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Hochstaufen ab Padinger Alm

»Nichts für Ungeübte«


Vor vielen Jahr frevelten zwei Jäger, weil sie am Sonntag, anstatt in die Messe zu gehen, am Hochstaufen auf die Gamsjagd gingen. Hinter der Maieralm erblickten sie den schönsten Gamsbock, der ihnen je vor den Lauf gekommen war. Der ältere der beiden Jäger legte an und schoss, während man in der Ferne aus dem Mauthausener Laurentiuskircherl das Wandlungsläuten zur Frühmesse hören konnte. Doch der Bock rührte sich nicht. Daraufhin schoss der zweite Jäger, der ebenfalls traf. Aber der Bock, anstatt umzufallen, wurde immer größer, bekam Zotteln am ganzen Körper die Krickerl verwandelten sich in Hörner, die Äugen glühten und plötzlich stand der Leibhaftige vor ihnen. Es blitzte und donnerte, die Jäger wollten davon laufen, doch ihre Füße wurden immer schwerer und sie konnten nicht mehr weg. Sie erstarrten und verwandelten sich in zwei schroffe Felsklötze, die heute noch dastehen.
Dies war die Strafe für ihre Frevelei.

Der Hochstaufen ist der östlichste Gipfel der Chiemgauer Alpen (abgesehen von dem Vorgipfel Fuderheustein -1317 m -, der seinem Ostgrad vorgelagert ist). Er ist der Hausberg der Bad Reichenhaller. Eine Winterbegehung des gesamten Grades ist möglich (mit entspr. Ausrüstung wie Pickel, Steigeisen, Seil usw.)

Die Steinernen Jager.

Hochstaufen vom Alpenvorland aus.


Kurzinfo:

Region:Chiemgauer Alpen
Tourenart:Klettersteig (leicht)  
Erreichte Gipfel:Hochstaufen 1772 m
Dauer (Stunden):Aufstieg ca. 3 - 4 Std., Abstieg ca. 3 Std., Gesamtgehzeit ca. 6 -7 Std.
Beste Jahreszeit:Juni bis Oktober
Touristinfo:Bad Reichenhall

Anforderung:

Höhenunterschied:1104 m
Schwierigkeit:Weg: mittel
leichter Klettersteig mit wenig Sicherungen über den Ostgrad und die "Steinernen Jager", für Ungeübte gefährlich, Trittsicherheit und Schwindelfreiheit erforderlich, stellenweise Drahtseile

Einkehrmöglichkeit:

Zwieselalm (Kaiser-Wilhelm-Haus):nur an Wochenenden und Feiertagen, bei schönem Wetter von 10:00 bis 17:00 Uhr

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Reichenhaller Haus (Staufenhaus):Mitte Mai bis Mitte Oktober geöffnet

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Startpunkt:

Padinger Alm (Nördlich von Bad Reichenhall), 670m


GPS-Wegpunkt:

N47 44.329 E12 51.350  [@google-maps]

Umweltfreundliche Anfahrt mit öffentlichen Verkehrsmitteln:

Mit dem Zug bis Bad Reichenhall, dann weiter mit dem Bus bis Haltestelle Nonn / Karlstein. Zu Fuß zur Padinger Alm (1 Std.).

Mit dem Pkw:

Autobahn A8 bis Ausfahrt Bad Reichenhall. Von hier folgt man der Beschilderung Berchtesgaden / Bad Reichenhall. Erst in Bad Reichenhall zweigt man dann rechts ab Richtung Karlstein / Kaserne. Nach rechts geht es über eine Brücke, gleich an der Ampel hinter der Brücke biegt man wieder rechts ab Richtung Nonn. Dann bleibt man ein ganzes Stück auf der Straße, fährt an Sportanlagen vorbei, bis einen ein etwas verstecktes Schild nach rechts über eine Bergstraße zur Padinger Alm leitet. Parkplätze sind zahlreich vorhanden, entweder vor der Alm oder ein Stück weiter oberhalb ein separater Parkplatz.


Ab Rosenheim: 100 Km / 1:15 Std
Ab München: 140 Km / 1:25 Std
Ab Bad Tölz: 125 Km / 1:30 Std
Ab Salzburg: 25 Km / 0:30 Std


Information:

Nonn ist ein Stadtteil von Bad Reichenhall. Das Dorf Nonn gehört zur ehemaligen Gemeinde Karlstein und zur Stadt Bad Reichenhall. Es erstreckt sich am Südhang des Hochstaufen und gliedert sich in Nonner Unterland (östlicher Teil) und Oberland (westlicher Teil). Ein wichtiger Bestandteil des lokalen Brauchtums ist das Perchtenlaufen am 5. Januar, in der letzten Rauhnacht.

Tourenplaner / Online-Fahrpläne:

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Tourenbeschreibung:

Padinger Alm (Nördlich von Bad Reichenhall), 670m


Aufstieg über Ostgrat - "Steinerne Jager":
Bei der Padinger Alm den markierten Weg benutzen, kurz darauf eine Abzweigung nach rechts. Durch waldiges Gelände, Serpentinen bis zu einer größeren Wiese. Bei der Baumgrenze in ca. 1250 m Höhe links in die Felsen, vorbei an den "Steinernen Jägern". Der Markierung nachgehen bis in den Gipfelbereich. Die letzten 300 Entfernungsmeter direkt Richtung Reichenhaller Haus steigen.

Abstieg über Bartlmahd:
ca. 3 Stunden, leicht
Ab dem Reichenhaller Haus westlich den markierten Weg benutzen. Er führt weit über das Grat zwischen Hochstaufen und Hinterstaufen. Im Bartlmahd verläuft der Steig einige Meter aufwärts, anschließend gelangt man zur Abzweigung, welche geradeaus zur Zwieselalm, zum Zwiesel und zum Hinterstaufen führt. Hier die Abzweigung nach links gehen. Der Weg verläuft stetig nach unten, zuerst durch felsiges, aber gut begehbares Gelände (Vorsicht, teils glatte Steine) und später durch Mischwald.


Abstiegsvariante:
Sowohl der Steig über die "Steinernen Jägern" als auch der Steig über Bartlmahd können als Auf- oder Abstieg benutzt werden.

Tourenalternative:
Gratübergang Hochstaufen - Zwiesel: Eine grandiose aber auch anstrengende Tour über die gesamte Staufengruppe (10 km), die wohl im Chiemgau längste Kammüberschreitung (ohne Pausen insgesamt gut 10 Stunden).


Geologie:

Der gesamte Staufen-Komplex besteht aus weiß-leuchtendem Wettersteinkalk, in Schichten zum Tal hin aus Muschelkalk.
Im Bereich zwischen Hochstaufen und Hinterstaufen, direkt südlich des Mittelstaufen, gibt es das Bartlmahd, das letzte Wiesen- und Weidestück, ehe der Berg entgültig felsig wurde.
Im 17. Jahrhundert wurde am Staufen Bergbau betrieben, insbesondere wurden Galmei (Zinkerz) und Blei abgebaut. Die Vorräte waren jedoch bald erschöpft. Einen Stollen, den Doktor-Oswald-Stollen gibt es noch ca. 60 m unterhalb des Gipfels.
Der Frillensee (nördlich des Zwiesel) gilt als der kälteste See Deutschlands. Des öfteren wurde dieser See deshalb auch für den Eissport genutzt. Er liegt 922 hoch und wird von unterirdischen Quellen des Zwiesel und Staufen gespeist.


Literatur:

Bildband:Chiemgauer Alpen
Wasser - Moore - Wälder - Felsen
von Zebhauser, Helmuth

Karte:

1 = Scharnkopf, 2 = Gruberhörndl, 3 = Gamsknogel, 4 = Zwiesel, 5 = Zwiesel-Alm, 6 = Mittelstaufen, 7 = Hochstaufen, 8 = Fuderheustein, 9 = Padinger Alm, 10 = Steiner Alm




Galerie:

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Wettervorhersage für Bad Reichenhall: