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Rottau – Marquartstein - Brachtalm

»Auf dem Salzalpensteig«


Bei dieser Wanderung in den Chiemguaer Alpen handelt es sich um eine der 18 Etappen des Salzalpensteigs, ein 250 km langer Weitwanderweg in Bayern und Österreich. Für den kompletten Weitwanderweg gibt es den ausführlichen Wanderführer aus dem Bergverlag Rother (siehe unten).

Landschaft: Diese Route von Rottau zur Brachtalm führt zum größten Teil durch schattige Waldgebiete, gegen Ende hin über Almwiesen. Überwiegend wandern wir auf angenehmen (Wald-)Wegen oder Pfaden. Immer wieder bieten sich auf der hügeligen Strecke schöne Ausblicke. Längerer Anstieg von Marquartstein hinauf zur Schnappenkirche.

Vom (Barfuß-)Pfad durch das Moor schauen wir zum Hochfelln-Gipfel. Foto: Renate Florl

Die Schnappenkirche. Foto: Renate Florl


Kurzinfo:

Region:Chiemgauer Alpen
Tourenart:Bergtour (mittel)  
Dauer (Stunden):6 Std. 15 Min.
Kinder:für größere Kinder geeignet
Kinderwagen geeignet:Nein
Hunde:für Hunde geeignet
Touristinfo:Rottau

Anforderung:

Höhenunterschied:Höhenunterschied bis zur Brachtalm:
Gut 1200 m Aufstieg, gut 600 m Abstieg.
Streckenlänge:20,5 km
Schwierigkeit:Weg: mittel
Kritische Stellen: Keine.
Anmerkung: Der steile Pfad abwärts zum Sandkasten Nr. III auf dem SalzAlpenSteig (am Beginn der Route) ist nach Regentagen nicht zu empfehlen, daher wird er in diesem Wanderführer "Salzalpensteig" als Variante angeführt.

Einkehrmöglichkeit:

Staudacher Alm:Mai bis September/Oktober

Link zur Hütte ...mehr Info, hier klicken
Brachtalm:Mai bis Oktober, kein Ruhetag

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Startpunkt:

Rottau im Chiemgau, 538m


GPS-Wegpunkt:

N47 47.702 E12 24.954  [@google-maps]

Umweltfreundliche Anfahrt mit öffentlichen Verkehrsmitteln:

Mit der Bahn bis nach Übersee am Chiemsee, von dort weiter mit dem Bus bis nach Rottau.

Mit dem Pkw:

Autobahn München - Salzburg, Ausfahrt Bernau am Chiemsee, durch Bernau fahren Richtung Grassau - 4 km bis nach Rottau.



Größere Kartenansicht


Ab Rosenheim: 30 Km / 0:30 Std
Ab München: 90 Km / 0:55 Std
Ab Bad Tölz: 75 Km / 1:00 Std
Ab Salzburg: 60 Km / 0:45 Std


Mit dem Bike:

Von der Ortsmitte in Bernau (Kirche) fährt man in ca. 4,5 Kilomtern bis nach Rottau.

Information:

Rottau, ein staatlich anerkannter Erholungsort, gehört zum über Tausend Jahre alten Grassau. Dieses ist einer der ältesten Orte des Chiemgaus und war schon im Mittelalter einer der geistigen und kulturellen Mittelpunkte.

Tourenplaner / Online-Fahrpläne:

hier klicken


Tourenbeschreibung:

Rottau im Chiemgau, 538m


Von Rottau (1) aus haben wir die Wahl zwischen zwei Wegen zum Museum Klaushäusl, dem markierten SalzAlpenSteig (Variante), oder dem ebenen Weg durch das Tal.

Variante: Der markierte SalzAlpenSteig führt von Rottau auf der Anliegerstraße Mühlwinkel zum Anwesen Tischlmühle und links haltend in Richtung Klaushäusl in den Wald aufwärts. Nach links wird die Bernauer Achen überquert. Im weiten Bogen nach rechts geht es aufwärts, oben links. Von einer Bank schauen wir auf den Chiemsee hinab. An der Dreier-Gabelung nehmen wir den Weg ganz links. Steil abwärts kommen wir auf dem schmalen steilen Pfad in vielen Kehren zum Sandkasten Nr. III am Grießenbach. Nach dem Steg links und gleich darauf müssen wir vom Weg auf den Pfad nach rechts abbiegen. Rechts sehen wir die Rohre der überirdischen Wasserzuleitung und erreichen eine Gabelung. Hier geht es zum Klaushäusl links und auf dem SalzAlpenSteig rechts weiter.

Wer sich in Rottau (1) für den ebenen Weg durch das Tal entscheidet (vor allem nach Regentagen zu empfehlen, Route nicht als SalzAlpenSteig markiert), orientiert sich von der Bernauer Straße links zur Pfarrkirche Sankt Michael hin. Rechts haltend (Kreuzstraße) daran vorbei, rechts um die Kurve und dann links (Hacklweg) beschildert in Richtung Kendlmühlfilzen wandern wir über die Felder. Am Waldrand rechts erreichen wir den Beginn des beschilderten Pfades durch das Moor.

