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Autor Thema: Wank Spitze (2208m/Mieminger Kette) am 28.11.20  (Gelesen 401 mal)

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Offline MANAL

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Gestern ging es noch ein letztes Mal für unbestimmte Zeit auf eine Tour nach Tirol. Diesmal habe ich mich für die Mieminger Kette entschieden. Südseitig gibt es einige Vorgipfel vor den schroffen Wänden der Kette die gerade jetzt im Spätherbst noch angenehme Bedingungen bieten. Darunter die Wank Spitze die wegen ihrer sanften Hänge auch im Winter gerne mit Ski oder Schneeschuhe bestiegen wird.

Start ist der kostenpflichte Parkplatz Arzkasten (1150m, 4€/Tag). Um 9 Uhr morgen ist noch viel Platz und es ist frostig kalt, aber dafür schon schönster blauer Himmel, den ich bei der Hinfahrt erst ab Garmisch hatte, davor dichtester Hochnebel.

Statt den Normalweg durch das noch frostig-schattige Lehnbergtagl aufzusteigen entscheide ich mich einmal um den südwestlichsten Ausläufer der Wankspitze, den unbedeutenden bewaldeten Nisskogel, zu wandern und über den Südaufstieg zur Lacke aufzusteigen. Auf dem harmlosen Zustieg über Forstwege verliert man zwar ca. 150 Höhenmeter, aber da man insgesamt 5km und 1 Stunde bis zum eigentlichen Start der Tour unterwegs ist, merkt man nicht viel. Da man auf der Südseite unterwegs ist ist das warmlaufen auch angenehm immer wieder in der Sonne. Schließlich erreicht man den Abzweig zum Lacke-Steig (ca. 1150m) wo nochmal darauf hingewiesen wird, dass dieser "nur für Geübte" ist. Der schmale aber unschwierige Steig windet sich darauf hin in vielen Serpentinen einen steilen bewaldeten Rücken aufwärts. Weiter oben geht es in die Latschen wo es gelegentliche schrofige Stellen hat die aber auch kaum der Rede wert sind. Durch die südseitige Lage ist alles trocken, sowie schnee- und eisfrei. Es ist nirgends ausgesetzt oder sonderlich gefährliche Stelle, allerdings sollte es trocken sein, da es viele Wurzeln hat auf denen man sonst sicher gut rumrutscht. Ungefähr 1 Stunde steigt man hoch bis man auf ca.1700m am Rücken auf den Normalweg durch das Lehnbergtal und eine hässliche Aussichtsplattform stößt. Ab hier ist auch Schluß mit der Einsamkeit, über den Normalweg ist einiges los.

Dass man den steilen Südsteig mit "nur für Geübte" kennzeichnet liegt sicher an der Masse an Bergtouristen die hier vom Lehnberghaus hochkommen und die Aussicht genießen. Im Hochsommer dürfte der eine oder andere dieser Spezies durch die Steilheit und der Hitze in den Latschengassen vermultich kollabieren...

Ab der Lacke geht es dann über den mäßig steilen Westrücken der Wank Spitze durch Latschen und lichten Wald nach oben. Schließlich geht es über die Wiesenflächen zum sanften grasigen Gipfelaufbau hoch wo einiger Betrieb ist. Am weiträumigen Grasgipfel der Wank Spitze (2208m) kann man sich aber ganz gut ausgehen. Ich habe insgesamt 3 Stunden für diese Aufstieg benötigt.

Ich raste und genieße die Aussicht hoch über dem Inntal und mit den steilen Kalkwänden der Mieminger Kette im Rücken bis eine Gruppe Jugendlicher auftaucht (Corona gibt's scheinbar in Tirol nicht) und mit einer nervigen Drohne Radau macht.

Abstieg dann über den Normalweg durch das Lehnbergtal. Ab der Lacke bis zum Lehnberghaus geht es schattig und eisig abwärts. Durch die vielen Begehungen ist der Weg schon eisig getreten, noch ging es aber ohne Grödel. Vermute mal heute dürfte das schon schlechter sein. Also entweder Grödel einpacken oder ausschließlich über den rutschfreien Südsteig gehen. Vom Lehnberghaus schließlich über den Bachweg wieder zurück zum Parkplatz Arzkasten, der jetzt am frühen Nachmittag komplett voll war. Für den Abstieg habe ich gerade mal 1,5 Stunden benötigt.

Gesamtlänge der Tour: 14,3km
Höhenmeter: ca. 1380m
Schwierigkeit: T2 (Südanstieg aber relativ steil und kräfteraubend)
Ausgesetztheit: praktisch keine, selbst am steilen Südanstieg ist man permanent im Waldhang oder in Latschen unterwegs.
Meine Gehzeit: 4,5 Stunden (3h rauf, 1,5 runter).

Fazit:
Schöne einfache südseitige (Teil-) Rundtour auf einen Aussichtsberg hoch über dem Inntal. Genau das richtige wenn höhere Berge nicht mehr/noch nicht machbar sind. Der Südaufstieg ist eine schöne und ruhige Alternative die aber wegen der vielen Wurzeln und dem steilen Gelände Trockenheit erfordert. Ebenfalls sollte man ihn wegen der Latschengassen nicht im Sommer begehen. Wer die Wank Spitze nur über den Normalweg durch das Lehnbergtal besteigt spart sich einige Höhen- und Wegmeter und kann das auch als relativ schnelle und kurze Tour begehen.

 
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 Bei der Anfahrt zeigt sich die Wank Spitze als harmloser Latschenrücken mit Grasgipfel

 
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 Im oberen Teil des Südaufstiegs bietet sich aus den Latschen raus ein schöner Blick runter ins Inntal.

 
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 Nach der Lacke geht es über den sanften Westrücken durch Latschen und lichten Wald unschwierig und mit Aussicht nach Westen aufwärts.

 
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 Kurz unter dem Gipfel. An so einem schönen Tag ist man logischerweise nicht alleine unterwegs.

 
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 Vom Gipfel bietet sich eine wunderbare aussicht auf die schroffen Felswände der Mieminger Kette. Die Aussicht geht über das Karwendel und dem Inntal bis zu den Hohen Tauern.

roBerge.de

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« am: 29.11.2020, 13:39 »

Offline Maiwanderer

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Re: Wank Spitze (2208m/Mieminger Kette) am 28.11.20
« Antwort #1 am: 29.11.2020, 14:46 »
Vielen Dank für die schönen sonnigen Bilder  #sonne6#

Das mit den Drohnen nimmt leider immer mehr zu: hatte das letztes Jahr auf der Kampenwand und heuer aufm Mittenwalder Klettersteig.
Inmitten der Ruhe dieses nervige Geräusch  #schade#

Schena Gruaß