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Autor Thema: Ahrntaler Schmugglerpfade (Zillertaler Alpen) 6. bis 8.9.21  (Gelesen 388 mal)

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Online Reinhard

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Früher verbanden legendäre Schmugglerpfade das österreichische Zillertal mit dem Südtiroler Ahrntal. Zwei dieser Pfade lassen sich gut mit einer Rundtour verbinden. Diese stand schon lange auf meiner Wunschliste.

Teil 1: Vom Zillergründl über das Hundskehljoch nach Prettau.

Über die Mautstraße bei Mayrhofen gelangte ich frühmorgens zum GH Bärenbad im Zillergründl, unterhalb der Staumauer. Von dort ging es, zuerst noch im Schatten, zu Fuß weiter in das Tal der Hundskehle. Die dunklen Wolken in der Ferne ließen nichts Gutes vermuten, doch bald lösten sich diese auf - es blieb heiter mit einigen harmlosen Wolken. Auf halber Strecke zum höchsten Punkte passierte ich die alte Zollhütte (Grumala).

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In der Nähe der alten Zollhütte

Bis hierher kann man problemlos mit dem Mountainbike fahren. Die komplette Strecke bis zum Hundskehljoch ist jedoch als offizieller Singletrail bekannt. Er gilt als sehr schwer (S4) und führt über Blockwerk und Steinplatten.

Nach 4 1/2 Stunden incl. Fotopausen erreichte ich das Joch. Bei einer kleinen Brotzeit fällt der Blick zurück in die Hundskehle

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Rückblick Hundskehle

.. und nach vorne über das Ahrntal auf einen Teil der Venedigergruppe:

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links die Dreiherrnspitze

Die Dreiherrnspitze hat ihren Namen daher, dass im 16. Jahrhundert der Gipfel die Herrschaftsgebiete der Grafen von Tirol, der Grafen von Görz, sowie der Fürstbischöfe von Salzburg aneinander stießen

Die Wegbeschaffenheit des Abstiegs zum Ahrntal gestaltete sich etwas einfacher als der Aufstieg

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Rückblick zum Hundskehljoch

Bei der Waldner Alm ließ ich mir noch einen Kaffee schmecken.

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Blick von der Waldneralm hinunter nach Prettau.

Der Abstieg ab der Waldneralm verlief zuerst auf einer Forststraße, später auf einem sehr steilen Steig bis nach Prettau. In der sehr empfehlenswerten Pension Knappenhof wurde dann übernachtet. Die Inhaber der Pension sind auch Pächter der Birnlückenhütte am Ende des Ahrntals.

Beim Abendessen habe ich noch einen Vater mit seinem 13jährigen Sohn kennen gelernt. Diese waren heute die selbe Strecke wie ich unterwegs gewesen, allerdings mit dem Mountainbike. Wie sie mir mitteilten, mussten Ihre Räder ab der alten Wachthütte immer wieder getragen werden. Nix für mich, aber großen Respekt an den Bub!

Online Reinhard

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Teil 2: Von Prettau zur Plauener Hütte

Am nächsten Morgen gab es erstmal ein hervorragendes Frühstücksbuffet in der Pension Knappenhof. Anschließend hatte ich die Wahl, entweder über einen steilen Bergsteig in vielen kleinen Serpentinen oder über eine flachere Forststraße bis zur Starkl Alm aufzusteigen. Ich wählte die Forststraße, ersparte mir dadurch  andererseits mehrere Kilometer entlang der Autostraße nach Kasern, wo der Bergsteig beginnt. Ziemlich entspannt erreichte ich die Starklalm. Hier zweigt der Bergsteig ein und der zweite Abschnitt des Weges zum Heilig-Geist-Jöchl beginnt.

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Der Weg ist meist recht flach, hier wenige Minuten nach der Starkl Alm.

Später wurde es steiniger, aber Hand anlegen muss man nie. Dann habe ich nach gut zwei Stunden das Jöchl erreicht.

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Blick zurück Richtung Venedigergruppe

Hier unterhielt ich mich mit zwei Männern aus dem Chiemgau, einer davon 80 Jahre alt. Respekt!

Der Blick auf den weiteren Wegverlauf: Weit unten der Speicher Zillergründl. Rechts von ihm (hier nicht sichtbar) liegt mein heutiges Ziel, die Plauener Hütte. Rechts darüber die eisbedeckten Gipfel der Reichenspitzgruppe.

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Der Weg zur Hütte dauerte mit Pausen ca. vier Stunden und führte im oberen Bereich über Blockgestein.

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Blick zurück zum Heilig-Geist-Jöchl (Bildmitte).

Da die Unterhaltung und Pause auf dem Jöchl recht lang gedauert hatte, kam ich erst gegen 17:30 Uhr am heutigen Ziel an.

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Plauener Hütte, dahinter der Kuchelmooskopf.

Die Hütte war nur mäßig besetzt, ich erhielt sogar für mich allein ein Doppelzimmer.

Online Reinhard

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Teil 3: Von der Plauener Hütte zum PP Bärenbad

Natürlich kann man auch am 2. Tag direkt bis nach Bärenbad absteigen. Aber das wären dann ca. 1400 Höhenmeter bergab und ca. 15 Stunden Gehzeit an einem Tag - nichts für mich ... Nach dem Frühstück gings also auf dem direkten Steig Richtung Staumauer. Es gibt bei der Hütte auch ein Hinweisschild “Staumauer 4 Stunden” - dieses zeigt in die Richtung Heilig-Geist-Jöchl und führt über einen riesigen Umweg nach unten…)

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Während des Abstiegs fällt der Blick noch einmal auf die Gipfel der Reichenspitzgruppe. Zweimal ist der Steig durch ein Drahtseil gesichert.

Dann geht es auf guten Wegen der Staumauer entgegen:

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Zwischen der Einmündung des Steigs in die Forststraße und der Staumauer immer wieder Schilder mit allen möglichen Lebensweisheiten, vermutlich angebracht von der Hohenau-Alm (“Klein-Tibet”).
Anschließend in einer weiteren Stunde auf steilem Steig hinunter zum Parkplatz beim GH Bärenbad.

Statistik der gesamten Tour:
ca. 2650 hm, 35,7 km

Karte:

karte_ahrntaler_schmugglerwege.jpg


Weitere Fotos gibt es in meinem öffentlichen Google-Fotoalbum: klick

Die Tour wird demnächst in die roBerge-Tourendatenbank eingegeben.