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Autor Thema: Mehrtägige Rundtour im Bereich der Tannheimer Kletterberge  (Gelesen 1498 mal)

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Offline Kalapatar

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Hallo zusammen

Ich war die letzten Tage in den Tannheimern. Die Südwände von Gimpel, Howiesler etc. sind ja bekannte Kletterberge. Doch ich habe mich für eine Rundtour von der Bad Kissinger zur Tannheimer Hütte und dem Gimpelhaus entschieden.

Tag 1:

Start war in der kleinen Ortschaft Grän, wo es vom Tannheimer Tal ins Engetal geht. Auf einem großen Parkplatz kann man sein Auto stehen lassen und geht dann recht gemütlich ca. 2,5h hoch zur schön gelegenen Bad Kissinger Hütte. Nach einer Stärkung bin ich weiter ohne Rucksack auf den Hausberg der Hütte zum Aggenstein. Das letzte Stück ist hier mit einem nagelneuen Seil gesichert. Man sollte schon trittsicher sein. Von dort hat man einen tollen Blick in die Tannheimer Berge und auf der anderen Seite bis nach Füssen und zum Forggensee. Man kann sogar Schloß Neuschwanstein erkennen. Einen großen Teil meines weiteren Weges konnte ich hier studieren. Dann zurück zur Hütte, die Tagesgäste waren zum großen Teil verschwunden, und man konnte auf der Terrasse eine Brotzeit genießen.
Ich hatte ein Zimmer im neu renovierten Anbau der Hütte: sehr schön und gemütlich.

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« am: 29.09.2016, 11:06 »

Offline Kalapatar

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Tag 2: Von der Bad Kissinger Hütte zur Otto Mayr Hütte

Nach einem ausgiebigen Frühstück ging es ein kurzes Stück des gestrigen Aufstieges zurück, und dann weiter auf dem Höhenweg Richtung Füssener Jöchle. Schon bald zweigt hier ein Steig nach links Richtung Brentenjoch ab (auch hier gibt es ein Brentenjoch). Von dort oben hat man die Tannheimer Klettergipfel Rote Flüh und Gimpel im Blickfeld und von der anderen Seite grüßt der gestrige Aggenstein. Auf der Südseite geht es jetzt runter zur Seebenalpe und von dort über den Gräner Höhenweg zum Füssener Jöchle hoch. Nach einer Stärkung in der Sonnenalm (hierher kann man von Grän mit der Gondel hochfahren) bin ich weiter ins Reintaler Jöchle gestiegen und von dort abwärts ins Reintal, an den Nordwänden von Roter Flüh und Gipel vorbei zur urigen Otto Mayr Hütte. An dieser Stelle gibt es gleich drei Hütten, die Füssener, die Otto Mayr und die Willi Merkl Hütte (letztere ist aber nicht zugänglich). Es waren auch einige Biker unterwegs, die von Musau aus durchs Reintal hochgefahren sind. Wer mag kann hier auch noch den Aussichtsberg die Große Schlicke mitnehmen.
Bei offenem Fenster konnte man die ganze Nacht die Brunftschreie der Hirsche hören.

Offline Kalapatar

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Tag 3: Von der Otto Mayr Hütte zum Gimpelhaus

Der Hüttenwirt hat Recht behalten: es regnete in Strömen. Also habe ich mir mit dem Frühstück Zeit gelassen. Was tun? Nach kurzer Diskussion mit den Einheimischen, die mir versprachen, dass es mittags besser wird bin ich mit Regenschirm los zur Musauer Alm runter. Und tatsächlich es wurde immer weniger. Ich habe noch ein wenig gewartet und den noch immer deutlich hörbaren Hirschen zugehört. Dann bin ich hoch zum Sabachjoch. Das war zum Teil eine richtige Schlammschlacht. Plötzlich war ich einige Zentimeter größer weil sich unter meinen Schuhen sich soviel Matsch festgesetzt hatte. Es war schmierig und sehr rutschig. Hinter dem Sabachjoch wurde es dann besser und der Abstieg zur Tannheimer Hütte war okay. Diese Hütte erleidet wohl das gleiche Schicksal wie die Riesenhütte bei uns: Man diskutiert mit den Verantwortlichen über eine Modernisierung, wegen verschiedener Auflagen bleibt sie bis auf weiteres geschlossen. Im nahen Gimpelhaus habe ich übernachtet und konnte, jetzt auf der Südseite, mich an manche Kletterei vergangener Tage in der Gimpelsüdwand erinnern. Ein wundervoller Sonnenuntergang über dem Haldensee schloss diesen Tag ab.

Offline Kalapatar

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Tag 4: letzter Tag in den Tannheimer Bergen

Heute war mein letzter Tag in den Tannheimern. Nochmals ein Blick auf die Südwände, dann Abstieg nach Nesselwängle. Von dort fährt ein Bus bis nach Grän zum Parkplatz.
Über den Plansee bin ich zurückgefahren. Da kommt man direkt an Schloss Linderhof vorbei. Also hier nochmals gehalten und etwas für die Kultur getan.

Es waren ein paar schöne Tage. Die Anstiege sind moderat und der Weg leicht, solange man die Gipfel wegläßt. Man kann die Tour fast beliebig verlängern. Die drei Hütten waren alle sehr gut, mit neuen Duschen und sehr netter Bewirtung.

Viele Grüße, KaPa