Ostsee Küsten Radweg

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Offline Reinhard

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Re: Ostsee Küsten Radweg
« Antwort #3 am: So, 16. Jul 2017, 17:46 »
Interessant und schöne Bilder!
Es müssen nicht immer die Berge sein.

 #danke1#

Offline Kalapatar

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Re: Ostsee Küsten Radweg
« Antwort #2 am: So, 16. Jul 2017, 12:49 »
Noch ein paar Bilder:

Offline Kalapatar

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Ostsee Küsten Radweg
« Antwort #1 am: So, 16. Jul 2017, 12:47 »
Ostsee Küsten Radweg

Hier eine kurze Zusammenfassung meiner Tour in Mecklenburg-Vorpommern


Anfahrt über Mch nach Hamburg (Umsteigen) und von dort nach Lübeck mit dem IC (im ICE darf man – noch – keine Fahrräder mitnehmen). Na ja es dauert halt etwas, aber man kann sich in der Bahn die Beine vertreten und schon mal ein Bierchen genießen. Trotzdem ein ganzer Tag geht verloren. Das Rad muss man in einem extra Wagen ohne Gepäck abstellen.
Hatte ein schönes Hotel in Lübeck, erst mal erholen.



1. Tag: Von Lübeck in den Klützer Winkel

Heute Vormittag war noch Zeit die Hansestadt Lübeck zu erkunden (musste das Hotel erst um 11:00h räumen): Holsten Tor, Altstadt etc. 1987 wurde die Innenstadt zum UNESCO Weltkulturerbe erklärt. Das Zentrum liegt ja auf einer richtigen Insel umgeben von der Trave und dem Elbe-Lübeck Kanal. Im übrigen war Heinrich der Löwe maßgeblich an der Gründung Lübecks beteiligt. Doch dann rauf aufs Rad und los gehts Richtung Osten. Die Fahrt nach Travemünde ist nicht sehr interessant, einmal musste ich in einen Bus umsteigen der mich durch den Herrentunnel auf die andere Seite der Trave brachte (kostenlos!). In Travemünde dann endlich an der Ostsee. Sicher, viele Menschen, aber es war recht angenehm: Möwen, Strandkörbe und ein WB. Man kann das Meer jetzt riechen.Von hier mit der Fähre über die Trave (Travemünde = Mündung der Trave). Auf der anderen Seite dann die Viermastbark „Passat“ (Segelschiff). Gegen einen kleinen Obulus konnte man dieses Schiff besuchen. Ich war zum ersten Mal auf so einem Kahn, schon beeindruckend, und auch sehr eng!!. Und wenn ich mir denke da in die Masten zu klettern bei Seegang: Mir gehst! Weiter dann an der Lübecker Bucht entlang, die Ostsee immer zur Linken und bei Brook abbiegen ins Hinterland in den Klützer Winkel nach Hohen Schönberg, meiner ersten Übernachtung.
52km

2. Tag: Vom Klützer Winkel nach Rerik

Heute ging es, nachdem es in der Nacht geregnet hat, erst mal zurück an die Ostsee und immer am Wasser entlang zum ersten Ostseebad nach Boltenhagen (zweitältestes Ostseebad nach Heiligendamm). Die erste Seebrücke, 290m lang, (Steg ins Meer) musste natürlich entsprechend gewürdigt werden (Weitwinkel). Dann am Wohlenberger Wiek entlang bis nach Wismar. Wismar war von 1648 – 1803 in schwedischer Herrschaft. Der Marktplatz ist ja recht schön (Wasserkunst Pavillon), aber es waren viele fahrende Händler da, mit allerlei Unsinn, die haben das etwas verunstaltet. Trotzdem hat es für einen Eiskaffee gereicht. Von der Marienkirche steht nur noch der Turm (sog. Backsteingotik), das Kirchenschiff sprengte die damalige DDR Regierung 1960 (?). Dann weiter nach Norden:  Es war recht frisch und eigentlich hatte ich nur Gegenwind. Deshalb habe ich auch den Abstecher zur Insel Poel mit dem berühmten „Timmendorfer Strand“ ausgelassen, an einer Windmühle in Stove vorbei nach Rerik am Salzhaff. Die Unterkunft war wieder okay, und ein super Fischteller in einem Lokal am Hafen hat den Tag abgeschlossen.
83km

3. Tag: Von Rerik nach Kussnitz

Wieder hat es über Nacht geregnet, aber jetzt ist es klar und es macht Spaß die nächste Etappe in Angriff zu nehmen. Der erste Stopp ist im Ostseebad Kühlungsborn (größtes Ostseebad in Mecklenburg Vorpommern), wieder mit einer schönen Seebrücke. Dann weiter nach Heiligendamm (erstes deutsches Seebad), der „weißen Stadt am Meer“. 2007 fand ja hier der G8 Gipfel statt (Stichwort: „Wachstum und Verantwortung“) und man hat immer noch die Bilder aus dem Fernsehen im Hinterkopf. Allerdings sind nur wenige Gebäude so restauriert, daneben gibt es jede Menge alter Villen, die jetzt auch aufwendig renoviert werden. Diese maroden Alten hat man damals im Fernsehen nicht zu sehen bekommen. Was das wohl kostet? Weiter geht der Weg über Nienhagen nach Warnemünde (Leuchtturm und Teepot, ein Restaurant) an der Mecklenburger Bucht, dem Ostseezugang von Rostock. Hier herrscht ein geschäftiges Treiben, viele Touristen und viele Buden, die allerlei Unsinn anbieten. Mit der Fähre ging es über die Warne und dann etwas ins Hinterland zur abgelegenen, aber ruhigen Übernachtung nach Kussnitz.
58km

