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Autor Thema: Risserkogel auf ruhigen Pfaden am 17.05.20  (Gelesen 259 mal)

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Offline MANAL

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Risserkogel auf ruhigen Pfaden am 17.05.20
« am: 19.05.2020, 00:09 »
Wie viele hat es mich auch am schönen Sonntag in die Berge gezogen. Da Österreich nach wie vor tabu ist ging es in die Tegernseer Berge auf den Risserkogel. Die Anfahrt war logischerweise etwas staureicher zumal wir auch recht spät unterwegs waren. Der Parkplatz an der Hufnagelstufe war überfüllt und die Straße davor und danach ziemlich wild verparkt (Maut bis Sutten 3 EUR). Wir sind die paar hundert Meter weiter gefahren und haben am Parkplatz der Suttenbahn geparkt wo noch viel Platz war.  Die paar Meter auf dem Wanderweg zurück zur Hufnagelstube wo man zum Risserkogel startet tun nicht weh. Aufstieg anfangs über den Standardweg über die Sieblialm. Wie schon in meinen Erinnerungen an das letzte Mal vor 15-20 Jahre eine ziemliche Schlammschlacht. Da wir erst gegen mittag gestartet sind war die Masse an Wanderer schon am Berg, so sind uns nur wenig anderen begegnet.

Um mehr Ruhe zu haben wählen wir eine eher unbekannte Aufstiegsvariante. Dazu biegt man vor dem Riederecksattel unbeschildert auf einen Pfad zur kleinen Riedereckalm ab. An dieser vorbei geht es auf schmalen und nur wenig begangenen, aber klar ersichtlichen Pfad in einen ruhigen Kessel hoch zum Lahnereck. Auf der anderen Seite geht es sanft absteigend in die schönen und recht wilden Südosthänge vom Risserkogel zur idyllisch gelegenen Bernauer Alm. Hier hat es einen unglaublichen Blumenreichtum.

 
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Die blumenreichen Wiesen um die Bernauer Alm. Im Hintergrund die Südostseite vom Risserkogel mit seinen steilen Felsplatten. Immer ganz in der Nähe der Sichtkante verläuft der Aufstieg.

Von der Bernauer Alm müssen wir jetzt hoch zur Rissalm im unteren sanften Teil des Südgrats vom Risserkogel. Zuerst finden sich Pfadspuren die sich aber mit Kuhtrampler vermischen. Wir verlieren zwischendurch die Spuren und suchen uns unseren eigenen Weg den Hang hoch, finden dann aber doch wieder den nur schwach erkennbaren Pfad. Weiter oben ist ein Stück etwas abgerutscht, aber man kommt auch sorauf. Hier trifft man auf den deutlich mehr begangenen Weg von der Ableitenalm hoch zum Gipfel dem wir nun folgen. Anfangs geht es über wunderschöne blumenreiche Almflächen, dann geht es in die Latschen und Schrofen rein und es wird immer steiler.

 
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 Blumenreiche Rissalm

Relativ nah an der Kante zu den markanten Felsplatten im Südosten vom Risserkogel führt der Weg steil und teilweise direkt in den Latschen Richtung Gipfel. Man kommt hier gut ins schwitzen. Immer wieder bieten sich tolle Blick in die steilen Felsplatten.

 
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 Aussichtsreicher Aufstieg am Südgrat. Blick über die idylische Bernauer Alm zu Schinder, Sonnwendjoch und Rotwand.

Ist man einige Zeit in ziemlicher Einsamkeit unterwegs gewesen erlebt man den Kulturschock als man unvemittelt aus den Latschen rauskommt und den vollen Gipfel erreicht. Der Weg vom Südgrat kommt am Gipfel an der Stelle rein, wo auch der Ostabstieg den Gipfel erreicht, nur ist der Südgrat wohl unbeschildert.

Wir machen am Gipfel Pause und genießen trotz des Trubels die Aussicht. Wir entscheiden uns noch gegen einen direkten Abstieg um nicht zusammen mit dem Massen auf der Heimfahrt im Stau zu stecken und wandern über den Westgrat weiter bis zum Grubereck wo wieder völlige Einsamkeit herrscht. Dort genießen wir die Ruhe und den tollen Tag.

 
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 Vom Weg zum Grubereck der Blick zu Risserkogel und Plankenstein.

Die Option weiter über den Setzberg zu gehen und über die Fahrstraße vom Wallberghaus abzusteigen verwerfen wir, so spannend ist das nicht. Wir wandern deshalb wieder zurück zum Risserkogel, auch wenn das zusätzliche Höhenmeter bedeutet. Da die Abzweigung zum Plankensteinsattel kurz unter dem Gipfel ist gehen wir nochmal hoch zum Gipfel auf dem jetzt gegen 17:30 Uhr Ruhe eingekehrt ist und nur noch wenige Wanderer sind.

 
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 Schöne Aussicht vom Risserkogel nach Norden.

Weiter im 2. Teil...

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« am: 19.05.2020, 00:09 »

Offline MANAL

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Re: Risserkogel auf ruhigen Pfaden am 17.05.20
« Antwort #1 am: 19.05.2020, 00:17 »
Nach einer kurzen Pause steigen wir ab zum Plankensteinsattel und wählen den unbeschilderten Pfad direkt unter den Wänden des Plankenstein entlang um Richtung Riederecksee abzusteigen.

 
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 Kurz vor dem Plankensteinsattel ein Blick auf den bizarren Plankenstein.


Vor dem See biegen wir schließlich ab auf den wenig begangenen Pfad zur Blankensteinalm. Dieser Weg führt durch ein absolut beeindruckendes wildes Gelände unterhalb der mehreren hundert Meter hohen Nordwände des Plankensteins.

 
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 Wilde Landschaft unter den Nordabstürzen des Plankensteins.

 
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 Blick auf die bis zu 300 Meter hohe Nordwand vom Plankenstein. Im sommerlichen Abendlicht erstrahlt sie mal recht hell.

Über weitere Pfade an der Tegernseer Skihütte und der Plankensteinhütte vorbei geht es parallel zum Plankensteingraben durch eine wilden Märchenwald runter zur Fahrstraße. Auch diese Pfade findet man nur wenn man danach sucht, Wegweiser gibt es hier keine.

Auf dem Abstieg über die Fahrstraße zurück zur Hufnagelstube machen wir noch den kleinen Umweg zu den schönen Siebli-Wasserfällen.

 
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 Wunderschöner Märchenwald bei den Siebli-Wasserfällen.

Fazit:
Mit insgesamt 17 Wegkilometern und 1300 Höhenmeter eine ordentliche Tagestour. Durch die einsamen Varianten über den Südgrat und den Abstieg nordseitig um den Plankenstein herum erlebt man selbst im vielbegangenen Gebiet zwischen Wallberg und Risserkogel sogar an Wochenenden teilweise richtige Einsamkeit.

Da über den Aufstiegsweg über Lahnereck, Bernauer Alm und Südgrat kaum was zu finden ist ein paar Worte extra:
Von der Riedereckalm zur Bernauer Alm schmaler meist klar ersichtlicher Pfad mit ausgeblichenen Markierungen. Sehr idyllisch! Um von der wunderschön gelegenen Bernauer Alm (Brunnen vorhanden) hoch zur Rißalm am Südgrat zu kommen sollte man etwas Gespür für den passenden Weg haben, da der Pfad schwer bis gar nicht erkennbar ist. Das Gelände ist an geeigneter Stelle nicht steil. Den anschließenden Aufstieg über den Südgrat würde ich aufgrund der Steilheit und dem teils recht robusten und schrofigen Weg mit T3 einstufen. Bei Nässe eher abzuraten. Trittsicherheit ist erforderlich, Schwindelfreiheit angenehm da es teilweise nahe an den steilen südostseitigen Felsplatten des Risserkogels entlang geht. Zudem würde ich den Weg eher im Aufstieg wählen.