Perlsteig (Obersee - Halsköpfl)?

Begonnen von AlexH, 19.08.2025, 21:47

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AlexH

Servus Zusammen,

wir planen eine 3-tägige Hüttentour zum Kärlingerhaus. Ziel ist das Schottmalhorn am Funtensee.
Den Aufstieg würde ich gerne über den Perlsteig machen.
Kennt jemand von euch diesen Steig? Wenn ja, könnt ihr mir bitte ein paar Infos schreiben.
In den alten Karten ist dieser noch eingezeichnet, in den neueren leider nicht mehr.

Der zweite Teil geht dann vom Schwarzsee direkt über die verfallene Grünseealm über den Feldkogelsteig Richtung Feldkogel.
Den Weg zwischen Grünseealm und Feldkogel kenne ich, den Rest leider noch nicht.
Bin gespannt, ob es diesen Weg noch gibt.

Danke

Gruß
AlexH

geroldh

Servus @AlexH,

ich (bzw. wir zu zweit) sind diesen (historischen) Aufstieg vor etwas über einem Jahrzehnt mal "gegangen": Und zwar nach dem Königssee-Ostufer-"Steig"...

Wie die Situation heute dort aussieht, entzieht sich meiner Kenntnis... ggfs. mal unverbindlich bei der hiesigen Sektion anfragen, die dürften dort noch häufiger unterwegs sein... (hatte mal im Netz 'nen Bericht einer Sektionstour gesehen)
Damals war der "Einstieg" zum Perlsteig "wie in den (alten) Karten verzeichnet" zwischen vielen dünnen Bäumen am Beginn des Obersees, erst später wurde er durch den gehauenen Fels (Stufen) markanter sichtbar - aber auch sehr ausgesetzt (T5)!! Weiter oben hat sich "die Spur" dann verloren, oder wir haben sie verloren, weil sie ggfs. etwas seitwärts in östliche Richtung aufwärts gezogen ist (auch in den alten Karten hört die gepunktete Linie im Hang auf!). Wir haben uns etwas abenteuerlich senkrecht durch die steile Vegetation weiter nach oben zum markierten Steig hochgekämpft (mit unseren Mehrtagesrucksäcken auch nicht ganz einfach). Danach waren wir noch etwas in dem Gebiet unterwegs... (Suche roBerge "Perlsteig")

Ich meine mich zu erinnern, dass die damalige Sektionstour der Berchtesgadener auch den angedeuteten zweiten Teil beinhaltet hatte. Diesen kenne ich aber bisher gar nicht in Natura - hatte dort nur mal auf virtuellen Zeitreise-Karten geforscht...

Noch ein Hinweis: Abgesehen von der Ausgesetztheit im unteren Teil, mit der ihr sicher umgehen könnt, dürfte eine "Erstbegehung" eurerseits dadurch herausfordernd werden, als dass das Gras um diese Jahreszeit recht hoch steht und viele Anzeichen des alten Steigs verdeckt sind. Aber vielleicht hat sich in den vergangenen Jahren die Situation dort "verbessert" und wilde (blaue) Markierungspunkte wurden angebracht.

Da ich in letzter Zeit auch wieder mal an diesen Steig gedacht hatte (inkl. oberer Fortsetzung), wäre eine Rückmeldung deinerseits zu euren Erfahrungen eine pfundige G'schicht...  ;)

Viel Erfolg und eine gute Tour!  #mountain#

AlexH

Servus Gerold,

danke für deine Infos. Lt. DAV Berchtesgaden ist der Einstieg nicht ganz leicht zu finden. In den sehr steilen Grashängen ist die Steigspur ganz gut zu begehen. Wenn das Wetter passt, werden wir es versuchen.

Gruß
AlexH

Bergler

Servus zusammen!
Ich bin auf diesen Thread zum Perlsteig gestoßen und plane selbst, diese historische Route zu begehen. Da die letzten Berichte hier schon etwas zurückliegen, wollte ich mal nachfragen:
Hat inzwischen jemand von euch den Perlsteig begangen?
Besonders interessieren mich:
  • Ist der Einstieg mittlerweile besser erkennbar/markiert?
  • Wie ist der aktuelle Zustand der Steigspur im oberen Bereich?
  • Gibt es neue (wilde) Markierungen oder Steinmänner?
  • Empfehlungen zur besten Jahreszeit wegen der Vegetation?
Die Beschreibung von Gerold mit der T5-Schwierigkeit und den ausgesetzten Passagen ist sehr hilfreich - danke dafür! Da ich entsprechende Erfahrung mitbringe und die Gegend drumherum kenne, reizt mich diese "Zeitreise" auf den historischen Wegen sehr.
Falls jemand aktuelle Erfahrungen oder Tipps hat, wäre ich sehr dankbar für einen Erfahrungsaustausch. Natürlich berichte ich gerne von meinen eigenen Eindrücken zurück.
Danke im Voraus und beste Grüße!

Bergler

AlexH

Servus Bergler,

wir wollten vor kurzen den Perlsteig gehen, da aber das Wetter leider nicht mitspielte, sind wir über den Sagerecksteig zum Kärlinger Haus aufgestiegen.

Aber dieser Steig steht definitiv auf meiner To-Do-Liste!

Gruß
AlexH

Bergler

Servus AlexH,

danke für deine Rückmeldung! Schade, dass das Wetter euch einen Strich durch die Rechnung gemacht hat.
Dann sind wir ja in der gleichen Situation - beide mit dem Perlsteig auf der To-Do-Liste! 😊

Falls du es vor mir schaffst und den Steig gehst, wäre ich sehr an deinem Bericht interessiert. Und umgekehrt melde ich mich natürlich auch, wenn ich dort unterwegs war.

Vielleicht klappt's ja beim nächsten Mal mit besserem Wetter!

Viele Grüße und allzeit gute Touren!

Bergler

AlexH

Bei uns wirds heuer nix mehr, aber für nächstes Jahr ist der Perlsteig eingeplant.

Gruß
AlexH

Stol

Hallo zusammen,

ich hab den Perlsteig im Juni 2017 mal versucht.
Allerdings abgebrochen weil man in der Wiese keine Steigspuren mehr gesehen hat.

Den Einstieg haben wir recht gut und schnell gefunden. 
Wir waren auch ne ganze zeit lang auf dem richtigen Pfad.

Man kommt an einer Wand vorbei mit Gravuren. Schon stark.

Aber wir wollten dann nichts mehr riskieren.

Ganz los gelassen hat mich der Steig allerdings noch nicht.
Also mit der richtigen Truppe, würde ich es tatsächlich noch mal versuchen.

Das große ABER ...

Ich hatte nach der Tour damals 48 (!!!) festgebissene Zecken.
Ich hab die ganze Schifffahrt rückwärts noch krabbelnde Zecken aussortiert und im See versenkt.

Wenn ich dran denke wird mir immer noch schlecht.

Für einen Versuch rate ich jedem absolut dichte Kleidung zu tragen und Wechselklamotten dabei zu haben.
Die Viecher sind bis zum nächsten Waschgang in allen Ecken der Kleidung zu finden.

Landschaftlich sicher sehr reizvoll.

