roBerge.de

Schatzberg und Joel

»Zwei auf einen Streich«


Der Schatzberg ist der bekannteste Skiberg im Alpbachtal, wenn mal von dem Ski-Zirkus am Wiedersberger Horn absieht. Das dürfte auch damit zusammenhängen, dass er von seiner Nordseite, also von der Wildschönau aus, bis zum Gipfel pistenmäßig erschlossen ist.

Doch von seiner Südseite aus ist der Schatzberg wie seine Nachbarberge gerade für Toureneinsteiger äußerst lukrativ, da er bis zum Gipfel keine ausgesprochen schwierige Stellen aufweist. Man besteigt ihn gerne von Alpbach aus. Die nachfolgende Tourenbeschreibung hat Inneralpbach als Ausgangspunkt. Zur Abfahrt haben wir hier als Variante den Übergang zum benachbarten Joel und die Abfahrt über dessen Südhänge gewählt.

Blick vom Gipfel der Joelspitze über den Gern zum Schatzberg.


Kurzinfo:

Region:Kitzbüheler Alpen
Tourenart:Skitour (mittel)  
Erreichte Gipfel:Schatzberg 1902 m, Joel /Joelspitze) 1964 m
Dauer:Inneralpbach – Schatzberg 2,5 Std., Übergang Schatzberg – Joel – 1 Std,, Abfahrt vom Joel 20 – 40 Min.
Lawinengefahr:Gering. Im mittleren Bereich des Aufstieges (bei den steileren Stellen) auf evtl. Schneebretter achten. Bei der Abfahrt vom Joel sollte man steileren Teilen ausweichen, wenn die Lawinenlage drei oder mehr beträgt. Meist nur mäßig steile Wiesenhänge.
Beste Jahreszeit:Dezember bis März. Am besten sofort nach den ersten Schneefällen gehen, da der Pulverschnee durch die Hangrichtung nicht sehr lange von Bestand ist.
Touristinfo:Alpbach

Anforderung:

Höhenunterschied:Inneralpbach 1000 m, Schatzberg 1902 m, Joel 1964 m
ingesamt incl. Gegenanstiege ca. 1190 m
Schwierigkeit:Weg: mittel
leicht bis mittel, Aufstieg manchmal etwas steil, meist flache Skihänge

Startpunkt:

Wanderparkplatz Zentrum Inneralpbach, 1060m


GPS-Wegpunkt:

N47 22.640 E11 57.567  [@google-maps]

Umweltfreundliche Anfahrt mit öffentlichen Verkehrsmitteln:

Ab Kufstein fahren Busse nach Inneralpbach

Mit dem Pkw:

Inntalautobahn Ausfahrt Kramsach, von hier über Brixlegg und Alpbach nach Inneralpbach. In Inneralpbach befindet sich im Zentrum auf der linken Seite ein großer Parkplatz. Hier Parkmöglichkeit für den Aufstieg zum Schatzberg. Direkt anschließend verläuft eine Straße links von der Loipe ca. ein bis 1,5 Kilometer bis zu einem weiteren Parkplatz hinter einer kleinen Brücke. Dort eine Parkmöglichkeit für den Aufstieg zum Joel. Achtung: Die Straße vom ersten zum zweiten Parkplatz ist nicht geräumt und es besteht Rutschgefahr - Winterreifen erforderlich!


Ab Rosenheim: 80 Km / 1:00 Std
Ab München: 135 Km / 1:25 Std
Ab Bad Tölz: 80 Km / 1:15 Std
Ab Salzburg: 150 Km / 1:35 Std


Information:

Alpbacher Bergbauernmuseum: Einige hundert Meter oberhalb der kleinen Kirche in Inneralpbach steht am Waldrand der Bauernhof "Vorder-Unterberg". Der Hof wurde in den Jahren 1636 bis 1638 von heimischen Zimmerleuten erbaut und war bis 1952 bewohnt.
Der Bauernhof ist kein totes Museum, hinten im Stall hört man die Kühe, das Gackern der Hühner und das Grunzen der Schweine. Etwa 800 Einrichtungs- und Gebrauchsgegenstände sind zu besichtigen.

