Zecken!!!

Begonnen von Christian M., 18.04.2007, 14:14

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geroldh

Zitat von: Reinhard am 02.08.2022, 22:48Ich kenne übrigens zwei "Zecken-Zentren": ... 
@Reinhard: Du kannst davon ausgehen, dass das ganze roBerge-Gebiet "zecken-verseucht" ist. 
Insbesondere auch der Pendling - Ziel eurer letzten gemeinsamen Tour - ist so ein "Hot-Spot", wie ich es auch am Ende des letzten Berichts von meiner "alternativen" Pendling-Runde erwähnt hatte... 

Zitat von: Bergautist am 03.08.2022, 08:20... In der Schweiz geht es schon bis 1500 m rauf! Im Artikel wird auch die 800 m-Grenze angesprochen. Das weist darauf hin, dass der BR-Beitrag schon uralt sein muss. 
@Bergautist: Das (Ur)Alter des Beitrages (wie angemerkt "SWR 2021") ergibt sich auch aus dem Text bei 23:35+ Min. ...  ;) 
Bzgl. der "800m-Grenze" wird hier vom Mittelgebirge gesprochen (27:07 Min.) - es mag eine "wissenschaftliche" Höhengrenze sein - die roBerge stehen südlicher, und da geht's m.E. bis auf 1400m (z.B. Heuberg) hinauf... 

Für mich die Kernaussage in diesem Bericht:
Die mit FSME-Viren infizierten Zecken sind "üblicherweise" in einem eher abgegrenzten Gebiet, oft an Waldrändern (= Mäuse-Population), zu erwarten. 

So, ich gehe jetzt naturnah "zecken-sammeln"... 

Bergautist

Zitat von: gpsbein am 03.08.2022, 08:58Danke für den Link, wenn auch verseucht, in zweierlei Hinsicht. Neben viel js idt da ja noch ein cookie banner von pfizer - DEM FSME-Impfstoffhersteller. Das könnte man zumindest skeptisch sehen, obwohl mir die Zahlen plausibel vorkommen. Mglw. schleppen Weidetiere und auch das Wild Zecken von niedrigeren Lagen i.d. Höhe.
Es reichen schon Mäuse!

gpsbein

Zitat von: Bergautist am 03.08.2022, 08:20
Zitat von: gpsbein am 03.08.2022, 07:40Da Zecken auch mindestens stundenlang unter Wasser überleben, oder auch den Waschgang unter 60 Grad überstehen, würde ich Sauerstoffmangel ausschließen. Die Biester sind extrem zäh. Vermutlich wird es ihnen mangels interessanter Düfte einfach zu langweilig in der Tüte. Nochmal zur Höhe und Zeckenvorkommen: kennt jemand wissenschaftliche Quellen, die evtl. hierzu Aussagen treffen? Ansonsten müsste man wohl beim Institut für Tropenmedizin, bzw. bei den Parasitologen nachfragen.
Auf dieser Javascript verseuchten Seite fand ich etwas:

https://www.zecken.de/de/news/achtung-bergfreunde-zecken-breiten-sich-im-gebirge-aus

In der Schweiz geht es schon bis 1500 m rauf! Im Artikel wird auch die 800 m-Grenze angesprochen. Das weist darauf hin, dass der BR-Beitrag schon uralt sein muss.

Danke für den Link, wenn auch verseucht, in zweierlei Hinsicht. Neben viel js idt da ja noch ein cookie banner von pfizer - DEM FSME-Impfstoffhersteller. Das könnte man zumindest skeptisch sehen, obwohl mir die Zahlen plausibel vorkommen. Mglw. schleppen Weidetiere und auch das Wild Zecken von niedrigeren Lagen i.d. Höhe.

Bergautist

Zitat von: gpsbein am 03.08.2022, 07:40Da Zecken auch mindestens stundenlang unter Wasser überleben, oder auch den Waschgang unter 60 Grad überstehen, würde ich Sauerstoffmangel ausschließen. Die Biester sind extrem zäh. Vermutlich wird es ihnen mangels interessanter Düfte einfach zu langweilig in der Tüte. Nochmal zur Höhe und Zeckenvorkommen: kennt jemand wissenschaftliche Quellen, die evtl. hierzu Aussagen treffen? Ansonsten müsste man wohl beim Institut für Tropenmedizin, bzw. bei den Parasitologen nachfragen.
Auf dieser Javascript verseuchten Seite fand ich etwas:

https://www.zecken.de/de/news/achtung-bergfreunde-zecken-breiten-sich-im-gebirge-aus

In der Schweiz geht es schon bis 1500 m rauf! Im Artikel wird auch die 800 m-Grenze angesprochen. Das weist darauf hin, dass der BR-Beitrag schon uralt sein muss.

gpsbein

Zitat von: Bergautist am 03.08.2022, 07:20
Zitat von: gpsbein am 03.08.2022, 06:47
Zitat von: Bergautist am 02.08.2022, 23:11
Zitat von: geroldh am 02.08.2022, 21:59Heute im BR-Vorabendprogramm gab's eine interessante Gesundheits-Doku über diese "urzeitlichen Mistviecher" (waren die überhaupt schon mal zu etwas gut?):
Vorsicht, Blutsauger - Forscher auf Zeckenjagd (29 Min.)
Vmtl. da es eine ARD-Fremdproduktion ist - SWR 2021 - nur eine Woche bis 09.08.2022, 14:28 Uhr online.
Die Behauptung, dass Zecken nur bis 800 m Höhe vorkommen, darf man getrost als Märchen betrachten.  Alle Zecken, die ich heuer trotz intensiver Schutzmaßnahmen eingesammelt habe (ca. 10), warteten deutlich über 800 m auf mich. Und wenn ich an den Galgenstangenkamm im Karwendel denke, waren die Viecher auch über 1600 m noch präsent!
Lagen diese Exemplare auch sicher in dieser Höhe auf der Lauer, oder waren das mglw. Talimporte? Persönlich habe ich noch nie über 1100hm das Vergnügen gehabt, trotz reichlich Gelegenheit. 1050hm war bislang mein persönlicher Rekord. Meine Vermutung war bisher immer, dass mit zunehmender Höhe die verschneite Zeit länger und daher die Gelegenheit für Blutmahlzeiten geringer ausfällt. Allerdings können die Biester ja auch jahrelang ohne Blut überleben...
Dieses Jahr habe ich übrigens schon 19 Stück gesammelt, weshalb ich irgendwann den Start unter 1200hm aufgegeben hab, bzw. unterhalb dieser Höhe nur noch Forstwege nutze. Alle Exemplare im östlichen Mangfallgebirge gesammelt, stets  im Wald und nie auf Wiesen. Zecken lieben es feucht und ziehen sich in der Trockenheit des Sommers eher in die Laubschichten zurück um nicht auszutrocknen
Gute Information, danke!
Das einzige, was sicher ist: Meine heurigen Zeckensammeltouren hatten große Weglosanteile und starteten zumeist oberhalb von 800 m ü.NN., und das regelmäßig auf Forststraßen. Das mit der Nässe würde bei mir passen! Komisch: Ich sammle alle Zecken in einer verschließbaren Plastiktüte, zur eventuellen Nachverfolgung von Infektionen. Nach wenigen Stunden bewegt sich nichts mehr. Trockenstarre oder Luftmangel?
Da Zecken auch mindestens stundenlang unter Wasser überleben, oder auch den Waschgang unter 60 Grad überstehen, würde ich Sauerstoffmangel ausschließen. Die Biester sind extrem zäh. Vermutlich wird es ihnen mangels interessanter Düfte einfach zu langweilig in der Tüte. Nochmal zur Höhe und Zeckenvorkommen: kennt jemand wissenschaftliche Quellen, die evtl. hierzu Aussagen treffen? Ansonsten müsste man wohl beim Institut für Tropenmedizin, bzw. bei den Parasitologen nachfragen.

Bergautist

Zitat von: gpsbein am 03.08.2022, 06:47
Zitat von: Bergautist am 02.08.2022, 23:11
Zitat von: geroldh am 02.08.2022, 21:59Heute im BR-Vorabendprogramm gab's eine interessante Gesundheits-Doku über diese "urzeitlichen Mistviecher" (waren die überhaupt schon mal zu etwas gut?):
Vorsicht, Blutsauger - Forscher auf Zeckenjagd (29 Min.)
Vmtl. da es eine ARD-Fremdproduktion ist - SWR 2021 - nur eine Woche bis 09.08.2022, 14:28 Uhr online.
Die Behauptung, dass Zecken nur bis 800 m Höhe vorkommen, darf man getrost als Märchen betrachten.  Alle Zecken, die ich heuer trotz intensiver Schutzmaßnahmen eingesammelt habe (ca. 10), warteten deutlich über 800 m auf mich. Und wenn ich an den Galgenstangenkamm im Karwendel denke, waren die Viecher auch über 1600 m noch präsent!
Lagen diese Exemplare auch sicher in dieser Höhe auf der Lauer, oder waren das mglw. Talimporte? Persönlich habe ich noch nie über 1100hm das Vergnügen gehabt, trotz reichlich Gelegenheit. 1050hm war bislang mein persönlicher Rekord. Meine Vermutung war bisher immer, dass mit zunehmender Höhe die verschneite Zeit länger und daher die Gelegenheit für Blutmahlzeiten geringer ausfällt. Allerdings können die Biester ja auch jahrelang ohne Blut überleben...
Dieses Jahr habe ich übrigens schon 19 Stück gesammelt, weshalb ich irgendwann den Start unter 1200hm aufgegeben hab, bzw. unterhalb dieser Höhe nur noch Forstwege nutze. Alle Exemplare im östlichen Mangfallgebirge gesammelt, stets  im Wald und nie auf Wiesen. Zecken lieben es feucht und ziehen sich in der Trockenheit des Sommers eher in die Laubschichten zurück um nicht auszutrocknen
Gute Information, danke!
Das einzige, was sicher ist: Meine heurigen Zeckensammeltouren hatten große Weglosanteile und starteten zumeist oberhalb von 800 m ü.NN., und das regelmäßig auf Forststraßen. Das mit der Nässe würde bei mir passen! Komisch: Ich sammle alle Zecken in einer verschließbaren Plastiktüte, zur eventuellen Nachverfolgung von Infektionen. Nach wenigen Stunden bewegt sich nichts mehr. Trockenstarre oder Luftmangel?

gpsbein

Zitat von: Bergautist am 02.08.2022, 23:11
Zitat von: geroldh am 02.08.2022, 21:59Heute im BR-Vorabendprogramm gab's eine interessante Gesundheits-Doku über diese "urzeitlichen Mistviecher" (waren die überhaupt schon mal zu etwas gut?):
Vorsicht, Blutsauger - Forscher auf Zeckenjagd (29 Min.)
Vmtl. da es eine ARD-Fremdproduktion ist - SWR 2021 - nur eine Woche bis 09.08.2022, 14:28 Uhr online.
Die Behauptung, dass Zecken nur bis 800 m Höhe vorkommen, darf man getrost als Märchen betrachten.  Alle Zecken, die ich heuer trotz intensiver Schutzmaßnahmen eingesammelt habe (ca. 10), warteten deutlich über 800 m auf mich. Und wenn ich an den Galgenstangenkamm im Karwendel denke, waren die Viecher auch über 1600 m noch präsent!
Lagen diese Exemplare auch sicher in dieser Höhe auf der Lauer, oder waren das mglw. Talimporte? Persönlich habe ich noch nie über 1100hm das Vergnügen gehabt, trotz reichlich Gelegenheit. 1050hm war bislang mein persönlicher Rekord. Meine Vermutung war bisher immer, dass mit zunehmender Höhe die verschneite Zeit länger und daher die Gelegenheit für Blutmahlzeiten geringer ausfällt. Allerdings können die Biester ja auch jahrelang ohne Blut überleben...
Dieses Jahr habe ich übrigens schon 19 Stück gesammelt, weshalb ich irgendwann den Start unter 1200hm aufgegeben hab, bzw. unterhalb dieser Höhe nur noch Forstwege nutze. Alle Exemplare im östlichen Mangfallgebirge gesammelt, stets  im Wald und nie auf Wiesen. Zecken lieben es feucht und ziehen sich in der Trockenheit des Sommers eher in die Laubschichten zurück um nicht auszutrocknen

Bergautist

Zitat von: geroldh am 02.08.2022, 21:59Heute im BR-Vorabendprogramm gab's eine interessante Gesundheits-Doku über diese "urzeitlichen Mistviecher" (waren die überhaupt schon mal zu etwas gut?):
Vorsicht, Blutsauger - Forscher auf Zeckenjagd (29 Min.)
Vmtl. da es eine ARD-Fremdproduktion ist - SWR 2021 - nur eine Woche bis 09.08.2022, 14:28 Uhr online.
Die Behauptung, dass Zecken nur bis 800 m Höhe vorkommen, darf man getrost als Märchen betrachten.  Alle Zecken, die ich heuer trotz intensiver Schutzmaßnahmen eingesammelt habe (ca. 10), warteten deutlich über 800 m auf mich. Und wenn ich an den Galgenstangenkamm im Karwendel denke, waren die Viecher auch über 1600 m noch präsent!

Reinhard

Ich kenne übrigens zwei "Zecken-Zentren":

Der Grashügel wenige Meter neben der Aueralm (er ist auch als gefährdet beschildert).
Im Wendelsteingebiet nähe Mitteralm (da kann uns vielleicht @Chtransalp10 den genaueren Ort nennen ??)

Und bei uns in den Innauen (Rosenheim-Nord) sind die Wiesen ebenfalls übersäht ...

geroldh

Heute im BR-Vorabendprogramm gab's eine interessante Gesundheits-Doku über diese "urzeitlichen Mistviecher" (waren die überhaupt schon mal zu etwas gut?):
Vorsicht, Blutsauger - Forscher auf Zeckenjagd (29 Min.)
Vmtl. da es eine ARD-Fremdproduktion ist - SWR 2021 - nur eine Woche bis 09.08.2022, 14:28 Uhr online.

kogo

Etwas OT:
Und kaum ist die Zeckensaison vorbei, tauchen die "fliegenden Zecken" auf. Das Biest nennt sich dann Hirschlausfliege. #biene# Die stechen vorwiegend in den Nacken. Da sie danach auch noch die Flügel abwerfen sehen sie dann aus wie eine etwas größere Zecke und kriechen überall hin. Ich hab da meine Erfahrungen damit. 

