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Autor Thema: Zäunlkopf (Karwendel) am 15.01.22  (Gelesen 352 mal)

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Offline MANAL

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Zäunlkopf (Karwendel) am 15.01.22
« am: 16.01.2022, 17:16 »
Den schönen gestrigen Samstag habe ich für eine Schneeschuhtour auf den Zäunlkopf im Karwendel genutzt. Start ist am Parkplatz Mühlberg bei Scharnitz (4€/Tag). Von dort geht es über die ehemalige Skiabfahrt hoch zum Mühlberg. Gleich von Anfang an hat man einen wunderbaren Ausblick auf den Talkessel von Scharnitz, den westlichen Karwendelkamm über den der Mittenwalder Höhenweg verläuft, sowie auf die Pleisenspitze als westlicher Eckpfeiler des Karwendel-Hauptkamms. Den Blick auf diese Gipfel wird einem den ganzen Tag begleiten.

 
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Wer es gemächlicher mag kann auch den parallel dazu verlaufenden Forstweg nehmen. Bis zum Mühlberg geht man in der Regel im Schatten. Erst oben kommt man an die Sonne.
Ab dem Mühlberg geht es dann auf einem Wanderweg im auf und gelegentlichen ab über einen längeren bewaldeten Rücken. Hin und wieder bieten sich Ausblicke, aber ansonsten sieht man nicht so viel. Erst nachdem man den bewaldeten Buckel des Mittagskogel passiert hat tritt man aus dem Wald raus und kommt in die heute gut zugeschneiten Latschenzone. Ab hier wird die Tour dann ein Schneeschuhgenuss mit toller Aussicht. Es geht nun nochmal ein paar Meter runter und dann zum letzten etwas steileren Aufstieg hoch zum Zäunlkopf. Hierbei geht es durch frostige Rinnen in den Latschgassen. Mit gute Schneeschuhe ist dieser Anstieg kein Problem.

 
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Beim Zäunlkopf biegt man am besten am Ende der steileren Passage vom Hauptweg links ab, dort kommt man zum Aussichtsgipfel mit Bank und Tisch. Der mit einer Signalstange versehene Hauptgipfel des Zäunlkopfs (1746m) ist nur mitten in einer weitläufigen Gipfelfläche von der man nicht ganz so gute Sicht hat.

Aussicht nach Nordosten auf den Karwendelhauptkamm und das Hinterautal:
 
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Weitblick nach Westen. Rechts die Arnspitzen, dahinter der Wetterstein. Links der Mitte die Mieminger Kette mit der wuchtigen Hohen Munde, ganz links das Sellrain in den Stubaier Alpen. Im Hintergrund die Lechtaler Alpen und sogar der Hoher Riffler im Verwall.
 
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Die meisten die auf den Zäunlkopf steigen gehen auf dem gleichen Weg wieder runter. Da ich gerne Rundtouren mache wandere ich aber weiter und gehe am Hauptgipfel weiter zur Oberbrunnalm. Dabei quert man südseitig etwas steilere Hänge, weil oben am Rücken ein Wildschutzzaun ein Weiterkommen verhindert. Lawinengefahr besteht dort allerdings wegen Schneemangels nicht, da der Hang ziemlich ausgeapert ist. Im weiteren Abstieg zur Oberbrunnalm ziehe ich sogar mal die Schneeschuhe aus weil überhaupt kein Schnee mehr liegt. Erst vor der schön gelegenen Oberbrunnalm hat man wieder ausreichend Schnee unter den Schuhen.
 
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Auf der geschlossenen Hütte war gerade der Hüttenwirt da und hat einer anderen Einheimischen die dort auf der Sonnenterasse in der Wärme gebrotzeitet hatte und mir gleich mal einen Obstler ausgegeben.  #danke3#
Bis dann die Sonne hinter dem Berg verschwunden ist habe ich es mir auch auf der Bank vor der Hütte gemütlich gemacht und die Ruhe genossen.

Anschließend bin ich nicht wie praktisch alle anderen die die Überschreitung des Zäunlkopfs angehen nach Gießenbach abgestiegen, sondern über den Hochwaldweg nach Scharnitz. Dass dies eine deutlich ruhigere Ecke ist habe ich gemerkt, dass dort nur unter dem letzten Neuschnee eine alte Schneeschuhspur war, sowie zeitweise eine andere Skispur war. Über die einsamen Forstwege ist es dann gemütlich und mit etlichen schönen Ausblicke auf das Hinterau- und Gleirschtal mitsamt den schönen Bergen drumherum runter zur Isertalalm und weiter ganz runter zur Scharnitzalm gegangen. Vor dort dann über den Isarsteig südlich an Scharnitz vorbei zurück zum Parkplatz.

Fazit: Schöne Rundtour auf einen hervorragenden Schneeschuhberg. Warum die Überschreitung nur selten angegangen wird und sich über die schöne und einsame Abstiegsvariante über den Hochwaldweg nichts im Netz zu finden ist kann ich nicht verstehen. Im Sommer würde ich diesen Latschenbuckel und Waldrücken meiden, da dürfte man ziemlich in der Hitze weggebrutzelt werden, aber umso besser ist er geeignet für die Winterzeit.

Bedingungen:
Am Aufstiegsrücken und an der südseitigen Querung zur Oberbrunnalm ist der Schnee schon teilweise bis ganz weg, ansonsten hat es überall noch soviel, dass man als Fußgänger keinen Spaß hat. Für Skifahrer lohnt sich ein Weiterweg ab dem Mühlberg aktuell nicht. Ich habe gestern etliche eher frustrierte Skifahrer getroffen die entweder die Ski getragen, den Aufstieg abgebrochen oder ziemlich angefressen am Gipfel waren. Als Schneeschuhgeher sind dagegen optimale Bedingungen.

Offline MANAL

  • roBergler
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Re: Zäunlkopf (Karwendel) am 15.01.22
« Antwort #1 am: 16.01.2022, 17:20 »
Noch ein paar Impressionen von der gestrigen Tour:

 
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Der Schnee ist an vielen Stellen von einer klirrenden Schicht aus großen Eiskristallen überzogen.

 
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Frostige Isar.

 
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Eisiger Talkessel von Scharnitz in dem sich am Abend der Nebel bildet.

 
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Mond über der leuchtenden Pleisenspitze.

 
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Traumhafte Dämmerung bei Wallgau auf der Heimfahrt. Links die Arnspitzen, mittig die Wettersteinwand, rechts der Mitte im Hintergrund Alpspitze, Hochblassen und Zugspitze.