roBerge.de

Reichenspitze (3303m) aus dem Zillergrund

»Großartige Skitour auf einen prominenten 3000er«


Die formschöne Reichenspitze ist im Sommer ein begehrtes Tourenziel. Im Winter geht es deutlich ruhiger zu, was nicht zuletzt an der Tourenlänge und den fehlenden Einkehrmöglichkeiten liegt. Wer sich davon nicht abschrecken läßt, wird mit einer Skitour der Extraklasse in grandioser Umgebung belohnt. Die skitechnischen Schwierigkeiten halten sich dabei in Grenzen, allerdings sollte man die Tour nur bei stabiler Schneelage unternehmen und mit der Begehung von vergletschertem, hochalpinen Gelände vertraut sein.

Blick über das Kuchelmooskees zur Reichenspitze.

Grandioser Gipfelblick bei Kaiserwetter. Wer kann die Gipfel benennen?


Kurzinfo:

Region:Zillertaler Alpen
Tourenart:Skitour (schwer)  
Erreichte Gipfel:Reichenspitze 3303 m
Dauer:6 Stunden (Aufstieg)
Lawinengefahr:mittel
Beste Jahreszeit:Frühjahr
Touristinfo:Mayrhofen

Anforderung:

Höhenunterschied:ca. 2000 m (Gegenanstiege)
Streckenlänge:6,6 km (Aufstieg)
Schwierigkeit:Weg: mittel
Skitechnisch mittelschwer, jedoch alpine Erfahrung im Begehen von vergletschertem, hochalpinen Gelände erforderlich, daher die Einstufung als schwere Skitour. Der Gipfelanstieg ist bis 45° steil und kann bei günstigen Verhältnissen mit den Ski durchgeführt werden, erfolgt jedoch meist zufuß (felsig), bei ungünstigen Verhältnissen sind Steigeisen hilfreich.

Startpunkt:

Gasthaus Bärenbad im Zillergrund, 1440m


GPS-Wegpunkt:

N47 07.312 E12 02.460  [@google-maps]

Umweltfreundliche Anfahrt mit öffentlichen Verkehrsmitteln:

bis Mayrhofen mit dem Zug, ab Mayrhofen Weiterfahrt in den Zillergrund zur Skitourenzeit nur mit dem Taxi möglich.
Im Sommer fährt die Buslinie Nr. 8328 Mayrhofen – Bärenbad – Zillergrund Staumauer (bis zum Gasthof Adlerblick über der Staumauer).

Mit dem Pkw:

Inntalautobahn bis Ausfahrt Wiesing, B169 Richtung Mayrhofen, kurz vor Mayrhofen links abzweigen, durch den Brandbergtunnel in den Zillergrund, am Tunnelausgang links abbiegen, Weiterfahrt durch den Zillergrund bis zum Ende der öffentlichen Straße (Schranke), dort beschränkte Parkmöglichkeiten.

Die Straße durch den Zillergrund ist zur Skitourenzeit gesperrt, wird aber über den ganzen Winter freigehalten. Ihre Befahrung wird geduldet, allerdings kann sie nach Lawinenabgängen längere Zeit blockiert sein. Auch muß man mit auf der Fahrbahn liegenden Felsbrocken rechnen und auf stundenlange Sperrungen wegen Lawinengefahr gefaßt sein.

Achtung: 100-Auto-Sperre:
Die Mautstraße wird ab hundert Autos gesperrt und man gelangt nur noch mit dem Linienbus ins Tal. Fahrt bis zum Gasthof Bärenbad oder weiter bis oberhalb der Staumauer möglich).


Ab Rosenheim: 120 Km / 1:40 Std
Ab München: 175 Km / 2:10 Std
Ab Bad Tölz: 110 Km / 1:50 Std
Ab Salzburg: 195 Km / 2:20 Std


Tourenplaner / Online-Fahrpläne:

hier klicken


Tourenbeschreibung:

Gasthaus Bärenbad im Zillergrund, 1440m


Aufstieg:

Am geschlossenen Ghs. Bärenbad vorbei folgt man zunächst dem Weg zum Stausee Zillergründl bis zu den Zillerplattenalmen. Leider muß man sich dabei mit einem rechten Stangenverhau herumschlagen. Nun steigt man über die freien Hänge mehr oder minder direkt auf das nördliche Ende der Staumauer zuhaltend weiter an. Oben angekommen durchquert man einen in die Felsen gehauenen ca.100m langen Tunnel. Im Winter ist sein Boden von einer Eisschicht überzogen und es hängen riesige Eiszapfen von der Decke herab. Die Tunnelbeleuchtung war zum Begehungszeitpunkt an, doch sollte man zur Sicherheit eine Stirnlampe mitnehmen.

Hinter dem Tunnel folgt man dem eben verlaufenden Weg zur Plauener Hütte noch ca. 200m und schwenkt dann nach links, sobald man die freien Hänge des Zillerkargründls erreicht hat. Zwischen zwei Bächen steigt man durch diesen deutlich ausgeprägten Kessel in der Falllinie nach oben. Bei ca. 2000m beginnt man einen leichten Linksbogen und umgeht einen felsigen Bereich. Über die hindernislosen weiten Hänge des Zillerkars steigt man in nordöstlicher Richtung weiter an, auf das Zillerkees zuhaltend, das man bei ca. 2800 erreicht. Bei 2950m schwenkt man nach rechts und steuert die deutlich erkennbare Einsattelung zwischen Kuchelmooskopf und Wildgerlosspitze an. Der Sattel bietet einen bequemen Übergang zum Kuchelmooskees. Obwohl von hier aus der Gipfel der Reichenspitze zum Greifen naher erscheint, hat man noch ein anstrengendes Wegstück vor sich, vor allem, wenn man selber spuren muß. Wer Konditionsschwächen verspürt kann am Joch Skidepot machen und über einen unschwierigen Blockgrad in einer viertel Stunde den Kuchelmooskopf besteigen.

Vom Joch fährt man zunächst ca. 100 Hm mit den Fellen ab und überquert den Kuchelmooskees, an dessen Ende ein zunehmend steiler werdender Hang zum Gipfelaufbau der Reichenspitze führt. Unterhalb dieses Hangs klaffte zum Begehungszeitpunkt ein große, halboffene Spalte, also Vorsicht walten lassen!

Je nach Verhältnissen macht man am Ende des beagten Steilhangs Skidepot, steigt mit Skiern bis zum felsendurchsetzen Steilhang unterhalb des Gipfels auf oder erreicht diesen sogar mit Skiern. Der übliche Routenverlauf ist auf einem Bild eingezeichnet.


Abfahrt:

Am sichersten entlang der Aufstiegsroute. Schöner ist es an der Einsattelung zwischen Kucheilmooskopf und Wildgerlosspitze direkt unterhalb der Felswände des Kuchelmooskopfs abzufahren. Hier besteht aber erhöhte Spaltensturzgefahr!

Vom Stausee entlang der Aufstiegsroute abzufahren ist ein Graus! Besser überquert man die Staumauer und steigt auf der anderen Seite eine Leiter hinab (verboten!). Über die weitgehend freien Hänge fährt man zurück zum Ausgangspunkt. Den Bach kann man am Talgrund über ein Brücklein überqueren.

Im fortgeschrittenen Frühjahr stellt die Auffahrt mit dem MTB über die Werksstraße zum Zillergründl eine interessante Alternative dar (wahrscheinlich auch verboten).


Alternative:
Ein landschaftlich noch eindrucksvollerer Aufstieg führt über das Kuchelmooskar und das spaltenreiche Kuchelmooskees direkt zur Reichenspitze.


Gletscherspalten:

Auf den Gletschern auf Spalten achten! Die Tour wird zur Skitourenzeit i.d.R. ohne Gletscherausrüstung durchgeführt, allerdings besteht durchaus Spaltensturzgefahr. Vor allen die rasantere Abfahrtsvariante unterhalb des Kuchelmooskopfs führt über Spaltenzonen. Sicherer ist die Abfahrt über flachere Aufstiegsroute.


Literatur:

Karte:Alpenvereinskarte 35/3
Zillertaler Alpen Ost
von Alpenverein

Karte:

Achtung: die AV-Karte hat erhebliche Positionsfehler (>50m)! Besser die AMAP zur Trackerstellung für das GPS nutzen.
Hier, auf der Karte des Mayr-Verlags der ungefähre Streckenverlauf des Aufstiegs.


Ausschnitt aus "Mayr Wanderkarte Nr. 33 "Zillertaler Alpen"".

Mit freundlicher Genehmigung vom Kartenverlag - Walter Mayr GmbH.



GPS-Daten:

Aufstiegsroute zur Reichenspitze ohne Abfahrtsvarianten.
Die Datei enthält 633 Wegpunkte!

Um die Kartenansicht (Karte, Satellit, Gelände, etc.) zu wechseln, bitte auf der Karte oben rechts den entsprechende Menüpunkt auswählen. Bitte verwendet nie die Tracks ohne betreffendes Kartenmaterial für das dazugehörige Gebiet. Die GPS-Daten sollen nur als zusätzliche Unterstützung verwendet werden.

Download Bedingungen

Unsere GPS-Dateien dürfen kostenlos für die private Nutzung heruntergeladen werden. Veröffentlichung jeglicher Art und kommerzielle Nutzung nur mit vorheriger Genehmigung von roBerge.de. Die GPS-Daten wurden mit größter Sorgfalt aufbereitet. Trotzdem kann keine Gewährleistung für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Daten gegeben werden. Sie können deshalb nur als Unterstützung bei der Wegfindung dienen. Wir weisen deshalb ausdrücklich darauf hin, dass die Nutzung der Daten auf eigene Verantwortung erfolgt und die Wegfindung nur aufgrund offizieller Karten erfolgen darauf. Die Benutzung privater Straßen und das Betreten privater Grundstücke kann gesetzlichen Beschränkungen unterliegen.


Zum Downloaden die Bedingungen akzeptieren.


Galerie:

Weitere schöne Bilder sind in unserer Fotoshow

Diashow:


Wettervorhersage für Zillertal: