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#1
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Wenn euch etwas an den Änderungen stört oder ihr Verbesserungsvorschläge habt, gebt uns Bescheid – wir reagieren flexibel und passen gerne nach.


#danke1#
#2
Zitat von: Bergler am Gestern um 22:15Was ich gemacht habe
Ich habe mir die Ebene ,,Historische Karte" im BayernAtlas angeschaut (ausdrücklich nicht die ,,Zeitreise"-Karten – das ist dort eine andere, separate Kartenserie) und den dort verzeichneten Perlsteig-Verlauf digital nachgezeichnet:
Aus meiner Erfahrung mit der Erkundung des Mangfallgebirges kann ich bestätigen, dass die historische Kartenansicht oft noch zusätzliche und teils besser erkennbare Informationen über alte Steige liefert als die Zeitreise im vergleichbaren Zeitraum. Dabei ist zu beachten, dass je nach Vergrößerung zwei verschiedene Ansichten existieren. Die mit der größten Zoomstufe ist dabei oft die bessere.

Bayernatlas historisch (Beispiel)
#3
#hallo# Servus Bergler,
vielen Dank für deine weiteren Ergänzungen (inkl. Routen-Analyse) - und auch das darin enthaltene Lob. :)

In der Tat hatte ich mich bisher nur auf die "Zeitreise-Karten" im BayernAtlas fokussiert, in der Annahme, dort über die verg. Jahrzehnte die beste Information heraus zu lesen - die Ebene "Historische Karte" hatte ich, sofern anderswo im Gebirg' angeklickt, lediglich als eine (skizzierte) "Vorstufe" betrachtet.

Zitat des PopUp-Fensters zur Historische Karte:
ZitatDie Historische Karte zeigt die Positionsblätter im Maßstab 1 : 25 000, die in den Jahren um 1860 entstanden sind. In den hohen Zoomstufen wurde die Uraufnahme aus den Jahren 1808 – 1864 hinterlegt.
Weitere Informationen zu Historischen Karten sind im Internetauftritt des LDBV zu finden.
Legende: Uraufnahme

In der Tat ist darin der Perl-Steig durchgehend skizziert (als "Wellenlinie") - und nun (auch) für mich leicht zu erkennen, dass dieser an besagter Stelle - meine Annahme "trichterförmige Sackgasse" - markant nach Ost ausholt, um das botanisch-felsige Band zu umgehen und die nächste "Ebene" mit dem "Brunnen" zu erreichen.
Da der Verlauf offenbar in das felsige Steilgelände der Walchhütten-Wand hinein führt, könnte dies möglicherweise die frühere (und auch aktuelle) "Schlüsselstelle" der Route sein. Vielleicht wurden dort ähnliche "Sicherungsseile und -stifte" angebracht, wie beim anderen Holzknechte-Steig vorgefunden.

Hinweis:
Die von mir bezeichnete "Rote Wand" - auch (relativ klein) von der Fischunkel-Alm zu erkennen, befindet sich ca. 150 m westlich vom "Brunnen" (Br.) - und rechts-oberhalb(!) vom "Ausstiegs-Graben" - und setzt sich dann als Felswand bis unter das Hals-Köpfl fort. Neben dem Original-Verlauf (noch zu erkunden) scheint dieser anspruchsvolle und wilde Aufstieg die "einzige" gute Möglichkeit zu sein (zweimal intuitiv gefunden), das Gelände nach oben hin zu verlassen.

Somit sollte für mich bei Gelegenheit einem dritten, dann ggfs. erfolgreichen Durchstieg auf der Original-Route, nichts entgegen stehen... ;)

PS: Das "Feuer wurde neu entfacht"... und das derzeit stabile Wetter gilt es zu nutzen...
Werde nun schnell den Rucksack packen und noch heute Nachmittag zum Königssee fahren... #bisbald#

PPS: 25.-28.06.26: Berchtesg. Alpen: NaturNah über'm Königssee (Burgstall)
#4
Servus geroldh,

zuerst einmal ein ganz herzliches Dankeschön für dein ausführliches Update vom 30.06.! Für einen so ehrlichen, detailreichen Bericht mit allen Sackgassen und Zweifeln bin ich dir wirklich sehr dankbar – das ist für alle, die diesen historischen Steig auch noch gehen wollen, reines Gold. Ich interessiere mich schon länger für diesen Steig und wollte nach deinem Update meinen eigenen kleinen Beitrag zur Diskussion leisten – nicht aus eigener Begehung, sondern aus etwas Kartenrecherche, die vielleicht für den nächsten Anlauf hilfreich sein könnte.


Was ich gemacht habe
Ich habe mir die Ebene ,,Historische Karte" im BayernAtlas angeschaut (ausdrücklich nicht die ,,Zeitreise"-Karten – das ist dort eine andere, separate Kartenserie) und den dort verzeichneten Perlsteig-Verlauf digital nachgezeichnet: vom Uferweg (Nr. 424) am Obersee (ca. 575–630 m) bis zur Walchhütte auf 1507 m. Die Linie ist dort komplett durchgängig eingetragen, was mich überrascht hat – in deinem allerersten Post dieses Threads hattest du ja erwähnt, dass die gepunktete Linie im Hang irgendwann aufhört. Vielleicht war damit eine andere Kartenserie/-epoche gemeint, oder die ,,Historische Karte"-Ebene zeigt schlicht eine andere (frühere?) Aufnahme als die, die du damals eingesehen hattest.

Der Kartenverlauf im Detail – und der Abgleich mit deinem Bericht
Ich habe die eingezeichnete Linie mit deinen Höhen- und Geländeangaben aus dem Update verglichen, und einiges passt erstaunlich gut zusammen:
  • 575–800 m: Abzweig vom Uferweg, entspricht ungefähr deinem beschriebenen Einstiegsbereich beim ,,Zustiegswäldchen".
  • 875–1090 m: Hier zeigt die historische Linie ein auffällig enges, sehr regelmäßiges Zickzack mit vielen kurzen Kehren. Das deckt sich fast wörtlich mit deiner Beschreibung, wonach der Steig ab ca. 800 m Schwindelfreiheit fordert und ,,geschickt natürliche, schmale Geländekanten" mit ,,kleinen, geschlagenen Stufen" im Zickzack nutzt. Das ist für mich die verlässlichste Übereinstimmung der ganzen Route.
  • 1090–1150 m: Ab hier wird das Zickzack in der Karte spürbar lockerer und weiträumiger – ein deutlicher Stilwechsel. Das könnte in etwa der Bereich sein, in dem du den Verhauer bei ,,ca. 1000 m" beschreibst (die falsche, gut sichtbare Spur Richtung Grünfläche, mit dem unscheinbaren Links-Knick als richtigem Weg). Die Höhen passen nicht exakt, liegen aber nah beieinander – ganz sicher bin ich mir hier nicht.
  • 1147–1345 m: In diesem Abschnitt zeigt die Karte mehrere scharfe, unregelmäßige Richtungswechsel – ungewöhnlich im Vergleich zum sonstigen Zickzack-Muster. Das passt gut zu deiner beschriebenen ,,Ratlosigkeit" im oberen zweiten Drittel (~1300 m) und zum anschließenden grünen Felsband.
  • ~1507 m: Die Linie endet an der Walchhütte. Das liegt sehr nah an deiner beschriebenen ,,roten Wand" bei ca. 1500 m, unter der du standest, bevor du dich für den Weg über den Graben Richtung Rotofen entschieden hast.
Die für mich spannendste Erkenntnis
Die historische Karte bestätigt offenbar genau das, was du nur vermutet hattest: dass die Original-Route über die (heute verfallene) Walchalm bzw. Walchhütte verläuft. Diesen letzten Abschnitt bist du bei deinem zweiten Versuch aber nachweislich nicht gegangen – du bist bei der roten Wand nach rechts in einen Graben ausgewichen und dann streng südwärts auf die Geländeschulter ,,Rotofen" (~1610 m), wo du auf den markierten Wandersteig getroffen bist, ohne über die Walchhütte zu kommen.
Interessant finde ich, dass in deinem Fazit ja selbst schon eine gewisse Reue mitschwingt (,,vielleicht doch links-oben weiterprobieren, nach einem Schlupf im Gelände suchen") – das liest sich für mich fast wie ein Eingeständnis, dass die Rechts-Entscheidung am grünen Felsband die eigentliche Weichenstellung war, an der man von der historischen Linie abgekommen ist. Falls diese Einschätzung stimmt, läge die entscheidende Stelle irgendwo zwischen ca. 1300 und 1450 m, kurz bevor die alte Linie die Walchhütte erreicht.
Ein Detail dazu, das mich zusätzlich neugierig macht: Du hattest im Fazit ja selbst vermutet, dass es dort oben vielleicht einen ,,Schlupf" im Gelände geben könnte. Wenn ich mir die Reliefdarstellung im BayernAtlas an genau dieser Stelle anschaue, verdichtet sich bei mir der Eindruck, dass dort tatsächlich ein schmaler Durchgang existieren könnte – das würde sehr gut zu deiner Vermutung passen und wäre für einen dritten Versuch vielleicht der entscheidende Ansatzpunkt.

Meine Fragen an dich (und alle anderen hier)
  • Du hattest im PS deines Updates angedeutet, in den nächsten Tagen noch ein paar Fotos nachzureichen – so wie ich das lese, ging es dabei eher um den Burgstallsteig bzw. Holzknechtsteig. Falls dabei zufällig auch Aufnahmen vom Perlsteig selbst dabei sind, wäre ich für jeden Abschnitt dankbar: vom Einstiegsbereich, von der Verhauer-Stelle (~1000 m) und vom grünen Felsband (~1300–1450 m). Und auch an alle anderen hier: Hat sonst noch jemand GPS-Daten, Wegpunkte oder Fotos von irgendeinem Abschnitt dieser Route?
  • Kennt jemand den letzten Abschnitt zur Walchhütte (ca. 1450–1507 m) aus eigener Anschauung? Das wäre der einzige Teil der historischen Linie, zu dem es bislang gar keine aktuelle Rückmeldung gibt – niemand im Thread scheint ihn bisher begangen zu haben.
Falls gewünscht, stelle ich gerne meine beiden Kartenausschnitte hier ein – wollte den Beitrag aber nicht unnötig aufblähen, ohne zu wissen, ob das für euch überhaupt hilfreich ist.
Ganz herzlichen Dank auch nochmal für die gesamte Mühe, die du dir mit diesem und den früheren Berichten gemacht hast – ich weiß das wirklich sehr zu schätzen! Am Rande hast du ja am Ende deines Updates auch noch den Burgstallsteig sowie den (gleich doppelten) Holzknechtsteig erwähnt. Falls du dazu irgendwann mehr schreibst oder schon etwas dazu vorliegen hast – das würde mich ebenfalls sehr interessieren, das klingt nach weiteren spannenden vergessenen Wegen in der Gegend!

Beste Grüße und weiterhin viel Erfolg bei der Spurensuche! 
#5
Servus nochmal.
Am Samerberg ist die Bruchfeldstrasse zum Waldparkplatz wegen Teerarbeiten bis Sonntag 19.07. gesperrt.
Ciao!
Harald

IMG_4506.jpeg
#6
Servus!
Forststrasse von Trockenbachtal zum Spitzsteinhaus ist im oberen Teil wieder gesperrt. Laut Taferl bis 06.10.26. Dieses steht erst 50m vor der Baustelle. Baumstämme liegen gestapelt quer über der Straße.
Ciao!
Harald
#7
Tag 2:

Nach dem Frühstück machten wir uns auf den Weg zur Ötzi-Stele. Die anspruchsvolle Überschreitung des Jochkopf-Kammes erwies sich als abwechslungsreich und weist teilweise klettersteigähnlichen Charakter auf.

Nach etwa zwei Stunden erreichten wir das Tisenjoch mit der Ötzi-Stele. Von hier eröffnet sich auch ein eindrucksvoller Blick hinunter zum Vernagtsee. Vermutlich lässt sich die Stele sogar vom See aus erkennen. Der eigentliche Fundort des Mannes aus dem Eis befindet sich etwa 70 Meter nordöstlich der Stele.

Auf die ursprünglich geplante Besteigung der Fineilspitze (knapp 400 Höhenmeter) verzichteten wir aus Zeitgründen, schließlich wartete noch ein zusätzlicher Abstieg von rund 1.300 Höhenmetern auf uns. Für den Rückweg wählten wir den nordöstlichen Steig, der zunächst über ein Schneefeld und anschließend weitgehend flach zur Martin-Busch-Hütte hinabführt.

Dort ließen wir uns den wohlverdienten Kaiserschmarrn schmecken und genossen den herrlichen Blick auf den gegenüberliegenden Mutmalferner. Anschließend ging es über die letzten sieben Kilometer zurück nach Vent – für mich per E-Bike, während mein Begleiter den gesamten Rückweg weiterhin zu Fuß bewältigte.

Auch hier gibt es viel mehr Fotos und Einzelheiten auf Brombas Berge !


Kurzinfo:

Datum: 09.07.2026

Ziel: Ötzi-Fundstelle

Ausgangspunkt: Similaunhütte

Route: Similaunhütte - Jochkopfkamm - Fundstelle - Martin-Busch-Hütte - Vent

Wegbeschaffenheit: Kammüberschreitung anspruchsvoll, kurz bis T2/T3

Wetter: wolkenlos



Mitten in den Jochköfeln.jpg
Der Grat heißt meist ,,Jochköpfe" (Plural), auch "Jochköfel". Die einzelnen Gipfel werden als ,,Jochkofel" bezeichnet.


Ötzi-Fundstelle und Fineilspitze.jpg
Ötzi-Stele


Schneefeld unter dem Tisenjoch.jpg
Schneefeld unter dem Tisenjoch


Unterhalb des Tisenjoch.jpg
Von links: Mutmalspitze - Hintere Schwärze - Westliche Marzellspitze - Similaun


Mutmalferner.jpg
Mutmalferner
#8
Diese Woche waren zwei roBergler – @Bergautist und ich – unterwegs, um uns ein Bild von der Similaunhütte und ihrer Umgebung zu machen.


Tag 1:

Der Aufstieg begann in Vent. Laut Beschilderung ca. 2,5 Stunden bis zur Martin-Busch-Hütte. Den teilweise recht holprigen Weg konnte ich mit dem E-Bike abkürzen, während mein Begleiter zu Fuß unterwegs war. Nach einer kurzen Stärkung ging es gemeinsam weiter in Richtung Similaunhütte. Der Weg verläuft überwiegend flach und dauert rund zwei Stunden. Die Abzweigung zur Ötzi-Fundstelle ließen wir rechts liegen, da der Abstecher erst für den nächsten Tag für den Abstieg vorgesehen war.

Weiter ging es an der neuen und später an der alten Schäferhütte vorbei. Sie dienten den Hirten jahrhundertelang als spartanische Unterkunft während des Sommers, bis 2011 weiter talabwärts die neue Almhütte errichtet wurde. Die Ritzungen am Gebäude , siehe Foto, sind quasi das historische ,,Gästebuch" der Hirten, die sich hier während der langen, einsamen Sommerwochen verewigten.

Mit zunehmender Höhe boten sich immer eindrucksvollere Ausblicke auf die umliegenden Gletscher. Kurz vor der Hütte musste auf knapp unter 3.000 Metern noch ein Schneefeld gequert werden, bis wir schließlich unser Tagesziel erreichten.

Die Similaunhütte liegt auf 3.019 Metern Höhe direkt an der Grenze zwischen dem österreichischen Tirol und dem italienischen Südtirol. Sie befindet sich in Privatbesitz, wird jedoch ähnlich wie eine Alpenvereinshütte geführt. Von der Hütte bietet sich ein herrlicher Blick auf den Similaun (3.597 m). Gleichzeitig kann man von hier aus auf die Südtiroler Seite (zum Vernagtsee) hinunterblicken.

Eine ausführliche Beschreibung mit weiteren Bildern unseres Aufstiegs findet sich auf der Seite von Bergautist.


Kurzinfo:

Datum: 08.07.2026

Ziel: Similaunhütte

Ausgangspunkt: Vent, Ötztal

Route: Vent - Martin-Busch-Hütte - Similaunhütte

Wegbeschaffenheit: meist holpriger Forstweg

Gefahrenpotential: ---

Wetter: bedeckt, später Nieselregen

Hütteninfo: Übernachtung: Martin-Busch-Hütte voll ausgebucht, Similaunhütte noch Plätze frei

insgesamt ca. 1100 Höhenmeter


Martin-Busch-Hütte.jpg
Martin-Busch-Hütte


Weg zur Simmilaun.jpg
Foto von der Abfahrt (Tag 2)


Similaunhütte noch weit entfernt.jpg
Die Similaunhütte ist noch weit, ca. 1,5 Std. entfernt


Alte Schäferhütte.jpg
Die alte Schäferhütte


Similaun.jpg
Der abendliche Similaun, von der Hütte aus gesehen.


(Tag 2 folgt)
#9
Sonstiges / aktuelle Sperrungen
Infothek - Gestern um 08:54
Schrofen: Aufgrund von Bodenbewegungen rund um den Schrofen Gipfel herrscht hier Betreten auf eigene Gefahr.
Quelle
#10
Sonstiges / aktuelle Sperrungen
Reinhard - Gestern um 08:51
Aufgrund von Bauarbeiten ist der Innradweg West zwischen der Staustufe an der Moosbachstraße kurz vor dem Floriansee und dem Happinger See gesperrt. Die Umleitung ist ausgeschildert.  Quelle