Tipp: Dieser kurze zusätzliche Rundweg durch das Moor wird uns lange in Erinnerung bleiben. Diese ganz andere Vegetation erleben wir in den Bergregionen nicht. Bei schönem Wetter sind einige Abschnitte davon auch gut ohne Schuhe zu gehen.

Geradeaus weiter sehen wir vor uns schon das Klaushäusl mit dem Museum Salz und Moor, das wir über die Straße hinweg erreichen. Wir steigen die vielen Stufen der Metalltreppe aufwärts und gehen oben rechts. Der Pfad durch den Wald, der hier mit der blauen Markierung als SalzAlpenTour gekennzeichnet ist, mündet darauf in den SalzAlpenSteig ein. Wir biegen im Wald scharf links ab in Richtung Strehtrumpf und Marquartstein.

Wieder gemeinsam erreichen wir ansteigend und mit einigen Stufen – über Weidezäune und eine Weide hinweg – das Gehöft Strehtrumpf mit einem SalzAlpenSteig-Rastplatz und kleinem Parkplatz. Links kaum 50 m weiter, dann biegen wir rechts auf den Waldpfad ab, der bald ansteigt. Nach der Schlucht nehmen wir an der Gabelung den oberen Weg. Das nächste aussichtsreiche Ziel ist die Zeppelinhöhe, die mit einem kurzen Abstecher nach links erreicht wird (2) (5 km, 1½ Std.).
Wir durchqueren den Bachlauf Torgraben, und an der Gabelung sofort danach entscheidet sich der SalzAlpenSteig für den rechten (und zeitlich längeren Weg) nach Marquartstein.
Unsere Route mündet dann in einen Forstweg ein, links und danach rechts haltend weiter ist richtig. Wir wandern unter dem Sessellift Hochplattenbahn durch und gehen abwärts. Auf der Holzbrücke wird der Tennbodenbach überquert und weiterhin abwärts erreichen wir die Talstation dieser Bahn. Wir werden rechts in Richtung Hofkapelle gewiesen, kaum 100 m später auf den Pfad nach links. Durch die Bäume haben wir die Häuser von Piesenhausen im Blick, bleiben jedoch auf unserem ausgeschilderten Pfad.

An der kleinen Hofkapelle erwarten uns Bänke für eine Rast. Wir gehen links und dann geradeaus weiter. Danach wandern wir um eine Kurve nach rechts (nochmals Rastplatz) und anschließend links abwärts nach Marquartstein. An der katholischen Pfarrkirche Zum kostbaren Blut geradeaus weiter und am Labyrinth vorbei gelangen wir zum Rathaus (3) (6 km, 1¾ Std.).

Am Rathaus geradeaus weiter und dann in der Fußgängerzone rechts (Staudacher Straße) sind wir richtig. Die Schnappenkirche ist das nächste angekündigte Ziel auf den Wegweisern.
Wir überqueren die Tiroler Achen und biegen danach rechts auf die Alte Dorfstraße ab. Geradeaus geht es die Burgstraße aufwärts, dann müssen wir überraschend links auf den Fußweg abbiegen.
In Richtung Staudach-Egerndach wandern wir auf dem schmalen Pfad weiter. Dieser trifft bei der nächsten SalzAlpenSteig-Sitzgruppe auf eine Kreuzung. Rechts aufwärts und dann nochmals rechts den oberen Steig nehmend gewinnen wir an Höhe. Danach links aufwärts sehen wir unter uns den Wanderparkplatz. In kurzer Folge links, rechts und nochmals links in Richtung Staudacher Alm steigen wir aufwärts und berühren kurz einen breiten Forstweg. Links davon bleibend steigen wir auf unserem breiten Pfad bergan. An den folgenden Gabelungen zuerst rechts und dann links eröffnen sich immer wieder Ausblicke hinab nach Marquartstein. Schritt für Schritt kommen wir auf dem Weg mit einer angenehmen Steigung aufwärts und gehen an der Gabelung die wenigen Schritte geradeaus zur phänomenal gelegenen Schnappenkirche (4) (5,5 km, 1¾ Std.).

Rechts (von der Schnappenkirche aus kommend links) aufwärts weiter wandern wir immer noch etwas ansteigend durch den Wald. Am Forstweg rechts weiter kommen wir über Almgelände zur Staudacher Alm. An der Staudacher Alm nach links ist die Brachtalm beschildert. Geradeaus weiter stapfen wir über das moorige Wiesengelände, dann eröffnet sich nochmals ein Blick ins Tal hinab. Nach dem Übersteigen des eingezäunten Weidegeländes treffen wir auf einen Forstweg und sehen rechts die kleine Brachtalm (5) (4 km, 1¼ Std.).


Sehenswertes:

Das Klaushäusl ist eine wichtige Station der langen Soleleitung von Bad Reichenhall bis Rosenheim. Hier kam die Sole (also das Wasser, in dem bis zu 26?% Salz gelöst ist) aus Bad Reichenhall in der Leitung im Tal unten an. Mit der Reichenbachschen Wassersäulenhebemaschine, die ohne Strom arbeitet und die man heute noch im Maschinenhaus bewundern kann, wurde sie nur mit Hilfe der Kraft des fließenden Wassers nach oben gepumpt. Damit ging der weitere Transport der Sole von der höheren Stelle aus durch das natürliche Gefälle »von selbst« weiter. Sie konnte also bis zur nächsten Pumpstation bei Bergham sanft abwärts fließen. Für den Betrieb dieser Wassersäulenmaschine brauchte man fließendes Wasser, das aus den Bächen der Umgebung hergeleitet wurde. Die Maschine arbeitete vom Bau der Leitung 1810 bis zum Jahr 1958. Faszinierend, wenn man überlegt: Von welcher Technik kann man sagen, dass sie fast 160 Jahre lang aktuell ist?
Georg Friedrich von Reichenbach (1771–1826) war ein genialer Tüftler, Erfinder und Ingenieur. Er entwickelte und konstruierte zahlreiche technische Geräte und Messinstrumente. Wir werden auf unserem Weg über Bad Reichenhall bis Berchtesgaden immer wieder von diesem besonderen Erfindergenie hören.

An der Zeppelinhöhe, dem Vorberg der Hochplatte, eröffnet sich uns ein Blick hinunter nach Grassau und weit ins Land hinaus. Das Denkmal erinnert an den leidvollen Tag im Leben des bekannten Erbauers des Luftschiffes, Ferdinand Graf von Zeppelin (1838–1917). Und doch wurde dieser Tag dann der Beginn einer Erfolgsgeschichte. Der 136?m lange Zeppelin Luftschiff LZ 4 hatte am Morgen des 4. August 1908 eine 24-Stunden-Fahrt in Manzell bei Friedrichshafen begonnen. Die Fahrt ging über Basel, Straßburg, Karlsruhe und Mainz. Der damals 70-jährige Luftfahrtpionier wollte mit dieser Fahrt die Leistungsfähigkeit seiner Zeppeline beweisen. Doch auf dem Rückweg nach Friedrichshafen gab es mit einem Motor technische Probleme. Da es ein Daimlermotor war, wurde Stuttgart angesteuert und am Morgen des 5. August 1908 auf einer Wiese bei Echterdingen gelandet. Dieses Ereignis wollte sich niemand entgehen lassen und so strömten die Menschen zu Tausenden zu diesem Landeplatz. Am Nachmittag zog ein schweres Gewitter mit heftigem Wind auf. Die 60 Männer, die den Zeppelin an Seilen hätten halten sollen, konnten das Luftschiff nicht am Davonfliegen hindern. Durch die Berührung mit den Kronen hoher Bäume fing der mit Wasserstoff betriebene Zeppelin Feuer und brannte aus. Der Erbauer hatte das Unglück selbst nicht mitbekommen, er war mit einem der ersten Automobile zum Einkehren abgeholt worden. Die Zeppeline waren trotzdem ins Bewusstsein der Menschen gerückt und wurden bis 1937 gebaut. Auch in neuerer Zeit (seit 1997) sieht man wieder diese Luftschiffe am Himmel.

Marquartstein war früher an das Schienennetz der Bahn angeschlossen. Das Gleisstück und der Prellbock auf dem Rathausvorplatz erinnern an die Stelle des ehemaligen (End-)Bahnhofs. Die Tiroler Achen fließt mitten durch den Ort. Wir haben Marquartstein sozuagen auf der neueren Ortsseite betreten und kommen nach der Brücke in den älteren Teil. Im 11. Jahrhundert wurde die Burg Marquartstein errichtet, vielleicht damals noch oberhalb des Chiemsees? Sie ist heute in Privatbesitz. Im Ortsbild fallen viele schöne Häuser auf, die mit ansprechender Lüftlmalerei verziert sind. Der bekannte Komponist Richard Strauss (1864–1949) hielt sich oft in Marquartstein auf. Die Familie seiner Frau Pauline de Ahna hatte hier eine Sommervilla, auch hat das Paar in der Burgkirche St. Veit geheiratet. Sicher hat sich Strauss in dieser schönen Umgebung auch zu einigen seiner Kompositionen inspirieren lassen.

Die Kirche St. Wolfgang liegt auf einer Höhe von 1100 m am Hang des Schnappenberges und wird kurz Schnappenkirche genannt. Sie wurde in den Jahren 1637–39 erbaut. Es soll einen Vorgängerbau aus dem 12. Jahrhundert gegeben haben. Früher war die Kirche ein beliebter Wallfahrtsort. Auch heutzutage gibt es noch die Chiemgau-Wallfahrt hier herauf. Ein SalzAlpenSteig-Rastplatz lädt ein, Platz zu nehmen und den weiten Ausblick auf sich wirken zu lassen.


Literatur:

Wanderführer:Salzalpensteig
von Florl, Renate
Wanderführer:Freytag & Berndt WK D9

GPS-Daten:

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Wettervorhersage für Marquartstein:


 Autor: Renate Florl
 Mit freundlicher Genehmigung des Bergverlags Rother aus dem Rother Wanderführer    
 Autorenportrait beim Bergverlag Rother