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Autor Thema: 22.05.2022: Brandenberger Alpen: Guffert-Überschreitung W-O  (Gelesen 286 mal)

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Offline geroldh

  • roBergler
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  • "Berg ist niemals Alltag"
    • climbing Chulu Far East (6059m), Annapurna Himalaya, Nepal (Okt.2007)
Vor einigen Jahren wurde die sozusagen „schmale“ Guffert-Überquerung absolviert, in der Nordflanke hinauf und dann nach dem (Haupt)Gipfelbesuch südseitig hinab. Bereits damals hatte ich etwas sehnsüchtig auf den einsamen Westgipfel hinübergeschaut und im Hinterkopf gehabt, dass dieser bei einer Kraxeltour via dem Westgrat erreicht wird. Nun stand genau dieser zunehmend beliebter werdende Guffert-Westgrat auf dem Programm von almrausch, Chris-aus-M und mir. Die Tourenvorbereitung ist vergleichsweise einfach, gibt es doch neben einigen aussagekräftigen Tourenbeschreibungen auf den verschiedenen Bergportalen auch ein Topo.

Unser Start ist der (geb.pfl.) Parkplatz beim GH Waldhäusl in Vordersteinberg (1000 m), einer Häuseransammlung noch vor dem Ortszentrum von Steinberg am Rofan. In der kühlen Morgenluft steigen wir anfangs durch schattigen Wald, später bereits durch Latschen hinauf bis zum Abzweiger auf ca. 1690 m unter dem markanten Felskopf. Der Höhenlinie folgend, führt uns nun ein Pfad durch das anfangs noch breiter ausgeschnittene Latschenfeld, zunehmend jedoch immer „enger“ werdend. Später werden andere Begeher im Gipfelbuch diesen Zustieg als „Latschenwahnsinn“ bezeichnen. Zwei kurze „Irrgänge“ werden schnell korrigiert, das Zwischenziel ist klar definiert, es ist die topografisch tiefste Einsattelung beim Punkt 1765 (ÖK 50).

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Von hier folgen wir dem Steig in der verlatschten Westflanke etwas abwärts, um dann in nördlicher Richtung – einen größeren Graben aufsteigend querend – dem Felsgrat anzunähern. Hier gelangen wir zu dem in anderen Berichten erwähnten kurzen Fixseil, das – so neu wie es aussieht – offenbar erst vor kurzem erneuert wurde. Für diese erste kurze Kraxelstelle im Aufstieg ist es „überflüssig“, aber für Kletterer im Abstieg mag es eine kleine Hilfe sein...

Uns ist die Route unbekannt, daher legen wir schon mal unsere Sitzgurte an, um kurzfristig gerüstet zu sein – mit im Rucksack ist u.a. ein kurzes Seilstück. Bis auf wenige Stellen kraxeln wir wenig ausgesetzt die kleineren Felspassagen empor, die sich mit Schrofen-/Wiesenabschnitten abwechseln. Im Allgemeinen ist die „Route“ gut zu finden, nur einmal wird sicherheitshalber ein Versuch korrigiert und an nur einer etwas kleingriffigen Stelle wird das Seilstück zum Nachsichern verlangt.

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Die letzten Meter zum kleinen Gipfelkreuz sind geradezu ein „Spaziergang“, doch darf dies nicht hinwegtäuschen, dass es genug Stellen gäbe, die wenig geübte Wanderer überfordern würden.

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An diesem Tag haben wir zwei andere flottere Kraxler vor uns gehabt, mit unserer Mittagsrast am Westgipfel (2140 m) schließen zwei weitere Begeher zu uns auf. Das Gipfelbuch ist bereits alt genug, um eine Tendenz zu erkennen: Im Laufe der Jahre nimmt der Besuch über den Westgrat zu – und dabei tragen sich offenbar auch nur etwa die Hälfte der Besucher darin ein.

Während meine zwei Begleiter vom Gipfel in die Scharte auf dem Grasband – inkl. der kleinen Felsplatte – gelangen, lerne ich mit den anderen Beiden die Alternative kennen, vom östlichen Ende etwa 25 Meter im ausgesetzten, aber leicht gestuften IIIer-Gelände abzuseilen. Der „Gegenanstieg“ zum Haupt-/Ostgipfel, auch als Guffertspitze (2195 m) bezeichnet, ist kurz, ebenso unser Aufenthalt dort, wir folgen nun dem „Normalweg“ den Ostgrat hinunter. Entgegen prognostizierten Befürchtungen ist das Wetter nach wie vor sehr sonnig mit wenigen kleinen hohen Wolken, der direkte Abstieg im breiten südseitig ausgerichteten Kessel vermutlich stark von Wärme geprägt.

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Daher wird die Anregung angenommen, mit einem kleinen Gegenanstieg auf den Guffertstein und die Luxeggalm tangierend die „luftigere“ Variante zu wählen. Eine Einkehr im Biergarten des o.g. GH mit dem Zusammentreffen mit Bergautist, der parallel eigenständig auf „Abarbeitungstour“ unterwegs war, beschließt diesen Tourentag.

Offline Akelei

  • Schlechte Ausrüstung schützt nicht vor schönen Erlebnissen
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Schöner Bericht, danke geroldh  :) auch eines meiner Wunsch-Bergziele dieses Jahr  #mountain#