roBerge.de

Kraxentrager

»Vom Schlegeisspeicher über die Europahütte«


Der 130 km lange Tiroler Höhenweg verläuft in mehreren Etappen von Mayrhofen im Zillertal bis nach Meran in Südtirol. Die hier vorgestellte Etappe zwischen dem Schlegeisspeicher und der Landshuter Europahütte ist gleichzeitig ein Teil des Landshuter Höhenweges. Während der erste Teil zwischen Schlegeisspeicher und Pfitscher Joch immer stark frequentiert ist, trifft man auf dem Weiterweg zur Europahütte nur noch wenige Wanderer an. Trotzdem lohnt der Weg sehr - neben der landschaftlichen Schönheit ist die Landshuter Europahütte ein exzellenter Höhepunkt. Sie liegt auf einer kleinen Anhöhe (Friedrichshöhe) unterhalb des Kraxentrager und ist ein wichtiger Stützpunkt für zwei weitere Gipfel, die Wildseespitze und den Wolfendorn. Geführt wird sie gemeinsam von der DAV-Sektion Landshut und dem CAI Sterzing. Eine Besonderheit ist, dass die Grenze zwischen Österreich und Italien genau durch den Gastraum verläuft.
Einziger Wermutstropfen ist, dass dem Gipfel ganze zwei Meter zu einem Dreitausender fehlen.
Hier beschreiben wir den Wegverlauf vom Schlegeis-Stausee über die Landshuter Europahütte zum Kraxentrager.

Hinweis zu den empfohlenen Alpenvereinskarten:
Für die komplette Tour sind beide Karten (Brennerberge und Zillertaler Alpen West) erforderlich.

Der Kraxentrager (rechts) von der Europahütte

Bei den Jochseen


Kurzinfo:

Region:Zillertaler Alpen
Tourenart:Bergtour (mittel)  
Erreichte Gipfel:Kraxentrager (2998 m)
Dauer (Stunden):Schlegeisspeicher - Pfitscher Joch 1 Std. 45 Min.
Pfitscher Joch - Landshuter Europahütte 2 Std. 15 Min.
Europahütte - Kraxentrager 1 Std.
Rückweg ca. 5 Std. insgesamt ca. 10 Std.
Kinder:Aufgrund der Länge nur für große und konditionsstarke Kinder geeignet
Kinderwagen geeignet:Nein
Hunde:für Hunde geeignet
Beste Jahreszeit:Juni bis September
Touristinfo:Ginzling

Anforderung:

Höhenunterschied:incl. Zwischenanstiege ca. 1350 hm
Streckenlänge:einfach ca. 15 km
Schwierigkeit:Weg: schwer
Lange, aber nicht zu schwierige Wanderung auf meist einfachen Bergwegen. Allerdings gibt es zwischen Europahütte und Kraxentrager eine steile, drahtseilgesicherte Stelle.

Einkehrmöglichkeit:

Europahütte (Landshuter Hütte):Mitte Juni bis Ende September

Link zur Hütte ...mehr Info, hier klicken
Lafitzalm (Lavitzalm):

Link zur Hütte ...mehr Info, hier klicken
Pfitscher-Joch-Haus:Anfang Juli bis Ende September

Link zur Hütte ...mehr Info, hier klicken

Startpunkt:

Parkplätze am Schlegeis-Speicher, 1805m


GPS-Wegpunkt:

N47 02.422 E11 42.204  [@google-maps]

Umweltfreundliche Anfahrt mit öffentlichen Verkehrsmitteln:

Mit dem Zug bis nach Mayrhofen im Zillertal. Von hier (z.B. Bahnhof, Penkenbahn) mit der Buslinie "Christophorus" über Ginzling nach Breitlahner und Schlegeis Stausee. Info: www.christophorus.at

Mit dem Pkw:

Inntalautobahn Ausfahrt Wiesing /Zillertal. Im Zillertal über die B169 bis nach Mayrhofen, von dort ist die Auffahrt Richtung Schlegeis auf der Schlegeis-Alpenstraße über Hochsteg und Ginzling bis zum Ghs. Breitlahner ganzjährig möglich. Ab Breitlahner Mautpflicht bis zu den Parkplätzen am Stausee. Der erste Parkplatz, direkt nach dem letzten Tunnel, ist geeignet für Touren in Richtung Friesenberghaus, die hinteren beiden Parkplätze für Touren Richtung Olperer, Pfitscher Joch und Furtschaglhaus.
Fahrtzeit vom Inntaldreieck ca. 2 Stunden.

Den einspurigen Harpfnerwandtunnel (Wartezeit) umfährt man seit dem Ausbau der Straße besser durch Dornauberg-Schlucht, falls die Ampel rot zeigt. Die Weiterfahrt über die Mautstraße zum Schlegeisspeicher ist erst ab der zweiten Maihälfte möglich (Schranke). Für den ersten, einspurigen Abschnitt durch die Tunnelstrecke gibt es eine Ampelregelung. Wer vor der Öffnung der Mautstelle (6 Uhr) auffährt, kann per Knopfdruck Grün bestellen.



Ab Rosenheim: 125 Km / 1:35 Std
Ab München: 175 Km / 1:55 Std
Ab Bad Tölz: 105 Km / 1:35 Std
Ab Salzburg: 195 Km / 0:30 Std


Mit dem Bike:

Die Mautstraße wird ganzjährig der für den Werksverkehr offengehalten, so daß fast immer ein Auffahrt mit dem MTB auf eigene Gefahr möglich ist.
Die Auffahrt ab dem Zillertal bis zum Schlegeisspeicher ist bei Bikern beliebt, bildet sie doch einen Teil der Überschreitung des Alpenhauptkamms über das Pfitscher Joch. Der Abschnitt weist ab Finkenberg bis zum Pfitscher Joch eine Entfernung von 35 Kilometer und 1437 Höhenmeter auf (bis zum Schlegeisspeicher: 30 km, 970 Höhenmeter).

Information:

Die Schlegeis-Staumauer ist 725 Meter lang und 131 Meter hoch. Im Bergrestaurant beim vorderen Parkplatz gibt es Informationen über Führungen in die Mauer (im Sommer stündlich). Dabei erhält man auch interessante Informationen über die Stromerzeugung aus Wasserkraft, über den Naturraum der Zillertaler Alpen und über Wanderungen rund um den Stausee Schlegeis.

Tourenplaner / Online-Fahrpläne:

hier klicken


Tourenbeschreibung:

Parkplätze am Schlegeis-Speicher, 1805m


Speicher Schlegeis - Pfitscher Joch:

Vom Parkplatz kurz vor der Jausenstation Zamsgatterl aus folgen wir der Beschilderung "Pfitscher Joch" bzw. "Italien" (Weg 524) und wandern durch den Zamser Grund (Pfitschergründl) südostwärts auf einem breiten Weg, der bald in einen engeren, aber mit Platten sehr gut gepflegten Bergweg übergeht. Die Steigung ist zu vernachlässigen, es geht nun mäßig aufwärts, schließlich "überwinden" wir bis zum Pfitscher-Joch-Haus nur rund 500 m - auf 5 Kilometer verteilt sind dies 100 m pro Kilometer. Nach 1,5 Stunden Gehzeit und Überquerung des Haupentaler Baches lädt die Lavitzalm zu einer kurzen Rast ein. Bereits von hier aus lässt sich das Joch mit dem ehemaligen Zollhaus gut erkennen.

Die Lavitzalm liegt am Rande eines riesigen Plateaus, welches von vielen Bächen, die das Schmelzwasser von den umliegenden Gletschern bringen, durchquert wird. Erst nach diesem Kessel folgt die einzige Stelle, die etwas steiler als der bisherige Weg ist. Auf diesem Abschnitt wandern wir in einem großen Bogen bereits wieder auf einer Forststraße, und zum ersten Ziel des Tages ist es insgesamt nur noch eine halbe Stunde.

Nachdem wir das ehemalige Zollhaus erreicht hat, ist bereits die österreichisch-italienische Staatsgrenze überschritten, und wir können das ganze Pfitscher Joch (italienisch "Passo di Vizze") gut überblicken. Durch seine geologische Beschaffenheit ist es mit vielen kleinen Seen (die Jochseen) ausgestattet, die zusammen mit den dazwischen liegenden Felsblöcken und den umliegenden Steilgletschern ein eindrucksvolles alpines Gesamtbild vermitteln. Wer sich stärken will, kann nun im 10 Minuten entfernten Pfitscher-Hoch-Haus die Südtiroler Küche testen, muss aber auch den dazugehörigen Rummel in Kauf nehmen, denn das beliebte Gasthaus ist vom Pfitscher Tal aus in nur einer Stunde zu Fuß erreichbar. Dafür entschädigen wiederum die wundervollen Ausblicke auf die Hängegletscher von Hochferner und Hochfeiler, dem mit 3510 Metern höchsten Gipfel der Zillertaler Alpen und das Pfitscher Hochtal.


Pfitscher Joch - Europahütte:

Noch vor dem Pfitscherjoch-Haus zweigt hinter einem ehemaligen Zollhaus der Weg zur Landshuter Europahütte ab (Weg Nr. 3). Über diesen wandern wir leicht absteigend zu den Jochseen und wandern anschließend wieder kurz bergauf. Die nächsten sieben Kilometer geht es in mehrmaligem Auf und Ab unterhalb der Gipfel von Grawandkofel, Hoher Wand und Kraxentragers bis zu einer auffälligen Gratkuppe, hinter der sich bereits die Friedrichshöhe befindet. Vorher müssen wir nochmals einige Meter aufsteigen, umrunden die Kuppe und stehen bereits vor der Europahütte.


Europahütte - Kraxentrager:

Von der Hütte aus folgen wir dem Wegweiser zum Kraxentrager, wobei uns der markierte Weg über Platten kurzzeitig bergab in eine Senke führt. Anschließend führt der Weg angenehm auf den gut begehbaren Grat, bis wir einen kleinen Vorgipfel mit Steinmann erreichen. Dort wechselt der Weg kurz nach Norden, anschließend erreichen wir die einzige Kletterstelle. Mit Hilfe eines Fixseils steigen wir einige Meter bergab, wenden uns dann rechts und steigen mit Eisenstiften gesichert nochmals ein paar Meter in eine breite Flanke. Ab hier steigen wir auf dem markierten und gut sichtbaren Weg bis zum schon von weitem sichtbaren Gipfelkreuz.

Rückweg:

Der Rückweg erfolgt auf dem Aufstiegsweg.


Literatur:

Führer:Tiroler Bergtourenhandbuch von 

Pokos, Kurt und Hüttl, Franz


Karte:Alpenvereinskarte 31/3 von Alpenverein
Karte:Alpenvereinskarte 35/1 von 

Alpenverein



GPS-Daten:

Um die Kartenansicht (Karte, Satellit, Gelände, etc.) zu wechseln, bitte auf der Karte oben rechts den entsprechende Menüpunkt auswählen. Bitte verwendet nie die Tracks ohne betreffendes Kartenmaterial für das dazugehörige Gebiet. Die GPS-Daten sollen nur als zusätzliche Unterstützung verwendet werden.

Download Bedingungen

Die GPS-Dateien dürfen kostenlos heruntergeladen werden. Veröffentlichung jeglicher Art nur mit vorheriger Genehmigung von roBerge.de.Eine kommerzielle Nutzung ist nicht erlaubt!


Zum Downloaden die Bedingungen akzeptieren.


Galerie:

Weitere schöne Bilder sind in unserer Fotoshow

Diashow:

Panorama:


Ins Bild klicken zur Panorama Ansicht

Gipfelpanorama bei PeakFinder:

 Gipfelpanorama vom Kraxentrager


Wettervorhersage für Zillertal:


 Autor: Reinhard Rolle   Autorenportrait