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Wanderung über den Samerberg

»Reizendes Hochtal unter der Hochries«


Der Samerberg ist ein traumhaftes und reizendes Hochtal im oberbayerischen Voralpengebiet das erstmals vom Abt von Salzburg anno 788 urkundlich erwähnt wurde. Schon in den zwanziger Jahren begann der Samerberg Sommergäste anzuziehen, was sich in den dreißiger Jahren und später noch verstärkte. Trotz der steigenden Urlauberzahl hat der Samerberg bis heute seine Tradition, Natürlichkeit, sein Brauchtum und seinen ländlichen Charakter von Land und Leuten beibehalten.

Die nachfolgende Beschreibung erhielten wir freundlicherweise von Sven Herzfeld. Sie ist seiner Homepage (siehe unten)entnommen, auf welcher die vollständige Beschreibung mit weiteren und hochauflösenden Fotos zu sehen ist. Ein Besuch dort lohnt sich!


Der Anfang des Samerberg-Liedes!

“Wo der Achen Wasser fließen
Wo der Innstrom Bayern schaut,
Und der Hochries zu Füßen
Liegt der Samerberg so traut”.
Einstmals zogen schwer beladen
nach der Glöcklein Melodie
auf gar steilen Bergespfaden
Samerberger durch das Land dahin
ja willst was Schönes seh`n,
brauchst nur zu uns rauf geh`n
da find`st es nirgends so
tiriliaho...



Die Gemeinde Samerberg gehört zum Kreis Rosenheim. Rosen kommt von Rössern, die Lastkähne auf dem Inn zogen, Samer von den Säumtieren, die Güter über das Gebirge trugen. Neben den vier Hauptorten und früheren Gemeinden Törwang, Steinkirchen, Grainbach und Roßholzen (wieder was mit Pferden) gibt es noch einige kleinere Ortsteile und Höfe.

Bei Rohrdorf an der BAB 8 auf knapp 500 Höhenmetern beginnend, steigt der eigentliche Samerberg, der nach Westen über den Dandlberg (910 m) in den Steinberg im Inntal übergeht, auf bis zu 815 Meter an (Kreuz am Hof Oberleiten in Steinkirchen) und fällt dann wieder in ein weites Tal ab, das auf etwa 640-700 Metern liegt. Im Südosten geht es dann in die Berge, von denen als bekanntester die Hochries mit ihren 1569 Metern insbesondere Drachen- und Gleitschirmfliegern ein Begriff sein dürfte. Sie bildet die Mitte des "Gipfeltrios" Wendelstein, Kampenwand und Hochries. Der Samerberg ist ein Luftkurort. Wesentlich mehr Informationen zur Gemeinde, ihren Unterkünften, Veranstaltungen und dem Umland gibt es auf der Homepage des Samerberges.

In der unmittelbaren Nachbarschaft sollte man vor allem folgende Orte erwähnen: Nußdorf am Inn, über das tief eingeschnittene Mühltal gut zu erwandern, und Neubeuern mit seinem Schloss, über die sogenannte Samerbergstraße, einen Waldweg zu erreichen. Autofahrer kommen problemlos nach Aschau im Chiemgau, an Sims- und Chiemsee, den Hechtsee und nach Kufstein, um nur einige Ziele zu nennen. ÖPNV gibt es auch, ein Bus fährt gelegentlich von Roßholzen über Törwang und etliche Dörfer im Tal nach Rosenheim. Steinkirchen und Grainbach sind nicht angebunden. Von der Bahnstrecke nach Frasdorf existiert heute nur noch das Stück bis Rohrdorf, und zwar ausschließlich für den Anschluss des Zementwerkes, das vor einigen Jahren sogar elektrifiziert wurde.

