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Kundler Klamm und Kragenjoch
Vom Inntal in die Wildschönau


Die Wanderung durch die Kundler Klamm ist leicht und für Jung und Alt ein schönes Erlebnis und beliebtes Ausflugsziel. Der Weg ist außerdem kinderwagen-tauglich. Dies besagt eigentlich schon alles hinsichtlich der Schwierigkeit dieses Weges. Wer es lieber etwas anstrengender hat, der richtet sich nach unserer Beschreibung und besteigt anschließend das Kragenjoch von seiner Südseite - und wer sich vorher über den zu leichten Weg durch die Kundler Klamm möglicherweise amüsiert hat, der wird bei dem Aufstieg über die "Lausige Stiege" mehr als voll auf seine Kosten kommen. Die Wegbeschaffenheit ist leicht und problemlos, die Steigung hat es jedoch in sich ...

Blick von Süden auf das Kragenjoch.
Der Aufenthaltsbereich des Gipfels ist großzügig mit Sitzgelegenheiten ausgestattet. Der geografische Gipfel liegt einige Minuten entfernt und wird seltener besucht.

Kurzinfo:
  
Region:Kitzbüheler Alpen
Tourenart:  Bergtour (leicht)
Erreichte Gipfel:Kragenjoch 1425 m
Dauer (Stunden):Kundler Klamm 1 Stunde, Aufstieg 1,5 -2 Std., Abstieg 1,5 - 2 Std.
insgesamt ca. 4,5 -5 Std.
Touristinfo:Kundl
Weblinks:Naturschlucht Kundler Klamm

Anforderung:
  
Höhenunterschied:Kundl 546 m, Kragenjoch 1425 m
Insgesamt 879 m, keine Zwischenanstiege.
Steigung:Nach den Schönberghöfen steil und kraftraubend, ansonsten sehr moderat.
Schwierigkeit:Kundler Klamm: sehr leicht (4,5 Kilometer ebene Forststraße). Der Aufstieg ist im ersten Teil ebenfalls sehr leicht, nach Schönberg wird es durch die "Steinrinn" sehr steil, wobei der Weg allerdings meist gut gepflegt ist. Gute Kondition ist erforderlich.
Weg:leicht
Kondition:mittel
Technik:leicht

Einkehrmöglichkeit:
  
Gasthäuser vor und in der Klamm.

KragenalmNur in den Sommermonaten ab Anfang Mai bis ca. Ende September

Startpunkt:  
  
Parkplatz Kundler Klamm, 546m

GPS-Wegpunkt:N47 27.741 E11 59.304  [@google-maps]
Umweltfreundliche Anfahrt
mit öffentlichen Verkehrsmitteln:

Mit der Bahn bis Bahnhof Wörgl oder Bahnhof Kundl.
Mit dem Pkw:Inntalautobahn, Ausfahrt Wörgl West, dann ca. 3 Kilometer bis Kundl. Bevor man direkt ins Ortszentrum fährt, biegt man links ab zur Kundler Klamm (Zufahrt beschildert)

Ab Rosenheim: 60 Km / 0:45 Std
Ab München: 120 Km / 0:55 Std
Ab Bad Tölz: 70 Km / 0:55 Std
Ab Salzburg: 130 Km / 1:15 Std
Mit dem Bike:Von Kufstein aus fährt man auf dem gut ausgebauten Inn-Radweg bis nach Kundl gute 20 Kilometer.
Orts-Information:Direkt ab dem Parkplatz ist das westliche Ende der Kundler Klamm. Durch diese gelangt man auf einem Weg von ca. 7 Kilometern in die Wildschönau. Das Bachbett der Kundler Ache ist für Hobbygeologen eine Fundgrube verschiedenster Gesteinsarten. In Kundl kann man Fundsteine auch veredeln lassen.
Heute verknüpft man den Namen Kundl aber auch mit den ansässigen pharmazeutischen Werken.
 
Tourenplaner / Online-Fahrpläne:siehe hier

Tourenbeschreibung:
Zu den Schönberg-Höfen:
Kurz nach dem Parkplatz wird die Wildschönauer Ache überquert. Direkt nach der überdachten Brücke mündet von links der Weg, auf welchem man später wieder zurückkommt. Hier also rechts in die Kundler Klamm wenden. Diese wird vollständig durchquert (ca. eine knappe Stunde). Am Kraftwerk vorbei in Richtung Schönberghöfe wenden. Auf einer Asphaltstraße hinauf zu einem schönen Bauernhof (siehe Foto 1). Von hier aus über die Wiese geradeaus nach oben (Bild 2) und auf dem Bergpfad weiter oben links wenden bis zu den Schönberghöfen. Von diesen aus ein überraschender Blick auf das Rofan-Gebirge.

Zum Kragenjoch:
Ab den Schönberg-Höfen ist der Aufstieg rot-weiß markiert und gut beschildert. Bald wird es steiler und der anstrengende Aufstieg durch die "Lausrinne Steinrinne" (Lausige Stiege) wird durch eine kurze Besichtigung der Steinrinn-Grotte (siehe Bild 5) unterbrochen. Der Aufstieg zieht sich bis auf den Grat westlich des Kragenjochs. Hier rechts wenden und in 10 Minuten zum Hochplateau des Kragenjochs. Der höchste Teil, also der eigentliche Gipfel, befindet sich im westlichen Bereich dieses Plateaus, während man sich zum 1994 errichteten Gipfelkreuz in weiteren 10 Minuten nach Osten hält.

