Misslungene Bergtouren - Fehler und Ursachen

Begonnen von MANAL, 29.09.2020, 12:00

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MANAL

Eine sehr lehrreiche Sonder-Folge der "Bergmenschen" im BR vom Roman vom Matrashaus die sehr gut hier reinpasst. Sollte sich auch jeder erfahrene Bergsteiger anschauen um sein eigenes Handeln mal wieder zu hinterfragen, denn was da passiert ist dürfte wohl auch vielen Erfahrenen in den Bergen passieren können...

https://www.br.de/mediathek/video/bergmenschen-leben-ueber-dem-horizont-notbiwak-auf-3000-metern-s02-e08-av:62d90d6668553f00085ae762

Da kann man eigentlich nur ein Dankeschön an Roman und die beiden Bergsteigerinnen sagen die so offen über ihre Bergnot sprechen.  #danke1#

efs

Seit kurzem ist der Panoramaweg von der Steinlingalm zur Bergstation eine Fahrstrasse für PKWs

https://bergwacht-wasserburg.de/2022/07/10/technische-hilfeleistung-der-bergwacht-ein-nicht-alltaeglicher-einsatz/

Da fällt mir nix mehr ein.......


MANAL

Zitat von: mh am 08.07.2022, 21:46
Dann bin ich jetzt mit dem BR auch wieder versöhnt. Der von Gerold verlinkte Beitrag ist seriös, ausgewogen und nicht reißerisch. Und er greift genau das auf, was uns im Roberge-Forum auch immer so angekotzt hat: dass im Hikr-Beitrag alle nötigen Infos klar drin gestanden wären, wenn man sie denn nur gelesen hätte...

Dieser BR-Bericht ist wirklich hervorragend recherchiert! Spricht alles genauso an wie es wohl die meisten erfahrenen Bergwanderer auch sehen.

MANAL

Ich setze diesen Link zu einer NDR Doku hierher weil es sehr gut passt.
Zwei Nordlichter wollen durch das Reintal auf die Zugspitze im schneereichen und instabilen Juni 2021.

ZitatZugspitze: Ein Trip an unsere Grenzen | Young Adventurers | NDR Doku
https://www.youtube.com/watch?v=0Q-TR4FM-t0#

mh

Dann bin ich jetzt mit dem BR auch wieder versöhnt. Der von Gerold verlinkte Beitrag ist seriös, ausgewogen und nicht reißerisch. Und er greift genau das auf, was uns im Roberge-Forum auch immer so angekotzt hat: dass im Hikr-Beitrag alle nötigen Infos klar drin gestanden wären, wenn man sie denn nur gelesen hätte...

geroldh

Zitat von: BergautistHabe mir den Beitrag angeschaut. Das war ja mal wieder eine journalistische Glanzleistung! Jetzt weiß ich zumindest, wie man die sonstigen Themen bei "Quer" so einschätzen darf. Kopfschüttel...

APPLAUS  #ueberraschung#

Der BR kann offenbar auch anders: Am #sonne5# Sonntag-Nachmittag in der Sendung Schwaben & Altbayern:
ZitatChaos am Berg? - Unerfahrene belasten Bergwacht
Der aktuelle Fall im Kleinwalsertal zeigt es: Immer wieder wagen sich Menschen ohne Bergerfahrung in scheinbarer Informiertheit an Touren, denen sie nicht gewachsen sind. Ausbaden muss es die Bergwacht. Ist das "Internet" Schuld? Analyse vor Ort in Oberstdorf und im Kleinwalsertal.
Chaos am Berg? - Unerfahrene belasten Bergwacht (ca. 8 Min.)

Artikel zum Beitrag:
Einsatz am Limit: Die Rettung der 99 Schüler im Kleinwalsertal (03.07.2022)

- - -

#mountain#  TraRi-TraRa die Post ist da.  (Stand: 05.07.2022)
ZitatDas Land Rheinland-Pfalz übernimmt die Kosten für die Rettung der großen Schülergruppe aus der Pfalz im österreichischen Kleinwalsertal. Die Rechnung belaufe sich auf exakt 13.291,57 Euro und sei mittlerweile an der Schule eingetroffen, teilte das Bildungsministerium auf Anfrage mit. "Das Bildungsministerium wird die Rechnung prüfen und - sofern die Rechnung keine grundsätzlichen Zweifel aufwirft - diese selbstverständlich auch bezahlen", sagte ein Sprecher.
...
Bei der Tour am Heuberggrat im Walsertal sei die Gruppe aus Rheinland-Pfalz größtenteils schlecht ausgerüstet gewesen, teilweise mit Sneakers und Turnschuhen, manche ohne Jacke oder nur mit einem T-Shirt, berichtete ein Polizeisprecher damals.
Die Lehrkräfte hatten der österreichischen Polizei zufolge den Wanderweg aufgrund von Informationen im Internet ausgesucht. Der Weg habe sich als weitaus riskanter als beschrieben entpuppt.
...
Nach Angaben des Bildungsministeriums werden alle Fragen im Zusammenhang mit der Kostenübernahme geprüft, darunter auch mögliche Rückforderungen etwa an Lehrer. Dies sei aber nur dann denkbar, wenn den Verantwortlichen Vorsatz oder grobe Fahrlässigkeit nachgewiesen werden könne. "Dabei ist allerdings zu bedenken, dass die juristischen Anforderungen für einen solchen Nachweis sehr streng sind." Die Ermittlungen in Österreich seien aber noch nicht abgeschlossen.
Beitrag/Quelle (mit Bilderstrecke)

mh

Ich mag "quer" meistens ganz gern, aber in diesem Fall haben sie sich wirklich nicht mit Ruhm bekleckert. Ständig wird die Floskel von der "Feierabendtour" strapaziert. Und kein Wort davon, dass bei hikr neben dieser Floskel auch zahlreiche sachliche Infos über die Schwierigkeit zu finden gewesen sind (wer bis zu "Feierabendtour" gelesen hat, muss auch die anderen Hinweise gelesen haben). Ein einzelnes Wort - und dann auch noch grob aus dem Kontext gerissen - als Aufhänger für die ganze Story und dafür weniger spektakuläre Fakten verschweigen - das ist normalerweise Bildzeitung-Niveau. Hat schon jemand herausgefunden, wo man den Beitrag kommentieren kann oder wo man hinmailen muss (außer zu BR allgemein)?

Bergautist

Zitat von: geroldh am 29.06.2022, 20:55
;)  Nur der Vollständigkeit halber, nun hat auch quer seinen Beitrag fertig... Morgen Abend im BR:
ZitatBlinder Gehorsam: Mit der Wander-App ins Verderben?
Apps für Bahn, Autofahrt und Fußweg – viele vertrauen völlig der Navigation per App, fixieren das Handy und achten gar nicht mehr auf die Umgebung. Das kann bei Bergwanderungen lebensbedrohlich werden. Bei einem Wetter-Umschwung zum Beispiel wird aus dem Genuss schnell eine Gefahr. Und wenn ein fitter Bergsportler eine Wanderung in der App als "leicht" beschreibt, kann sie für Ungeübte herausfordernd sein. Erst kürzlich gerieten rund 100 deutsche Schüler in Bergnot, weil ihre Lehrer eine "leichte" Tour aus dem Netz herausgesucht hatten. Also: Augen auf und Gehirn an!
quer: ... durch die Woche mit Christoph Süß
Habe mir den Beitrag angeschaut. Das war ja mal wieder eine journalistische Glanzleistung! Jetzt weiß ich zumindest, wie man die sonstigen Themen bei "Quer" so einschätzen darf. Kopfschüttel...

Reinhard

Passend zu diesem Thema gab es im Outdoor-Magazin 29.06.2022 einen interessanten Artikel zum Nachlesen:

Diese 8 Anfängerfehler solltet ihr vermeiden


geroldh

Zitat von: MANAL am 10.06.2022, 12:28...
Zitat von: mh am 10.06.2022, 12:01Ich überlege gerade, ob das nicht ein hübscher Fall für die Sendung "Quer" wäre.... Die sind ja, obwohl BR, manchmal wohltuend anders.
Das wäre eher schon eine komplette "kontrovers"-Sendung über die Problematik. "quer" ist auch gut da sie das recht satirisch aufarbeiten.
...

;)  Nur der Vollständigkeit halber, nun hat auch quer seinen Beitrag fertig... Morgen Abend im BR:
ZitatBlinder Gehorsam: Mit der Wander-App ins Verderben?
Apps für Bahn, Autofahrt und Fußweg – viele vertrauen völlig der Navigation per App, fixieren das Handy und achten gar nicht mehr auf die Umgebung. Das kann bei Bergwanderungen lebensbedrohlich werden. Bei einem Wetter-Umschwung zum Beispiel wird aus dem Genuss schnell eine Gefahr. Und wenn ein fitter Bergsportler eine Wanderung in der App als "leicht" beschreibt, kann sie für Ungeübte herausfordernd sein. Erst kürzlich gerieten rund 100 deutsche Schüler in Bergnot, weil ihre Lehrer eine "leichte" Tour aus dem Netz herausgesucht hatten. Also: Augen auf und Gehirn an!
quer: ... durch die Woche mit Christoph Süß (=> ab 35:15 Min.)


geroldh

Zitat von: MANALDie Rechnung für den Rettungseinsatz ist da:
https://vorarlberg.orf.at/stories/3161490/
(21.06.2022)

Aha...  #gruebeln#

Seit ich das Gelände dort gesehen habe, so ganz möchte ein Gedanke nicht aus meinem Kopf weichen – insbesondere auch, wenn man sich das dritte Foto in diesem Bericht betrachtet, das diese begrünte T4-"Steilstufe" in einem grösseren Überblick zeigt:
Hätten es denn nicht auch zwei Seile getan, die an zwei Bäumen fixiert den Jugendlichen (und den wenigen Erwachsenen) die Möglichkeit gegeben hätten, sich daran hinunter zu hangeln? Wenige "Problem-Fälle" ggfs. gemeinsam mit 'nem Bergwacht'ler abseilend? (Aber) Dann wären es vielleicht nur 1.800 Euro geworden...

Nun, der Einsatzleiter entscheidet... – aber wenn man z.B. diesen heutigen BR-Bericht ansieht, dann scheint sich tatsächlich der Eindruck aufzudrängen, dass es manche(n) tw. an den elementarsten Bewegungsformen fehlt...
Zu viel gewollt - Bergwacht immer häufiger im Einsatz (5 Min. / Online bis 21.06.2023)

Aber auch: "Die Presse" hat zwischenzeitlich bzgl. "zitieren" nicht viel dazugelernt – sich den letzten Satz im heutigen Text betrachtend:
Zitat... Das Lehrpersonal hatte sich in diesem Fall offenbar auf eine Beschreibung in einem Internetforum verlassen, nach dem es sich um eine ,,klassische Feierabendrunde" handle.

>:D  Dazu fällt mir nur ein:  klasse = klassisch = Schulklasse  #musik2#

MANAL

Die Rechnung für den Rettungseinsatz ist da:
https://vorarlberg.orf.at/stories/3161490/

Zitat18.000 Euro für Rettung von Schülergruppe

Die Rettung einer deutschen Schülergruppe mit über 100 Personen hat vor zwei Wochen für Medienwirbel gesorgt. Die Gruppe hatte sich über das Internet eine Ausflugsroute im Kleinwalsertal herausgesucht. Da die Route zu anspruchsvoll war, mussten alle von der Bergrettung gerettet werden, wodurch Kosten in Höhe von rund 18.000 Euro entstanden.

MANAL

Zitat von: geroldh am 15.06.2022, 19:13
Tja, quer fällt wegen Feiertag erst mal aus... aber heute Abend ist es immerhin ein Beitrag bei Kontrovers:
ZitatWander-App: Gefährliche Routenplanung im Netz
Der Fall macht aktuell Schlagzeilen: 99 Schüler sind mit Lehrern in Bergnot geraten. Sie hatten sich auf eine Routenbeschreibung aus dem Netz verlassen. In anderen Fällen ging das tödlich aus. Vor wenigen Monaten verunglückten drei Menschen in Bayern. Sie waren der Route einer Wander-App gefolgt. Bergen manche digitalen Tourentipps lebensgefährliche Risiken?
Kontrovers: Gefährliche Routenplanung im Netz

Eigentlich ganz gut gemachter Bericht vom BR zu diesem Thema. Erwähnt eigentlich alles was schiefläuft.

geroldh

Zitat von: MANAL am 10.06.2022, 12:28...
Zitat von: mh am 10.06.2022, 12:01Ich überlege gerade, ob das nicht ein hübscher Fall für die Sendung "Quer" wäre.... Die sind ja, obwohl BR, manchmal wohltuend anders.
Das wäre eher schon eine komplette "kontrovers"-Sendung über die Problematik. "quer" ist auch gut da sie das recht satirisch aufarbeiten.
...

Tja, quer fällt wegen Feiertag erst mal aus... aber heute Abend ist es immerhin ein Beitrag bei Kontrovers:
ZitatWander-App: Gefährliche Routenplanung im Netz
Der Fall macht aktuell Schlagzeilen: 99 Schüler sind mit Lehrern in Bergnot geraten. Sie hatten sich auf eine Routenbeschreibung aus dem Netz verlassen. In anderen Fällen ging das tödlich aus. Vor wenigen Monaten verunglückten drei Menschen in Bayern. Sie waren der Route einer Wander-App gefolgt. Bergen manche digitalen Tourentipps lebensgefährliche Risiken?
Kontrovers: Gefährliche Routenplanung im Netz

efs

@gerold: grossartig. Vielen Dank für's Begehen und die ausführliche Doku mit Wort und Bild!

MANAL

@gerold: Danke für diese investigative Recherche! Du wärst wohl zu überqualifiziert für einen Job der "irgendwas mit den Medien" zu tun hätte.  :laugh:

geroldh

Also ich bin heute dort an den Heuberg-Grat hingefahren und habe diese ,,klasse Feierabendtour" als ,,gemütliche Sonntags-Wanderung" gemacht – natürlich auf entsprechend hohem Niveau!  ;)

An entsprechender Stelle führt eine – nun etwas deutlichere – Pfadspur über eine Wiese und wird im lichten Wald zu einem angenehmen T3-Steig, der sich auf dem Geländerücken durch Heidelbeer-Kraut hinaufwindet. An wenigen Stellen ist er auch heute noch etwas feucht und weich, insbesondere wenn er auf ca. 1600 m ein kleines Plateau erreicht mit kleinen Wollgras-Tümpeln. Dort ist in einem Bereich das Gras niedergetreten – hier war wohl vor einigen Tagen eine kleine Sammelstelle für die hintersten Schüler aus der großen Gruppe, die nicht in den ,,Genuss" der Hubschrauber-Bergung gekommen sind und auf dem Steig wieder zurückgeführt wurden.

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Direkt im Anschluss steilt sich das Gelände auf und auch der Steig wird hier entsprechend steil, ähnlich einer schräg an die Hausmauer angelehnten Leiter. Es hat dort durch die zutage tretenden Steine kleine Stufen, doch die aufliegende Erde ist durch die Nord-Ost-Ausrichtung auch heute noch feucht und etwas schmierig. Es geht dort etwa 20-25 Höhenmeter steil hinauf und auch ich muss mithilfe der Hände kraxeln bzw. stabilisieren – dieser Abschnitt ist somit mindestens T4+, ggfs. bereits T5-, m.E. aber eine UIAA I.

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Oben angekommen ist auch dort das Gras neben der nun wieder flacheren Spur niedergetreten – somit wird dies ziemlich sicher der Abschnitt sein, der als Fotografie vom Hubschrauber aus die visuelle Basis in allen Pressemeldungen bildet.

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Bis hierhin habe ich KEIN Hinweisschild als Warnung gesehen, denn anschließend wird wieder vergleichsweise einfach (T3) der Heuberg-,,Gipfel" (1795 m) erreicht. Meine Vermutung ist, dass die Riesen-Gruppe diesen bei ihrem Begehungsversuch gar nicht erst erreicht hat, sondern durch einzelne Teilnehmer/Innen genau an dieser ersten steilen Schlüsselstelle ,,gescheitert" ist. Das Hinaufkraxeln war zwar trotz der feuchten Wetterbedingungen noch für viele aus der Gruppe einigermaßen machbar, doch im Rahmen eines vmtl. geordneten Rückzug-Versuchs waren trotz Rückwärts-Abklettern wohl viele der Schüler/Innen zu ungeübt und somit an dieser rutschigen Stelle völlig überfordert. Das Auslösen der Rettungskette war bekanntermaßen die Folge.

Interessant: Erst NACH dem Überschreiten des Heuberg-Gipfelbereichs, wenn der Grat zunehmend schmaler wird, ist das Warnschild angebracht, mit dem von steff in seinem Bericht dargestellten Text (Fotografie des Schildes am oberen Ausstieg) – und damit an einer Stelle, an der wohl niemand mehr umdrehen würde, insbesondere um dann genau diese Steilstufe wieder abklettern zu müssen.
Was wir bei diesem Rettungsvorfall jedoch nicht wissen ist, ob die Gruppe bei ihrer Nachmittagstour nur den Heuberg-Gipfel erreichen wollte – um den Steig dann wieder zurückzugehen – oder den kompletten Grat tatsächlich überschreiten wollte.

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Der Grat wird nun zunehmend schmaler – d.h. Steigklassifikation T4 – und es sind auch drei sich aufbauende Köpfl zu überkraxeln, wobei dort der hervortretende Fels besser strukturiert ist und gute Ansatzpunkte für Füße und Hände bietet – dennoch wieder eher T4+ / UIAA I. Selbst wenn es die ganze Schülergruppe bis in den Heuberg-Gipfelbereich geschafft hätte und auch weitergehen wollte, hier hätten sich insbesondere bei einer nassen Witterung noch genug Stellen geboten, an denen die berechtigte Gefahr bestanden hätte, dass ggfs. mind. ein/e Schüler/In das Gleichgewicht / den Halt verlieren hätte können und einen Sturz ins Gelände absolviert hätte... Bezogen auf geübte(!) Begeher und sonnig-trockene Bedingungen wie am heutigen Tag ist der Text des viel zu spät aufgestellten Warnschildes in Bezug auf die Kletterausrüstung schon etwas überzogen. Der interessante Punkt an diesem Grat ist, dass hinter der Seilbahnstütze (ca. 1830 m), kurz bevor der Steig in den markierten Wanderweg einmündet, dieses Warnschild gleich zweimal von der anderen Seite auf die bei einem Abstieg ohnehin höheren Schwierigkeiten hinweist.

Fazit: Meines Erachtens sind in der ,,klasse Feierabendtour" des referenzierten Kurz-Berichts auf hikr die Schwierigkeiten ausreichend und richtig dargestellt (Tourenübersicht und Bilder) – gerade da sich diese auf gute und trockene Wetterverhältnisse beziehen. Bei Feuchtigkeit kann auch ein griffiger Bergschuh rutschen, doch dann muss diese zusätzliche Unsicherheit durch entsprechende Erfahrung des Begehers ausgeglichen werden. Dies kann bei einer bergfernen Schülergruppe mit mangelhaftem Schuhwerk und einer regnerischen Witterung jedoch kaum erfüllt werden.
Somit war die ganze Rettungsaktion das Sichtbarmachen eines Paradebeispiels, wie es bei einem Schulausflug definitiv nicht laufen sollte:
99 LUFTBALLONS – BERGDRAMA UND REALSATIRE IM WALSERTAL (10.06.2022)

almrausch

Da sind wir denke ich uns alle recht einig in Bezug auf dieses Fehlverhalten der Lehrer und das kann man sachlich analysieren, das ist sogar sehr wichtig.  Aber trotzdem sollte man aufpassen nicht zu sehr zu pauschalisieren und arrogant im Ton rüber zukommen. Das passiert hier mit ganz geringer Tendenz (ganz bestimmt nicht bei dir Klaus)  auch hier im Forum und die Aussage über zB.Juristen generell hat mir nicht gefallen
Almrausch

BFklaus

Zitat von: almrausch am 10.06.2022, 21:59
Pauschales verurteilen von Personengruppen sei es Juristen, Lehrer, unverantwortlichen Wanderern bringt niemanden etwas.

Niemand verurteilt hier pauschal ,,die Lehrer" als Berufsgruppe. Man muss aber das konkrete, grob fahrlässige Handeln dieser acht Lehrer klar benennen, um zukünftig solche Beinahekatastrophen zu vermeiden. Den schwarzen Peter jetzt ,,pauschal" den Tourenportalen zuzuschieben ,,bringt niemanden etwas".

Auch der zitierte SZ-Bericht hält sich bei der Bewertung des Lehrerverhaltens vornehm zurück: ,,Schon möglich, dass die Lehrerinnen und Lehrer die T4-Einstufung übersehen oder nicht ausreichend ernst genommen haben." Da würde ich von einem kritischen Journalisten etwas mehr ,,Eier" erwarten.