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Autor Thema: Grafenloch bei Oberaudorf  (Gelesen 250 mal)

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Offline Kalapatar

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Grafenloch bei Oberaudorf
« am: 15.11.2020, 16:09 »
Servus Beinand

Also heute habe ich mich mal mit etwas beschäftigt, was schon lange in der ToDo Liste stand. Ziel war das Grafenloch bei Oberaudorf. Das gehört ja zu einem Inntaler Unterweltensystem: Daneben noch die Wendelsteinhöhle, die Tischoferhöhle am Eingang zum Kaisertal und die Hundalm Eishöhle.
Also, das sind jetzt keine großen „Bergtouren“, aber echt, ich war da noch nie. Also vom Zentrum in Oberaudorf Richtung Luegsteinsee. Man kommt an dem alten Burgtor vorbei, erbaut schon 1409 – 1492 als Straßensperre und Zollhaus. Die Auerburg war ja lange Jahre lang die Grenzbastion zu Tirol, nachdem nach dem Landshuter Erbfolgekrieg Kufstein, Kitzbühel und Rattenberg an die Habsburger verloren ging.
Vorbei am „Weber an der Wand“, das war wohl eine ehemalige Klause, 1666 – 1794 von 5 Eremiten bewohnt. Dann ein Gasthof. Hier kehrten schon Prinzregent Luitpold, König Max von Bayern oder Wilhelm von Kaulbach ein.
Gleich dahinter ein Abstecher zur Ponorhöhle, 13m lang, ein Bächlein, das im Fels verschwindet. Naja, unspektakulär!
Weiter am Luegsteinsee entlang, schön in der Sonne, in der Luegsteinwand vergnügten sich viele Kletter. Dahinter durch Mischwald hoch zum Grafenloch. Am Schluss über eine Leiter in die große Höhle. Soll ja hier schon früh besiedelt gewesen sein, aber gemütlich war das sicher nicht, weil recht abschüssig. Vermutlich war die Höhlenburg eine Vorlage der Auerburg.
Nach einer Sage soll eine Zigeunerin dem nach der Ermordung seiner Eltern zu großer Macht gekommenen Auer Grafen seinen nahen Tod durch einen Blitzschlag geweissagt haben. Nachdem kurz darauf ein Blitz in den Burgturm eingeschlagen war, soll sich der Graf in einer Höhle in Sicherheit gebracht haben, doch soll ihn der Tod bei einem plötzlichen Gewitter ereilt haben als er die steile Leiter zur Höhlenburg nicht mehr rechtzeitig erreichte.
Dann wieder zurück und noch zu den Überresten der Auerburg hoch. Die Burg sicherte früher den Wittelsbachern die Position im Inntal und wurde später Grenzfeste zu Tirol. Auch hier gibt es eine Sage:
Die Sage von „Drei heidnischen Jungfrauen auf der Auerburg“ berichtet von drei Schwestern, die man die „heidnischen Jungfrauen“ nannte. Zwei von ihnen betrogen ihre blinde Schwester. Als diese es bemerkte, reagierte sie mit einem fürchterlichen Fluch. Seitdem sei die Burg bis auf die Ringwälle untergegangen.
Heute also mal eine etwas unspektakuläre, geschichtshistorische Wanderung, die etwas auf das künftige Rätsel einstimmen soll.

Viele Grüße, Kalapatar

roBerge.de

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« am: 15.11.2020, 16:09 »