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Autor Thema: Hohe Kiste (Estergebirge) am 03.06.17  (Gelesen 855 mal)

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Offline MANAL

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Hohe Kiste (Estergebirge) am 03.06.17
« am: 03.06.2017, 23:50 »
Pfingstsamstag alle Straßen nach Süden sind schon von früh an voll und Staugefahr überall. Also mal wieder die passende Tour suchen. Die Wahl fiel auf die Hohe Kiste im Estergebirge die ich schon seit langen machen wollte. Perfekte Wahl für heute, für jemand der in München an der A95 wohnt praktisch staufrei in kurzer Zeit erreichbar. Der Stau beginnt erst nach der Anschlußstelle Eschenlohe am Autobahnende.  #hihi#

Da ich kein Frühaufsteher bin komme ich erst gegen 10 Uhr am kostenfreien Wanderparkplatz in Eschenlohe an und hab Glück einen der letzten Plätze zu ergattern.

Für den Aufstieg wähle ich den Weg über das Kistenkar da ich gelesen habe dass sich das Kar nicht zum abfahren eignet. Dann lieber den steilen Weg im Aufstieg.

Die größten Schwierigkeiten gestalten sich beim Zustieg vom Parkplatz zum Weg ins Archtal rein. Beschildert ist unten fast nichts und in den Aufstiegshängen gibt es jede Menge kleiner Pfade und Forstwege. Aber dank den Openstreetmap-Karten auf meinem Smartphone findet sich der richtige Weg und löst Fragezeichen an manchen Gabelungen.
Der Weg durch das Kistenkar wird offiziell nicht mehr gepflegt und ist unmarkiert! Recht am Anfang sind diesbezüglich auch Schilder aufgestellt. Ebenfalls wird auf die zu erwartenden Schwierigkeiten mit dem üblichen Schild für Trittsicherheit usw. hingewiesen.

Anfangs geht es recht steil und teilweise verwachsen die bewaldeten Hänge westlich der Archtallaine hoch. Danach quert man flacher die steilen Hänge in das Tal rein. Hier muss man ein paar Runsen queren in denen der Weg teilweise abgerutscht ist. Trittsicherheit sollte hier schon vorhanden sein. Ab ca. 1200m wird das Tal flacher und man kommt in das Kistenkar rein. Der Blick geht nach oben in die langen Schutthänge wo ich einige andere Bergsteiger sehe die sich da langsam hochquälen. Bis auf ca. 1500m geht es aber überraschenderweise noch recht bequem auf einem Serpentinenpfad dahin. Erst dann wird der Hang immer steiler und man muss schon suchen wo man am bequemsten hochkommt. Alte verblichene rote Markierungen zeigen wenn man noch auf dem Weg ist. Es wird aber immer brösliger und steiler und man muss aufpassen wohin man tritt. Nur wenig ist hier wirklich fest. Hier überhole ich schnell noch eine Gruppe ausländischer Studenten von denen ein paar sichtlich am Limit operieren... War auch eine gute Entscheidung. Als ich schon am Austieg bin höre ich es unten rumpeln und sehe wie sie einen größeren Felsbrocken losgetreten haben. Zum Glück war aber sonst niemand unten denen.
Das Finale des Kistenkars ist ein kleiner Felsriegel mit einer wenig ausgesetzten Ier-Kraxelstelle über 1-2m. Danach noch auf Felsbänder die letzten paar Meter hoch und der Grat ist erreicht.
Von hier dann durch die Latschen zum Gipfel der Hohe Kiste.

Aussicht ist wunderschön. Tief unten liegt der Ausgangspunkt. Der Blick geht bis zum Ammer- und Starnberger See die man noch im Dunst erkennen kann. Richtung Südwesten das Estergebirge mit seinem Hochplateau und dem Krottenkopf. Im Südosten kann man noch das Karwendel erkennen. Es ist angenehm warm und der Gipfel auch nie zu voll. Ich mache Brotzeit und bleibe eine dreiviertel Stunde hier oben nachdem keinerlei Gewittergefahr herrscht.

Anschließend mache ich mich auf den Abstiegsweg. Ich entscheide mich gegen den Normalweg der direkt ins Pustertal herunterzieht und gehe weiter an der Jagdhütte vorbei bis zum Abstiegsweg über das Möseltal. Hier ist wieder Einsamkeit pur. Man steig in das Möselkar ein und quert absteigend zum Möselgratl und biegt dort in das Pustertal ein wo man kurz oberhalb der idyllischen Almflächen der Pustertal-Jagdhütte auf den Normalweg trifft.

Wer Einsamkeit liebt sollte über das Möselkar gehen, dort ist kaum was los. Allerdings ist der Weg auch stellenweise etwas "robuster".

Von der Jagdhütte geht es dann in den westseitigen Hängen des Pustertals mal mehr, mal weniger steil nach unten. Drahtseilgesichert quert man auf einem kurzem Band eine Steilwand bevor man zu einer Abzweigung kommt. Rechts geht es runter zum langweiligen und längeren Forstweg, links geht es auf dem Hahnbichlsteig weiter. Auch hier weist ein Warnschild darauf hin, dass der Weg "nur für Geübte" sei und "nicht bei Nässe und Dunkelheit" benutzt werden soll.
Wofür das Warnschild steht entschließt sich mir nicht. Ein Großteil des Wegs geht über Forststraßen und die restlichen Pfade sind auch nicht nennenswert schwierig. Weder ist irgendwo etwas ausgesetzt oder technisch schwierig. Ein Waldpfad der bei Nässe wegen der vielen Wurzeln sicher nicht optimal wäre, aber die Warnung ist völlig übertrieben...

Fazit:
- Beeindruckender, aber anstrengender und steiler Aufstieg durch das Kistenkar. Einen Abstieg empfehle ich nicht unbedingt. Hab andere Bergsteiger gesehen die verzweifelt Schuttrinnen zum Abfahren gesucht haben und dann doch frustriert langsam abgestiegen sind. Auf jedem Fall sollte man für den steilen Schutthang Trittsicherheit haben und oben bei der Felsstufe ist Schwindelfreiheit angenehm.
- Alternativ über deutlich leichtere Wege besteigbar. Bis kurz unter dem Gipfel auch über eine Fahrstraße zur Jagdhütte mit dem MTB machbar. Waren auch einige Radler am Gipfel.
- Toller Aussichtsberg hoch über dem Loisachtal.

Fotos:
- Aufstieg durch das steile Kistenkar
- Tolle Aussicht ins Loisachtal
- Blumenpracht am Gipfel
- Hochplateau Estergebirge und Krottenkopf
- Hohe Kiste und das Kistenkar von Eschenlohe aus
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roBerge.de

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« am: 03.06.2017, 23:50 »

Frank Steiner

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  • Gast
Re: Hohe Kiste (Estergebirge) am 03.06.17
« Antwort #1 am: 04.06.2017, 00:23 »
Die größten Schwierigkeiten gestalten sich beim Zustieg vom Parkplatz zum Weg ins Archtal rein.


Dafuer kann man hier das Archtal von seiner schoensten Seite erleben, bevor man nach der Jagdhuette ins Kar wechselt. OSM kennt diesen Zustieg nicht. #guckstdu# http://www.familiesteiner.de/wandern/archtallaine/