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Aus dem Rother Wanderführer « Isarwinkel» von Eugen E. Hüsler



Guffert - Fast ein Matterhorn!
Der Westweg herauf aus dem Tal der Großen Laine


Der Guffert benötigt nur wenig für seinen Auftritt: ordentliches Wetter und ein paar Touristen, die auf der Achensee-Straße zum Inntal unterwegs sind. Bei Achental geht dann – wouwh! – der Vorhang hoch, die bewaldeten Hänge weichen zurück, und da steht er: eine elegante Felspyramide, bewaldet der Sockel, heller Kalkfels darüber bis zur Spitze. Dass der Berg auch eine «Breitseite» besitzt, wird erst auf der Fahrt nach Steinberg sichtbar. Und über seine weit hinauf begrünte Südflanke führt der Normalanstieg zum Gipfel: Ein wenig schwieriger, im Hochsommer aber gelegentlich sehr heißer Aufstieg. Da ist der Weg hinten herum, über die Nordseite, nicht so stark der Sonne ausgesetzt; zudem ergibt sich so eine sehr abwechslungsreiche Runde. Und die kurze, gut gesicherte Felspassage oberhalb der Issalm darf sich jeder einigermaßen trittsichere Bergwanderer schon zutrauen.

Almydille auf der Blaubergalm. Die felsig-alpine Kulisse zum beschaulichen Bild liefert der Guffert.
Vom Unutz hat man freie Sicht hinüber zum doppelgipfeligen Guffert, der nicht nur Wander-, sondern auch Kletterziel ist.

Kurzinfo:
  
Region:Isarwinkel
Tourenart:  Bergtour (mittel)
Erreichte Gipfel:Guffert, 2195 m
Dauer (Stunden):Obere Bergalm – Stubachalm – Einstieg Nordflanke 2 ½ Std., Einstieg – Guffert 1 ¾ Std., Abstieg zur Waldstraße 1 ¾ Std., Rückweg 20 Min., insgesamt etwa 6 ¼ Std.

Anforderung:
  
Höhenunterschied:1300 m
Schwierigkeit:Recht lange, anspruchsvolle Runde, die eine gute Kondition und Trittsicherheit erfordert. Im Frühsommer liegt in den Gräben auf der Nordseite des Guffert oft Altschnee. Kurze, gesicherte Passagen.

Einkehrmöglichkeit:
  
Gasthaus Waldfrieden (997 m) auf der Unteren Bergalm, Mo Ruhetag

Anfahrt:
  
Mit dem Pkw:Talort: Achenkirch (916 m), Tiroler Sommer- und Winterurlaubsort (Skigebiet Christlum) an der B 181 nördlich des Achensees. Von der Inntalautobahn 23 km, von Lenggries 29 km
Ausgangspunkt: Obere Bergalm (1029 m) an der Straße nach Steinberg, 6 km von Achental. Ausgeschilderte Parkplätze an der Straße.
Tourenplaner / Online-Fahrpläne:hier klicken

Tourenbeschreibung:
Ausgangspunkt der großen Runde ist die Obere Bergalm (1029 m); am Waldrand entdeckt man den ersten Hinweis «Guffert». Der Weg verläuft zunächst flach, beginnt oberhalb der Unteren Bergalm (Zugang über Waldstraße möglich) kräftig anzusteigen. Man gewinnt rasch an Höhe, aber (noch) kaum an Aussicht. Über dem Eingang ins Tal des Weißbachs wird dann der Blick zu den Blaubergen frei; im Westen steht massig der Juifen. Bei der (verfallenen) Stubachalm (1731 m) beginnt die lange Querung der Guffert-Nordflanke, ein recht mühsames Auf und Ab, wobei einige raue Gräben zu queren sind. Vorsicht im Frühsommer, wenn noch Altschneereste liegen! Schließlich peilt das Weglein absteigend den Gratrücken an, der Guffertstock und Schneidjoch verbindet. Der Höhenverlust lässt sich allerdings vermeiden, wenn man gleich hinter dem letzten Graben der (unmarkierten) Spur folgt, die zwischen den Latschen kurz ansteigt, dann zum «Originalweg» hinüberquert.

Links unterhalb stehen die Hütten der Issalm: im Karwinkel am Fuß der Guffert-Nrodwand lassen sich oft Gämsen beobachten. Doch der Blick geht jetzt nach oben, in die Felsen, sucht den Durchstieg. Bald ist die «Schwachstelle» in der abweisend wirkenden Front ausgemacht: ein kurzer, gestufter Aufschwung, der auf eine nach links ansteigende Rampe führt. Drahtseile und ein paar Eisenhaken entschärfen die «Schlüsselstelle»; der weitere Anstieg über den mächtigen Felsrücken bietet dann keine vergleichbaren Schwierigkeiten mehr. Gut auf die verblassten Markierungen achten! Oben am Kamm (ca. 2060 m) trifft man auf den von Steinberg heraufkommenden Südweg. Nun rechts um den ersten Buckel herum, dann direkt am felsigen Grat mit Hilfe einiger eiserner «Antiquitäten» (Drahtseile, Haken) zum großen Gipfelkreuz des Guffert.

Den Abstieg nimmt man Richtung Steinberg. Das Weglein verläuft über den Ostrücken (Markierungen nicht verlieren!) hinab in die Mulde unter dem Guffertstein (1963 m), taucht dann ein ins Latschendickicht (Quelle). Nach einer kurzen Traverse am Fuß plattiger Felsen führt die Spur in Serpentinen steil talwärts bis zum Ansatzpunkt der markanten Rinne (1423 m), die unmittelbar unter dem Gipfelgrat des Gufert beginnt (Unerschrockene fahren hier im Frühling rund 600 Meter ab!). Nun links in den Wald und auf gutem Weg, ein paar Rinnen querend, abwärts. Schließlich stößt man auf eine Waldstraße; sie leitet zurück zum Ausgangspunkt bei der Oberen Bergalm.

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Literatur:
  
Wanderführer:Isarwinkel von Hüsler, Eugen E.
Wanderführer:Faszination Alpenpanorama von Reimer, Michael
Führer:Klettersteige (Bayern · Vorarlberg · Tirol · Salzburg) von Werner, Paul / Mayr, Herbert / Sagmeister, Gerald
Software:TOP50 / AMAP3D - Routenanzeige, Höhenprofil, Kartendruck, GPS, 3D-Flug usw.

Karte:
Wanderkarte: Freytag & Berndt, Wien


Wettervorhersage für Lenggries:




Tourenvorbereitung:

Jeder muss selbst für die Wahl seiner Route und bei der Beurteilung alpiner Gefahren die Verantwortung tragen. Niemand sollte nur anhand unserer Berichte eine Bergtour planen, sondern noch weitere Informationen (z.B. aus AV-Karten) einholen. Anfänger sollten auf alle Fälle orts- und sachkundige Personen mitnehmen oder einen Bergführer einschalten. Die Einschätzung der Schwierigkeit einer Bergtour ist sehr subjektiv und hängt von vielen Faktoren, u.a. der persönlichen (täglichen) Verfassung, dem Wetter, Schneeverhältnissen usw. ab. Deshalb dienen unsere Tourenberichte nur als Anregung und zusätzliche Informationsquelle.

Allgemeine Checkliste für Bergwanderungen


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