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Autor Thema: Besucheransturm in den Bergen  (Gelesen 5607 mal)

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Offline MANAL

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Re: Besucheransturm in den Bergen
« Antwort #20 am: 06.01.2021, 17:30 »
Nachdem es in München heute mehr geschneit hat als in den Bergen ist es hier winterlich und die Leute müssen nicht mehr mit dem Auto irgendwohin zum Schlittenfahren.

Zitat
Polizei schickt 150 Menschen an Rodelberg nach Hause

Der erste Schnee hat in München viele nach draußen gelockt. Schlittenfahrer und Spaziergänger waren unterwegs - und die Polizei. Für die Beamten ging es an manchen Orten zu lebhaft zu.


https://www.sueddeutsche.de/muenchen/muenchen-polizei-rodeln-corona-regeln-1.5166536

Offline MANAL

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Re: Besucheransturm in den Bergen
« Antwort #21 am: 06.01.2021, 17:40 »
Die SZ beschreibt mit einem Augenzwinkern den winterlichen Sehnsuchtsort der Münchener Lemminge.  #hihi#

Zitat
Auf den Kilimandscharo der Münchner

Nach dem Kampf um den letzten Parkplatz warten Kaiserschmarrn aus der Pappschachtel, söderfreies Weißbier und ein Abfahrtsrennen im Gedränge. Es ist einfach schön am zugefrorenen Spitzingsee.


https://www.sueddeutsche.de/muenchen/spitzingsee-ausflug-firstalm-muenchen-schnee-1.5164778

Offline Maiwanderer

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Re: Besucheransturm in den Bergen
« Antwort #22 am: 07.01.2021, 20:17 »
Habe soeben einen Artikel zur 100-Jahr-Feier des Hochrieshauses gefunden. Scheinbar gings früher auch schon manchmal genauso zu wie heute  ;) :

Zitat
Die Einheimischen sind schon bald genervt. Auf der Hochries, ihrem Hausberg am Nordrand der Chiemgauer Alpen, ist der Teufel los. Und das an jedem einzelnen Winterwochenende. Schier nie enden wollende Scharen an Skifahrern aus München erobern ihren Hausberg. Die Deutsche Reichsbahn muss in den 1920er-Jahren Sonderzüge einsetzen, um die skinarrischen Städter zu dem 1569 Meter hohen Sehnsuchtsberg zu bringen. „Über Absperrungen und Gleise hinweg“, klagt ein Leserbriefschreiber damals, „stürmt die wilde Horde, bewaffnet mit ihren langen Skilatten und -Stöcken, zum Zug nach Frasdorf, Bahnpersonal und friedliche Reisende rücksichtslos zur Seite drängend.“ Die Bergwacht organisiert extra einen wenig zimperlichen Ordnungsdienst, „der nötigenfalls mit zupackender Faust für diszipliniertes Verhalten des Schivölkchens“ sorgt.


https://www.merkur.de/bayern/fabelhafte-geschichte-hochrieshuette-3269336.html

Offline MANAL

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Re: Besucheransturm in den Bergen
« Antwort #23 am: 07.01.2021, 20:30 »
Zitat
Die Bergwacht organisiert extra einen wenig zimperlichen Ordnungsdienst, „der nötigenfalls mit zupackender Faust für diszipliniertes Verhalten des Schivölkchens“ sorgt.

Vielleicht sollte die Bergwacht wieder aktiv werden.  #hihi#

Offline maisalm

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Re: Besucheransturm in den Bergen
« Antwort #24 am: 07.01.2021, 21:58 »
Interessant hierzu:
die Spanische Grippe (mit geschätzt 500 Mio. Infizierten und 20 bis 50 Mio. Toten) gab es laut Wikipedia in den Jahren 1918-1920.

Gruß maisalm

Offline geroldh

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Re: Besucheransturm in den Bergen
« Antwort #25 am: 08.01.2021, 20:20 »
::)  Oh ja:
Dann also 2020 die "Chinesische Seuche" (mit noch unbekannter Auswirkung) - Stichwort "Neue Seidenstraße"...  #zitter
Und in einigen Jahren, wenn alle Einzelhändler "tot" sind, gibt's an jeder Ecke "Alibaba-Shops"  #buch# - und anstatt Gaststätte und Pizzeria viele Chinesische Restaurants...  #essen1#
#sorry#  Hatte gerade ein "reinigendes Gewitter" im Kopf...  #besserung#


#gruebelgruebel#  Nachtrag:  ...und sie sind schon mitten unter uns...  :-\

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Offline eli

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Re: Besucheransturm in den Bergen
« Antwort #26 am: 09.01.2021, 10:50 »
Servus beinand!

Habe gerade einen interessanten Artikel zu diesem Thema gefunden, " Back to the Future". Ich zitiere einfach mal in Auszügen:
...die Männer von Ammergau beschlossen, daß weder jemand über die Berge, die das Tal vom übrigen Land trennen, hereingelassen werden sollte noch jemand aus dem Tal selbst hinabginge über die Berge, um wiederzukehren; sie verboten dies bei großer Strafe...Das Gebot wurde bis zum Kirchweihfest  treulich gehalten.
Aber nun ging es einem von Ammergau.... schwer zu Herzen. Er sehnte sich, die Feiertage bei seiner Familie zuzubringen, und versuchte es, ungeachtet des strengen Verbots, sich bei nacht auf verborgenen Wegen über das Gebirge zu schleichen. Unglücklicherweise gelang ihm dies, aber er trug die Krankheit zurück in seine Hütte und starb schon am dritten Tag. Das Pestübel aber fing im Tal zu wüten an"


Übrigens,  die "Story" spielt allerdings schon inmitten des 30 - jährigen Krieges und führte erstmals zum bekannten Gelübde der Oberammergauer anno 1634. Nachzulesen in dem herrlichen Buch von
  Paul Fenzl - Sagen aus Bayern   - von Hexen, Heiligen und Halunken , Volk Vlg.

Die kurze Sage zuvor aus dem BGL - Land lautet übrigens: Kinderl, friert`s enk nit]"

Na hawedere

eli

Offline efs

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die Kehrseite- Besucheransturm in den Bergen
« Antwort #27 am: 10.01.2021, 19:13 »
Ich war heute in einer meiner Lieblingsecken. Traumhaft schön, was nicht nur ich so empfinde, daher sehr gut begangen. Normalerweise. Weil viele Urlauber da sind. Daher gehe ich die Tour entweder bei Regen oder im November.
Heute war ich dort. Und es war traumhaft leer. Klar. Keine Urlauber, keine Übernachtungsgäste. Ich war früh am leeren Parkplatz die einzige. Ski angeschnallt und losgestapft. In die Stille einer tiefverschneiten einsamen Landschaft. Ganz alleine. Bis oben. Auf der Abfahrt durch noch unverspurtes Gelände sind mir tatsächlich Gämsen fast über die Ski gehüpft. Ein traumhaftes Erlebnis in einer Gegend, die ich wohl nie wieder so einsam und still erleben werden. Ausser bei Regen  :)
Liebe Grüsse efs  #mountain#

Offline Bergautist

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Offline MANAL

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Re: Besucheransturm in den Bergen
« Antwort #29 am: 19.01.2022, 12:39 »
Dieser Merkur-Artikel zeigt exemplarisch hervorragend die Situation in den Ausflugsgebieten und dass nicht nur die M-Kennzeichen das Problem sind:
https://www.merkur.de/lokales/region-tegernsee/tegernsee-ort29547/brennpunkt-olaf-gulbransson-strasse-91244635.html

- Ausflügler die alles zuparken (hier kommen die M-Kennzeichen ins Spiel, wie man auf dem Fotos sieht wobei der ja quasi legal parkt)
- Einheimische welche sich auf öffentlichen Raum ausbreiten
- Gemeinden und eine Tourismusindustrie die immer mehr ausbaut
- Immer mehr Touristen werden angezogen die alles verstopfen


Im Gegenzug finde ich diesen Artikel über die Idee die Königsseebahn wieder aufzubauen sehr interessant:
https://www.berchtesgadener-anzeiger.de/startseite_artikel,-die-neue-koenigsseebahn-ist-keine-utopie-_arid,676616.html

Wäre genau das richtige Zeichen in heutiger Zeit den touristischen Hotspot Königssee wieder vernünftig an den ÖPNV anzubinden. Man baut Seilbahnen wie am Jenner oder der Zugspitze munter aus, was noch mehr Touristen und Ausflügler anlockt und beklagt sich danach, dass alle im Stau versinkt. Das sind hausgemachte Probleme.

Offline BFklaus

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Re: Besucheransturm in den Bergen
« Antwort #30 am: 24.01.2022, 10:30 »
Im Gegenzug finde ich diesen Artikel über die Idee die Königsseebahn wieder aufzubauen sehr interessant:
https://www.berchtesgadener-anzeiger.de/startseite_artikel,-die-neue-koenigsseebahn-ist-keine-utopie-_arid,676616.html

Wäre genau das richtige Zeichen in heutiger Zeit den touristischen Hotspot Königssee wieder vernünftig an den ÖPNV anzubinden. Man baut Seilbahnen wie am Jenner oder der Zugspitze munter aus, was noch mehr Touristen und Ausflügler anlockt und beklagt sich danach, dass alle im Stau versinkt. Das sind hausgemachte Probleme.

Nach meiner Kenntnis ist der Königssee bereits an den ÖPNV angebunden. Die Fahrt mit der BRB von München Hbf nach Berchtesgaden mit Umsteigen in Freilassing dauert 2:32 Stunden. Zum Königssee fährt man dann in 10 min mit dem Bus.
Die "Neue Königsseebahn" ab Salzburg geistert immer mal wieder durch die Presse. Ob sie tatsächlich eine nennenswerte Verkürzung der Fahrtzeit für die Münchener bringen würde, darf bezweifelt werden. Von München Hbf nach Salzburg Hbf benötigt man mit der BRB nämlich bereits 1:45 Stunden. Die geplante Strecke über Anif, Gröding und Marktschellenberg nach Berchtesgaden ist vermutlich kaum unter 30 min zu schaffen. Mit Umstiegszeiten wäre man also kaum schneller.

Offline geroldh

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Re: Besucheransturm in den Bergen
« Antwort #31 am: 24.01.2022, 20:42 »
#gruebelgruebel#  Hmm, um die "Fahrt an den Königssee" etwas kurzweiliger zu machen, verknüpfe ich nun doch auf einen anderen Beitrag...

8)  Was anderes gesucht... - und dies zufällig gefunden:

Ein Beitrag "Stilllegung der Königsseebahn" (ca. 5 Min.) von 1966 aus der damaligen Münchner Abendschau.
Dort erfährt man, dass es nicht zwangsläufig "das Auto" war, sondern "die Bahn" selbst, die dem ganzen Individualverkehr mächtig "auf die Räder" geholfen hat:
Zitat
Mai 1966, die Königsseebahn soll stillgelegt werden. Die Anrainer befürchten schlimme Folgen: zu viel Autoverkehr, nicht zu bewältigende Touristenströme. Die Seeanwohner hätten auch noch viele Ideen, was man auf Schienen alles so machen kann: Bootfahren zum Beispiel. Ein herrliches Bild: die Eisenbahnruderer, zünftig mit Lederhose, Hut und weißem Rauschbart.

alpha-retro: Stilllegung der Königsseebahn (1966)


... bzw. biete mit einem zusätzlichen Zwischenhalt im Wiki "Königsseebahn" eine Direktverbindung zum "Kundenvideo" über die
.

Stilllegung der Königsseebahn [BR 1966]#musik2#

Offline geroldh

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Re: Besucheransturm in den Bergen
« Antwort #32 am: 24.01.2022, 21:59 »
Nachtrag:

#hihi#  Zwar kein Bergbeitrag, aber immerhin ein Beitrag aus dem Jahr der Stilllegung der Königsseebahn, als der gut funktionierende ÖPNV noch ein Monopol war - und DB geschrieben wurde. Eine etwas ältere Mischung aus Spielfilm und Dokumentarfilm über den Münchner Hauptbahnhof. Darin erfährt man doch einiges über die gute(?) alte Reisezeit und die Bahn. Wusst z.B. nicht, dass es früher dort im Hbf auch 'ne Bergwacht* gegeben hat.

Zitat
Die Reise des Goldfischs vom Summerer-Bauern gestaltet sich aufregender als gedacht: nicht im Abteil mit seinem Herrchen, sondern im Güterwagen reist er vom Dorf nach München. Am Großstadtbahnhof geht es geschäftig zu. Ein wundervoller Film über die Abläufe bei der Bahn, am Münchner Hauptbahnhof und über die damals modernste Technik des Stellwerks im Jahr 1966, gewürzt mit für Schulfernsehen der Sechziger ungewöhnlichem Humor.


Eisenbahngeschichten: Großstadtbahnhof (1966) (22 Min / *@15:15)

Sicher recht unterhaltsam für die Ü60er unter den roBerglern - und nur noch zum Wundern für die Generation Z.  ;)