Gämseneier frisst er gern
Immer wieder wird, selbst von einheimischen Hinterwäldlern, ganz zu schweigen von aus Norddeutschland stammenden Besserwissern, an der Existenz von Gämseneiern gezweifelt, wo es sich dabei doch um die Lieblingsnahrung von
Wolpertingern handelt.
Als einem dieser Zweifler, einem Flachlandtiroler, die Frage gestellt wurde: "Was ist denn dann die Lieblingsspeise der
Wolpertinger, wenn es nicht Gämseneier sind?" , schwieg dieser Agnostiker betreten. Außerdem weisen die Gamskrickerl bei den
Wolpertingern der Bergwelt auf Vermischungstendenzen mit Gämsen hin. Und wo wäre die Gelegenheit dafür günstiger als direkt an den Gelegen? Obwohl dies ausreichende Hinweise für die Existenz von Gämseneiern sind, hier nun der mathematisch-wissenschaftliche Beweis, dass es Gämseneier gibt. Übrigens wurde dieser Beweis von Albert Ein-Steins Urenkel Rudolf Zwei-Fels geführt, was die wenigsten wissen.
Behauptung:
Es gibt Gämseneier, auch Gämsenkugeln genannt.
Beweis:
1. Es gibt Gämsen.
2. Es gibt Gämsenjunge.
3. Die müssen ja irgendwo herkommen, zefix!
4. Sie schlüpfen aus Eiern.
Daraus folgt: Es gibt Gämseneier q.e.d. = quod erat demonstrandum
= was zu beweisen war, oder:
zu demonstrieren braucht's da nicht viel !
Wie geht die Eiablage nun aber vor sich?Wenn die Geiß im Frühjahr keinen Bock mehr auf das Herumklettern in den Alpen hat, zieht sie sich in hohe, einsame Regionen zurück, um dort ohne Belästigung von Touristen ihre Eier ablegen zu können. Sie verliert sie, während sie kühne Sprünge nach vorne macht.
Bereits Ende April boxen sich die ersten Gamskitze mit ihren Huckelkrickerln durch die Schalen und schlüpfen aus. Schlotzt allerdings vor dem Schlüpfen ein
Wolpertinger die Eier aus, entfällt die Geburt.
Warum heißt der Wolpertinger auch Kreis oder Kreißl?
Jeder
Wolpertinger hat zwei Hinterläufe. Das Besondere daran ist, dass der rechte Hinterlauf etwas kürzer ist als der linke. Aus diesem Grunde bewegt sich der
Wolpertinger auf der Erde nicht geradeaus, sondern in mehr oder weniger großen Kreisen weiter. Deshalb nennt man ihn auch das Kreis oder das Kreißl.
Lieber als Schritte sind dem
Wolpertinger Sprünge. Da kommt er nämlich schneller vorwärts. Besonders auf den Bäumen ist er mit seinen weiten Hüfern flinker als ein Eichhörnchen oder ein Baummarder.
In der Pfalz, links des Rheins, wird der
Wolpertinger auch als Elbetrischer oder Tappen bezeichnet. Diese Namen weisen auf seine eigenartige tritschende, das heißt schleppende oder tappende Gangart auf ebener Erde hin.
Inzwischen haben diese Name längst in die bayrische Umgangssprache Eingang gefunden. So nennt man einen langsamen Menschen in Bayern Tritschler und den bayerischen Stammhund, den Dackel, gerne auch Viertapsler.
Wichtige Daten:
- Lateinischer Name: Crisensus crisensus
- Tierart: Säugetier
- Ruhezeit: tagsüber (Nachttier)
- noch lebende Anzahl: nur noch ca. 200 Exemplare im gesamten Alpenraum, steht deshalb streng unter Naturschutz
- Antreffen: sehr selten, da er sehr scheu und ängstlich ist
- Wohngebiete: Wälder und Berge bis ca. 1900 m, hält sich auf Bäumen und unter Büschen auf
- Aussehen: gelb-leuchtende Augen, 2 Hörner, schwarzbraunes Fell, buschiger Schwanz, kräftige Hinterläufe
- Nahrung: Mäuse, kleinere Vögel wie Rebhühner, Gämseneier, aber auch Insekten
- Besonderheit:Fühlt sich der Wolpertinger verfolgt, spuckt er seinen Gegner an. Auf den angespuckten Stellen entwickelt sich eine Verhärtung der Talgdrüsen und deshalb bei den Menschen oft starker Haarwuchs.
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