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Kindlwand
Unbekannter Steig für Schwindelfreie


Der bekannte Heuberg besitzt vier Gipfel. Neben dem kleinen, grasigen, pyramidenförmigen Heuberggipfel (Grasgipfel, 1338 m) ist auch die felsige Wasserer Wand (1358 m) relativ bekannt. Auch der Kitzstein (südlichster Gipfel, 1398 m) wird zeitweise bestiegen. Die steil über Nußdorf auffelsende Kindlwand (1229 m) ist, vom Inntal aus gesehen, der linke (nördliche) und niedrigste Gipfel des Heubergs und verläuft etwa parallel zur Wasserer Wand (nordwestlich). Der Weg auf den Gipfel ist vielen Wanderern nicht bekannt und auch schwer zu finden.

Der Heuberg von Westen:
1 Kindlwand 2 Wasserwand 3 Kundl und Backofen 4 Grasgipfel 5 Kitzstein 6 Höllwand

Kurzinfo:
  
Region:Chiemgauer Alpen
Tourenart:  Bergtour (leicht)
Erreichte Gipfel:Kindlwand (1229 m)
Dauer (Stunden):ca. drei Stunden
Sehenswertes:Neues Gipfelkreuz auf der Kindlwand am Heuberg
Junge Trachtler verwirklichten Vorhaben
(Zeitungsbericht von 1999)
Nach 38 Jahren wurde im August 1999 das marode gewordene Gipfelkreuz der Kindlwand von jungen Nußdorfern Trachtlern des Trachtenvereins "Alpenrose" aufgestellt. Jeweils vier Mann trugen den Längs- bzw. Querbalken. Außerdem mußten Spannseile, Beschläge und Beton transportiert werden. Es war laut 1. Vorstand, Herrn Hans Dandlberger, der bisherige Höhepunkt in der Geschichte des Vereins. Das Lärchenholz wurde gespendet von Sägewerksbesitzer Sepp Fischer und bearbeitet von Andreas Niederthanner, dem 2. Vorstand des Vereins. Es trägt als Inschrift wie das vorige Kreuz den Text : "Den Gefallenen und Vermissten zu Ehren". Das nach 38 Jahren marode gewordene Holzkreuz auf der "Kindlwand" am Heuberg wurde durch ein neues Gipfelkreuz ersetzt. Dass diese schwierige Aktion von jungen Nußdorfer Trachtlern durchgeführt wurde, bezeichnete Hans Dandlberger, Erster Vorstand des über 400 Mitgliedern starken Trachtenvereins "Alpenrose", in einer kurzen Ansprache auf dem Gipfel al einen "Höhepunkt in der Vereinsgeschichte". Als Inschrift übernahmen die Trachtler den seinerzeit von der Landjugend für das jetzt entfernte Kreuz gewählten Text: "Den Gefallenen und vermissten zu Ehren". Trachtenvorstand Hans Dandlberger hatte auf der Hauptversammlung die Erneuerung des Kreuzes durch die "Jungen" des Vereins angeregt, die durch eine derartige Gemeinschaftsleistung ihren Zusammenhang unter Beweis stellten konnten. Auch sei es Sache der Nußdorfer, für das Kreuz auf "ihrer" Wand zu sorgen und dies nicht anderen zu überlassen. Aufforderungen, die sich die Angesprochenen nicht zweimal sagen ließen. Sägewerksbesitzer Sepp Fischer spendete "a grecht's Hol", gut abgelagertes Lärchenholz, das vom Zweiten Vorstand, Andreas Niederthanner junior, fachgerecht bearbeitet wurde. Nach den notwendigen Vorarbeiten auf dem Gipfel konnte das Kreuz aufgestellt werden. Die nicht ungefährliche Schlusskletterei zum Gipfel wurde von den schwerbepackten jungen Burschen gewandt gemeistert. Jeweils vier Mann trugen den Längs-, zwei Mann den Querbalken, Spannseil, Beschläge und Beton mussten transportiert werden und forderten von der Kondition der Trachtler das Letzte. Das Kreuz, mit sechs Stahlseilen an einbetonierten Eisenschienen auch gegen den stärksten Sturm gesichert, sei nun wieder "ein weit sichtbares Zeichen unseres Herrgotts für unser Heimatland", so der Trachtler.

Einkehrmöglichkeit:
  
DeindlalmMai bis Okt. durchgehend (ohne Ruhetag) und von Okt. bis Mai am Do, Fr, Sa, So und an Sonn-, Feier-, Ferientage geöffnet
Lagler Hütte (Daffnerwaldalm)DO-SA 10-23 Uhr, SO und alle Feiertage 10-18 Uhr, Ruhetag im Winter (Okt.-Mai) ist MO, DI, Mi. Während der Weihnachts- und Osterferien kein Ruhetag.
Duftbräuganzjährig geöffnet, Montag Ruhetag (sollte der Montag ein Feiertag sein, ist Dienstag geschlossen)

Tourenbeschreibung:
Der Weg auf den Gipfel ist nur schwer zu finden.
Wo der Steig von Nußdorf zum Heuberg über Kirchwald und Haidental mit dem Steig über die Bichleralm zusammentrifft, dort zweigt nach rechts ein kleiner Weg in Richtung Kindlwand ab. Deren Wände erreicht man nach wenigen Minuten. Wenn man die Felswände erreicht, geht man ca. 20 Meter nach rechts. Hier gibt es eine kaum erkennbare, sehr steile Klettergelegenheit (UIAA 1), die ca. 8 Höhenmeter nach oben zu einem kleinen Durchschlupf durch die Felsen führt. Dieses Loch ist allerdings von unten (also am Fuß der Felswand) nicht zu sehen. Es ist also etwas Glück und Suche erforderlich, die richtige Stelle gleich zu finden. Wenn man dann hinauf gefunden hat, durch dieses Loch durchkriechen und danach links wenden. Vorsicht: gleich nach dem Loch auf der anderen Seite geht es ca. 100 Meter steil nach unten - Kinder ans Seil nehmen! Dem sichtbaren Pfad folgen und in zwei Minuten zum Gipfel. Bei Nässe, Glätte, Schnee und Eis meiden!

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Alexander Loidl aus Riedering
(06.08.2006)
Der Zustieg zur Kindlwand kann auch über die Mailach-Almenüber einen sehr schönen Steig über den bewaldeten Graterfolgen, der von der Kindlwand bis zu diesen hinunterzieht. Auf der Forststraße zu den Mailachalmen, (Abzweigung von der Straße von Nußdorf direkt gegenüber der Abzweigung nach Schweiber) an der Schranke vorbei zur ersten Almrechts, an dieser rechts vorbei auf einem selten benutzten Forstweg und nach etwa 10 m ebenfalls schlecht erkennbar nach links steil in den Wald empor. Ab hier ein gut erkennbarer Weg, teilweise markiert vom AV. Der Weg zieht meist direkt am Grat hinauf (immer wieder sehr schöne Aussicht auf den Samerberg und das Alpenvorland). Es sind einige sehr steile Passagen zu überwinden und auch immer wieder einige felsige Stellen und nach etwa 30-40 min erreicht man die Kindlwand. Der Zustieg zum "Loch" ist von hier aus leicht zu finden. Dem Weg nicht nach links zum Sattel Kindlwand-Heuberg folgen, sondern geradeaus steil weiter, dann nicht rechts über Geröll sondern leicht nach links ausweichend zu den Felsen, über diese empor unter die überhängenden Wände und auf dem Steig weiter durchs "Loch", dann auf Weg zum Gipfel. Der beschriebene Weg ist bei Nässe dringend abzuraten. Im Abstieg sollte der Weg von Bergwanderern nicht benutzt werden, da die steilen Stellen heikel werden können. Landschaftlich einer der schönsten Steige am Heuberg.

Flora und Fauna:
Wir haben südlich der Kindlwand tatsächlich ein ganzes Rudel Gämsen entdeckt!

Literatur:
  
Bildband:Chiemgauer Alpen von Zebhauser, Helmuth
Karte mit Führer:Rund um Heuberg - Dandlberg - Samerberg und Kranzhorn von Stuffer, Dr. Georg
Karte:Chiemsee, Traunstein, Ruhpolding, Chiemgauer Alpen und Seen
Software:TOP50 / AMAP3D - Routenanzeige, Höhenprofil, Kartendruck, GPS, 3D-Flug usw.

Sagen, Mythen und Wahrheiten:
Schwerer Bergunfall im Heuberggebiet:
Zwei Hubschrauber waren an der Bergung eines 46-jährigen Münchners beteiligt, der am 23. April 2005 40 Meter in die Tiefe gestürzt war und sich schwer verletzt hatte. Der 46-jährige Münchner war mit seiner Lebensgefährtin zur Kindlwand gegangen. Beim Rückweg verlor er das Gleichgewicht und stürzte ab. Dabei zog er sich vielfältige Verletzungen zu. Weil die Bergung des Verletzten mit dem 40 Meter langen Bergeseil wegen der Geländevoraussetzungen unmöglich war, wurde der Verletzte mit dem Polizeihubschrauber (er ist mit einer 50 Meter langen Seilwinde, einer so genannten Winch, ausgestattet) ausgeflogen.

Wettervorhersage für Samerberg:




Tourenvorbereitung:

Jeder muss selbst für die Wahl seiner Route und bei der Beurteilung alpiner Gefahren die Verantwortung tragen. Niemand sollte nur anhand unserer Berichte eine Bergtour planen, sondern noch weitere Informationen (z.B. aus AV-Karten) einholen. Anfänger sollten auf alle Fälle orts- und sachkundige Personen mitnehmen oder einen Bergführer einschalten. Die Einschätzung der Schwierigkeit einer Bergtour ist sehr subjektiv und hängt von vielen Faktoren, u.a. der persönlichen (täglichen) Verfassung, dem Wetter, Schneeverhältnissen usw. ab. Deshalb dienen unsere Tourenberichte nur als Anregung und zusätzliche Informationsquelle.

Allgemeine Checkliste für Bergwanderungen


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