GPS unbrauchbar wegen Reflektionen im Obersee Kessel.

geroldh

#hallo# Eine Info ("Update") an alle, die sich für den (ur*)alten Perl-Steig durch die breite Walchhüttenwand über dem Obersee interessieren:
Also ich habe am verg. (Hitze-)Samstag (nordseitige Ausrichtung) - denn Ende Mai als den besseren Zeitraum auch hinsichtlich der Vegetation hatte ich verpasst - zum zweiten Mal versucht, diesen "zu begehen" - und auch wenn ich es dieses Mal geschafft habe, länger auf der (Original?)-Route zu bleiben, so habe ich ihn wiederum "verloren" und bin wie vor etwas über zehn Jahren oben wild durch die "steile Botanik" hinaus gekraxelt. :-\

Damals hatten wir größere bzw. schwerere Rucksäcke wegen einer Mehrtages-Tour dabei, dieses Mal war ich allein (natürlich NaturNah) und mit dem kleinen Tagesrucksack (sowie knapp zu wenig Wasser) unterwegs.
#pfeilrechts# Mein Tipp: Diesen Aufstieg besser NICHT als Hütten-Zustieg benutzen, es handelt sich NICHT um einen durchgängigen Steig. Bitte diese Route NICHT unterschätzen, sondern allenfalls als eigenes Tages-Projekt planen! Bei Nässe ohnehin ein "No-Go", ist ein Umdrehen auch bei Trockenheit aufgrund des steilen (ungesicherten) Geländes (überwiegend T5!) eine alpine Herausforderung (definitiv schwieriger als "meine Pendling-Ostwand", überw. T4). Mit einer Hüttenbuchung (oder einem Gewitter) "im Nacken" ist der Druck "durchkommen zu müssen" viel größer, aber auch die Tagestour kennt ein "Zeitlimit"...

Vor einem Jahrzehnt hatten wir unten (ca. 650 m) "im Zustiegs-Wäldchen" mit etwas Suchen die schmale, der Erinnerung nach eher ausgeschnittene Spur durch "das Gestrüpp" gefunden und konnten diesen Verlauf leicht ansteigend bis zum eigentlichen Steig-Einstieg über der Felswand folgen (ca. 750 m).
In den letzten Jahren sind insbesondere am westlichen Beginn einige Bäume umgefallen (auch Totholz) - und mit einem Gewitter Anfang Juni sind neue (noch belaubte) Bäume dazu gekommen. Ohne "Fichtenmoped" ist dort also mittlerweile kein Durchkommen mehr.
Als Alternative bin ich vom Wanderweg kurz vor dem Beginn der Felswand am Obersee hinauf gestiegen, später im trockenen Bachbett, ein Stoamandl zeigte mir, hier zuletzt nicht der Erste zu sein. Dem sich aufsteilenden Bachgraben zu folgen war schwierig, und auch um den Steig besser zu finden bin ich links / ostseitig den Steilgrashang hochgestiegen und habe dann nach unten rückwärts nachgeschaut, wo der alte Steig heute in der eingedrückten Botanik (Buchen-Gestrüpp) endet.
Als Tipp würde ich empfehlen (bzw. würde ich es das nächste Mal probieren), den Bachgraben nach rechts / westseitig zu verlassen und unweit von diesem unter höheren Bäumen den eher erdigen Hang zu erklimmen bis auf den dort noch gut sichtbaren Steig getroffen wird. Durch die Geländesteilheit (und anderer "Schmutzeffekte") hilft ein GPS nur bedingt (Referenz?), der klassische Bergsteiger mit Erfahrung(!) ist bereits gefragt.

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Oberhalb des kleinen (Trocken)Bachgrabens, wenn der Perl-Steig in den Steilhang hinein führt, macht er seiner Definition noch alle Ehre: Dort ist bereits etwas behauener Fels zu erkennen, die "ausgetretene" Spur ist heute einige Zentimeter "tiefer gelegt".

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Auf der Gras-Schulter über dem Obersee (und dem Wanderweg): Diesem Stoamandl kann der Schneedruck wenig anhaben, jedoch gleich hinter mir hat eine Gewitter-Sturmböe erst Anfang Juni zwei Bäume über den Steig gelegt - bitte Handsäge mitnehmen.

Diesen Beitrag mit den aktuellen Bedingungen im Einstiegsbereich zu schließen, wäre sicher "zu kurz gesprungen", daher anschließend mein Erlebnis, aus dem vielleicht noch einiges Nützliches heraus zu lesen ist, denn ich denke, jede/r Nachahmer/in dürfte in ähnliche Herausforderungen "hinein laufen":

Es dauert nicht lange (ca. 800 m), bis dieser "Steig" die Schwindelfreiheit (sowie Konzentration und Trittsicherheit) einfordert. Geschickt nutzt die Spur natürliche, schmale Geländekanten und hat sogar kleine, geschlagene Stufen zu bieten. Überwiegend im Zick-Zack-Verlauf wird Höhe gewonnen, wobei wohl stellenweise die ein oder andere Kehre über die vielen Jahre "verloren" gegangen ist. Aufmerksamkeit und Übung im "Geländelesen" wird gefordert.
Dann habe ich einen Verhauer rechtzeitig bemerkt (um die 1000 m): Eine (besser sichtbare) Spur - sicher auch von Gämsen benutzt - führt geradeaus in eine mit wenigen Bäumen durchsetze Grünfläche - und verläuft sich dort bald. Möglicherweise war diese Stelle unser damaliges "Verhängnis", sich etwas gegenseitig auf den Partner verlassend, wurde (visuell) nicht genauer hinterfragt und dann in "einfacher" Fall-Linie "den Steig suchend" weiter aufgestiegen, es einfach nicht besser zu wissen und sich anschließend im Gelände zu verfranzen.
Nun aber vorgewarnt, bin ich wieder etwas zurück, um doch den (aktuell) eher unscheinbaren Links-Knick zu erkennen, dann ist die Tritt-Spur auch wieder schöner sichtbar - manchmal bestätigt noch eine gehauene Stufe den richtigen Verlauf oder ein kleines Stoamandl, dass hier (kürzlich?) wieder jemand entlang ist...
Das höher wachsende und die eher zarte Spur verdeckende Gras, die Eigenwilligkeit von Gämsen die kürzere und steilere Verbindung zu nehmen, aber auch das Ausweichverhalten von (neuen) Hindernissen sowie die "Unkenntnis" der wenigen Begeher, der "Original-Route" folgen zu können, führt im (oberen) zweiten Drittel (etwa auf 1300 m) wohl bei allen "Erstbegehern" zur Ratlosigkeit.
:-[ Na toll - und in gewisser Weise scheint der (individuelle) "Point-of-no-Return" gefühlt irgendwo viel tiefer unten zu liegen...

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Irgendwo mitten in der Walchhütten-Wand um die Mittagszeit: Der Ausblick kann sich sehen lassen.

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Eine Stunde später etwas weiter oben: Durch die Tageshitze ist mein Wunsch dort unten in das klare (Trink)Wasser einzutauchen beinahe riesig...

