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Autor Thema: Gschwandtpfeiler am 24.10.2021 (Mangfallgebirge)  (Gelesen 313 mal)

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Offline Bergautist

  • Cirsium palustre
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Der Gschwandtpfeiler ist ein sperriger Felsturm, der einen kurz vor der Soinalm empfängt, wenn man von St. Margarethen aus über Aipl und die Mitteralm aufsteigt. Das erste Mal konnte ich ihn 2017 begutachten (Bild 1 von oben). Seitdem war der Wunsch geboren, ihn auch einmal zu besteigen.

Der Aufstieg gestaltete sich einfacher als erwartet, denn Wegbeschreibungen fand ich im Internet keine. Wenn man oberhalb der Mitteralm nach einem Waldstück einen Grashang ("Gleishang") gequert hat, findet sich oben an der Hangkante ein Grasgupf mit Wegweiser (Bild 2). Hier verlässt man den Wanderweg, besteigt den Grasgupf mit Denkmal kurz weglos und steuert den Wald direkt in Richtung Gschwandtpfeiler an. Im Wald finden sich entlang der Südwand sofort steile Steigspuren, die einen schnell weiter nach oben bis zu einer steilen Felsrinne führen (Bild 3). Die Felsrinne (Bild 4) ist mit soliden Trittbügeln und Stahlseilen in gutem Zustand versehen; wer UIAA II und T5 beherrscht, wird hier keine größeren Schwierigkeiten vorfinden. (Ohne die Tritthilfen bliebe die Rinne allerdings Kletterern vorbehalten.) Nur ein Helm ist Pflicht, mich hat ein Stein unbekannter Herkunft nur um Zentimeter verfehlt!

Oberhalb der Rinne folgt man den vorhandenen Spuren nach links, umgeht eine kleine Felswand und steigt dann in teils freigeschnittenem Latschengelände steil weiter bis zum Gipfel mit Kreuz auf. Dort hat man einen schönen Ausblick auf die umliegenden Gipfel - und natürlich nach unten (Bild 5).

Interessanterweise ist der Abstieg über denselben Weg leichter als der Aufstieg. Man muss halt nur den Seilen vertrauen und deren Handhabung beherrschen. (Klettersteigausrüstung bringt da nichts!) Voraussetzung für den Rinnenaufstieg ist absolute Trockenheit, denn in der Rinne befinden sich etliche erdige Steilgraspassagen, die schon bei Trockenheit die Trittsicherheit herausfordern.