Misslungene Bergtouren - Fehler und Ursachen

Begonnen von MANAL, 29.09.2020, 12:00

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almrausch

"Das ist genau die Befürchtung weil die Juristen nichts anderes zu tun haben als die Dummheit einzelner in der Schuld bei anderen zu suchen"
Pauschales verurteilen von Personengruppen sei es Juristen, Lehrer, unverantwortlichen Wanderern bringt niemanden etwas. Sachliche Fehleranalyse und Informationen die leicht für alle zugänglich sind können helfen Unfälle  zu vermeiden, aber nicht alle Fehler verhindern. Guter Bericht zu dem Vorfall ist heute Abend dazu in der SZ zu finden.
Almrausch 

efs

Zitat von: mh am 10.06.2022, 12:01
Ich überlege gerade, ob das nicht ein hübscher Fall für die Sendung "Quer" wäre.... Die sind ja, obwohl BR, manchmal wohltuend anders.

@mh: melde doch das Thema und gleich ein paar RoberglerInnen an. Wäre sehr hilfreich.

MANAL

Zitat von: mh am 10.06.2022, 12:01
Oder man muss - um auch beim Super-DAU (DAU = dümmster anzunehmender User) auf der sicheren Seite zu sein - alle Touren schwierigkeitsmäßig so aufblähen (bei Nässe könnte es rutschig werden, bei Gewitter könnte der Blitz einschlagen und nachts könnte es dunkel werden etc.), dass es keinen Spaß mehr macht. Dann haben wir amerik. Verhältnisse, wo die Kaffeefirma davor warnen muss, dass frisch aufgebrühter Kaffee heiß ist.

Das ist genau die Befürchtung weil die Juristen nichts anderes zu tun haben als die Dummheit einzelner in der Schuld bei anderen zu suchen. Es sollte grundsätzlich in der Rechtssprechung gelten, dass der gesunde Menschenverstand vor solch juristischer Verdrehung kommen sollte. Ist doch das gleiche wie bei der Haftung wenn jemand auf einem Weg stolpert oder wenn ein Weg beschädigt ist. Warum braucht es ein Schild über eine Sperrung oder andere Texte damit der Grundbesitzer nicht haftbar ist. Jeder der rumrennt ist grundsätzlich selber verantwortlich solange da der Grundbesitzer nicht mit Vorsatz was macht.

Zitat von: mh am 10.06.2022, 12:01
Ich überlege gerade, ob das nicht ein hübscher Fall für die Sendung "Quer" wäre.... Die sind ja, obwohl BR, manchmal wohltuend anders.

Das wäre eher schon eine komplette "kontrovers"-Sendung über die Problematik. "quer" ist auch gut da sie das recht satirisch aufarbeiten.

Man kann nur hoffen dass sich bei der Problematik durch diese Medienecho etwas in die richtige Richtung tut. Nämlich das Eigenverantwortung auch mit Nachdenken zu tun hat und nicht damit die Schuld woanders zu suchen wenn man zu blöd war. Hier müsste wenn der Alpenverein aktiv werden und die Angelegenheit im Sinne der vernünftigen Bergliebhaber in die Richtung lenken.

MANAL

Zitat von: Reinhold P. am 10.06.2022, 09:58
Komoot wirbt mit dem Slogan: "Mach deine nächste Radtour, Wanderung oder Laufstrecke mit komoot zu einem einzigartigen Abenteuer. Lass dich von den Empfehlungen der Community inspirieren ..."

Das Problem dieser Seiten ist, dass es nicht darum geht Ideen, Erfahrungen und Anregungen für neue Touren zu teilen, sondern rein um Klicks und Likes um ausreichend Werbung zu verkaufen. Und wie lockt man die breite Masse? Eben mit Action, Adrenalin, Rekorde und der Möglichkeit zur Selbstdarstellung.

Und gerade diejenigen diejenigen die sowas suchen, die brauchen Spektakuläres. Ansonsten würde sich keiner für solche Beiträge interessieren. Gerade in die asozialen Medien ist die Selbstdarstellerquote schon recht hoch. Oft genug werden in Berggruppen zur Touren nur irgendwelche spektakuläre Fotos meist mit dem Selbstdarsteller selbst gepostet. Regelmäßig weder ein Hinweis auf die Tour und den Berg noch auf die aktuellen Bedingungen und Schwierigkeiten. Dabei wäre es wichtiger genau diese Sache zu erwähnen und auch zu dokumentieren. Die Selbstdarsteller dagegen interessieren doch niemand. Bei einem größeren und schönen Bericht ist ein Gipfelfoto mit dem Akteur ok, dann weiß man wer das ist, aber mehr als das von der Person selber ist für Außenstehende völlig für die Tonne. Aber die Selbstdarstellung ist halt manchen wichtiger als der Informationsgehalt.

hikr.org ist da zum Glück eher die Ausnahme, da geht es größtenteils um Informationen. Und auch der inzwischen bekannteste hikr-User hat den Bericht nicht zur Selbstdarstellung reingestellt, sondern zur Information und um seine Touren irgendwie zu dokumentieren.

Letztes Wochenende bin ich im Vorkarwendel über das Grasköpfl gewandert und den leichten, aber sehr abschüssigen Steig zum Grammersberg abgestiegen. Der ist ja auch in Verruf geraten nachdem da vor ein paar Jahren schon ein MTBler abgestürzt und umgekommen ist und die Bergwacht auch etliche weitere Male anrücken musste. Mag sicher spektakulär sein wenn man in Instagram zeigt wie flowig (wenn die Leute anfangen nur noch englische Ausdrücke zu verwenden läuft sowieso schon was falsch) man dam am Abgrund entlangradelt. Aber intelligent ist sowas nicht.

Und gerade diejenigen die auf Action und Adrenalin stehen sind oft so in ihrem Rausch, dass sie die Gefahren häufig völlig falsch einschätzen. Denn würde man sie richtig einschätzen würde man sicher manches nicht so machen...

mh

Ich verfolge die Darstellung in den Medien und den Tenor in den Kommentaren (außerhalb von Roberge.de) echt mit Sorge. Wenn dem Tourenbericht-Schreiber von hikr auch nur 1% Schuld zugewiesen wird, können wir alle aufhören, Tourenberichte (in welchem Medium auch immer) zu veröffentlichen. Denn gegen das Nicht-Gelesen-Werden von relevanten Informationen kann man sich ja nicht schützen. Oder man muss - um auch beim Super-DAU (DAU = dümmster anzunehmender User) auf der sicheren Seite zu sein - alle Touren schwierigkeitsmäßig so aufblähen (bei Nässe könnte es rutschig werden, bei Gewitter könnte der Blitz einschlagen und nachts könnte es dunkel werden etc.), dass es keinen Spaß mehr macht. Dann haben wir amerik. Verhältnisse, wo die Kaffeefirma davor warnen muss, dass frisch aufgebrühter Kaffee heiß ist.
Ich sehe auch noch ein anderes Problem: Jeder, der sich noch einen Funken gesunden Menschenverstand erhalten hat, weiß, dass es schlichtweg unmöglich ist, Tourenberichte aktuell zu halten. Man beschreibt sie so, wie man sie zum Zeitpunkt x erlebt hat. Wenn man Pech hat, kommt am Tag danach ein Unwetter und beschädigt den Weg - wie soll man das abfangen? Wenn ich dann haftbar bin für jeden, der Jahre später die Tour macht und andere Bedingungen vorfindet, na servus....
Der Fall vom Walmendinger Horn ist m. E. eindeutig: Text nicht gescheit gelesen, Bilder nicht angeguckt, keine weiteren Berichte (obwohl auf derselben Seite verfügbar) konsultiert, wandern mit 100 Mann eh eine Schnapsidee, Gratwanderung bei Nässe auch Schnapsidee. Was da für gruppendynamische Effekte im Gange waren, dass keiner der immerhin 8 Lehrer frühzeitig Stop geschrieben hat, weiß ich nicht. Klar ist nur, wer in dem ganzen Spiel KEINE Schuld hat: der hikr-Schreiber.
Ich überlege gerade, ob das nicht ein hübscher Fall für die Sendung "Quer" wäre.... Die sind ja, obwohl BR, manchmal wohltuend anders.


MANAL

Zitat von: steff am 10.06.2022, 00:43
Mich ärgert am meisten, dass jetzt von verschiedenen Seiten gegen die Autoren von Internetseiten oder Forenbeiträge wettern. Also letztendlich auch gegen uns. Zumindest fühle ich mich angesprochen. Es gebe immer häufiger solche "äußerst verantwortungslose Interneteinträge, die zu lebensbedrohlichen Situationen führen"

Da hast du völlig recht. Auch ich habe diverse Tourenberichte verfasst, denke aber die Gefahren recht objektiv eingeschätzt und beschrieben zu haben. Hier im roBerge-Forum findet sich auch der von der Watzmannüberschreitung mit entsprechenden Warnungen vor den Gefahren und Schwierigkeiten.

Zitat von: steff am 10.06.2022, 00:43
Der Fehler ist hier in meinen Augen eindeutig bei den Lehrern zu suchen. Wenn man mit 100 (ich unterstelle mal) bergunerfahrenen Schülern, sprich 4 Klassen einen Ausflug plant, muss man sich zuvor informieren. Und da brauchts keine Ratschläge vom Unfallversicherungsträger und auch keine Wegeklassifizierung.

Wenn mich einer nach einer Empfehlung für einen Ausflug mit 4 Klassen und 100 Schülern fragen würde, dann würde ich allenfalls einfache Forstwege und Fahrstraßen mit max. bis zu 400 Höhenmeter raten und eine Zeitabschätzung von 2 Stunden für den Aufstieg geben. Aber ich würde sowieso keine so riesige Horde auf einen Haufen rumrennen lassen. Da vergeht einem doch komplett die Lust am Wandern. Durch den Ziehharmonikaeffekt gibt's da doch permanent Stockungen und Stauungen. Mehr als 20 Schüler auf einmal finde ich an sich schon eine völlig Fehlplanung.

Während meines Wehrdiensts in Brannenburg sind wir nach eine kurzen Biwaknacht in der nassen Nußdorfer Au mit zwei Kompaniezügen (also ca. 100 Mann) zur Krönung über den Heuberg. Wir sind dabei westseitig über die Bichleralm rauf. Da ich im zweiten Zug war durfte ich den steilen Pfad erleben nachdem bereits >50 Mann drübergetrampelt sind. Der Weg war da nicht mehr wirklich in einen guten Zustand. Wenn man das ganze jetzt noch ohne vernünftiger Schuhe, Bergerfahrung und Fitness macht ist allein sowas schon sehr gefährlich.

BFklaus

Die meisten Medien kopieren einfach mehr oder weniger ungeprüft die Meldungen der großen Presseagenturen, beispielsweise der Deutschen Presseagentur (dpa) oder der Austria Presse Agentur (APA). Nur so ist es zu erklären, dass fast alle Medien nahezu gleichlautende Beiträge zu dem Vorfall publizierten.

Die korrekte Schwierigkeitsbewertung und realistische Beschreibung der Tour durch den Hikr-Autor Andy84 fällt dabei unter den Tisch. Aus einer ,,wirklich klasse Feierabendrunde" im Fazit des Original-Tourenberichts macht der Polizei-Bericht eine ,,klassische Feierabendrunde", was dann von den Medien fleißig ausgeschlachtet wird.

Die wahren Schuldigen, nämlich die grob fahrlässig handelnden Gymnasial-Lehrkräfte, werden als Opfer unseriöser Internet-Plattformen dargestellt und bekommen wahrscheinlich nicht einmal eine Rüge: ,,Die ADD (Aufsichts- und Dienstleistungsdirektion) gehe davon aus, dass die Lehrkräfte nach bestem Wissen gehandelt hätten", meldete gestern der SWR.

Reinhold P.

...jetzt geb ich auch noch meinen Senf dazu, ich hab die Diskussion aufmerksam verfolgt und stimme der Analyse meiner "Vorredner" größtenteils zu - als eifriger Nutzer der Plattform Komoot bei der Planung meiner Touren und da ich selber oft sog. "Highlights" mit Kommentaren und Fotos dort füttere, betrifft mich das Thema Quasi als "Mitautor" solcher Beschreibungen im Internet.
Komoot wirbt mit dem Slogan: "Mach deine nächste Radtour, Wanderung oder Laufstrecke mit komoot zu einem einzigartigen Abenteuer. Lass dich von den Empfehlungen der Community inspirieren ..."

Beispielhaft ein Tourenabschnitt für Mountainbike in unserer Gegend am Trainsjoch, der Trainsjochtrail  https://www.komoot.de/highlight/93036.

Nachfolgend die Beschreibung von vier Autoren aus der Community:

1.) Einfach nur genial, der Trail vom Trainsjoch Richtung Mariandl Alm, Perfekter S2 Flowtrail mit tollem Panorama

2.) Dieser Trail ist für Anfänger nicht geeignet! Teilweise schön flowig, aber auch mit einigen sehr verblockten Stellen, die nicht zu fahren sind. Besser absteigen und schieben und dabei die grandiose Aussicht genießen.

3.) Der Trail ist von Richtung Mariandlalm unfahrbar, da bergauf mit Wurzelstufen von 50-80cm. Nix für Anfänger, egal in welche Richtung! Sehr schmaler Single Trail, bei dem es beim kleinsten Absteiger teilweise gefährlich bergab gehen kann... wandern ok, leichtes Rad schieben ok, eMTB no way!

4.) Liebes Koomot-Team,
nimmt bitte diesen angeblichen "Trainsjoch-Trail" aus der Beschreibung raus. Diese Teilstrecke ist zu 90% NICHT fahrbar. Der Pfad ist an mehreren Stellen witterungsbedingt sehr stark erodiert bis nicht mehr vorhanden. Ausgeschwemmte Stufen über Felsen bzw. Baumwurzeln mit ca. 80 cm Höhe sind einfach nicht mehr zu verantworten und auch von der überwiegenden Mehrheit nicht mehr zu fahren. Sollte der Untergrund noch eine Restfeuchte der davor liegenden Nacht aufweisen, dann werden in diesem Terrain Abstürze zu beklagen sein. Also seid bitte so fair und ändert die Beschreibung ab zum Beispiel mit der Abfahrt nach Landl und Aufstieg über den Schotterweg parallel zur Straße zum Ursprungpass. Mountainbiken soll Spaß machen und nicht ggf im Chaos enden.


Der zweite Kommentar (von 10) steht bei der Bewertung der Leser an erster Stelle, der vierte an vorletzter Stelle, außerdem gibt es viele Fotos der Strecke.

Ich bin heuer dieTour mit großer Freude und Begeisterung gefahren und habe meine Eindrück hier auf roBerge https://www.roberge.de/index.php/topic,12225.msg73076.html#msg73076
niedergeschrieben.

Mich quält etwas die Frage, wie beschreibe ich Bergtouren, um Lesern einen vernünftigen Eindruck der möglichen Gefahren mit Hilfe zur Selbseinschätzung zu geben, ohne jemanden abzuschrecken oder auch hinzulocken, wo er nix zu suchen hat.

LG Reinhold

steff

Eigentlich ist ja schon alles geschrieben. Und irgendwie fehlen einem die Worte....

Mich ärgert am meisten, dass jetzt von verschiedenen Seiten gegen die Autoren von Internetseiten oder Forenbeiträge wettern. Also letztendlich auch gegen uns. Zumindest fühle ich mich angesprochen. Es gebe immer häufiger solche "äußerst verantwortungslose Interneteinträge, die zu lebensbedrohlichen Situationen führen"


Der Fehler ist hier in meinen Augen eindeutig bei den Lehrern zu suchen. Wenn man mit 100 (ich unterstelle mal) bergunerfahrenen Schülern, sprich 4 Klassen einen Ausflug plant, muss man sich zuvor informieren. Und da brauchts keine Ratschläge vom Unfallversicherungsträger und auch keine Wegeklassifizierung. Wenn man die Tourenbeschreibung aufmerksam liest, spätestens bei den Fotos muss mir doch als Lehrer klar sein, dass diese Tour nix für eine Schulklasse am Anreisetag ist. Wahrscheinlich hat der Lehrer auch die hm überlesen. 550 hm, heißt bei der Gruppengröße 2 Stunden Aufstieg, insgesamt würde man da als Bergführer mind. 5 Stunden einplanen. Langer Feierabend, wie ihn eigentlich nur ein Lehrer hat.

Und eine Feierabendtour sagt schon gar nix über die Schwierigkeit aus, sondern eher was über die Länge. Wia beim Frühschoppen. Der sagt ja a nur wos über den Zeitpunkt aus, ned über de Länge.

Und wenn man schon als verantwortlicher Leiter von 100 Schülern keine Ratschläge annimmt, keine Wegeklassifizierung kennt oder Höhendiagramme deuten kann, Tourenbeschreibungen nur halbherzig liest, und keine Fotos anschaut dann sollte man doch wenigstens in der Natur bei diesem Warnschild (das an allen Zugänge am Heuberggrat steht) überlegen, ob man auf dem richtigen Weg ist. Aber wer offensichtlich im Internet ohne Hirn rumsurft, wird wohl draussen ned anders handeln.

MANAL

Es wäre schön wenn sich der Alpenverein mit in diese Diskussionen einschaltet und Position bezieht für die Bergsteiger. Es sollte nicht diskutiert werden wie gut oder schlecht ein Tourenbericht ist, sondern wie eine vernünftiges Verhalten in den Bergen aussieht. Das ist ja schon seit Jahren das Problem, dass immer mehr Leute unterwegs sind die überhaupt nicht wissen was sie machen. Kriminell wird es wenn es Leute sind die eine hohe Verantwortung wie die Lehrer bei dieser Wanderung tragen. Man sollte diese Situation eher nutzen um deutlich mehr auf das teils mangelhafte Wissen über das richtige Verhalten in den Bergen und die häufig völlig falsche Selbsteinschätzung einzugehen.

geroldh

@MANAL: In gewisser Weise - ja!
Hab's auch gesehen und gemerkt, wie mir dabei "die Galle" hochkommt...
Doch in der neuen Diskussion Polizei erhebt Anzeige gegen Hikr Autor und im weiteren Verlauf der Original-Diskussion Bergnot nach Hikr-Beschreibung wird dem "blinden Suchen nach einem Verursacher = Verantwortlichen" zunehmend durch fachlich fundierte Rückmeldungen "die Rechtsgrundlage" entzogen.
Wenn dies tatsächlich so wahr ist, dann könnte es als "die Polizei ermittelt in alle Richtungen" verstanden werden - damit "keine Möglichkeit" unbeachtet bleibt - auch wenn es "vom gesunden Menschenverstand her" bereits ziemlich unsinnig ist.

@mh: Ich kenne den/die Stani (Admin) nicht (vmtl. jüngeren Alters und wohnend in der Schweiz im italienischen oder französischen Grenzgebiet), um eine fundierte Aussage treffen zu können.
Meine Interpretation ist hier, dass vor allem ein gewaltiges Maß an Verunsicherung am Wirken ist:
ZitatStani™ says  (Sent 9 June 2022, 13h13)
I want to be optimistic too, but still it's very strange. When the police contacts you it's usually because you are doing or trying to do something illegal. ...

So the question here: is publishing reports like here on hikr is legal in Austria? (and in EU?) Or it's legal but there are special rules we don't know? If it's legal then okay, but if it's not legal it's more safe for everybody to say "goodbye" as I said yesterday. Sad but true.

It's not still 100% clear for us. Everybody here says it's okay but the police, media and even the state TV it seems are telling something different, why? I hope to have more official information about it.

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Ich will auch optimistisch sein, aber es ist trotzdem sehr seltsam. Wenn die Polizei Sie kontaktiert, ist es in der Regel, weil Sie etwas Illegales tun oder versuchen, es zu tun. ...

Also die Frage hier: Ist das Publizieren von Berichten wie hier auf hikr in Österreich legal? (und in der EU?) Oder es ist legal, aber es gibt spezielle Regeln, die wir nicht kennen? Wenn es legal ist, ist es okay, aber wenn es nicht legal ist, ist es sicherer für alle, sich zu verabschieden, wie ich es gestern gesagt habe. Traurig, aber wahr.

Es ist noch nicht 100% klar für uns. Jeder hier sagt, es sei okay, aber die Polizei, die Medien und sogar das staatliche Fernsehen scheinen etwas anderes zu sagen, warum? Ich hoffe, mehr offizielle Informationen darüber zu haben.
Diese (Bergsport-Erlebnis-)Seite ist wohl auch rein privat organisiert, mit einem allg. Verständnis im schweizerischen Rechtssystem, aber eben ohne dem (mitteleuropäischen) "juristischen Beistand" - und daher auch schnell die Sorge im Vordergrund steht, mit seiner/ihrer Homepage mit in den "unkontrollierten Verantwortungs-Strudel" gezogen zu werden...

MANAL

Die spinnen doch komplett:

ZitatEs stellt sich nun nicht nur die Frage, wer den aufwendigen Einsatz bezahlt. Sondern auch, ob den Autor des Internet-Beitrags eine Mitschuld trifft.

Davon geht Robert Vonach aus. Der Pressesprecher der Landespolizeidirektion Vorarlberg spricht von einer ,,groben Fahrlässigkeit". Die Polizei habe den Autor des Tourentipps deshalb angezeigt. ,,Wir haben keinen Einfluss darauf, was weiter geschieht." Die Staatsanwaltschaft in Feldkirch prüfe nun die Sachlage.

https://www.allgaeuer-zeitung.de/allgaeu/immenstadt/schueler-und-lehrer-aus-bergnot-gerettet-polizei-vorarlberg-zeigt-tourentipp-autor-an_arid-431443

mh

Kleiner Exkurs zum Nebenschauplatz: Hat eigentlich jemand die Reaktion von Hikr.org-Gründer Stani verstanden? Dass der jetzt den totalen Stress hat, Anfragen von Presse und sonstwem kriegt und sich für etwas verteidigen muss, wo es eigentlich nix zu verteidigen gibt, verstehe ich vollauf. Dass er offenbar angepisst ist, verstehe ich auch. Aber was soll das Gerede, Österreicher und Deutsche künftig aus hikr auszusperren? Weil die zu blöd zu allem sind? Oder weil die die T-[1-6] Klassifikation nicht kapieren? Oder warum genau?
@ Gerold: Hast du das begriffen? Du folgst ja offenbar den Debatten auf hikr...

efs

@mh: danke. Ich wollte auch schon an den br schreiben.
Was den Ärger noch toppen kann:
Bericht zur Kostenerstattung des Einsatzes:
Mainz: Bildungsministerium sagt Unterstützung zu
Jetzt hat die rheinland-pfälzische Bildungsministerin Stefanie Hubig (SPD) aber angekündigt, die Schule nicht allein zu lassen.

Quelle: https://www.swr.de/swraktuell/rheinland-pfalz/ludwigshafen/wandergruppe-aus-der-pfalz-von-bergwacht-gerettet-100.html

Es kann also darauf hinauslaufen, dass wir die die Fahrlässigkeit und die Dummheit der Lehrer (sorry für die Wortwahl) noch mit unseren Steuergeldern zahlen......

sprachlose & wütende Grüsse efs

p.s. habe auch gerade an den br ein mail geschickt

mh

Ich habe gerade - zum ersten Mal im Leben - einen Kommentar an den BR geschrieben, weil mich die Berichterstattung auf deren Seite so anwidert. Da wird nur die völlig aus dem Kontext gerissene "Feierabendrunde" rauf und runter zitiert und die "Experten vom DAV" und der Polizeisprecher hauen gleich noch in dieselbe Kerbe. Kein Wort davon, dass in der Tourenbeschreibung auch der Schwierigkeitsgrad des Wegs, die Ausgesetztheit und die Anforderungen (Trittsicherheit, Schwindelfreiheit, nicht bei Nässe) durchaus passend beschrieben - und bebildert (!) - waren. Das ist einfach total unfair dem Tourenbericht-Ersteller gegenüber, der seit vielen Jahren treffende und solide Tourenberichte postet.
Wer die angesprochene Tour bei hikr.org gefunden hat, hätte auch mit einem Blick auf der selben Seite weitere Beiträge zur gleichen Tour finden können, die geradezu strotzen vor Warnungen und sogar mit T5 klassifiziert sind. Mir ist schleierhaft, wie man das alles NICHT sehen kann.
Wenn das Schule macht, dass aus einem solide Tourenbericht einzelne Wörter herausgeklaubt werden und als Rechtfertigung für eigene Dummheit und Faulheit verwendet werden, können sämtliche Tourenportale einpacken. Reinhards, meins und viele andere auch. Grrrrmpf.

almrausch

Die Lehrer haben offensichtlich Fehler gemacht (ist auch leider damals am Dachstein passiert), aber ich sehe keine Bezug "Aber leider sehen viele Leute die Berge nur als Kulisse für Auftritte in sozialen Medien oder Sportgerät für Action, Adrenalin und Rekorde."

Weiterhin sollte man sich meiner Meinung nach mit Aussagen zurückhalten, wenn man die konkreten Hintergründe nicht kennt. " Die meinen dass ein Waldbuckel oder Kuhberg grundsätzlich nicht gefährlich ist, siehe diesen Fall oder auch die Maiwand."
Ich hatte nämlich letzte Woche die Möglichkeit mit einem der Bergretter zu sprechen, der an dem Einsatz an der Maiwand beteiligt war. Die Gruppe hatte den falschen Weg anhand der App gewählt und so was kann halt leider passieren bzw. jeder Mensch macht Fehler und mir gefällt das gar nicht dann verächtlich darüber zu sprechen, gerade da diese Menschen   viel Leid erlebt haben (Überlebende) bzw. sogar Tod sind.
Natürlich sollte man die Fehlerursachen analysieren, dass ist sogar sehr wichtig, aber bitte sachlich.
Almrausch

MANAL

Eigentlich wäre diese Auflistung seitens der Versicherung völlig unnötig. Mit gesunden Menschenverstand würde man doch genau das tun und verlangen was da aufgelistet ist.

Aber leider sehen viele Leute die Berge nur als Kulisse für Auftritte in sozialen Medien oder Sportgerät für Action, Adrenalin und Rekorde. Dass es sich um teils wilde Natur handelt die gerade bei schlechten Bedingungen sehr gefährlich werden kann ist vielen gar nicht bewusst. Die meinen dass ein Waldbuckel oder Kuhberg grundsätzlich nicht gefährlich ist, siehe diesen Fall oder auch die Maiwand.

efs

Servus BFklaus,

danke für die gute Recherche! Interessant.  #danke1#

Was mich voll ärgert ist, dass in den Medien die Schuld auf die Betreiber von Plattformen / Autoren geschoben wird. Anstatt die Lehrer in die Verantwortung zu nehmen, die so krass fahrlässig gehandelt haben.
Bsp: "Bergrettung von 99 Schülern: Lehrer verließen sich auf Wegbeschreibung aus dem Netz" Quelle: Ludwigshafen24.de
Der Begriff "Feierabendrunde" sagt nichts über den Schwierigkeitsgrad aus- der Schwierigkeitsgrad ist mit T4 beschrieben. Und die Schüler waren lt. dem Presseprecher der Bergrettung auch nicht alle mit geeignetem Schuhwerk ausgerüstet. Er spricht von "glatten Sohlen".....


Viele Grüsse efs