Da der Perl-Steig in allen historischen (Zeitreise-)Karten (1900-1966) nicht durchgängig dargestellt ist, denke ich mir, dass es früher bereits weniger ausgeprägte Variante(n) gab und mindestens die Routenkenntnis der damaligen Begeher jedes heutige "Wandernavi" kompensierte.
Durch meine eigene Vorbereitung auf diese Tour - mit informativ-technischer (Daten-)Grenze - ist mir bewusst, dass im Gelände vermutlich eher nach links, also ostseitig, zu orientieren ist, sofern das nicht dargestellte Stück "eher geradlinig" verläuft: Der Ausstieg des "Steigs", ggfs. gemäß Karte an einem "Brunnen" (bis 1966) bzw. einer Quelle vorbei, führt durch die heute verfallene (und vermutlich nun eingewachsene) Walchalm hindurch.

:P Doch über mir steilt sich das Gelände als grünes Felsband und unübersichtlich auf, es wird meiner Meinung nach in der Karte durch die Höhenlinien bzw. Reliefzeichnung nicht aussagekräftig genug dargestellt, eine Routenkenntnis wäre nun wirklich hilfreich. Mein Eindruck ist, nach links-oben eher in einen Trichter bzw. Sackgasse hinein zu steigen und dort ggfs. umkehren zu müssen, um dann einen zweiten Versuch angehen zu dürfen. Könnte es sein, dass die "Original-Route" hier vielleicht das Hindernis rechts ausholend umgeht? Auch der aufkommende Durst beeinflußt meine Entscheidung dahingehend, es 50:50-Joker-mäßig direkter nach oben, leicht nach rechts zu einem Graben ausweichend zu versuchen.
Dieser Graben steilt auch auf, bietet aber trotz der Hitze bzw. Trockenheit noch einen Wasserfaden zum Auffüllen der Trinkflasche, dann halte ich mich rechts / westlich des Grabens und arbeite mich die steile, felsdurchsetzte Botanik empor, bald auf ca. 1500 m unter einer "roten Wand" stehend. Kommt mir irgendwie bekannt vor: Hier waren wir bereits vor einem Jahrzehnt und links von dieser, der Graben wird nun schwächer, führt eine Gams-Spur weiter nach oben. Nun eher linkshaltend, kompassmäßig genau in Südrichtung, steige ich weiter auf, um auf einer kleinen Gelände-Schulter (ca. 1610 m, in älterer Karte als Rotofen bezeichnet) den markierten Wandersteig zu treffen.
Als Tipp würde ich nun empfehlen (bzw. so würde ich es das nächste Mal probieren), sich dennoch weiter nach links-oben zu orientieren und prüfen, ob es dort vielleicht einen "Schlupf" im Gelände gibt, ggfs. sind an Felsen noch alte Sicherungseinrichtungen oder gehauene Tritte sichtbar, die dann den (Original-)Verlauf bestätigen würden.

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Die kleine "Rote Wand" (von mir so bezeichnet) am "Alternativ-Ausstieg": Diese ist vom Perl-Steig aus nicht sichtbar, hinter mir liegen nach der Graben-Querung (Trinkwasser) eine steile botanische Kraxelei (T5).

Je nach dem wie ich durchkomme und es die Zeit erlaubt, wollte ich mindestens den Bereich der Walchalm von oben her erkunden, um dort Anzeichen des früheren Verlaufs zu finden bzw. das Gelände zu erkunden. Anschließend wäre die Idee gewesen via dem Sagerecksteig zur Saletalm abzusteigen, doch bei diesen Wetterbedingungen habe ich keine Motivation mehr für einen weiteren Aufstieg (auch wenn's nur ca. 100 m wären), um am Halsköpfl vorbei zu kommen. Nun möchte ich mich nur noch bergab orientieren und so marschiere ich, die Wasseralm in Sichtweite rechts unbeachtet lassend (aber die Hütte am Abzweig hat einen Brunnen!) den Röthsteig hinab (darin gibt es am Spätnachmittag mit der senkrecht einstrahlenden Sonne wahre "Saunabedingungen"...). Unten im Bereich der Fischunkelalm ist es bereits einsam, das letzte Touristenboot ist abgefahren und so kann ich nach einem erfrischendem Bad im Obersee entspannt den weiteren Rückweg antreten (inkl. kurzem Plausch mit den "patroulierenden" Rangern).

* Bezüglich "(ur)altem Steig": Neben Trittstufen gibt es noch unten eine Felswand mit "Steinritzungen" - dort meine ich u.a. folgende Information erkannt zu haben:
" HANS PONEZ 1580 "

Fazit: Sind aller guten Dinge wirklich "drei"? Jedenfalls würde ich (irgendwann) noch einen dritten Anlauf für den Original-Verlauf des Perl-Steig's benötigen... #gruebelgruebel#
Vor etwa einem Jahrzehnt hatte ich mal zufällig im Internet einen Begehungsbericht (mit einigen Fotos) der hiesigen DAV Sektion gesehen, die dort eine Gruppentour durchgeführt hatte - es muß(te) dort also irgendwie komplett mit vergleichbarem Aufwand und Schwierigkeit hindurch gehen...

#vorsicht# Das Gelände ist dort definitiv sehr anspruchsvoll und nur für die wenigsten Bergler geeignet - ungesicherte Kraxelfähigkeiten im T6- bzw. UIAA II-Bereich (der Reserve wegen) sollten daher bereits zur Übung gehören. Diesen steilen Steig zu pflegen dürfte sehr aufwendig sein - und auch nicht ungefährlich, u.a. verläuft genau unterhalb der Touristen-"Wanderweg" - so dass "mit der Einrichtung des Nationalparks" dessen Aufgabe verständlich ist. Eine Pflege würde auch einen offizielleren Charakter bedeuten - gerade ohne verbaute Seilsicherungen hat er aber seinen ursprünglichen Reiz - und damit sicher in der Folge mehr Leute anziehen, die den gegebenen Bedingungen nicht gewachsen wären. Ein möglicher Rettungseinsatz wäre eigentlich nur mit der "Longline" aus der Luft praktikabel...
Vom Ausblick bzw. der Landschaft her ist es jedoch "schade", dass diese Route (zwei Rundtour-Möglichkeiten gäbe es, jedoch meist Bootgebunden via Salet) und die eindrucksvolle Perspektive nur wenigen "Verrückten" bleibt. Eine "korrekte" häufigere Begehung des Perl-Steigs würde diesen sicher besser für die nächste Generation erhalten, doch auch bei den Berchtesgadenern dürfte er zunehmend in Vergessenheit geraten. :(

PS: Vielleicht füge ich die nächsten Tage hier noch einige Fotos ein (auch dies ist mit etwas Aufwand verbunden...), im Rahmen der Beschreibung anderer erkundeter alter Steige, die ich mal als "Burgstallsteig" (ja, noch einer...) sowie "Holzknechtsteig" (es sind eigentl. zwei) bezeichnen würde.

PPS: Nach wie vor wären von anderen Begehern ihre (ergänzenden) Rückmeldungen nützlich. #danke1#

Bergler

Servus geroldh,

zuerst einmal ein ganz herzliches Dankeschön für dein ausführliches Update vom 30.06.! Für einen so ehrlichen, detailreichen Bericht mit allen Sackgassen und Zweifeln bin ich dir wirklich sehr dankbar – das ist für alle, die diesen historischen Steig auch noch gehen wollen, reines Gold. Ich interessiere mich schon länger für diesen Steig und wollte nach deinem Update meinen eigenen kleinen Beitrag zur Diskussion leisten – nicht aus eigener Begehung, sondern aus etwas Kartenrecherche, die vielleicht für den nächsten Anlauf hilfreich sein könnte.


Was ich gemacht habe
Ich habe mir die Ebene ,,Historische Karte" im BayernAtlas angeschaut (ausdrücklich nicht die ,,Zeitreise"-Karten – das ist dort eine andere, separate Kartenserie) und den dort verzeichneten Perlsteig-Verlauf digital nachgezeichnet: vom Uferweg (Nr. 424) am Obersee (ca. 575–630 m) bis zur Walchhütte auf 1507 m. Die Linie ist dort komplett durchgängig eingetragen, was mich überrascht hat – in deinem allerersten Post dieses Threads hattest du ja erwähnt, dass die gepunktete Linie im Hang irgendwann aufhört. Vielleicht war damit eine andere Kartenserie/-epoche gemeint, oder die ,,Historische Karte"-Ebene zeigt schlicht eine andere (frühere?) Aufnahme als die, die du damals eingesehen hattest.

Der Kartenverlauf im Detail – und der Abgleich mit deinem Bericht
Ich habe die eingezeichnete Linie mit deinen Höhen- und Geländeangaben aus dem Update verglichen, und einiges passt erstaunlich gut zusammen:
  • 575–800 m: Abzweig vom Uferweg, entspricht ungefähr deinem beschriebenen Einstiegsbereich beim ,,Zustiegswäldchen".
  • 875–1090 m: Hier zeigt die historische Linie ein auffällig enges, sehr regelmäßiges Zickzack mit vielen kurzen Kehren. Das deckt sich fast wörtlich mit deiner Beschreibung, wonach der Steig ab ca. 800 m Schwindelfreiheit fordert und ,,geschickt natürliche, schmale Geländekanten" mit ,,kleinen, geschlagenen Stufen" im Zickzack nutzt. Das ist für mich die verlässlichste Übereinstimmung der ganzen Route.
  • 1090–1150 m: Ab hier wird das Zickzack in der Karte spürbar lockerer und weiträumiger – ein deutlicher Stilwechsel. Das könnte in etwa der Bereich sein, in dem du den Verhauer bei ,,ca. 1000 m" beschreibst (die falsche, gut sichtbare Spur Richtung Grünfläche, mit dem unscheinbaren Links-Knick als richtigem Weg). Die Höhen passen nicht exakt, liegen aber nah beieinander – ganz sicher bin ich mir hier nicht.
  • 1147–1345 m: In diesem Abschnitt zeigt die Karte mehrere scharfe, unregelmäßige Richtungswechsel – ungewöhnlich im Vergleich zum sonstigen Zickzack-Muster. Das passt gut zu deiner beschriebenen ,,Ratlosigkeit" im oberen zweiten Drittel (~1300 m) und zum anschließenden grünen Felsband.
  • ~1507 m: Die Linie endet an der Walchhütte. Das liegt sehr nah an deiner beschriebenen ,,roten Wand" bei ca. 1500 m, unter der du standest, bevor du dich für den Weg über den Graben Richtung Rotofen entschieden hast.
Die für mich spannendste Erkenntnis
Die historische Karte bestätigt offenbar genau das, was du nur vermutet hattest: dass die Original-Route über die (heute verfallene) Walchalm bzw. Walchhütte verläuft. Diesen letzten Abschnitt bist du bei deinem zweiten Versuch aber nachweislich nicht gegangen – du bist bei der roten Wand nach rechts in einen Graben ausgewichen und dann streng südwärts auf die Geländeschulter ,,Rotofen" (~1610 m), wo du auf den markierten Wandersteig getroffen bist, ohne über die Walchhütte zu kommen.
Interessant finde ich, dass in deinem Fazit ja selbst schon eine gewisse Reue mitschwingt (,,vielleicht doch links-oben weiterprobieren, nach einem Schlupf im Gelände suchen") – das liest sich für mich fast wie ein Eingeständnis, dass die Rechts-Entscheidung am grünen Felsband die eigentliche Weichenstellung war, an der man von der historischen Linie abgekommen ist. Falls diese Einschätzung stimmt, läge die entscheidende Stelle irgendwo zwischen ca. 1300 und 1450 m, kurz bevor die alte Linie die Walchhütte erreicht.
Ein Detail dazu, das mich zusätzlich neugierig macht: Du hattest im Fazit ja selbst vermutet, dass es dort oben vielleicht einen ,,Schlupf" im Gelände geben könnte. Wenn ich mir die Reliefdarstellung im BayernAtlas an genau dieser Stelle anschaue, verdichtet sich bei mir der Eindruck, dass dort tatsächlich ein schmaler Durchgang existieren könnte – das würde sehr gut zu deiner Vermutung passen und wäre für einen dritten Versuch vielleicht der entscheidende Ansatzpunkt.

Meine Fragen an dich (und alle anderen hier)
  • Du hattest im PS deines Updates angedeutet, in den nächsten Tagen noch ein paar Fotos nachzureichen – so wie ich das lese, ging es dabei eher um den Burgstallsteig bzw. Holzknechtsteig. Falls dabei zufällig auch Aufnahmen vom Perlsteig selbst dabei sind, wäre ich für jeden Abschnitt dankbar: vom Einstiegsbereich, von der Verhauer-Stelle (~1000 m) und vom grünen Felsband (~1300–1450 m). Und auch an alle anderen hier: Hat sonst noch jemand GPS-Daten, Wegpunkte oder Fotos von irgendeinem Abschnitt dieser Route?
  • Kennt jemand den letzten Abschnitt zur Walchhütte (ca. 1450–1507 m) aus eigener Anschauung? Das wäre der einzige Teil der historischen Linie, zu dem es bislang gar keine aktuelle Rückmeldung gibt – niemand im Thread scheint ihn bisher begangen zu haben.
Falls gewünscht, stelle ich gerne meine beiden Kartenausschnitte hier ein – wollte den Beitrag aber nicht unnötig aufblähen, ohne zu wissen, ob das für euch überhaupt hilfreich ist.
Ganz herzlichen Dank auch nochmal für die gesamte Mühe, die du dir mit diesem und den früheren Berichten gemacht hast – ich weiß das wirklich sehr zu schätzen! Am Rande hast du ja am Ende deines Updates auch noch den Burgstallsteig sowie den (gleich doppelten) Holzknechtsteig erwähnt. Falls du dazu irgendwann mehr schreibst oder schon etwas dazu vorliegen hast – das würde mich ebenfalls sehr interessieren, das klingt nach weiteren spannenden vergessenen Wegen in der Gegend!

Beste Grüße und weiterhin viel Erfolg bei der Spurensuche! 

geroldh

#hallo# Servus Bergler,
vielen Dank für deine weiteren Ergänzungen (inkl. Routen-Analyse) - und auch das darin enthaltene Lob. :)

In der Tat hatte ich mich bisher nur auf die "Zeitreise-Karten" im BayernAtlas fokussiert, in der Annahme, dort über die verg. Jahrzehnte die beste Information heraus zu lesen - die Ebene "Historische Karte" hatte ich, sofern anderswo im Gebirg' angeklickt, lediglich als eine (skizzierte) "Vorstufe" betrachtet.

Zitat des PopUp-Fensters zur Historische Karte:
ZitatDie Historische Karte zeigt die Positionsblätter im Maßstab 1 : 25 000, die in den Jahren um 1860 entstanden sind. In den hohen Zoomstufen wurde die Uraufnahme aus den Jahren 1808 – 1864 hinterlegt.
Weitere Informationen zu Historischen Karten sind im Internetauftritt des LDBV zu finden.
Legende: Uraufnahme

In der Tat ist darin der Perl-Steig durchgehend skizziert (als "Wellenlinie") - und nun (auch) für mich leicht zu erkennen, dass dieser an besagter Stelle - meine Annahme "trichterförmige Sackgasse" - markant nach Ost ausholt, um das botanisch-felsige Band zu umgehen und die nächste "Ebene" mit dem "Brunnen" zu erreichen.
Da der Verlauf offenbar in das felsige Steilgelände der Walchhütten-Wand hinein führt, könnte dies möglicherweise die frühere (und auch aktuelle) "Schlüsselstelle" der Route sein. Vielleicht wurden dort ähnliche "Sicherungsseile und -stifte" angebracht, wie beim anderen Holzknechte-Steig vorgefunden.

Hinweis:
Die von mir bezeichnete "Rote Wand" - auch (relativ klein) von der Fischunkel-Alm zu erkennen, befindet sich ca. 150 m westlich vom "Brunnen" (Br.) - und rechts-oberhalb(!) vom "Ausstiegs-Graben" - und setzt sich dann als Felswand bis unter das Hals-Köpfl fort. Neben dem Original-Verlauf (noch zu erkunden) scheint dieser anspruchsvolle und wilde Aufstieg die "einzige" gute Möglichkeit zu sein (zweimal intuitiv gefunden), das Gelände nach oben hin zu verlassen.

Somit sollte für mich bei Gelegenheit einem dritten, dann ggfs. erfolgreichen Durchstieg auf der Original-Route, nichts entgegen stehen... ;)

PS: Das "Feuer wurde neu entfacht"... und das derzeit stabile Wetter gilt es zu nutzen...
Werde nun schnell den Rucksack packen und noch heute Nachmittag zum Königssee fahren... #bisbald#

PPS: 25.-28.06.26: Berchtesg. Alpen: NaturNah über'm Königssee (Burgstall)

Bergautist

Zitat von: Bergler am 11.07.2026, 22:15Was ich gemacht habe
Ich habe mir die Ebene ,,Historische Karte" im BayernAtlas angeschaut (ausdrücklich nicht die ,,Zeitreise"-Karten – das ist dort eine andere, separate Kartenserie) und den dort verzeichneten Perlsteig-Verlauf digital nachgezeichnet:
Aus meiner Erfahrung mit der Erkundung des Mangfallgebirges kann ich bestätigen, dass die historische Kartenansicht oft noch zusätzliche und teils besser erkennbare Informationen über alte Steige liefert als die Zeitreise im vergleichbaren Zeitraum. Dabei ist zu beachten, dass je nach Vergrößerung zwei verschiedene Ansichten existieren. Die mit der größten Zoomstufe ist dabei oft die bessere.

Bayernatlas historisch (Beispiel)

Bergler

Servus geroldh, servus Bergautist,
ganz herzlichen Dank euch beiden für die super Ergänzungen!
@geroldh: Das freut mich wirklich sehr, dass die Historische Karte auch für dich noch mal einen ganz neuen Blick auf die Stelle am Felsband gebracht hat! Der Ost-Schwenk zum "Brunnen" ist ja eine deutlich präzisere Aussage, als das, was ich aus dem Kartenbild allein vermuten konnte – und deine Einordnung der Roten Wand (150 m westlich vom Brunnen, rechts-oberhalb deines Ausstiegsgrabens) macht jetzt auch für mich Sinn: Du warst mit deiner "wilden" Route offenbar tatsächlich nah dran, aber eben doch daneben.
Die Vermutung einer Schlüsselstelle im Steilgelände der Walchhütten-Wand, evtl. sogar mit alten Sicherungsresten wie beim Holzknechtsteig, macht die Sache ja fast noch spannender – falls sich das bestätigt, wäre das eine sehr befriedigende Erklärung, warum der Original-Verlauf so schwer zu finden ist.Da dein Post ja jetzt schon von gestern ist: Ich hoffe, du bist gut und sicher wieder zurück vom Königssee! Das "neu entfachte Feuer" hat dich ja ziemlich spontan losziehen lassen – umso gespannter bin ich, ob's diesmal über den Brunnen und die Walchhütten-Wand geklappt hat, oder was du dort vorgefunden hast. Melde dich, wenn du dazu kommst, gerne mit einem Update – auch wenn's "nur" eine weitere Erkundung ohne vollständigen Durchstieg war, jede Information zu der Stelle ist wertvoll.
Falls du bei der Gelegenheit auch Fotos gemacht hast, würde ich mich riesig freuen, wenn du ein paar davon einstellst – gerade an den Schlüsselstellen wie dem Einstieg/Beginn des Steigs, dem engen Zickzack-Abschnitt, der Verhauer-Stelle, dem grünen Felsband und natürlich dem Bereich um Brunnen und Walchhütten-Wand. Das würde die ganze Kartenrekonstruktion noch mal ein gutes Stück greifbarer machen.
@Bergautist: Danke auch dir für die Bestätigung aus dem Mangfallgebirge und den Tipp mit den unterschiedlichen Zoomstufen bei der Historischen Karte – werde ich mir merken!
Beste Grüße

geroldh

#hallo# - nur ganz kurze Info -
wird die nächsten Tage durch einen Bericht ersetzt.

Bin vorhin zur Halbzeit-Pause heimgekommen, habe gestern MO (Perlsteig) und heute DI (Burgstall-Holzknechtsteig vom Eisbach) meine beiden Original-Routen "abgearbeitet".

#danke1# vorab an @Bergler (=starker Ost-Schlenker auf Historischer Karten-"Skizze")

Bergler

Servus geroldh,

das sind ja großartige Neuigkeiten – herzlichen Glückwunsch, dass beide Original-Routen geklappt haben!! Ich freue mich wirklich sehr für dich.
Ganz herzlichen Dank auch für die Erwähnung – das macht mich richtig froh, dass die Kartenanalyse einen kleinen Beitrag zum Erfolg leisten konnte.
Und ja: Ich freue mich jetzt schon riesig auf deine(n) ausführlichen Bericht(e)! Lass dir die Zeit, die du brauchst – aber ich bin wirklich gespannt, wie es am Ende genau gelaufen ist, speziell an der vermuteten Schlüsselstelle bei der Walchhütten-Wand.
Erstmal: Herzlichen Glückwunsch und schön, dass du wieder gut zuhause bist!

