Dummy

Autor Thema: Reinersberg am 19.07.2016  (Gelesen 1147 mal)

0 Mitglieder und 1 Gast betrachten dieses Thema.

Offline BFklaus

  • roBergler
  • Beiträge: 949
  • Geschlecht: Männlich
Reinersberg am 19.07.2016
« am: 20.07.2016, 14:16 »
In einer Hitliste der „vergessenen“ Berchtesgadener Sommer-Gipfel dürfte der Reinersberg, der südliche Nachbar des Touristenmagnets Schneibstein, ganz weit oben stehen. Obwohl sich die technischen Schwierigkeiten für Auf- und Abstieg eher in Grenzen halten (W4/W3 laut AV-Führer unter Randzahl 2842/2851) ist die Wegfindung nicht so einfach. Außerdem sind im unübersichtlichen Karstgelände unzählige scharfkantige Karren zu überschreiten und eine Reihe größerer und kleinerer Dolinen zu umgehen.

Bis zur Königstalalm (Foto 01) läuft man auf breiten Almwegen. Hinter der Alm, im Geschirrwald, folgte ich einem gut sichtbaren Treibersteig nach Osten, der direkt auf die Bockskehle zu läuft. Im Schatten der Königstalwand weidete hier eine größere Kuhherde. Weiter ging es zunächst in südlicher, dann in südöstlicher Richtung auf dem „Reinersbergbrückerl“ genannten Steig, der recht gut mit Steindauben markiert ist. Wichtig ist, eine Abzweigung nach links, hinauf ins Reinersbergtal, nicht zu verpassen, weil man sonst in einer Senke am östlichen Ende der Rothspielscheibe raus kommt.

Schließlich erreichte ich einen großen Kessel auf der Südseite des Reinersbergs. Man kann jetzt, wie im AV-Führer vorgeschlagen, den Steindauben Richtung Windschartenkopf folgen, wo man auf den Wanderweg Schneibstein – Seeleinsee („Kleine Reibn“) trifft, und auf diesem Richtung Schneibstein wandern, bis sich eine passende Gelegenheit ergibt, zum Reinersberg aufzusteigen. Ich wählte eine direktere Aufstiegsvariante, indem ich den Kessel ostseitig umging und in einer breiten Rinne weglos Richtung Gipfel aufstieg. In der Rinne hielt sich eine größere Gamsherde auf. Ein kleiner Teil davon zeigt Foto 02. Um die Tiere nicht übermäßig zu beunruhigen, bewegte ich mich im Schneckentempo am äußersten Rand der Rinne entlang.

Der höchste Punkt des Reinersbergs trägt kein Gipfelkreuz, sondern ist mit einigen Steinhaufen und einer Tafel mit Bibelzitat versehen (Foto 03).  Der Ausblick auf das Hagengebirge ist von hier oben großartig, besonders gut sind natürlich die Nachbarn Windschartenkopf, Fagstein, Kahlersberg und Rothspielscheibe zu sehen. Die sonst so dominanten Berchtesgadener Watzmann und Hochkalter verschwanden heute leider völlig unter einer Wolkendecke.

Über Karrengelände stieg ich weglos zum Wanderweg ab und wanderte gemächlich zum Schneibstein weiter. Vorher war noch ein Altschneefeld zu überqueren (Foto 04). Am Schneibstein-Gipfel erlebte ich dann das Kontrastprogramm zum einsamen Reinersberg: mindestens 30 Wanderer teilten sich den Gipfel vor einer bemerkenswerten Geräuschkulisse - die unvermeidlichen Smartphones  waren allgegenwärtig.

Nach einem schnellen Abstieg war Zeit für Kaffee und Kuchen im Stahl-Haus. Auf halbem Weg zum Jenner ergab sich später ein schöner Rückblick auf die Tour (Foto 05). Ganz links ist der Schneibstein zu erkennen, in der Mitte der Reinersberg mit der Bockskehle zur Linken und ganz rechts ragt der Windschartenkopf in den Himmel.

Zurück nach Hinterbrand passierte ich die Mitterkaseralm, nahm den Krautkasersteig und bog tatsächlich zum Krautkaser ab, wo ich am Weidzaun entlang bis zum Waldrand ging. Dort trifft man auf den von Hinterbrand zur Brettgabel hoch führenden Jagersteig.

roBerge.de

  •  
    •  
Werbung
« am: 20.07.2016, 14:16 »