Tourenplaner / Online-Fahrpläne:

hier klicken


Tourenbeschreibung:

Wanderparkplatz Zentrum Inneralpbach, 1060m


Aufstieg zum Schatzberg:
Vom Parkplatz (Buswendeplatz) direkt vor dem Gasthof steigt man, nach wenigen Häusern, in den nördlich angrenzenden Wiesenhang hinauf, etwas steil teils über Zäune und eine Forststraßen kreuzend. Dieser Weg ist im unteren Bereich nicht zu verfehlen. Über Egg gelangt man, entweder auf gerader Spur oder wem es zu steil ist, in Kehren hinauf zum Weiler Jochum (1216 m). Ab diesem behält man die östliche Aufstiegsrichtung bei. Erst unterhalb des Hahnkopfes (1902), ebenfalls ein beliebtes Tourenziel, schwenkt man bei einer Gabelung (Wegweiser) in nördliche Richtung um und erreicht den kreuzlosen Gipfel des Schatzbergs nach ca. 15 - 20 Minuten.

Abfahrt ohne Übergang zum Joel:
Wer nicht mehr zum Joel hinübergehen will, nimmt die Abfahrt entlang der Aufstiegsroute erfolgt über ideal geneigte, waldfreie Skihänge.

Übergang zur Joelspitze:
Vom Gipfel aus kann man den Joel im Südosten bereits gut erkennen. Zwischen beiden Gipfel liegt eine unbedeutende Erhebung, der Gern.
Ab dem Gipfel in die Senke (Sternenboden) zwischen Schatzberg und Gern fahren, dabei möglichst rechts halten, um den nachfolgenden Aufstieg möglichst zu verkürzen. Nach dem Gern nochmals , diesmal etwas steiler, in die nachfolgende Senke und von dieser aus in ca. 30 Minuten bis zum Gipfel der Joelspitze.

Abfahrt:
Standardabfahrt: Zuerst in südlicher Richtung den Gipfelhang hinunter, anschließend rechts (westlich) die weiten Hänge bis zur Lueger Alm fahren. Hier wieder links (südlich) halten bis zu der Acker-Hütte. Von hier aus gerade hinunter ins Tal und auf oder neben der Straße (Skiloipe) zurück zum Parkplatz.

Es gibt weitere Varianten neben dieser Abfahrtsbeschreibung, die alle auf der Straße enden, welche letztendlich zum Parkplatz führt.


Flora und Fauna:

Auf dem Schatzberg leben/lebtn Auer- und Birkhühner.


Literatur:

Skiführer:Tiroler Skitouren Handbuch
161 Berge für Einsteiger und Profis
von Pokos, Kurt und Hüttl, Franz
Karte:Mayr Wanderkarte Nr. 54 "Kirchberg in Tirol"
Skiführer:Rother Skiführer Kitzbüheler, Tuxer und Zillertaler Alpen
von Brandl, Sepp und Hirtlreiter, Gerhard

Karte:



Sagen, Mythen und Wahrheiten:

Das Mühlrinnenmandl

In die Sagenreiche Wildschönau, ja weiter aufwärts über den Schatzberg hinüber ins Alpbachtal, ist die Sage von einem mythischen Wesen gedrungen, das von eibischer Natur ist und die Eigenheit hat, sich am hellichten Tage auf Mühlrinnen zu setzen und sich in solcher Weise erblicken zu lassen. Da sitzt es, still in sich gekauert, dickleibig, grau oder grün gekleidet, und hat den großen Kopf mit einem breitkrempigen Hut bedeckt. Das Andenken an diese seltsame gespenstische Erscheinung wird fortlebend erhalten in einem durch das ganze Unterinntal und bis in das Salzburgische verbreiteten und üblichen Kinderspiel. Dasselbe ist ein Fangespiel mit Abzählen. Sämtliche an demselben teilnehmende Kinder schließen einen Kreis, fassen sich mit den Händen an, und ein Kind steht in der Mitte, hält ein Stäbchen, womit es bei jeder Silbe auf einen der Mitspieler abzählend deutet, und spricht, jede Silbe betonend, im Takte:

Jetzt lost (hört) nur, wer da will:
Hockt ein Mandl auf der Mühl,
Das hat a gscheibigs Hütl auf,
Um-a-d-um voll Federn drauf,
Geh spring davon,
Daß's di nit erwischn kann!
Oans - zwoa - drei
Du fangscht's ei!

Dasjenige, auf welches das letzte Wort "ei" gefallen, ist das Mühlrinnenmandl, das muß die nun blitzschnell nach allen Seiten auseinanderstiebenden Kinder alle oder eine bestimmte Anzahl wiederum einfangen, je nachdem es anfangs verabredet worden. Dazu werden auch die Grenzen genau bestimmt, bis wohin zu laufen gestattet ist.

Quelle: Deutsche Alpensagen. Gesammelt und herausgegeben von Johann Nepomuk Ritter von Alpenburg, Wien 1861, Nr. 39.
Mit freundlicher Genehmigung von Sagen.at


Wettervorhersage für Wörgl: