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Hochries-Skitour

»Klassiker aus Großvaters Zeiten«


Im Vergleich zu den großen Kitzbühelern Gipfeln ist sie zwar nicht berauschend - doch bei den Einheimischen gilt sie als DIE klassische Skitour, welche von Frasdorf oder Soilach auf den Rosenheimer Hausberg führt. Bereits Anfang des 20. Jahrhunderts, also vor weit über 100 Jahren, wurde sie erstmals begangen, und viele der älteren Rosenheimer machten hier ihre ersten Skiversuche. Obwohl der Gipfel inzwischen mit einer Seilbahn erreichbar ist, blieb und bleibt die Hochries ein lohnendes Skiziel. Nicht zuletzt ist die große Lawinensicherheit ein Grund für die Beliebtheit dieser Tour.

Ein altes Bild der Hochrieshütte - das Original findet man in der Gaststube des Hochrieshauses.

Auf dem Nordostgrat des Gipfels. Das Hochrieshaus mit der Gipfelstation ist bereits in Sicht!


Kurzinfo:

Region:Chiemgauer Alpen
Tourenart:Skitour (leicht)  
Naturverträgliche Skitour Hinweise zum umweltfreundlichen Skibergsteigen
Erreichte Gipfel:Hochries 1569 m
Dauer (Stunden):Aufstieg ca. 3 - 4 Stunden
Lawinengefahr:Die Tour wird bei fast allen Lawinenlagen begangen, da sie bei vernünftiger Routenwahl relativ sicher ist. Trotzdem sollte man, besonders bei reichlich Neuschnee, den Lawinenlagebericht beachten und die übliche Vorsicht walten lassen.
Beste Jahreszeit:Dezember bis März
Touristinfo:Frasdorf

Anforderung:

Höhenunterschied:Lederstube 655 m - alternativ Soilach 820 m
Riesenhütte 1345 m, Hochries 1569 m
insgesamt ab Lederstube ca. 940 m, ab Soilach ca. 800 m
Steigung:Bis auf den Gipfelbereich geringe Steigungen. Im unteren Bereich Forststraße.
Streckenlänge:7 km ab Soilach, 8 km ab Lederstube.
Schwierigkeit:Weg: mittel
Aufgrund der geringen Steigungen leicht, zum Gipfel hin etwas steiler. Gleichwohl für Einsteiger und Fortgeschrittene geeignet.

Einkehrmöglichkeit:

Hochriesbahn-Bergstation:derzeit geschlossen (Stand März 2017)

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Hochrieshütte:geöffnet

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Riesenhütte:derzeit geschlossen, Wiedereröffnung noch unklar (Stand 2016)

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Frasdorfer Hütte:siehe Homepage

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Startpunkt:

Wanderparkplatz Soilach bei Frasdorf, 820m


GPS-Wegpunkt:

N47 47.072 E12 16.740  [@google-maps]

Umweltfreundliche Anfahrt mit öffentlichen Verkehrsmitteln:

Nächstgelegene Bushhaltestelle (Entfernung ca. 3,8 km, Höhendifferenz ca. 220 m) Frasdorf - Bahnhof. Diese wird außer an Sonn- und Feiertagen von Buslinien der Regionalverkehr Oberbayern GmbH (RVO) angefahren.

Mit dem Pkw:

Autobahn A8 (München-Salzburg) Ausfahrt Frasdorf (105). Man fährt dann direkt in den Ort Frasdorf und folgt der Hauptstraße. Am Ende des Ortes biegt man nach links Richtung Grainbach in die Westerndorfer Straße ab. Dieser Straße folgt man und biegt mit ihr außerhalb des Ortes nach rechts ab. Nach weiteren 600 m biegt man nach links Richtung Soilach ab. Nun folgt man der Straße an mehreren vereinzelten Gehöften vorbei bergauf. Nach Soilach endet die öffentliche Teerstraße. Hier biegt man nach rechts ein auf den öffentlichen Parkplatz.

Im Winter ist der letzte Straßen-Anstieg, ab dem Weiler Kranzl, oft nur mit Ketten befahrbar. In diesem Fall gibt es knapp unterhalb von Kranzl am Straßenrand einige wenige Parkplätze. Evtl. sogar noch weiter unten parken.

Als Startpunkt für Skitouren ist der Wanderparkplatz Soilach zwar grundsätzlich geeignet, aber trotzdem nicht unbedingt zu empfehlen. Denn die lange, flache Abfahrt ab der Winterstube verläuft auf einer Forststraße und ist deshalb für Skifahrer weniger attraktiv als beispielsweise die Abfahrt über die Frasdorfer Hütte. Denn dort lockt eine längere Abfahrt über die Schmidhänge und weiter über den Hang beim Zellboden.
Hinzu kommt, dass der Parkplatz Soilach recht klein und somit oft überfüllt ist.



Ab Rosenheim: 20 Km / 0:25 Std
Ab München: 80 Km / 0:55 Std
Ab Bad Tölz: 65 Km / 1:00 Std
Ab Salzburg: 70 Km / 0:50 Std


Mit dem Bike:

Von der Kirche in Frasdorf aus ca. 3,8 km bei 600 Höhenmeter. Öffentliche Straßen, nur Asphalt. Besonders ab Stadl bis nach Soilach starke Steigungen!

Information:

Direkt am Wanderparkplatz Soilach steht die Berghütte Obersoilach. Sie gehört den Aenanen, einer kirchlichen Studenten-Vereinigung. Vor der Hütte steht eine Gedenktafel, die an die besonders mit den Bergen verbundenen Bundesbrüder der Aenanen erinnert, so an Gründer des Deutschen Alpenvereins (DAV), Franz Senn, sowie an den 1934 am Nanga Parbat verstorbenen deutschen Bergsteiger Willo Welzenbach, einem der bekanntesten Kletterer seiner Zeit.

Tourenplaner / Online-Fahrpläne:

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Tourenbeschreibung:

Wanderparkplatz Soilach bei Frasdorf, 820m


Aufstiegsvariante
Über Frasdorf-Lederstube in Richtung Frasdorfer Hütte. Beim Zellerbauer rechts abbiegen, über die Schmiedkapelle und Schmiedalm in Richtung Paradies. Dies ist eine sehr beliebte Alternative. Allerdings ist der Weg bis zum Zellerbauer auch bei Fußgängern beliebt und wird zudem als Rodelbahn benutzt.

Aufstieg
Vom Wanderparkplatz bei Soilach in südlicher Richtung auf dem Forstweg leicht aufwärts in den Wald hinein. Man bleibt auf dem Forstweg, kommt an einer Jagdhütte (Bild 1) vorbei. Bei der ersten Rechtskurve im oberen Bereich verlässt man gleich nach dieser Rechtskurve den Weg und biegt links in eine Rinne ein, über die man weiter oben wieder zum Hauptweg gelangt und in diesen links einbiegt. Nun leicht bergauf auf breitem Weg Richtung Winterstube, Vor der Winterstube die Abzweigung "Kräuterweise - Grainbach 78" rechts liegen lassen. Die Winterstube (Bild 2), ein im Winter verlassenenes Gehöft, erreicht man auf 974 m Höhe. Nach ihr einige Meter bergab und den Bach überqueren. Gleich darauf legt man seine Spur nach rechts, also leicht bergauf über die Schmiedhänge (Bild 3) in Richtung eines Holzkreuzes am oberen Ende des breiten Weiderückens – nicht gerade aus weiter in den Zellboden, dies wäre ein Umweg, der zur Frasdorfer Hütte führt (evtl. Einkehralternative für den Rückweg).
Beim genannten Holzkreuz vereinigt sich der Weg mit dem Aufstiegsweg, welcher vom Parkplatz Lederstube hinaufführt. Nun in südlicher Richtung durch den Wald auf eine Forststraße. Man befindet sich nun im so genannten Paradies.

Zur Riesenhütte
Auf der Strasse oder links von ihr bis zur Wegekreuzung "Taferlbaum" (Bild 4). Links geht es in Richtung Aberg / Klausen / Laubenstein. Hier aber geradeaus weiter in Richtung Riesenhütte. Wo der Skiweg nach einigen Hundert Metern auf die Forststraße trifft, biegt man entweder links in die Forststraße ein, oder man geht gerade aus weiter, wo man am linken Waldrand der Skipiste weiter oben wieder auf die Forststraße trifft. Nun auf der leichten Forststraße (Bild 5) zur Riesenhütte (Bild 6).

Auf den Hochriesgipfel
Von der Riesenhütte über das Plateau in südwestlicher Richtung bis zum den nordöstlichen (also rechten) Fuß des Gipfelblocks (Bild 7). Hier verläuft der Weg in 20 Minuten in mehreren Serpentinen durch den Wald bis auf den Nordostgrat des Hochriesgipfels. Von dort aus in wenigen Minuten zum sichtbaren Gipfelhaus.

Abfahrt (Normalvariante)
Wie Aufstieg, mit folgenden Alternativen: Beim Nordostgrat nicht links über den Aufstiegsweg abfahren, sondern rechts halten und nach einigen Hundert Metern links aufs Plateau.
Ungefähr 600 Meter nach der Riesenhütte macht die Forststraße eine Rechtskurve. Kurz nach dieser links in den freien Hang fahren. An dessen unterem Ende rechts in einen weiteren Hang einbiegen. Danach trifft man wieder auf die Forststraße, in die man links einbiegt. Auch ums Paradies verlaufen neben dem Forstweg mehrere schöne Pisten.

Abfahrt über den Nordhang
Diese Abfahrt über den bis zu 40 Grad steilen Hang ist nur bei wirklich sicheren Lawinenverhältnissen zu empfehlen (siehe hierzu auch den Bericht über den Lawinenunfall weiter unten). Die Abfahrt beginnt direkt bei der Hochrieshütte; man kann aber auch in nordöstlicher Richtung unterhalb des Nordost-Grates entlang abfahren und kurz vor dessen Ende nach links in den Wald abbiegen. Man erreicht anschließend die Skipiste bzw. bei der Mittelstation oder der Käser-Alm. Von der Mittelstation aus weiter über das Skigebiet nach Grainbach.

Weitere Varianten
Vom Gipfel aus über die Kohlgrub und die Grotzachalmen auf Predigtstuhl und Abereck. Von dort aus zurück zum Paradies oder weiter zur Klausenhütte.


Skibergsteigen umweltfreundlich:

Auf dem Weg zwischen Riesenhütte und Riesenalm befindet sich linker Hand der Spielberg (1440 m).
Dieser ist als «Wald-Wild-Schongebiet» ausgewiesen und sollte zum Schutz der Raufußhühner nicht betreten werden.


Literatur:

Karte:Alpenvereinskarte BY17
Chiemgauer Alpen West: Hochries, Geigelstein
von Alpenverein
Führer:Winterwandern Bayerische Alpen
von Gelder, Birgit
Alpenvereinsführer:Alpenvereinsführer Chiemgauer Alpen
von Zebhauser, Marianne und Helmuth
Skiführer:Rother Skiführer Berchtesgadener, Chiemgauer Alpen, Kaiser und Steinberge
von Brandl, Sepp
Führer:Wo unsere Berge am schönsten sind
von Horner, Richard

GPS-Daten:

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Galerie:

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Sagen, Mythen und Wahrheiten:

"11.04.2004 Lawinenunglück glimpflich verlaufen
Im Rahmen ihres Bergwachtdienstes unternahm eine Bergwachtanwärterin eine Skitour auf den Hochries. Nachdem sie über den Normalweg den Gipfel bestiegen hatte, wollte sie alleine über die ca. 40 Grad steile Nordseite in Richtung Grainbach abfahren. Kurz nach der Einfahrt in den Nordhang löste die Frau eine Nassschneelawine aus und wurde von den Schneemassen etwa 300 m in die Tiefe gerissen. Die Rutschung kam in flacherem Gelände in der Nähe der Ebersberger Alm zum Stehen. Die Skifahrerin, die bei dem Lawinenabgang zwar verletzt aber nicht verschüttet wurde, konnte über Funk ihre Bergwachtkollegen alarmieren, die sofort eine Rettung einleiteten."


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