Beste Grüße

#bisbald#

Berggamsei

Servus,
kurze Frage, würde gerne die Karte sehen, wo der ganze Perlsteig eingetragen ist.
Gibt es hierzu einen Link?

War schon wer auf der Kronalalm/Kranalalm (verfallen)?

Bergler

Servus Berggamsei,

du findest alles im "Bayern Atlas" https://atlas.bayern.de/

Die historische Karte hier: https://atlas.bayern.de/?c=799925,5269445&z=16&r=0&l=historisch&mid=1

Beste Grüße aus dem schönen Landkreis!

PS:  Die Kronalalm/Kranalalm kenn i no ned

geroldh

#sorry# Der Text ist wieder mal vor den Bildern fertig - die Fotos muß ich später einarbeiten... :-[
(Aufteilung in drei Antwort-Beiträge, da innerhalb nur max. fünf Bilder möglich sind)

Der Hinweis von @Bergler #danke1# auf die noch ältere Darstellung ("Skizze") des Perl-Steig's in der BayernAtlas-Ebene "Historische Karte" hat nicht nur dazu beigetragen, dass ich kurzentschlossen erneut an den Königssee gefahren bin, sondern auch, dass ich beim Ausprobieren der östlich nächstgelegenen "Durchstiegs-Möglichkeit" keinen weiteren Verhauer gemacht habe. Dazu später an entsprechender Stelle mehr.
#gruebeln# Doch nun wundert es mich heute zusätzlich, warum genau dieser (rel. einfache und damit wichtige!) Ost-Schlenk in den beiden Ausgaben der nachfolgenden "Zeitreise-Karten" ausgespart wurde, zumal der obere Abschnitt im Gelände vergleichsweise "harmlos" ist, denn überspitzt ausgedrückt hätte man "Hannibals Elefanten" dort hinauf gebracht...

Dieser (Erlebnis)Bericht soll niemanden dazu animieren, leichtfertig via dem sehr anspruchsvollen Perl-Steig in die Walchhütten-Wand einzusteigen, sondern den aktuellen Zustand dokumentieren und aufzeigen, dass für ausreichend geübte Bergsteiger dort eine interessante Tour mit "Abenteuer-Charakter" wartet - "nur Klettern ist schöner". ;)
Dieser Aufstieg erfordert, sich intensiv mit der Route auseinander zu setzen, sowohl bei der Vorbereitung, als auch später im Gelände selbst, um dort gut und sicher durchzukommen.

Im optimalen Verlauf, der heute (leider) nicht mehr offensichtlich ist und stets gesucht werden muß, sind geübte "T5-Fähigkeiten" obligatorisch. Die größte Gelände-Steilheit wird in der unteren Hälfte überwunden - dies ist auch der entscheidende Punkt, diese Route ausschließlich bei trockenen Bedingungen im Aufstieg zu bewältigen. Somit wird jedoch irgendwo mittendrin ein Abbruch und Umkehren schwierig, die "Flucht nach oben" ist irgendwann "naheliegender".
Die "Länge" des Durchstiegs (ca. 900 Höhenmeter (zur Walch-Alm) - 1000 Hm (Rotofen)), d.h. die benötigte Zeit im komplizierten Gelände (überwiegend T5 bei optimaler Routenwahl), fehlender Trinkwasser-Nachschub und vor allem die "kurzsichtige" visuelle(!) Orientierung sind keinesfalls zu unterschätzen.

Es hat heute tolle technische Möglichkeiten hinsichtlich der Orientierung, die uns einerseits eine "Horizont-Erweiterung" ermöglichen, aber andererseits auch "neue Gefahren" bergen: In einem engen Tal mit hohen Felswänden herum funktioniert durch Abschattung von Satelliten und durch Reflexion der Signale eine GPS-Ermittlung praktisch nicht zuverlässig bzw. nur mit größeren, sich stets verändernden Abweichungen. Dies gilt geräteabhängig sowohl bei einer Spur-Aufzeichnung, als auch bei jeder späteren Navigation: Sich "orientierungslos" an irgendeinen Track "zu klammern", in der Vorstellung das technische Gerät muß es richtig machen, kann schnell zu einer Fehl-Entscheidung mit einem gefährlichen Gelände-Verhauer führen.
Aus meiner Sicht ist eine GPS-Verwendung dort vergleichsweise so ungenau, wie die dortige Gelände-Struktur in den Zeitreise-Karten bis 1966 dargestellt ist. Heute müssen dort die selben Orientierungs-Fähigkeiten angewandt werden, wie vor einigen Jahrhunderten, als solche Durchstiege "von wilden Jungs" ausprobiert und gefunden wurden.

Der beste Zeitraum für die "Begehung" solcher anspruchsvollen und aufgelassenen bzw. verfallenen Steige ist das späte Frühjahr mit noch niedrigem Pflanzenwuchs. Mitte Juni bis Mitte Juli ist insbesondere das (Steil)Gras so stark gewachsen, dass es wichtige Spur-Ansätze verdecken kann, später als Mitte Juli sehe ich für eine unbekannte, individuelle "Routen-Erstbegehung" eigentlich als zu spät an.

Als durchaus ratsame Empfehlung wäre anzuregen, sich vorab an den kürzeren und ähnlich anspruchsvollen Routen in der Umgebung auszuprobieren, wie dem ehem. Holzknechte-Steig über dem Königssee-Westufer (am Schrainbach-Graben, ca. 350 Höhenmeter, bis zu T5 bei optimaler Routenwahl) und dem ehem. Holzknechte-Steig über dem Eisbach (am Burgstall-Graben, ca. 650 Höhenmeter, bis zu T5 bei optimaler Routenwahl), letzteren hatte ich auch erst im zweiten Anlauf "geschafft". Anschließend ist für beide Routen noch der südseitige Abstieg via dem ehem. Holzknechte-Steig (Burgstall-Steig, T3) hinab zum Schrainbach zu finden (Stoamandl).
Für den Perl-Steig bietet sich, idealerweise trifft man wie früher bei der ehem. Walch-(Hütten)Alm auf den Wandersteig, der Abstieg an der entfernten Wasseralm vorbei (Trinkwasserbrunnen bei der Hütte am Abzweig) via dem Röthsteig (T3 mit Stellen T4) an. Allerdings heizt sich dort die steile Westflanke in der Nachmittagssonne zu "Saunabedingungen" auf. Alternativ könnte auch, nach einem weiteren Aufstieg am Halsköpfl vorbei (tropfendes Trinkwasser kurz vorher), der Sagerecksteig (T3 mit Stellen T4) eine schattige Abstiegsmöglichkeit darstellen. Beide Steige haben bis heute überdauert, sind gepflegt und viele eingebaute Eisenklammern und Stahlseile entschärfen die sonst schwierigen Stellen.

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Nach der Gras-Schulter über dem Obersee (und dem Wanderweg) der Perl-Steig im Rückblick: Ein kleiner "Balkon" im Steilgelände lädt zu einer kurzen Rast ein.

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Der linke Teil der "Graffiti-Wand": Der Fels-Sims ist hier etwa einen Meter breit, "nutzbar" sind aber nur die mittleren 20 Zentimeter...

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Detail aus der "Graffiti-Wand": War dort tatsächlich ein Hans (mit Hammer und Meißel) im Jahr 1580 unterwegs?

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Etwas oberhalb ist der Perl-Steig noch gut zu erkennen, auch einige Trittstufen wurden heraus gearbeitet.

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Irgendwo mitten in der Walchhütten-Wand (Vormittag): Der Ausblick kann sich auch heute sehen lassen.

geroldh

So, nach diesen "Grundlagen" könnte nun eine detaillierte Routenbeschreibung des Perl-Steig's folgen, für all diejenigen, die sich vom Vorgenannten nicht haben abschrecken lassen und ernsthaft eine Begehung anstreben.
Dies ist jedoch durch die "Komplexität des Geländes" nicht einfach, da markante Referenzpunkte fehlen. Auch den Wunsch nach Fotos von den "Schlüsselstellen" kann ich nicht wirklich nachkommen, denn wenn ich ein zweidimensionales Bild mache, dann zeigt es nur einen kleinen Ausschnitt - und der ist mit individuellen Interpretationsmöglichkeiten des Betrachters oft auf mehrere Stellen der Route übertragbar. Dieses Erlebnis nur als 50:50-Option hatte ich diesen Frühsommer machen dürfen, als wir ein Bild interpretierend den Zustieg zu einer Kletterroute am Hohen Brett verwechselten (lästig, aber ungefährlich). Bei dieser aktuellsten Begehung habe ich auch die Stelle mit der zuletzt angedeuteten Verhauer-Möglichkeit nicht mehr gesehen, durch das nach zwei Wochen wieder etwas höher gewachsene Gras habe ich wohl mindestens einmal eine Alternativ-Möglichkeit erwischt.
Grundsätzlich läßt sich sagen, dass der Perl-Steig dem in den Karten angedeuteten Verlauf folgt, aber leider zu wenig begangen (und "gepflegt") wurde, als dass sich der Original-Verlauf noch eindeutig erkennen ließe. Mit einem guten Orientierungssinn ausgestattet, ist eine stete Aufmerksamkeit erforderlich, um kleine Anzeichen zu erkennen und diese mit Möglichkeiten des Geländes zu kombinieren - der Perl-Steig ist vergleichbar einem "Escape-Room" - und dies macht diese historische Route zusätzlich interessant.

Durch meine Vorkenntnis, dass der bewaldete Original-Einstieg des Perl-Steigs (derzeit) nicht mehr funktioniert, steige ich vom Obersee-Ufer (620 m, ca. 9:15 Uhr) direkt vor der Wandstelle des sog. Fischunkel-Almwegs den kleinen, baumbestandenen Schwemmkegel hoch, um in das Bett eines meist trockenen Grabens zu gelangen. In diesem kraxelt es sich recht gut nach oben, ich wähle diesmal die ausgewaschene, teils plattige Rinne linker Hand - der rechte Graben ist ziemlich begrünt - um knapp unterhalb des sich weiter aufsteilenden Geländes auf den historischen Steigverlauf zu gelangen.
Nach einer Grasschulter, auf der sich kürzlich zwei Bäume quergelegt haben, zieht der Steig alsbald in das Steilgelände hinein, um darin an der "Graffiti-Wand" vorbei die natürlichen Absätze der unteren Walchhütten-Wand in einem unsymmetrischen Zick-Zack-Verlauf zu nutzen. Spätestens an dieser Stelle (bis T5) sollte die bewußte Entscheidung getroffen werden für ein "sicheres" Umkehren - oder aber, im Rahmen einer ehrlichen Selbsteinschätzung, diesem wilden "Steig" - es ist vielmehr eine schwer zu findende Route(!) über 900 (Walch-Alm) - 1000 (Rotofen) Höhenmeter (überwiegend T5 bei optimaler Routenwahl) - wirklich gewachsen zu sein.

Denn danach geht es im Steilgras-Gelände ernsthaft zur Sache, sämtliche bergsteigerischen Fähigkeiten, angefangen von Aufmerksamkeit über Orientierungsvermögen, Schwindelfreiheit und Trittsicherheit bis hin zu Zuversicht werden gefordert. Es gibt wiederholt kürzere Abschnitte, an denen durch (kleine) Trittstufen im Fels, alte abgeschnittene Aststumpen, kleine Stoamandl oder eine deutlichere Spur eine Rückbestätigung zum Routen-Verlauf gegeben wird. Dazwischen sind dann längere Passagen, in denen vor allem bei höherem Grasbewuchs die Spur weniger gut sichtbar ist oder sogar durch einkreuzende Gamswechsel eine Entscheidung "rechts-oder-links" zu treffen ist. Dass ich hier nun zwei Wochen später erneut meine Schwierigkeiten und offenbar sogar eine der wenigen "Alternativmöglichkeiten" erwischt habe, betätigt den Anspruch dieser Tour.

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Der Obersee (fast) in seiner ganzen Pracht: Durch die Sommerhitze wirkt es etwa so, wie dem Esel eine Karotte (an der Schnur) vor die Nase zu halten... PS: Wenn die Spur nur überall so schön sichtbar wäre...

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Blick von etwas weiter oben nach gegenüber: Hat diese Wand auch einen Namen? Ist wahrscheinlich noch nie durchstiegen worden...

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Am Beginn eines steilen Grabens öffnet sich der Blick hinunter auf die Fischunkel-Alm. Es ist um die Mittagszeit und dort unten gäbe es leckeres zu Essen und zu Trinken...

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So markant wie ein roter Punkt: Inzwischen war viel Orientierung im Steilgras nötig, aber solch ein "Zeichen" freut ungemein, hier war also schon mal jemand...

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Sind die Trittstufen gut zu erkennen? Für das Foto habe ich die untere extra vom Laub gesäubert. So könnte es gerne weitergehen... (es folgen aber noch viele Höhenmeter mit Verhauer-Optionen - kaum zu glauben...)

Wie zuvor beschrieben, und immer wieder trinkend die phantastische Aussicht betrachtend, habe ich mich auf etwa 1300 m hinauf gearbeitet (ca. 11:45 Uhr), an dem mich ein Spur-Ansatz (ggfs. Stoamandl) von links bzw. ostseitig an den nun markanten Graben herangeführt hat, den ich vor zwei Wochen etwas höher (Trinkwasser-Faden) gequert hatte, um westseitig von ihm weiter durch die Botanik zur "Roten Wand" (von mir so bezeichnet) hinauf zu steigen. An dieser ostseitig vorbei gelangt man dann relativ einfach im Bereich des "Rotofen" (vgl. ältere Karte) auf den Wandersteig.
Ob diese Stelle, es ist eine kleine, grasbewachsene Schulter, im früheren Steig-Verlauf auch erreicht wurde, oder diese bereits vorher nach links / in östliche Richtung aufwärts geführt war, bleibt unerforscht im Raum stehen. Für heute ist es jedenfalls ein guter Referenzpunkt, von dem aus sich die "historische Ausstiegsroute" gut beschreiben läßt.

geroldh

Da keine Anhaltspunkte zu erkennen sind, auch einige umgestürzte Bäume versperren eine ausreichende Sicht, und ich es bereits als machbar kenne, gibt es mir mentale Sicherheit noch kleinere Steilstellen neben dem Graben hinauf zu steigen. Doch dann ein gutes Stück unterhalb der nun sichtbaren, botanischen Wand oben, quere ich etwa auf der Höhenlinie nach links / ostwärts, bis das weitere Gelände einsehbar wird: Hinter einer schwach ausgeprägten, breiten grasigen Rinne/Mulde ist im weiteren Verlauf zwischen Baumbestand und weiterem, begrüntem Felsaufschwung ein "Grasband" in Richtung Osten erkennbar, das optisch am Ende "in die Luft" zu führen scheint. Die schwach ausgeprägte Rinne aufwärts steilt sich etwas auf, ist aber auch mit einzelnen Bäumen bewachsen - und hier hätte ich ohne das erhaltene Wissen von dem markanten Ost-Knick, sowie dem inneren Bestreben "ungeduldig" weiter aufsteigen zu wollen, meinen nächsten Verhauer begangen. Ich habe mich bereits dem inneren Drang hingegeben und bin etwas hinauf gestiegen, um dann jedoch aufgrund der Steilheit doch zu zweifeln.

War ich gemäß der historischen "Skizze" bereits weit genug nach Ost hinaus gequert? Hier hätte eine GPS-Referenz wohl ausreichend zuverlässig diese Frage beantwortet, doch ich muß es physikalisch erkunden. Immer wieder nach "Zeichen" Ausschau haltend, bemerke ich gleich hinter der Mulde zwei größere, übereinander gestellte Steine. Ich packe "vorsichtshalber" noch einen dritten oben drauf und halte die Richtung bei, so etwas wie einer (Gams?)Spur folgend. Nun wird das Gelände besser einsehbar und etwas oberhalb des größeren Wandabbruchs zur Fischunkelalm hinab, ist nach oben ein bis heute von Gämsen benutzter Steigansatz auszumachen. Yes - das ist es!
Etwas rechts-aufwärts, leicht süd-westwärts haltend, führt mich diese Spur geradewegs zu einem (relativ breiten) "Durchschlupf" hin, um damit die nächste "Ebene" zu erreichen. Es ist das Gebiet, an dem in alten Karten eine Wasserstelle als Brunnen, in neueren als Quelle eingezeichnet ist. Doch Wasser ist dort derzeit keines auszumachen, aber einige Steinmänner, die nun diesen sinnvollen Routenverlauf bestätigen. Hier könnte in alten Zeiten eine Bergweide der Walch-Alm gewesen sein.

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Neuland (für mich): Bereits nach der Ost-Querung durch die "Mulde" und oberhalb des breiten Grasbandes: Hier findet der Original-Verlauf (nur) nach historischer Karte seinen "Schlupf" durch die botanische Felswand und erreicht danach die nächste "Ebene" mit dem verzeichneten "Brunnen" (der war einmal, leider nix mehr zu trinken dort)

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Beim weiteren Queren in Richtung zur ehem. Walch-Alm/-Hütte öffnet ein steiler Graben erneut den Blick hinab zur Fischunkel-Alm.

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Zoom von der gleichen Stelle - diesen Ausblick gab es bereits vor Jahrhunderten... - doch wieviele Bergler werden sich diesen in der Zukunft noch "erarbeiten"?

Nun wieder in süd-östliche Richtung aufwärts orientierend, steige ich durch uralte Baumriesen hindurch, einer Spur bestmöglich folgend. Auch entsprechend der Karte müßte man dann eher der Höhenlinie folgen, um direkt auf die ehemalige Walch-Alm zu gelangen - ich jedoch behalte wieder etwas ungeduldig, der beginnende Durst bedrängt etwas meine Gedanken, die schräge Aufwärtsrichtung bei, und steige so westseitig an der ehem. Walch-Hütte bzw. Alm vorbei, um etwa bei 1520 m den Wandersteig zu treffen (ca. 14:45 Uhr). Hurra, der Perl-Steig ist geschafft im dritten Anlauf! :)
Die Zeit spendiere ich noch, um wieder zur noch heute offenen und mit hohem Gras bewachsenen Walch-Alm abzusteigen, ein Hüttenfundament ist nicht erkennbar, ich möchte aber nachsehen, ob dort die früher verzeichnete Quelle (Brunnen) "sprudelt". Wahrscheinlich zur Schneeschmelze gibt es dort einen kleinen Bach, doch heute ist nur oberhalb, zum Wandersteig hin, der Hang etwas feucht.

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Die ehem. Walch-Alm ist erreicht: Sie ist auch heute noch offenes Gelände, im Hintergrund sind die Teufelshörner zu erkennen (gleich geschafft: Im Wald rechts-oben verläuft der Wandersteig)

Dieses Mal entscheide ich mich, dem Wandersteig aufwärts zu folgen - ich erkenne meine Stelle oberhalb der "Roten Wand" wieder - um kann kurz vor dem Halsköpfl-Sattel etwas mühsam aus einer Felswand tropfendes Wasser einzufangen. Den Abstecher zum "Aussichtspunkt" Halsköpfl (1720 m) nehme ich noch mit, doch im Vergleich zu den Blicken aus der Walchhütten-Wand (bzw. dem Perl-Steig) ist er eher enttäuschend.
Danach geht es zum Glück nur noch abwärts, diesem markierten Steig zu folgen ist nach den Stunden im Steilgelände eine Wohltat, der fast verlandete Schwarzensee lädt zu keinem erfrischenden Bad ein, gleich nach der ehem. Sagereck-Alm erkenne ich im Vorbeieilen den Einstieg zu einem anderen "historischen Steig-Projekt", dann erfordert der steile und etwas feuchte Sagereck-Steig hinab zur Salet-Alm (610 m) noch einmal meine volle Konzentration.

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Rückweg "in der Zivilisation": Nach dem Halsköpfl (Sattel) führt der Wandersteig (über nagelneue Holzstege) am Schwarzensee vorbei - und ich bin immer noch angenehm NaturNah unterwegs... ;)

Fazit:
Es ist heute nachvollziehbar, dass mit der Aufgabe der Walch-Alm und der späteren Holzeinschlag-Zeit "in der Röth" der Perl-Steig seine Bedeutung verloren hat - und mangels direktem Ziel bzw. zweier guter Alternativen (Röthsteig und Sagerecksteig) von der DAV-Sektion oder dem Nationalpark auch nicht mehr erhalten wird. Dadurch steht er jedoch in seiner anspruchsvollen und ursprünglichen Form etwas abenteuer-affinen Bergsteigern zur Verfügung.
Möglicherweise hat sich im vergangenen Jahrzehnt der Verfall durch Sturmschäden weiter beschleunigt und damit bleibt auch ungewiss, ob dies im ganzen Zusammenhang, inklusive dem "Vergessen-werden", sein finales Ende sein wird. Oder es finden sich aus der jüngeren Generation "Nicht-Kletterer" (Routen-Schrauber) aus dem Berchtesgadener Land, die sich zumindest mit einer Handsäge ausgestattet dieser alten Route widmen wollen.