Frühling im Samerberg - Ein Bild von Müller-Schnuttenbach


Kurzinfo:

Region:Chiemgauer Alpen
Tourenart:Wanderung  
Erreichte Gipfel:Hochries
Beste Jahreszeit:Frühling bis Herbst
Touristinfo:Samerberg

Anforderung:

Höhenunterschied:ca. 600 m
Schwierigkeit:Weg: leicht

Einkehrmöglichkeit:

Hochriesbahn-Parkstüberl:
Link zur Hütte ...mehr Info, hier klicken

Hochriesbahn-Bergstation:
derzeit geschlossen (Stand März 2017)
Link zur Hütte ...mehr Info, hier klicken

Hochrieshütte:
Ganzjährig geöffnet, November bis März Dienstag und Mittwoch Ruhetag, in den Ferien ohne Ruhetag geöffnet, Weihnachten geschlossen
Link zur Hütte ...mehr Info, hier klicken

Hinweis: Da wir die Öffnungszeiten, Übernachtungshinweise, etc. oft aus dritter Hand erhalten, kann es immer wieder vorkommen, dass die hier veröffentlichten Daten nicht mehr ganz aktuell sind. Wer auf Nummer sicher gehen will, sollte sich bitte vor Beginn einer Tour direkt bei der Hütte informieren (Telefon / Homepage).


Startpunkt:

Hochriesbahn-Talstation in Grainbach, 716m


GPS-Wegpunkt:

N47 46.201 E12 14.136  [@google-maps]

Umweltfreundliche Anfahrt mit öffentlichen Verkehrsmitteln:

Nach Grainbach fahren nur Busse. Am besten bereits ab Rosenheim in den Bus steigen.
Eine interessante Alternative ist der Wanderbus, welcher in den Sommermonaten ab Bad Feilnbach über Bad Aibling, Kolbermoor und Rosenheim nach Törwang und Samerberg fährt. Er endet an der Talstation der Hochriesbahn in Grainbach. (mehr Info)

Mit dem Pkw:

Von München / Rosenheim / Prien: Autobahn München - Salzburg, Ausfahrt Achenmühle. In Achenmühle bei der Kreuzung die Straße nach Grainbach / Törwang fahren. Bei einer Abzweigung links nach Grainbach fahren. Durch Grainbach hindurch fahren und der Beschilderung "Hochriesbahn" folgen. Der Parkplatz ist gebührenpflichtig.
Von Innsbruck: Inntalautobahn A93 Richtung München/Salzburg >Ausfahrt Brannenburg > Nussdorf > Grainbach > Parkplatz Talstation.


Ab Rosenheim: 15 Km / 0:25 Std
Ab München: 80 Km / 0:50 Std
Ab Bad Tölz: 60 Km / 0:50 Std
Ab Salzburg: 80 Km / 0:55 Std


Tourenplaner / Online-Fahrpläne:

hier klicken


Tourenbeschreibung:

Hochriesbahn-Talstation in Grainbach, 716m


Der Talerhof auf dem Samerberg

 
Auf dem Bild 1 sieht man den Talerhof oder Steinkirchen Thal. Gelegentlich findet man auch mal die Schreibweise Tal. Es ist übrigens einer der wenigen Höfe der Gemeinde, die nicht weiß verputzt sind, sondern eine Natursteinfassade haben. So ist der Talerhof in die Landschaft eingebettet. Im Rücken des Fotografen fällt der Samerberg nach Rohrdorf hin ab, hinter der Kirche liegt Eßbaum im Tal, weiter links Törwang, rechts Roßholzen. Damit wäre auch geklärt, wohin die drei Straßen führen. Links vom Bild, sozusagen auf der anderen Straßenseite, liegt der Hof Oberleiten, hinter dem es nur noch einige Meter zum eigentlichen Samerberggipfel sind. Durch den Hof führt ein Wanderweg nach Neubeuern, der allerdings im Wald meist etwas matschig ist. Wer mag, kann aber an der Linde vorbei zum Dandlberg laufen.
 
Auf diesem Bild ist auch das Hochriesmassiv recht gut zu sehen. Ganz links der Berg mit den Felsen ist der Riesenberg (1449 m). Nur einen Tick links dahinter ist schon Aschau im Chiemgau. Genau über dem Hof erhebt sich dann die Hochries (1569 m). Das was wie ein Gipfel aussieht, ist das Gipfelhaus, wer genau hinsieht, kann auf dem großen Bild auch die Bergstation der Hochriesbahn mit ihrem Antennenmast erkennen. Eins weiter, der kleine Buckel, kommt der Karkopf (1496 m) und abschließend das Feichteck (1514 m) mit dem charakteristischen Felsen an seiner rechten Seite. Danach fällt das Gebirge dann schnell ab, bevor (auf diesem Bild nicht zu sehen) es hinauf zum Heuberg (1398 m) geht. Durch diese Schneise von nicht mehr als ca. 1100 Metern fließt einerseits der Fluderbach, der die Wasserfälle bei Duftbräu speist, andererseits kann man bei klarem Wetter den 18 km von Thal entfernten Zahmen Kaiser erblicken.
 