Abstieg:
Zurück zu der Stelle, wo man über die Lausrinne den Grat erreichte. Hier nicht nach links (Aufstiegsweg), sondern geradeaus halten in Richtung Kragenalm. Diese erreicht man nach ca. einer halben Stunde auf leichtem Bergsteig. Von der Alm aus über die Forststraße in Richtung Kundl. Auf einer Höhe von ca. 900 Meter verläßt man bei dem Schild "3 Kundl Fußweg" links die Forststraße und überwindet über einen steilen, sehr schmalen, aber nicht schweren Steig gut 300 Höhenmeter. Dann erreicht man einen breiteren Forstweg. Hier immer in Richtung Kundl halten und den Weg nicht in Richtung Klamm verlassen (dieser Abkürzer ist gefährlich und gesperrt). Also immer auf dem Hauptweg bleiben, welcher sich bald nach rechts (Norden) wendet. Bei der Bergkreuz-Kapelle links über einen kleinen Fußweg einige Meter talwärts gehen, und nun links immer am Waldrand entlang bis zur überdachten Brücke am Beginn der Kundler Klamm. Von hier aus in zwei Minuten zurück zum Parklatz.

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Geologie:
Früher floss die Wildschönauer Ache in der urzeitlichen Talfurche durch Oberau und Niederau nach Wörgl. Damals bestand noch keine Möglichkeit für das Wasser, in Richtung Wörgl zu fließen. Dadurch bildete sich in der in der inneren Wildschönau ein See auf ungefähr 910 m Meereshöhe, seine Größe hatte ungefähr die des Achensees. Der See reichte von Schwarzenau in Auffach bis nach Oberau. Irgendwann einmal wurden die Kalkfelsen gegen Kundl hin durchbrochen. Der See wurde allmählich kleiner und entleerte sich. Die Ache frass sich tief in den ehemaligen Meeresboden ein - so entstand schließlich die Kundler Klamm.

Literatur:
  
Kulturführer:Wilde, Hexen, Heilige von Streng, Petra und Bakay, Günter
Alpenvereinsführer:AV-Führer Kitzbüheler Alpen von Bleier, Georg / Kettner, Kurt
Wanderführer:Rother Wanderführer Kitzbühler Alpen - Alpbach bis Fieberbrunn von Brandl, Sepp
Karte:Mayr Nr. 41 "Hochtal Wildschönau - Niederau, Oberau, Auffach, Thierbach"
Software:TOP50 / AMAP3D - Routenanzeige, Höhenprofil, Kartendruck, GPS, 3D-Flug usw.

Karte:
Ausschnitt aus "Mayr Nr. 41 "Hochtal Wildschönau - Niederau, Oberau, Auffach, Thierbach"".
Mit freundlicher Genehmigung vom Kartenverlag - Walter Mayr GmbH; Lizenznr. 15-0805-ILAB.



Galerie:

Diashow:


Panorama:



Sagen, Mythen und Wahrheiten:
Eine Sage: Die Saligen Frauen vom Kragenjoch

Über steilen Felsbrüsten und dunklem Tann erhebt sich frei und stolz das Kragenjoch mit der Achentaleralm.

Es bietet einen reizvollen Anblick über das Unterinntal von Vomp bis Erl und versperrt dem rauhen, unbändigen Nord den freien Zutritt in die Wildschönau, so daß das abgeschlossene, von Bergen rings umsämte Hochtal die Sonnenwärme inniger und tiefer schlürfen und ungestörter die kargen Böden zu erhöhter Fruchtbarkeit in der Milde des Klimas reizen kann.

In der Gelüste Zornesdrang aber schiebt dann ab und zu der verärgerte, rauhe Nord mit Gewalt seine Wolkenballen über den Höhensaum, bläst im Winter die grauen Schneeschwaden durch die heimliche Bergweltstille in alle Gründe und Klüfte und läßt im Sommer gar nicht selten in bitterer Wut den schweren Hagel auf das stille Joch und seine Almmatten niederbrausen.

Dann aber vergoldet die gütige Mutter Sonne wieder den dunkelgrünen Saum mit verschwenderischer Pracht und magischer Zauberherrlichkeit.

Da kommen nach der Sage die Saligen Frauen aus der tiefen Felsklippe gestiegen und ergötzen sich in der Stille der Umgebung. Ihr lieblicher Sang läßt Herden und Senner aufhorchen, bis dann allmählich der süße Klang, immer leiser werdend, in der Tiefe des Tales versinkt.

Es war ein wonniger, sonnentriefender Junivormittag. Die Bäuerinnen kauerten mit ihren Mägden an den Äckern der Berglehnen, um das Unkraut aus dem sprießenden Korn zu rupfen. Da stieg eine Frau voller Anmut und Schönheit den Hang herunter nach Oberschönberg. Sie ging den jätenden Frauen zu und bat schließlich die Bäuerin um einen Laib Brot.

Adolf Mühlegger - In der "Dorfschule" 1960.
Quelle: Der Sagenkranz der Wildschönau, in: Heimat Wildschönau, Ein Heimatbuch, Dr. Paul Weitlaner, Schlern-Schriften Nr. 218, Innsbruck 1962, S. 125 - 155.

Mit freundlicher Genehmigung von Sagen.at

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