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Himalaya-Peter
Peter Aschenbrenner


Hoch über Kufstein schlummert am Fuß des Wilden Kaisers ein kleines Juwel.
Zu Ehren des legendären Peter Aschenbrenner hat ist dort liebevoll ein Mini-Museum mit Erinnerungsstücken aus dem Dach der Welt eingerichtet.
Das Nanga-Parbat-Kammerl im Berggasthof Aschenbrenner

Peter Aschenbrenner.
Ein Teil des Nanga-Parbat-Kammerls.

Kurzinfo:
  
Weblinks:Auf dem Schneerosenweg zum Berggasthof Aschenbrenner
Tolles Wintervergnügen: Aschenbrenner-Rodelbahn
Die Hermann-Buhl-Gedächtnis-Homepage

Einkehrmöglichkeit:
  
AschenbrennerDi, Do, So bis 18 Uhr, Mi, Fr, Sa - 23 Uhr, So und Feiertag bis 18 Uhr, Mo Ruhetag außer Feiertag. Bei Rodelbetrieb: Di - Sa von 9 - 23 Uhr, So 9 - 19 Uhr. Mo Ruhetag außer Feiertag.
Betriebsruhe Herbst 2009: 9.11. - 7.12.

Pilgerstätte für Alpinisten: Das Geburtshaus des Peter Aschenbrenner:
Museen... sollten weniger an ihrer Größe gemessen werden als an der Hochkarätigkeit ihrer Exponate. Allein aus diesem Blickwinkel gesehen, stellt das sogenannte «Nanga Parbat Kammerl» im hoch über Kufstein gelegenen Berghaus Aschenbrenner (1128m) eine der herausragendsten und interessantesten Alpinisten-Sammlungen weithin dar. Auf wenigen Quadratmetern hat die Familie des legendären Kufsteiner Bergpioniers Peter Aschenbrenner mit dem Spitznamen «Himalaya-Peter» ein großes Stück Alpinistengeschichte in liebevoller und interessanter Weise aufgearbeitet. 1997 errichtet zum 95. Geburtstag von Peter Aschenbrenner, bewahrt dieses Kleinmuseum keineswegs nur die Vergangenheit, sondern vermittelt vielmehr ein tiefes Verständnis für die Anfänge des Extrembergsteigens mit vielen Anknüpfungspunkten hin zum heutigen Status dieser zum Trend erhobenen Sportart.
Sehr genau erinnert sich Fred Aschenbrenner, Sohn der 1998 verstorbenen Bergsteigerlegende, beispielsweise an die aufrichtige Bewunderung des Vaters für die vielgescholtenen «Freeclimber». «Wir hätten es genauso gemacht!», hat der «Himalaya-Peter» in diesem Zusammenhang immer wieder argumentiert und damit angedeutet, was der berühmte Maler Marc Chagall einst so treffend formulierte: «Leider ist es das Schicksal der Wegweiser, dass sie den Fortschritt nicht mitmachen können!»

Beim Nanga-Parbat-Gipfelsieg dabei: Folgerichtig ist das «Nanga Parbat Kammerl» heute nicht nur Pilgerstätte für interessierte Nostalgiker, sondern in hohem Maße auch für junge, hungrige Kletterer und Alpinisten, die gerne von der Erfahrung und vom Wissen der Pioniere profitieren. Ihren Namen verdankt die fast intime Ausstellung dem Schicksalsberg im bewegten Leben von Peter Aschenbrenner – dem Nanga Parbat (8125 m) im Himalaja. Der Kufsteiner Bergführer, Kletterer und Eisgeher war nicht nur maßgeblich an der deutsch-amerikanischen Expedition von 1932 und der tragischen deutschen Expedition von 1934 – als vier Bergsteiger und sechs Träger starben – beteiligt, Peter Aschenbrenner war vor allem auch eine der Zentralfiguren beim erfolgreichen Unternehmen von 1953, das durch Hermann Buhl den weltweit umjubelten Gipfelsieg brachte.

Der Aschenbrenner-Pickel beeinflusst die Eistechnik: Wie ein edles Parfum atmet der «Junior» den leicht modrigen Duft der zahllosen Exponate ein. Mit vielen der historisch wertvollen Ausrüstungsgegenstände und Kleidungsstücke hatte er selbst als Kind noch gespielt – stets unter Argusblicken des um seine «Schätze» bangenden Vaters. 3,5 kg schwere Bergschuhe mit stählernem Tricouni-Beschlag sind ebenso ausgestellt wie zwirndünne Anoraks, wollene Fausthandschuhe, unförmige Mützen und drückende Schneebrillen, Aluminium-Kochgeschirr und zerbeulte Trinkflaschen, Hanfseile, Eisenkarabiner und vieles mehr. Sogar der legendäre Aschenbrenner-Pickel, der mit seiner größeren und stärker gekrümmten Schaufel erst die Fortschritte in der Eistechnik ermöglichte, ist im Berghaus zu bestaunen. Nicht zu vergessen die eindrucksvollen, großformatigen Fotografien, die informativen Ausschnitte aus früheren Zeitungsberichten und die vielen Ausrüstungsbeispiele.

Wahrlich eine Legende: Ein strahlendes Vorbild war, ist und bleibt der «Himalaya-Peter» innerhalb der europäischen Kletterlobby nicht nur dank seiner alpinistischen Errungenschaften, sondern vorrangig auch wegen seiner «gesunden» und vielfach lebensrettenden Grundeinstellung. Sicherheit war für den abenteuerfreudigen Kufsteiner beim Klettern über allen Herausforderungen und Experimenten stets oberstes Gebot. «Es ist leichter ein guter als ein alter Bergsteiger zu werden!», war einer seiner Leitsätze. Er wusste wie kaum ein anderer, dass man Gefahr läuft zu verlieren, wenn man zuviel gewinnen möchte.

Das «Nanga Parbat Museum» ist auch aus diesem Blickwinkel eine würdige Ehre an eine große Bergsteigerpersönlichkeit, die über den Tod hinaus in die Gegenwart wirkt. Als Symbol eines Dankeschöns an das Schicksal steht im Schaukasten eine kleine Vase mit getrockneten Edelweißsternen, die von der berühmten Märchenwiese am Fuß des Nanga Parbat Massivs stammen.

Text mit freundlicher Genehmigung von fkp-die kreative Denkfabrik.


Literatur:
  
VHS-Videokasette:Nanga Parbat 1953 [VHS] von Ertl, Hans
Hardcover:Nanga Parbat von Hemmleb, Jochen
Hüttenführer:Hüttenwandern zwischen Garmisch und Berchtesgaden von Rolle, Reinhard
Reisebericht:Der nackte Berg von Messner, Reinhold

Sagen, Mythen und Wahrheiten:
Auszug aus dem Buch "Nanga Parbat 1953".
Der Verfasser Dr. Karl Herrligkoffer aus Rosenheim beschreibt hier seine Eindrücke vom Eintreffen Aschenbrenners im Hauptlager - zu Beginn der Expedition auf den Nanga Parbat im Jahr 1953, die am 3. Juli mit der Erstbesteigung durch Hermann Buhl endete.
(Anmerkung: "Sahib" aus dem Indischen, bedeutet "Herr")



"Ein fremder Sahib ist unten!"

"Der erste Sonntag im vorläufigen Hauptlager zeigt sich zunächst nicht von seiner besten Seite. Es regnet und schneit den ganzen Tag, es ist ein richtiges Aprilwetter. Aber es sollte doch noch ein besonderer Tag werden, denn horcht! - Träger kommen um 8 Uhr von Tato herauf und berichten, dass ein fremder Sahib im Dorf unten eingetroffen sei. Es dauert keine Viertelstunde, da steht er vor unserem Zelt, es ist - Peter Aschenbrenner. Doch bevor er das Lager erreicht, dröhnt uns schon der Lärm einer Dorfkapelle in die Ohren. Trommelwirbel und schrillste Pfeiflaute künden schließlich die Ankunft an. Peter sieht aus wie ein Engländer - Shorts und Topi -, beschwingt und leichtfüßig! Ich bin glücklich, dass er meinem dringendem Telegramm sofort gefolgt ist und, unserem raschen Anmarsch entsprechend, nun auch früher abgereist ist.
Nun ist er bei uns, der Peter, der Mann, der um alle Sorgen und Probleme einer solchen Expedition weiß, der die Gegend wirklich wie seine Hosentasche kennt. Am Montag ist er von zu Hause abgereist, und bereits nach sechs Tagen steht er mitten unter uns im Hauptlager. Früher benötigte man für diese Riesenstrecke doch ganze vier Wochen ...
Peter Aschenbrenner ist also gekommen, und merklich geht ein herrlich frischer Wind durchs Lager. Ich hatte auch schon in der Heimat immer das Empfinden, dass bei allen Vorbereitungsarbeiten, bei denen Peter Berater war, sich eine beruhigende Atmosphäre verbreitete. Auch jetzt wieder und bereits in den ersten Stunden macht Peters gediegenes Wissen um die wichtigen Dinge der Expedition auf alle einen beruhigenden Eindruck. Meine Ansicht war immer, dass eine solch große Expedition nur dann Erfolg versprechend sein kann, wenn neben den besten Bergsteigern auch ein Mann bei der Partie ist, dessen hervorragendes allgemeines Bergsteigerkönnen mit der speziellen Kenntnis vom Berg, in unserem Falle vom Nanga Parbat, gepaart ist. Ich würde gern jeden interessierten Freund in der Heimat den heutigen Tag miterleben lassen. Alle, die auch nur im geringsten an Peters Befähigung als Führer einer solchen Expedition zweifeln, wären in der ersten Stunde ihres Hierseins bereits von seiner Fähigkeit überzeugt."


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