roBerge.de

Haidachstellwand

»Wenig frequentierter Weg im viel besuchten Rofan«


Ein kleines, für den versierten Bergsteiger jedoch harmloses Stückchen, an dem man etwas Klettern muß, hält die große Masse der vielen Rofan-Besucher davon ab, die Haidachstellwand (frühere Bezeichnung: Heiderstellwand) auf dem hier beschriebenen Weg zu besuchen. Deshalb bleibt er ein einsamerer Gipfel, während oft gleichzeitig auf Rofanspitze und Hochiss die Hölle los ist!

Zwei weitere "Zuckerl" bietet diese Tour: Zum einen die kleine Edelweiß-Wiese (den genauen Standort verraten wir aber aus verständlichen Gründen nicht - bitte mailt uns im Bedarfsfall an ...) und zum anderen die Besteigung eines bisher namenlosen Gipfels, der ab 1992 doch noch zu einem Namen gekommen ist. Wie es dazu kam, beschreiben wir weiter unten.

Die Haidachstellwand, hier von den Roßköpfen mit Blick nach Süden.

Die Haidachstellwand von der Mauritzalm aus.


Kurzinfo:

Region:Brandenberger Alpen / Rofan
Tourenart:Bergtour (mittel)  
Erreichte Gipfel:Haidachstellwand (Haiderjoch) 2192 m, Hexenstein (Clesida) 2080 m
Dauer:Erfurter Hütte - Hochstell 50 Minuten, Hochstell - Haidachstellwand 20 Minuten
Haidachstellwand - Hexenstein 40 Minuten, Hexenstein - Erfurter Hütte 1 Stunde
Gesamtzeit ca. 3 Stunden
Touristinfo:Achensee

Anforderung:

Höhenunterschied:Erfurter Hütte 1834 m, Haidachstellwand 2192 m, Clesida 2080 m
mit Zwischenanstiege ca. 440 m
Streckenlänge:ca. 5,4 km
Schwierigkeit:Weg: leicht
Das kleine Teilstück, welches mit Drahtseilen und Trittbügeln versehen ist, sowie ein weiteres Kletterstück nach Schwierigkeit UIAA 1 haben uns dazu bewogen, die Tour als leichten Klettersteig einzustufen. Mit den echten Eisenwegen ist sie natürlich nicht vergleichbar.
Der Übergang zum Hesenstein führt weglos über Felsblöcke, Geröll und Schrofen, ist aber nicht schwer.
Wer den leichteren Weg gehen will, folgt den Wegen in Richtung Rofanspitze und vor dieser bei der Grubalacke (nicht Grubasee!) rechts zum Krahnsattel. Dies ist der Normalweg.
Hunde:für Hunde nicht geeignet, Leitern vorhanden

Einkehrmöglichkeit:

Erfurter Hütte:
geöffnet Weihnachten bis Ostern und Pfingsten bis Mitte Oktober, kein Ruhetag
Wintersaison bis Ostern 2013 (falls Wetter es zulässt)
Link zur Hütte ...mehr Info, hier klicken

Hinweis: Da wir die Öffnungszeiten, Übernachtungshinweise, etc. oft aus dritter Hand erhalten, kann es immer wieder vorkommen, dass die hier veröffentlichten Daten nicht mehr ganz aktuell sind. Wer auf Nummer sicher gehen will, sollte sich bitte vor Beginn einer Tour direkt bei der Hütte informieren (Telefon / Homepage).


Startpunkt:

Erfurter Hütte / Gipfelstation Rofan-Bahn, 1834m


GPS-Wegpunkt:

N47 25.482 E11 45.076  [@google-maps]

Umweltfreundliche Anfahrt mit öffentlichen Verkehrsmitteln:

Bahnhof Jenbach (zwischen Innsbruck und Kufstein). Von dort mit dem Linienbus oder Taxi nach Maurach (4 km).
Vom Bahnhof Tegernsee mit dem Taxi oder - seit September 03 neu - mit dem Bus Linie 9550 über Kreuth, Achenkirch nach Maurach.
Infos und Fahrpläne unter www.rvo-bus.de

Mit dem Pkw:

Mautfreie Anreise über das Tegernseetal, von München kommend bis zur Autobahnausfahrt Holzkirchen. Von dort über den Tegernsee und Achenpaß (941 m) zur Staatsgrenze und weiter am Achensee entlang bis Maurach.
Oder über die Inntalautobahn bis zur Ausfahrt Wiesing-Achensee-Zillertal. Von dort über die Achenseebundesstraße B 181 bis Maurach (10 km).


Ab Rosenheim: 80 Km / 0:55 Std
Ab München: 140 Km / 1:20 Std
Ab Bad Tölz: 55 Km / 0:50 Std
Ab Salzburg: 150 Km / 1:30 Std


Information:

Die Erfurter Hütte im Besitz der AV-Sektion Ettlingen, ist Ausgangspunkt vieler Wanderungen im Rofan-Stock. Man erreicht sie am besten über die Rofan-Seilbahn, deren Gipfelstation direkt neben der Hütte steht.
Zu Fuß ab Maurach über die Buchauer Alm, ca. 2,5 Std.

