roBerge.de

Pfitscher Joch und Schrammachkar

»Auf einem alten Pilgerweg«


Das Pfitscher Joch ist ein beliebter Transalp-Übergang. Wenn ein Mountainbiker erst einmal die Höhenstraße bis zum Schlegeisspeicher überwunden hat, dann ist er vom Pfitscher Joch und somit von Südtirol nur noch 2 Stunden entfernt. Diese 2 Stunden sind allerdings zum Fahren nicht geeignet, sodass eine Schieberunde angesagt ist.

Wir als Wanderer haben dieses Problem nicht und können während des "Spaziergangs" die eindrucksvolle Gebirgslandschaft mit ihren Gletscherwelten betrachten. Kaum hat man das Pfitscher-Joch-Haus erreicht, befindet man sich bereits auf italienischem Gebiet und sollte sich nicht die Möglichkeit nehmen lassen, eine südtiroler Spezialität zu sich zu nehmen.

Nachdem man die nahen Gipfel der höchsten Zillertaler Berge bewundert hat (Hochfeiler, Hoher Weißzint), geht die nun einsame Höhenwanderung weiter über den Ameiskopf in das Schrammachkar, wo man sich in nächster Nähe der Gipfel von Schrammacher und des Olperers befindet. Der Abstieg hinunter zum Schlegeisspeicher verläuft durch das romantische Tal des Unterschrammachbaches.

Das Pfitscher-Hoch-Haus liegt nur 1,5 Stunden vom Speicher Schlegeis entfernt.


Kurzinfo:

Region:Zillertaler Alpen
Tourenart:Bergtour (mittel)  
Dauer:Speicher Schlegeis - Pfitscher Joch-Haus 2 - 2,5 Std., Pfitscher-Joch-Haus - Schrammachkar 1,5 - 2 Std.
Schrammachkar - Speicher Schlegeis 1,5 Std.
insgesamt ca. 5,5 - 6 Stunden
Touristinfo:Zillertal

Anforderung:

Höhenunterschied:Zamsgatterl 1790 m, Pfitscher-Joch-Haus 2248 m, Unterschrammachkar 2473 m, insgesamt ca. 700 hm
Streckenlänge:14 km
Schwierigkeit:Weg: mittel
leicht bis mittel, beim Abstieg vom Unterschrammachkar Trittsicherheit und bei Schnee oder schlechter Sicht Orientierungssinn erforderlich. Einige Bachüberquerungen vor dem Ameiskopf könnten bei hoher Wasserführung etwas schwierig sein. Ansonsten unschwierige Bergwege, oft durch Plattengestein gut ausgebaut. Der weitere Wegverlauf führt in östlicher Richtung durch Latschen bis in den Zamser Grund und zum Zamsgatterl.

Einkehrmöglichkeit:

Lafitzalm (Lavitzalm):
Link zur Hütte ...mehr Info, hier klicken

Pfitscher-Joch-Haus:
Anfang Juli bis Ende September
Link zur Hütte ...mehr Info, hier klicken

Hinweis: Da wir die Öffnungszeiten, Übernachtungshinweise, etc. oft aus dritter Hand erhalten, kann es immer wieder vorkommen, dass die hier veröffentlichten Daten nicht mehr ganz aktuell sind. Wer auf Nummer sicher gehen will, sollte sich bitte vor Beginn einer Tour direkt bei der Hütte informieren (Telefon / Homepage).


Startpunkt:

Parkplätze am Schlegeis-Speicher, 1805m


GPS-Wegpunkt:

N47 02.422 E11 42.204  [@google-maps]

Umweltfreundliche Anfahrt mit öffentlichen Verkehrsmitteln:

Mit dem Zug bis nach Mayrhofen im Zillertal. Von hier (z.B. Bahnhof, Penkenbahn) mit der Buslinie "Christophorus" über Ginzling nach Breitlahner und Schlegeis Stausee. Info: www.christophorus.at

Mit dem Pkw:

Inntalautobahn Ausfahrt Wiesing /Zillertal. Im Zillertal über die B169 bis nach Mayrhofen, von dort ist die Auffahrt Richtung Schlegeis auf der Schlegeis-Alpenstraße über Hochsteg und Ginzling bis zum Ghs. Breitlahner ganzjährig möglich. Ab Breitlahner Mautpflicht bis zu den Parkplätzen am Stausee. Der erste Parkplatz, direkt nach dem letzten Tunnel, ist geeignet für Touren in Richtung Friesenberghaus, die hinteren beiden Parkplätze für Touren Richtung Olperer, Pfitscher Joch und Furtschaglhaus.
Fahrtzeit vom Inntaldreieck ca. 2 Stunden.

Den einspurigen Harpfnerwandtunnel (Wartezeit) umfährt man seit dem Ausbau der Straße besser durch Dornauberg-Schlucht, falls die Ampel rot zeigt. Die Weiterfahrt über die Mautstraße zum Schlegeisspeicher ist erst ab der zweiten Maihälfte möglich (Schranke). Für den ersten, einspurigen Abschnitt durch die Tunnelstrecke gibt es eine Ampelregelung. Wer vor der Öffnung der Mautstelle (6 Uhr) auffährt, kann per Knopfdruck Grün bestellen.


Ab Rosenheim: 125 Km / 1:35 Std
Ab München: 175 Km / 1:55 Std
Ab Bad Tölz: 105 Km / 1:35 Std
Ab Salzburg: 195 Km / 0:30 Std


Mit dem Bike:

Die Mautstraße wird ganzjährig der für den Werksverkehr offengehalten, so daß fast immer ein Auffahrt mit dem MTB auf eigene Gefahr möglich ist.
Die Auffahrt ab dem Zillertal bis zum Schlegeisspeicher ist bei Bikern beliebt, bildet sie doch einen Teil der Überschreitung des Alpenhauptkamms über das Pfitscher Joch. Der Abschnitt weist ab Finkenberg bis zum Pfitscher Joch eine Entfernung von 35 Kilometer und 1437 Höhenmeter auf (bis zum Schlegeisspeicher: 30 km, 970 Höhenmeter).

Information:

Die Schlegeis-Staumauer ist 725 Meter lang und 131 Meter hoch. Im Bergrestaurant beim vorderen Parkplatz gibt es Informationen über Führungen in die Mauer (im Sommer stündlich). Dabei erhält man auch interessante Informationen über die Stromerzeugung aus Wasserkraft, über den Naturraum der Zillertaler Alpen und über Wanderungen rund um den Stausee Schlegeis.

Tourenplaner / Online-Fahrpläne:

hier klicken


Tourenbeschreibung:

Parkplätze am Schlegeis-Speicher, 1805m


Speicher Schlegeis - Lavitzalm:
Vom Parkplatz kurz vor der Jausenstation Zamsgatterl aus folgt man der Beschilderung "Pfitscher Joch" bzw. "Italien" (Weg 524) und wandert durch den Zamser Grund (Pfitschergründl) südostwärts auf einem breiten Weg, der bald in einen engeren, aber mit Platten sehr gut gepflegten Bergweg übergeht. Die Steigung ist zu vernachlässigen, es geht nun steil aufwärts, schließlich "überwindet" man bis zum Pfitscher-Joch-Haus nur rund 500 m - auf 5 Kilometer verteilt sind dies 100 m pro Kilometer. Nach 1,5 Stunden Gehzeit und Ü erquerung des Haupentaler Baches lädt die Lavitzalm zu einer kurzen Rast ein. Bereits von hier aus lässt sich das Joch mit dem ehemaligen Zollhaus gut erkennen.

Lavitzalm - Pfitscher Joch:
Die Lavitzalm liegt am Rande eines riesigen Plateaus, welches von vielen Bächen, die das Schmelzwasser von den umliegenden Gletschern bringen, durchquert wird. Erst nach diesem Kessel folgt die einzige Stelle, die etwas steiler als der bisherige Weg ist. Auf diesem Abschnitt wandert man in einem großen Bogen bereits wieder auf einer Forststraße, und zum ersten Ziel des Tages ist es insgesamt nur noch eine halbe Stunde.
Nachdem man das ehemalige Zollhaus erreicht hat, hat man bereits die österreichisch-italienische Staatsgrenze überschritten, und man kann das ganze Pfitscher Joch (italienisch "Passo di Vizze") gut überblicken. Durch seine geologische Beschaffenheit ist es mit vielen kleinen Seen (die Jochseen) ausgestattet, die zusammen mit den den dazwischen liegenden Felsblöcken und den umliegenden Steilgletschern ein eindrucksvolles alpines Gesamtbild vermitteln. Wer sich stärken will, kann nun im 10 Minuten entfernten Pfitscher-Hoch-Haus die südtiroler Küche testen, muss aber auch den dazugehörigen Rummel in Kauf nehmen, denn das beliebte Gasthaus ist vom Pfitscher Tal aus in nur einer Stunde zu Fuß erreichbar. Dafür entschädigen wiederum die wundervollen Ausblicke auf die Hängegletscher von Hochferner und Hochfeiler, dem mit 3510 Metern höchsten Gipfel der Zillertaler Alpen und das Pfitscher Hochtal.

Pfitscher Joch - Schrammachkar:
Im weiteren Verlauf dieser Tour wird es etwas einsamer. Auf dem ursprünglichen Weg wieder zurück zu der Zollwachthütte und hier nun den in südöstlicher Richtung verlaufenden Wanderweg Nr. 528 benutzen. Die dunklen Felswände des Schrammacher rücken dabei immer näher. Nach rund 500 Metern wechselt der Höhenweg die Richtung zuerst nach Norden und dann nach Nordosten. Es müssen mehrmals Geröllrinnen und Gletscherbäche (Zamser Bach) durchquert werden, die jedoch in der Regel keine große Schwierigkeiten bereiten. Inzwischen hoch über dem Zamser Grund, nähert man sich nun den schon vom Gasthaus aus sichtbaren Wänden des Schrammacher, einem Nachbarn des Olperer, der seine Grate in alle vier Himmelsrichtungen ausstreckt. Nachdem man den Ameiskopf im Gebiet des Oberschrammachkars umrundet hat, ist die größte Steigung geschafft und der Weg verläuft wieder mehr oder weniger waagrecht. Dabei befindet man sich immer auf einem gut markierten (rot-weiß) und äußerst komfortablen Weg, den seine Erschaffer aus vielen Steinplatten liebevoll aufgeschichtet haben. Bald liegt die Steinwüste des Unterschrammachkar vor dem Wanderer, darüber glänzt der gleichnamige Gletscher und nochmals darüber erheben sich Schrammacher (links) und Olperer (rechts). Zwischen beiden befindet sich die Alpeiner Scharte, wo in den Jahren 1943 bis 1945 das NS-Regime Zwangsarbeiter nach dem strategisch wichtigen Molybdän schürfen liess. Nun heißt es, die Abzweigung zum Schlegeisspeicher (Weg 535) bzw. zur Dominikushütte nicht zu übersehen, die durch ein gelbes Schild gekennzeichnet ist. Hier rechts abbiegen, denn geradeaus weiter führt der Weg zur Olperer und Geraer Hütte. Der Abstieg führt durch einen steilen Wiesenhang; bei Altschneefeldern ist deshalb Vorsicht geboten. Stellenweise sind der Weg und die Markierung schlecht erkennbar, deshalb ist hier etwas Vorsicht geboten. Zuerst bleibt man rechts des Baches, erst nach der zweiten Steilstufe wird der Unterschrammachbach über eine kleine Brücke überquert. Nun folgt man dem Weg zurück zum Parkplatz.


Literatur:

Bildband:Zillertaler Alpen
von Ritschel, Bernd (Editor) und Heller, Horst (Illustrator)
Alpenvereinsführer:Alpenvereinsführer Zillertaler Alpen
Täler, Hütten und Berge
von Klier, Heinrich, Henriette und Walter
Karte:Mayr Wanderkarte Nr. 33 "Zillertaler Alpen"
Doppelseitige Wander- und Tourenkarte

Galerie:

Weitere schöne Bilder sind in unserer Fotoshow

Diashow:

Panorama:


Ins Bild klicken zur Panorama Ansicht

Sagen, Mythen und Wahrheiten:

Historisches:
Die Besiedlung eines Teils der Zillertaler Gründe erfolgte zum Teil über das von Süden leicht zugängliche Pfitscher Joch. Der Zugang entwickelte sich bald zu einem beliebten Pilgerweg. Dann, bis vor dem Bau der großen Straßen, erfolgte der Lastentransport (mit Kraxen auf dem Rücken) durch das Pfitschergründl. Nach dem 2. Weltkrieg bis 1973 war der Grenzübergang durch Italien vorübergehend vollständig gesperrt.


Wettervorhersage für Zillertal: