uns für eine ausgedehnte Rückfahrt. In einem weiten Bogen fuhren wir hinauf zur Mahlknechthütte, genossen dort kurz die Aussicht auf Langkofel und Rosszähne, bevor es auf abwechslungsreichen Wegen hinunter in die tiefergelegenen Bereiche der Seiser Alm ging. Schließlich kehrten wir auf einfachen Sträßchen und Wiesentrails wieder zurück nach Compatsch.
Statistik: 25 km, 1040 hm
Wetter: Es blieb trocken!
Jede Menge Menschenmassen in Compatsch
Auffahrt
Irgendwo auf der Seiser Alm
Auffahrtsweg
Plattkofelhütte
Heute stand ein besonderes Highlight auf dem Programm: die Tierser-Alpl-Hütte. Spektakulär auf 2.444 m Höhe gelegen, thront sie auf einem Sattel zwischen der Schlerngruppe und dem Rosengarten (Naturpark Schlern-Rosengarten).
Unser Startpunkt war wieder Kompatsch auf der Seiser Alm. Auf Asphalt ging es zunächst zur Edelweißhütte, wo wir eine kurze Kaffeepause einlegten. Danach folgten wir einem Schotterweg bis zur Mahlknechthütte. Hier trennte sich auch die Spreu vom Weizen, für die Touristen begann hier wieder der Rückweg zurück nach Kompatsch, während wir eine Halbzeit einlegten. Von hier waren es nur wenige Minuten hinunter zu einer Wegekreuzung am Saltria-Bach – dem Beginn des anspruchsvollsten Abschnitts der Tour.
Der Weg wurde nun deutlich steiler, teils lose geschottert, teils mit steilem Betonpflaster befestigt. Es war eine Herausforderung, durchgehend im Sattel zu bleiben. Schöne Ausblicke auf Langkofel & Plattkofel. Bald wurde es wieder sehr flach und es kamen die markanten Roßzähne in Sicht – eine Kette eindrucksvoller Felstürme, die zur Schlerngruppe gehören. Der höchste ist der Große Roßzahn mit 2.653 m.
Schließlich erreichten wir die gut besuchte Tierser-Alpl-Hütte und wurden mit einem tollen Dolomitenpanorama belohnt. Bei strahlendem Sonnenschein ließen wir uns eine ausgedehnte Brotzeit schmecken – gefolgt von Kaffee und Kuchen. Wir hatten ja Zeit.
Für die Rückfahrt nahmen wir zunächst denselben Weg – einige steile Passagen lassen sich für Ungeübte besser schieben als fahren. Bei der Kreuzung am verließen wir den Auffahrtsweg und fuhren hinab ins idyllische Tal des Tanetsch-Baches. Auf leichtem Schotter ging es einige Kilometer stetig bergab zur Tirler Alm – hier wieder reger Touristenbetrieb – und weiter nach Saltria. Die letzten Kilometer rollten wir gemütlich auf Asphalt zurück nach Kompatsch.
Tour-Statistik:
• 980 hm
• 21,5 km
• ca. 4–4,5 Std. reine Fahrzeit
• Schwierigkeit: mittel
• Wetter: sonnig und warm, bei der Hütte etwas windig
• Bis zur Mahlknechthütte viele Wanderer unterwegs
Mahlknechthütte
Langkofel und Plattkofel
Rosszähne
Tierser Alpl
Molignon von der Tierser Alpl
Nach der etwas anstrengenderen Mountainbiketour auf die Tirser Alpe stand am nächsten Tag etwas Gemütlicheres auf dem Programm. Wir unternahmen eine Fahrt quer durch die Seiser Alm. Die sogenannte Hüttentour führt an zahlreichen Einkehrmöglichkeiten vorbei – zwei davon steuerten wir selbst an. Den genauen Tourenverlauf zeigt die Karte im Anhang.
Dank der hervorragenden Fernsicht konnten wir in der Ferne markante Gipfel erkennen, darunter den Ortler, den höchsten Berg Südtirols, die Puez-Geisler-Gruppe sowie die Marmolata, den höchsten Berg der Dolomiten.
Die Temperaturen waren sommerlich warm, und wie zu erwarten, herrschte auf den unteren Wegen reger Betrieb. Auch die Hütten waren gut besucht.
Karte
Marmolata
Puez-Geisler-Gruppe
Schlern mit Ortler
Drei Zinnen
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