Rund um den Hochkalter am 16.10.2017

  • 5 Antworten
  • 350 Aufrufe

0 Mitglieder und 1 Gast betrachten dieses Thema.

Re: Rund um den Hochkalter am 16.10.2017
« Antwort #6 am: Di, 17. Okt 2017, 20:46 »
Wandbuch

Offline BFklaus

  • *****
  • 458
  • Geschlecht: Männlich
Re: Rund um den Hochkalter am 16.10.2017
« Antwort #5 am: Di, 17. Okt 2017, 17:14 »
@schneerose: Das Wandbuch befindet sich unmittelbar vor den Stahlseilen unter einem kleinen Überhang. Könnte sein, dass die Kassette manchmal von Steinen mehr oder weniger verdeckt ist.

@AbseitsAufwärts: In meiner Ausgabe von 2011 steht ".... hier pfadlos die Grashänge so weit gerade empor, bis man unschwierig in die sich links (südl.) öffnende begrünte Mulde mit auffallenden Schieferablagerungen hinüberqueren kann ...".
Wenn man aber die Grashänge mittig oder eher am linken Rand "gerade" hochgeht, sieht man die "begrünte Mulde" gar nicht. Die sieht man nur, wenn man am rechten (nördlichen) Rand hoch geht. Außerdem "öffnet" sich die Mulde nicht nach Süden, oder ich verstehe nicht, was "öffnen" heißt.
Ich besitze noch eine Ausgabe von 1951. Dort steht exakt der gleiche Text. Vermutlich gab es damals die breite, tiefe Rinne am westlichen Rand der "begrünten Mulde" noch gar nicht. Erst der begrünte Kamm westlich der Rinne öffnet den Weg zum "Erdigen Sattel" nach Süden. Und genau dort steht auch ein Steinmännchen, das man aber vom Grashang aus nur mit Adleraugen sehen kann.
PS: Wenn man bis zum Ende der Grashänge geht, wie ich, hat man drei Mögichkeiten: Links eine steile Felsrinne hoch (wenig empfehlenswert), geradeaus die sehr steile Schotter-Rinne runter (auch nicht schlau) oder am nordseitigen Rand zurück absteigen, bis sich ein gangbarer Weg durch die Schotter-Rinne ergibt. So betrachtet ist die Stelle im AV-Führer "super beschrieben".

Offline AbseitsAufwärts

  • *****
  • 712
  • Geschlecht: Männlich
    • Abseits-Aufwärts Blog
Re: Rund um den Hochkalter am 16.10.2017
« Antwort #4 am: Di, 17. Okt 2017, 16:36 »
im AV-Führer ist diese Stelle sehr missverständlich formuliert.

Also ich find's super beschrieben.  8) Allerdings könnte es sein, dass mein etwas älterer AV-Führer eine andere Beschreibung enthält.

Offline AbseitsAufwärts

  • *****
  • 712
  • Geschlecht: Männlich
    • Abseits-Aufwärts Blog
Re: Rund um den Hochkalter am 16.10.2017
« Antwort #3 am: Di, 17. Okt 2017, 16:32 »
Trau mir fast behaupten, daß das mehr Leuten so geht?

Kann mich auch an kein Buch erinnern   ;D aber vllt. hab ich's auch vergessen ::)

Offline schneerose

  • *****
  • 664
  • Geschlecht: Weiblich
Re: Rund um den Hochkalter am 16.10.2017
« Antwort #2 am: Di, 17. Okt 2017, 16:18 »
Am Fuß des Hinterbergkopfs befindet sich das Kaunrad-Wandbuch von 2010, das vielleicht fünf beschriebene Seiten hat, heute waren allerdings bereits drei Bergsteiger vor mir da gewesen.

Hat man Töne  ;D

Bin da bisher 2x hoch, aber das Wandbuch hab ich nie gesehen  #gruebel#
Trau mir fast behaupten, daß das mehr Leuten so geht?
Weil soo wenig begangen scheint mir die Tour gar nicht zu sein. Bei mir waren´s heuer 2 Leute vor mir und 2 Leute nach mir.

Bei dem Herbstwetter natürlich ein Traum  #sonne4#, wenn auch ein sehr mühsamer  #hihi#

Offline BFklaus

  • *****
  • 458
  • Geschlecht: Männlich
Rund um den Hochkalter am 16.10.2017
« Antwort #1 am: Di, 17. Okt 2017, 15:29 »
Von der kompletten Runde Hintersee – Wimbachtal – Kaunrad – Sittersbachscharte – Sittersbachtal – Hintersee erledigte ich die Strecke Hintersee – Wimbachbrücke bequem mit dem Bus. Dann musste ich zu Fuß weiter, durch das jetzt ziemlich einsame Wimbachtal, am (noch) offenen Wimbachschloss vorbei, bis zum Ende des Wanderwegs, wo sich der Griesstrom in zwei Arme teilt. Man geht weglos den rechten Arm entlang, Richtung Seilergraben. Mit etwas Geduld entdeckte ich den auf einem Felsblock thronenden Steinmann (Foto 01), der den Einstieg ins Kaunrad markiert.

Durch Latschengassen geht’s steil aufwärts. Es folgen ebenso steile Grashänge, an deren Ende das Risiko sich zu verhauen wegen fehlender Markierungen recht hoch ist. Mir ist genau das passiert, im AV-Führer ist diese Stelle sehr missverständlich formuliert. Zwei nachkommende Bergsteiger kannten sich aus. Ich folgte weglos über die Rinne (Foto 02, unten) bis hoch zum „Erdigen Sattel“. Ab da stieg ich wieder solo weiter, weil mir noch nicht nach Pause war. In leichter (I-II), aber teils ausgesetzter Kletterei ging es über brüchigen Fels bergan, auf einen Grashang direkt unterhalb des Hinterbergkopfs (Foto 03). Am Fuß des Hinterbergkopfs befindet sich das Kaunrad-Wandbuch von 2010, das vielleicht fünf beschriebene Seiten hat, heute waren allerdings bereits drei Bergsteiger vor mir da gewesen.

Eine glitschige Felsplatte überwand ich mit Hilfe von Stahlseilen und querte dann diagonal, mehr oder weniger weglos, zum Gratrücken, der vom Hinterbergkopf zur Sittersbachscharte herab zieht. Bei einem großen Steinmann oberhalb der Sittersbachscharte machte ich Pause und genoss die beeindruckende Aussicht auf Watzmann, Teufelshörner, Hinterberghorn und natürlich das obere Sittersbachtal mit der Reiteralpe im Hintergrund. Den Besuch des nahen Hinterbergkopfs verkniff ich mir. Ich wollte den Hintersee unbedingt noch bei Tageslicht erreichen.

Beim Abstieg durchs Sittersbachtal stand ich plötzlich einem Gamsbock gegenüber, höchstens 15 m Luftlinie entfernt, aber durch eine tief eingeschnittene Wasserrinne getrennt. Wir schauten uns minutenlang an. Ich glaubte an seinem Gesichtsausdruck zu erkennen, dass er ganz genau wusste, wie sicher er vor mir war.

Bereits auf dem Forstweg angekommen, brachte die schon sehr tief stehende Sonne das Herbstlaub noch einmal zum Glühen, zusammen mit dem strahlend blauen Himmel und der Kuppe des Predigstuhls (Reiteralpe!) ein tolles finales Bild (Foto 05), das zu dieser wunderbaren, einsamen, anstrengenden Tour passte