Etwa am Hochriesgipfel beginnend liegt nur knapp hinter den Gipfeln (von der Hochrieshütte etwa 750 m entfernt) die Grenze nach Österreich, das aber nur die rund 1,5 km des dortigen Schwarzriestales besitzt, die Berge dahinter sind wieder deutsch. Knapp rechts vom Feichteckgipfel liegt dann der Grenzort Sachrang, wo nun ihrerseits die deutsche Grenze ziemlich genau in Richtung Osten abwandert.
 
 
Steinkirchen
 
Die Kirche St. Peter von Steinkirchen (Bild 2), erbaut Ende des 15. Jahrhunderts, 1665 durch einen Brand teilweise zerstört, rund 794 Meter hoch gelegen. Vom Hügel über dem Talerhof aus fällt der Blick auf die Kirche, Oberleiten (links) und den Gipfel des Samerbergs (815 m) mit dem Kreuz. Links davon gibt es eine kleine Erhebung, darunter liegt der Wasserbehälter. Der Berg rechts im Bild ist der dem Riesenberg vorgelagerte Schwarzenberg, die beiden Köpfe links davon gehören bereits zu Aschau.
 
 
Törwang
 
(ohne Bild) So präsentiert sich Törwang von einem leicht erhöhten Standpunkt auf der Hochries aus: Links oben die Aussichtskapelle, etwa in der Bildmitte die 1513 geweihte Kirche Mariä Himmelfahrt. Im Haus links davon sitzt die Gemeindeverwaltung, genau hinter ihr befindet sich der Supermarkt. Bei Obereck steht unter der Luitpoldeiche die Aussichtskapelle von Törwang, erbaut im 19. Jahrhundert. Von hier aus hat man sowohl auf die Hochries als auch in das Flachland einen herrlichen Blick. Über Untereck hinweg sieht man beispielsweise zum Simssee. Der Ort ist wohl weniger bekannt, im Gegensatz zu einer Einwohnerin, der Schriftstellerin Marie-Luise Fischer. In Gegenrichtung gelingt es einem beispielsweise, die Kirchen von Törwang und Grainbach in eine Linie zu stellen.
 
 
Grainbach
 
Grainbach liegt am Fuß der Hochries, rund um die Kirche St. Ägidius und Nikolaus aus dem späten 13. Jahrhundert. Zwischen dem Wald im Vordergrund und dem Ort sind Wiesen zu erkennen, dort landen kurz vor dem Ort die Drachenflieger.
 
 
Auf die Hochries
 
Nun steigen wir hinauf auf die Hochries. Am oberen Ortsende von Grainbach liegt die Talstation der Hochriesbahn, wer will, kann das erste Stück mit dem Sessellift zurücklegen. Wir sind schon die ersten Meter gegangen, befinden uns auf 768 m über NN und blicken zurück auf Törwang, den Ortsteil Geisenkam links davon und die Aussichtskapelle dahinter. Noch weiter links strahlt die Kirche von Steinkirchen weiß auf dem Bergrücken, und wieder etwas weiter links liegt Dorfen.
Das steilste Stück bis zur Mittelstation liegt übrigens schon hinter uns, es ist direkt unten am Parkplatz. Wir laufen in einem großen Bogen in das nächste Waldstück, unter dem Sessellift hindurch, und wenn wir ihn nach einer scharfen Kehrtwendung wiedertreffen, ist dies direkt an der Mittelstation. War doch gar nicht schlimm, oder? Wir sind jetzt auf etwa 910 m Höhe an der Mittelstation, die wir auf der Straße umgangen haben, statt die Treppe hinauf zu nehmen. So können wir einen Blick auf die gerade ankommende Kabine werfen. Auch die nächsten rund 650 Höhenmeter bis zum Gipfel sind an sich sogar für Turnschuh-Wanderer geeignet, allerdings muss aus Sicherheitsgründen davon abgeraten werden. Nehmen wir also die Kabinenbahn, die Fahrt dauert keine Viertelstunde, und in der Hauptsaison wird die Strecke mindestens im Halbstundentakt bedient.
 
Nun sind wir oben (Bild 3). Na, erkennen Sie was wieder? Genau, über dem Mast der Bergbahn ist Steinkirchen zu sehen. Ganz rechts am Bildrand beginnt gerade Törwang. Den Rest kennen die Rundwanderer noch nicht: rechts vom Mast Kohlgrub, daneben an der Stichstraße Au. Durch den Masten sieht man Stampfl und Mitterhof sowie direkt vor dem Wald Moosen. Eßbaum wird fast von der Aufhängung der Kabine verdeckt. Der große dunkle Wald links ist der Dandlberg (909 m) mit Hundham (rechts der einzelnen Tanne) und Schilding zu seinen Füßen. Roßholzen wird gerade von den Bäumen links verdeckt.
Hinter dem Samerberg liegt Rohrdorf, rechts von Steinkirchen, und Raubling - bereits jenseits des Inns - ist hinter dem Dandlberg zu erahnen. Auf einer klareren Aufnahme wäre rechts oben im Bild noch Rosenheim zu sehen.
 
Bild 4: Ein Blick weiter nach Westen. Rechts ist gerade noch der Dandlberg zu sehen, und etwas links davor ist die Kirche von Roßholzen. Noch weiter links befindet sich der Sattelberg. Man kann erahnen, dass links von der Tannenspitze ein enges Tal beginnt: das Mühltal, das sich an den Heuberg anschmiegt. Dieser macht von hier aus einen völlig anderen Eindruck als von Steinkirchen aus, wo er dunkel erscheint und von Felsen gekrönt ist. Nun sehen wir die helle Daffnerwaldalm, den Kamm der Wasserwand (1367 m) und links davon den Kitzstein (1398 m). Links taucht noch das Feichteck und - zwischen den Tannen gerade noch erkennbar - auch der Karkopf auf. Die weiße Säule des Alpenvereins gedenkt den Opfern der Berge, und die Holzkonstruktion in der Bildmitte ist - wie der Windbeutel verrät - eine Startanlage für Hängegleiter. Letztere starten aber in der Regel direkt an der Bergstation, wir stehen hier ein wenig hinter dem Gipfelhaus.
 
Blicken wir noch etwas genauer und weiter in die Ferne. Hinter der Wasserwand erheben sich - schon jenseits des Inntals - der Riesenkopf und etwas rechts davon der Große Riesenkopf. Rechts dahinter ist ein Berg, der seine Nachbarn deutlich überragt. Wir haben den Wendelstein gefunden, den Berg mit der bekannten Zahnradbahn. Links davon liegt das Tal von Bayrischzell.
 
Hier oben, direkt links von uns ist das Gipfelhaus, weiden gelegentlich sogar Kühe. Wir blicken fast genau nach Osten. Hinter dem nächsten Berg, etwa in Richtung Baum, liegt Hohenaschau, Aschau setzt sich dann weiter nach links fort. In der Bildmitte sehen wir - von Wolkenbergen überragt - die Kampenwand (1664 m), ziemlich genau 8,5 km entfernt. Damit dürfte nun auch klar sein, woher der Ausdruck Gipfeltrio für Wendelstein, Hochries und Kampenwand kommt. Noch ein Tal (ca. 8 km) weiter liegt dann Marquartstein, und wieder 14 km dahinter Ruhpolding, dazwischen Hochgern (1748 m) und Hochfelln (1664 m).
 
Die Hochries hat sich bei Drachen- oder Hängegleiterfliegern, wie sie wohl offiziell heißen, einen Namen gemacht. Schon vor Jahren konnte man die Flieger beobachten, und mit weiterer Verbreitung dieser Sportart ist hier oben teilweise mächtig was los. Selbst bei weniger klarem Wetter. Auch Gleitschirmflieger kommen her, sie starten etwas unterhalb vom Windbeutel. Wir gehen nun zurück zur Bergstation, die nur ein paar Schritte weiter (und ein paar Meter höher) liegt. Wer fliegen lernen möchte: hier ist der Link zur Flugschule Hochries.
 
Vor dem Eingang der Bergbahn wartend, blicken wir jetzt noch einmal über den Flugplatz zurück. Ein Flieger schwebt über dem Riesenberg, von dem wir die Alm und links unten die Felsen sehen, die dem Berg von unten aus das charakteristische Aussehen geben. Und was sehen wir im Hintergrund, das ist doch Wasser? Das ist der See, der nach Markenkleidung benannt wurde, oder vielleicht doch umgekehrt ;-) Die Insel Herrenchiemsee kann man gut erkennen, etwas undeutlicher liegt dahinter Frauenchiemsee.
 
 
Am Fuße des Heubergs
 
Bild 6: Am südwestlichen Rand der Gemeinde liegt der Heuberg, vom Höhenzug Riesenberg - Hochries - Karkopf - Feichteck durch einen tiefen Einschnitt getrennt. Genau in dessen vorderem Bereich stehen wir nun, unweit der mit einer eigenen Homepage im Netz vertretenen Gaststätte Duftbräu. Wer Interesse an mehr Bildern aus dieser Ecke des Samerbergs hat, weitere Links sucht oder sich einfach den Appetit mit der aktuellen Speisekarte anregen lassen möchte, möge einmal dorthin surfen.
 
Dieser Bach fließt mit ein paar Wasserfällen ebenfalls dorthin, und unter der Straßenbrücke speist er dann einen Stausee, der sein Wasser über eine Rohrleitung bis ins Mühltal leitet, um dort in einem kleinen Kraftwerk Strom zu erzeugen. Da unmittelbar unterhalb des Stausees kein Wanderweg vorbeiführt und die Staumauer wegen der Bewaldung ebenfalls nicht sichtbar ist, gibt es noch nicht einmal eine optische Beeinträchtigung der Natur.
 
Nicht weit nach unserem letzten Standpunkt könnten wir Bruchfeld mit dem Rotkreuzheim erreichen, doch wir biegen schon vorher rechts in Richtung Heuberggipfel ab und kommen nach gerade mal 500 Metern auf diese Lichtung. Etwa einen Kilometer dahinter liegt dann schon die große Wiese, die wir bereits von der Hochries aus gesehen hatten. Von da aus sind es dann noch gute 300 Meter bis zum Gipfel, allerdings in die Höhe. Wir sehen wieder rechts die Wasserwand und links den Kitzstein.
 
 
Im Mühltal
 
Unterhalb des Heubergs liegt das tief eingeschnittene Mühltal. Der kleine Steinbach, der bei Grainbach entspringt, wird unter anderem vom Fluderbach, der bei Duft vom Heuberg herabkommt, kräftig gespeist, so dass hier ein schon ganz anständiges Gewässer entlang fließt, Steinbach, Achen oder auch Steinachenbach genannt. Das was wir hier sehen, ist natürlich nur der Mühlenkanal (Bild 7)
 
Wir verlassen nun allmählich die Gemeinde Samerberg und betreten die Gemeinde Nußdorf am Inn.
 
Die Straße durch das Mühltal ist nicht steil. Wir wandern sie also gemütlich entlang, nur ein wenig gestört durch die Autos, die hier zum großen Teil eigentlich gar nicht fahren dürften. Wir bemerken, dass die Hänge näher an den Weg treten, und schließlich ist links von unserem Weg sogar nackter Fels. Erst im Nachhinein bemerken wir, was da eigentlich über unseren Köpfen war.Gleich sehen wir auf der rechten Seite, dass hier vor einigen Jahren der Berg abgerutscht ist, und kurz darauf schwenken wir von der Straße ab. Zum dritten Mal überqueren wir den Bach. Es geht einen schmalen Pfad neben einem weiteren Mühlenkanal entlang, wir bemerken noch den alten Wasserlauf und ein paar Ruinen. Dann verschwindet das Wasser unter unseren Füßen, und wir wandern an einer Wiese auf die nächste Mühle (Foto) zu. Dies ist nun die Mühle am Ortseingang von Nußdorf im Jahre 1998. Im Jahr darauf hatte auch hier die Modernisierung zugeschlagen, das Rad war neu und alles machte einen noch besseren Eindruck. Der Mühlenkanal fließt noch weiter vom Steinbach weg und mitten durch den Ort, wir biegen aber schon bald wieder rechts ab und kehren zu ihm zurück.
 
 
Nußdorf am Inn
 
Wie unschwer zu erahnen ist, nimmt der eigentliche Bach im Sommer nur noch einen geringen Teil des Wassers auf. Die beiden Holzbrücken, die ihn innerorts überqueren, sind übrigens erst vor einigen Jahren entstanden. Hier im Kurpark befinden sich auch der Musikpavillon und die Eisstock-Schießanlage. Neben der einheimischen Küche ist an der Brücke der Hauptstraße auch ein Italiener zu finden, der den anscheinend einzigen Pizza-Bringdienst der Region betreibt. Am bekanntesten dürfte allerdings der Nußdorfer Hof sein, der als Stammlokal von Franz-Josef Strauß galt.
 
Wir steigen nun schon wieder an, um über den Sattelberg, das heißt die Höfe Unter- und Obersulzberg, nach Roßholzen zu gelangen. 1999 haben wir diesen an sich schönen, nur am Anfang zunächst sehr steilen, Weg aber nicht wieder genommen, weil wir keine Lust hatten, uns vom freilaufenden Hund in Untersulzberg fast in die Waden beißen zu lassen. Noch sind wir aber in Nußdorf und blicken auf das Zentrum des Ortes. Links ist die Pfarrkirche St. Veit aus dem 13. und 15. Jahrhundert, rechts die Wallfahrtskirche St. Leonhard von 1444. Hinter der erstgenannten erhebt sich wieder der Große Riesenkopf, dem ein Steinbruch mächtig am Fuß nagt. Hinter dem Tal in der rechten Bildhälfte ist wieder der Wendelstein zu sehen. Dort befindet sich auch die Talstation der Zahnradbahn. Etwas weiter rechts liegt Brannenburg, der einzige vergleichsweise große Ort der Umgebung. Für Einkäufe, die man auf dem Samerberg oder in Nußdorf nicht erledigen kann, muss man dorthin fahren.
 
 
Roßholzen
 
Nun sind wir glücklich über den Sattelberg gekommen und haben bereits Roßholzen passiert. Hier stand schon im 8. Jahrhundert die Kirche St. Bartholomäus, der heutige Bau stammt von Ende des 15. Jh. Hinter dem Hügel links blickt ein Dach hervor, das die Gaststätte am Freibad bedeckt. Zu erwähnen wäre noch das weiße Haus am Ortsrand, im Bild hinter der Trafostation: das Gerätehaus der Freiwilligen Feuerwehren Roßholzen und Steinkirchen.
 
Wir sind nicht unten am Baum abgebogen, um über Schilding zum Dandlberg zu kommen, sondern laufen hier durch Hundham zunächst zurück in Richtung Steinkirchen. Doch in Dorfen biegen wir noch einmal auf den Weg zum Dandlberg ab und folgen ihm ein Stückchen bis zu einem einzelstehenden Baum.
 
 
Die Linde
 
Dieser Baum, der zwischen Steinkirchen und dem Dandlberg auf einer kleinen Anhöhe steht, ist eine Linde (Bild 10). Sie ist immer noch eindrucksvoll, auch wenn sie in den letzten Jahren ein wenig an Fülle verloren hat. Die beiden Bänke unter der Linde laden genau zum Blick auf die Berge ein, aber wir schauen mal an ihr vorbei nach Steinkirchen und auf den Samerberggipfel. Wir nehmen nun den Wanderweg hinab nach Neubeuern.
 
 
Neubeuern
 
Wir sind den Weg unterhalb des Dandlbergs entlanggewandert, über Holzham nach Neubeuern gekommen und befinden uns nun mitten auf dem Marktplatz. Oben sehen wir das Schloß, rechts von uns liegt der Brunnen unter den Bäumen. Die Straße ist übrigens rechts und links von einem Torbogen eingefasst. Besucher, die mit dem PKW anreisen, werden gebeten, einen der kostenlosen Parkplätze außerhalb zu benutzen, von da aus sind in den Ortskern auch nur ein paar Meter zu laufen.
 
Neubeuern wurde 1981 bei Unser Dorf soll schöner werden auf Landes- und Bundesebene mit einer Goldmedaille geehrt. Außerdem wurde hier mit Die Landärztin wenigstens ein Heimatfilm gedreht.
 
Ebenso wie Rosenheim, Roßholzen und Samerberg verdankte auch Neubeuern seinen Aufstieg dem Transportgewerbe. Im Gegensatz zu diesen war dies aber nicht auf dem Rücken der Pferde, sondern mit Flößen auf dem Inn. Die Wandbemalung vom Gasthof Stangenreiter direkt am Marktplatz gibt davon ein Bild. (Bild von Neubeuern).
 
In Neubeuern steht der Floriansbrunnen, gekrönt vom Heiligen Florian, dem Schutzpatron der Feuerwehr. Da wir schon beim Thema sind: Nußdorf hat am Ortseingang aus Richtung Altenbeuern ebenfalls eine ziemlich neue Feuerwache. Im Hintergrund die Kirche Mariä Empfängnis, in der heutigen Form im 15. Jh. erbaut und später mehrfach umgebaut. Der Turm stammt noch von der 1. Kirche aus dem 13. Jh., und das Gnadenglöcklein von 1015 gehört zu den ältesten Glocken Bayerns.Rechts an der Kirche vorbei geht es zur Gaststätte Haschlalm, von deren Terrasse aus ein toller Blick ins Inntal genossen werden kann. Der von dort über eine Treppe erreichbare Aussichtspunkt auf dem Felsen wird im Ort ausdrücklich als öffentlich erwähnt. Leider hat man durch den Bewuchs keinen guten Blick auf das Schloss, dafür aber einen umso besseren in die Gegenrichtung.
 
Der Wanderweg zum Dandlberggipfel: Zur Dandlbergalm führt ein Fahrweg, der oft von Radfahrern benutzt wird, seitdem die Alm wieder Gastronomie beherbergt.Hier ist wohl ein Hinweis erforderlich: der Weg führt ab Dorfen an der Linde vorbei und schlängelt sich in den Wald. Unmittelbar darauf teilt er sich, geradeaus kommt man direkt zur Dandlbergalm, rechts steigt man weiter in die Höhe. Dort darf man nicht dem Hauptweg folgen, sondern muß scharf rechts auf einen Pfad abbiegen, um wenig später wieder nach links auf den Kamm abzuzweigen. Früher war es schwierig zu finden, da wir 1998 aber praktisch überall neue Wegweiser fanden, dürfte es sich auch hier gebessert haben. Im Vergleich zu anderen Wanderwegen ist das hier aber immer noch eher ein Pfad.
 
 
In der weiteren Umgebung
 
Wir passieren die Grenze nach Österreich in Kiefersfelden auf der Staatsstraße (freistaatlich für Landstraße) 2089. Wenige Meter später müssen wir aufpassen, damit wir die Abzweigung nicht übersehen, die fast hinter der Straßenbefestigung versteckt scharf nach rechts hinten und gleichzeitig hinauf führt. Zwei Kilometer weiter endet die Straße an einem Parkplatz, wir haben den Hechtsee erreicht. Der See mit seinem klaren Wasser ist auf ca. 540 m gelegen, sein Grund reicht auf 486 m hinab. Wandern wir einfach herum, so haben wir etwa gegenüber diesen Blick. Der Berg im Hintergrund steht wieder jenseits des Inntals und gehört zum Zahmen Kaiser.
 
Direkt an der Nordseite des Sees verläuft die Grenze, und nur ein paar Schritte weiter dann auch der Kieferbach, der Kiefersfelden den Namen gab. Der Hechtsee wird derzeit saniert, obwohl er von außen eigentlich nicht so aussieht, als hätte er es nötig.


Literatur:


Galerie:

Weitere schöne Bilder sind in unserer Fotoshow

Diashow:


Wettervorhersage für Samerberg:


 Autor: Sven Herzfeld. Auf Svens Homepage hat man außerdem die Möglichkeit, alle Fotos vergrößert zu betrachten.   Zur Webseite von Sven Herzfeld