Tourenplaner / Online-Fahrpläne:

hier klicken


Tourenbeschreibung:

Erfurter Hütte / Gipfelstation Rofan-Bahn, 1834m


Aufstieg
Die Tour beginnt an der Erfurter Hütte auf dem Weg Nr. 401. Man hält sich bald rechts, schlägt den Weg Nr. 15 (Hinweisschild Haidachstellwand wenige Meter vor der Mauritzalm, bald rot-gelb markiert) ein. Zuerst ein kleiner Abstieg, bei einer Verzweigung rechts halten, dann weiter in unterschiedlich steilen Serpentinen überwiegend durch Wiesen auf den schroffen Felsaufbau der Haidachstellwand zu. Nachdem man den begrasten Sattel ("Hochstell", 1995 m) erreicht hat, folgt die Besteigung eines ca. 40 m langen Felsblockes mit der kleinen seilversicherten Schlüsselstelle (ca. 10 Höhenmeter). Anschließend führt der Weg kurz fast ohne Steigung auf einen steinigen Hang zu, den man leicht überwindet (hier gelb markiert). Dann hat man bereits das Gipfelkreuz vor sich, das man in wenigen Minuten über das Plateau erreicht.

Abstieg
Ab dem Gipfel folgt man in nördlicher Richtung dem Wegweiser zum Krahnsattel (Nr. 15). Mehrere Steinmandl begleiten den Weg. Bei einem größeren Steinmandl verläßt der Weg nach rechts das Plateau und führt sanft hinunter in Richtung Krahnsattel. Nach 15 Minuten erreicht man die einzige durch eine mit drei Klammern gesicherte Stufe. Hier verläßt man den Weg links und steigt weglos über Felsblöcke und Schrofen zu dem sichtbaren Gipfelkreuz des Hexenstein hinauf. Am Gipfel UIAA 1. Abstieg zum Weg wie Aufstieg. Nun auf dem ursprünglichen Weg weiter zum Krahnsattel (2002 m). Hier hält man sich links, trifft nach 15 Minuten auf die "Rofan-Hauptstraße" (Erfurter Hütte - Rofanspitze) und folgt der Beschilderung zur Erfurter Hütte, die man ab hier in einer halben Stunde erreicht.


Flora und Fauna:

Wenn man den alternativen Aufstieg (auf der Karte gelb eingezeichnet) wählt, so ist die Chance recht groß, Murmeltieren zu begegnen.
Wie auf anderen Bergen im Rofan trifft man auch hier das Edelweiß an, sowie den Deutschen Enzian, Sonnenröschen, das Sumpf-Herzblatt, die Zierliche Glockenblume, Moschus-Schafgarbe, Fetthennen-Steinbrech, Alpen-Distel, Wiesen-Margerite und viele weitere.


Literatur:

Karte:Achensee - Karwendel - Rofan
Wanderführer:Achensee und Brandenberger Tal
von Wutscher, Rudolf
Wanderführer:Bergwandern mit Kindern im Tiroler Unterland
von Weiss, Rudolf und Siegrun

Karte:

Blau = beschriebene Route
Gelb = Aufstiegsalternative (meist weglos)
gelb (klein) = Aufstieg zum Clesida




Galerie:

Weitere schöne Bilder sind in unserer Fotoshow

Diashow:

Panorama:


Ins Bild klicken zur Panorama Ansicht

Sagen, Mythen und Wahrheiten:


Aus dem Gipfelbuch des Clesida

"Ursprünglich soll dieser Gipfel Hexenstein geheißen haben. Ein gewisser Kartograf namens Angerer hatte diesen trefflichen Namen in seiner Karte (in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts) eingetragen. Doch in den folgenden Karten taucht dieser Name nicht mehr auf - der Gipfel war nur mehr ein Bezirksgrenz-Punkt. Ein Punkt ohne Namen. Vier (dazumal) junge Buben gaben diesem unscheinbaren "Zapfen" bald einen Namen: Benannt nach der Kombination der Abkürzungen ihrer Vornamen: CLEmens, SImon und DAvid - CLESIDA ... es war anno 1992:
Vier Buben, die drunten im Krahnsattel Jahr für Jahr eine Woche ihr Zeltlager aufschlagen, hatten die Idee, hier heroben auf ihrem "Lagerberg" ein Gipfelkreuz zu errichten. Am 28.8.1992 schleppten sie von Maurach (die Rofanseilbahn war 1992 nicht in Betrieb!) den Beton, die Eisen, das Werkzeug und das verpackte Kreuz herauf! Am späten Nachmittag wurde betoniert. Am Abend Lagerfeuer und Biwak. Am Sonntag, den 29. August 1992, in aller Frühe, feierliche Erhöhung des Kreuzes.
Anläßlich des 25. Lagers wurde das alte, erste Gipfelbuch am 6. August 2005 erneuert."


Wettervorhersage für Maurach am Achensee: