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Autor Thema: Brecherspitz Westgrat / Schwierigkeitskennzeichnungen  (Gelesen 271 mal)

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Offline MANAL

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Im Merkur findet sich ein Artikel über den Normalweg über den Brecherspitz Westgrat und der Problematik, dass sich dort in den vergangenen Jahren regelmäßig tödliche Unfälle ereignet haben:
https://www.merkur.de/lokales/region-miesbach/schliersee-ort29415/schliersee-spitzingsee-kritik-nach-neuerlichem-todessturz-mehr-sicherheit-an-brecherspitz-gefordert-13836315.html

Ein interessanter Gedanke, aber ob das die Lösung wäre???
Zitat
Damit es nicht zu weiteren tödlichen Unfällen an dieser Stelle kommt, forderte er zusätzliche Sicherheitsmaßnahmen. Etwa ein Netz, um einen etwaigen Sturz abzufangen.


Auch ist die Diskussion über die Schwierigkeit berechtigt. Was bedeutet schon mittelschwer/rot?

Fakt ist, der Normalweg über den Westgrat geht an einigen Stellen durch steiles Absturzgelände wo ein Fehler tödlich ist. Es ist natürlich kein schwieriges Gelände, aber definitiv gefährliches Gelände. Den Weg schwarz zu kennzeichnen würde aus meiner Sicht Sinn machen, wenn man mit einer Farbcodierung alles abfangen will. Technisch schwierig ist er ja nicht. Dazu noch Hinweisschilder die auf das gefährliche Absturzgelände in dem Wanderer regelmäßig tödlich verunglücken explizit hinweisen.

Erinnert mich an den Aufstieg zur Acherlspitze im Wilden Kaiser, wo als Schlüsselstelle das 2er-Wandl im Niedersessel beschrieben wird. Dabei ist die technisch harmlose Querung von unten in den Niedersessel deutlich gefährlicher, da hier ein Fehler sofort tödlich ist und in den 2000er Jahren auch zwei Todesopfer innerhalb von wenigen Tagen an der gleichen Stelle gefordert hat.

Aus meiner Sicht kommt bei vielen Tourenbeschreibungen und -bewertungen die Einstufung der Gefährlichkeit viel zu kurz. Dabei kann man schon gut unterscheiden zwischen Absturzgelände (endet in der Regel mit schweren Verletzungen oder Tod) und Abrutschgelände (endet meistens eher nur mit Verletzungen). Viele unterschätzen einfache Wege im Absturzgelände und sind sich gar nicht bewusst in welche Gefahr sie sich begeben.

Wie denkt ihr darüber und was meint ihr was man an der Brecherspitze machen kann?

roBerge.de

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« am: 27.07.2020, 17:57 »

Offline geroldh

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Re: Brecherspitz Westgrat / Schwierigkeitskennzeichnungen
« Antwort #1 am: 27.07.2020, 20:40 »
Zitat von: merkur.de
... denn immer wieder seien Wanderer mit Turnschuhen an der Brecherspitz unterwegs ...

Zitat von: MANAL
...
Wie denkt ihr darüber und was meint ihr was man an der Brecherspitze machen kann?


#gruebel#  Sprengen, dann eine ebene Teerschicht aufbringen und mit einem Geländer nach deutscher DIN-Norm absichern  #dafuer#

#mountain#  Keine Frage: Natürlich ist jeder Unfall einer zuviel, aber die Berge sind nun mal keine Fußgängerzone oder Strandpromenade!  #sorry#

Offline RaF

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Re: Brecherspitz Westgrat / Schwierigkeitskennzeichnungen
« Antwort #2 am: 27.07.2020, 21:47 »
Meines Erachtens ist Deine Überlegung bzgl. Aufnahme der "Fehlertoleranz" von Routen in die Bewertung der technischen Schwierigkeiten ein guter Vorschlag und eventuell noch ein zusätzliches Hinweisschild bzgl. Absturzgefahr und evtl. einem Deathcount.
Weitere Sicherungsmaßnahmen sehe ich aber eher kritisch, fürcht damit werden eher noch mehr als weniger Ungeeignete angezogen, diese "Herausforderung" - die ja nun sicher is - einfach zu machen. Es gibt ja auch einige schöne, ungefährliche Berge und klar ist jeder Tote einer zuviel...aber Berge haben für mich nichts mit Vollkasko zu tun sondern mit Risikoabschätzung und eigene Grenzen auch akzeptieren können. Ich fand aber auch den teilweisen Abbau von Sicherungen an der Watzmannüberschreitung sinnvoll...ist halt die Balance, man muss nicht alles an Sicherung entfernen aber vieles fördert einfach das, was man eigtl. verhindern will. Denk da auch nur an den Scheffauer, da verirrt sich inzwicshen auch sehr viel hoch, was von Wissen und Ausrüstung da wirklich nicht mehr hin sollte...

Offline sachranger

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Re: Brecherspitz Westgrat / Schwierigkeitskennzeichnungen
« Antwort #3 am: 28.07.2020, 09:09 »
Sprengen, dann eine ebene Teerschicht aufbringen und mit einem Geländer nach deutscher DIN-Norm absichern

Das wäre eine Möglichkeit.

Oder die Berge lassen wie sie sind. Und vielleicht Volkshochschulkurse "Gravitation" anbieten. Denn beim "Stolpern" kann man immer verunfallen, und je höher man dabei ist, desto heftiger sind die Einwirkungen auf den fallenden Körper. Eigentlich sind das Basics.

Bei den "Turnschuhen" bekomme ich einen fahlen Beigeschmack. Wie definiert man Turnschuhe? Wer von den Ratgebenden in solchen Artikeln kann Approachschuhe von Turnschuhen unterscheiden? Da steht der Träger im Fokus, nicht das Schuhwerk. Auch wenns nicht in den Zeitgeist passt, aber am Berg gibts einfach Kompetenzen die du mitbringen musst. So leid es mir für die anderen tut.