Dazu stehen sie noch in Verdacht ein Bakterium zu übertragen, das beim Menschen eine Infektionskrankheit die Bartellonose auslösen.

Ich hatte schon mal eine Menge Stiche von diesen Biestern, deshalb habe ich mich dazu mal informiert.

maisalm

Ich möchte noch folgendes bezüglich der Borreliose hinzufügen:
Mittlerweile kenne ich mehrere Personen, die in letzter Zeit an Borreliose erkrankt sind bzw. waren. Das ist kein Spaß und wird oft nicht oder spät erkannt, sowohl bei Mensch als auch z.B. Hund.
Wanderröte ist nicht immer vorhanden! Bei nicht einzuordnenden Schmerzen (Gelenke wie z. B. Knie, aber durchaus auch Rücken) auch an die Möglichkeit einer Borreliose-Infektion denken (es sind noch nicht alle Ärzte soweit, das auch in Betracht zu ziehen). Der Zeckenstich kann auch in der Vergangenheit liegen oder nicht bemerkt worden sein.
Mit Antibiotika kann man dann viel machen, es kann aber durchaus eine längere Geschichte werden.
Fakt ist, dass es einer Behandlung bedarf.
Viele Grüße
maisalm

stromboli

Sowohl die Borrelioseerreger als auch die Viren, die FSME verursachen können, sind wirklich gefährlich. Gegen FSME kann und sollte man sich impfen lassen. Falls man den Verdacht hat, zum Beispiel beim Auftreten der Wanderröte, sollte man sich auf alle Fälle auf Borreliose testen lassen. Die Spätfolgen können wirklich übel sein. Es kann zur Gehirnhautentzündung  kommen und Gelenke werden zerstört. Ein Kollege von mir meinte, er könne mit alternativen Heilmethoden die Borreliose therapieren. Bergtouren kann er nicht mehr unternehmen. Daher auf alle Fälle einen Arzt aufsuchen und mit Antibiotika behandeln lassen. Dann ist Borreliose gut behandelbar . FSME kann nicht behandelt werden! Da hilft nur eine Impfung!

Viele Grüße
Stromboli

schorsche

Der Bericht mit den 35 Fakten zu den Zecken ist sehr Interessant.

almrausch

obwohl sonst die Insekten immer weniger werden, trifft das auf Spinnentiere wohl nicht zu.
Almrausch

Reinhard

Ich habe heute einen interessanten Beitrag über Zecken gefunden:

Deutlicher Zuwachs an Zecken – 35 Fakten über die kleinen Blutsauger/

geroldh

Zitat von: Reinhard... Aber noch nicht bei uns ...
Hmm, alles eine Frage der Zeit... - doch es könnte schneller gehen als uns lieb ist:
Zitat von: 3sat.deAuf dem Vormarsch: Verglichen mit 2017 hat sich 2018 die Zahl der Spinnentiere mehr als verdoppelt.
Für 2018 werden mindestens 600 FSME-Erkrankungen geschätzt: In diesem Jahr sind die Blutsauger so zahlreich wie noch nie. Und es tauchen immer mehr tropische Zecken auf.
nano-Bericht vom Freitag, 31. August 2018  (5:08 min)

Reinhard


roskin

Zitat von: Martl am 29.06.2018, 21:03

Bin am nächsten Tag zum Arzt, der riet mir dazu nach 6 Wochen eine Blutuntersuchung
machen zu lassen (wg. den Borrelien)...

Würde bei mir wohl keinerlei Aussagekraft besitzen,  meine gemessenen Borrelienantikörper im Blut sind immer recht hoch seit Jahren und gehen auch nicht weg  :o Ärzte haben auch keinen Plan  :-\

Martl

Servus Gerold,

danke für den Hinweis, ist allgemein immer wieder ein (leider) sehr wichtiges Thema.

Ich hatte mir letzte Woche bei einer Bergtour im roBergeland (Hochsalwand) auch eine eingefangen,
das aber leider erst ca. 24 Std. später bemerkt  :(
Da hatte sie sich schon am Wadl festgebissen, habe sie dann gleich entfernt.
Bin am nächsten Tag zum Arzt, der riet mir dazu nach 6 Wochen eine Blutuntersuchung
machen zu lassen (wg. den Borrelien)...


Gruß
Martl