4. Tag: Von Kussnitz nach Graal-Müritz

Heute wieder in den Sattel und auf nach Ribnitz-Damgarten. Am Ribnitzer See gelegen findet man dort ein Bernstein Museum in einem alten Klarissen Kloster. Was man alles aus Bernstein machen kann! Vom filigranen Schmuck bis zum ganzen Segelboot. Kostet aber auch entsprechend. Anschließend bin ich noch in die Ostsee Schaumanufaktur für Bernsteinschmuck gefahren. Da kann man beliebig Geld ausgeben! Zurück zur Ostsee ging es in das Seebad Graal-Müritz. Hier wieder eine lange Seebrücke, 350m lang. Ein Kurort mit entsprechend vielen Leuten. Abends habe ich mir in der Pension Witt dann eine Scholle mit Lachs gegönnt. (Spezialität des Hauses).
50km

5. Tag: Von Graal Müritz nach Barth

Weiter geht es nach Norden: Links die Ostsee mit der Mecklenburger Bucht und rechts der Saaler Bodden, ich fahre durch das Fischland (im Herbst landen hier unzählige Kraniche, bis zu 70.000 Vögel), am Ostseebad Dierhagen vorbei nach Wustrow. Der Radweg ist oft eine Katastrophe. Weiter nach Ahrenshoop mit seiner kleinen Schifferkirche nach Born und Wiek, zwei sehr gepflegte Dörfer mit sehenswerten Reed gedeckten Häusern. Vom Bodden zurück an die Küste zum Ostseebad Prerow und dann auf der hohen Düne entlang nach Zingst (Nationalpark). Hier bin ich dann nach einem WB noch weiter nach Ostzingst bis zum Dreiländereck gefahren. Ein kurzes Foto, es waren sehr viele Mücken und Bremsen und schnell zurück nach Zingst. Von dort habe ich dann die Fähre nach Barth genommen und bin über Nacht in der Jugendherberge abgestiegen. JH für 48€/Nacht m 4-Bett Zimmer (war aber allein), aber dennoch extrem teuer. Man muss für die Bettwäsche, Handtücher und Kurtaxe extra zahlen (+ca. 10€) das rentiert sich nicht. Werde diese Mitgliedschaft sofort wieder kündigen.
77km

6. Tag: Barth nach Parow (vor Stralsund)

Heute geht es durch eine total verlassene Gegend mit wenigen Highlights nach Parow vor Stralsund. Ich bin schon Mittags da und kann das ganze Gepäck unterstellen und bin dann die ca. 5km nach Stralsund noch reingeradelt. Beeindruckend der Alte Markt mit der „bunten“ Nikolaikirche und der neue Markt mit der Marienkirche. Am Hafen habe ich mir eine super leckeren Lachsspieß gegönnt. Auf alten Kuttern wird dort total frischer Fisch verkauft (viel besser als bei uns), dazu ein Störtebecker Bier. Anschließend noch ins Ozeaneum, dem neu gebauten Meeresmuseum (17€ Eintritt). In Stralsund habe ich dann auch noch die Gorch Fock 1 besucht, die liegt hier als Museum vor Anker (die Gorch Fock 2 ist ja immer noch ein Marine Schulschiff). Naja auf diese Masten möchte ich bei Seegang nicht klettern! (siehe Passat).
57km

7. Tag: Von Stralsund nach Dranske auf Rügen

Auf der großen Autobrücke darf man ja nicht Rad fahren aber daneben gibt es eine alte Straße auf der man über den Stralesund nach Rügen kommt. Der Wind pfeift dort schon gewaltig. Dann an der Westküste entlang über Altefähr bis nach Gingst. Die Radwege werden immer schlechter und auch mein Kreuz muss inzwischen einiges aushalten. Betonplatten mit eisernen Haltegriffen als Bodenbelag! Oder ein sehr grobes Kopfsteinpflaster. In Gingst gab es erst einmal einen Eiskaffee. Doch dann ging es weiter über Trent zur Wittower Fähre. Ein kurzes Stück auf dem Wasser und weiter nach Wiek. Ein sehr netter Ort mit einer kleinen Marina und einer schmucken Gelegenheit ein Störtebecker Bier in der Sonne zu genießen. Gegenüber sieht man die Insel  Hiddensee, die Sonne scheint, das Bier schmeckt. Von hier ist es nicht mehr weit zum heutigen Ziel nach Dranske in die Pension „Kleine Meerjungfrau“.
76km

8. Tag: Von Dranske nach Sassnitz

Nur knapp 20 km sind es bis zum äußersten Nordzipfel von Rügen dem Kap Arkona. Nur die Kreidefelsen findet man hier nicht, sondern mehr unterirdische Bunker der ehem. DDR (was die wohl da sollten?). Bin noch auf den Schinkelturm (fast höchster Leuchtturm) gestiegen. Von dort hat man einen schönen Ausblick auf die ganze Gegend. Von hier sind es noch knapp 40km nach Königsstuhl zu Caspar David Friedrichs Kreidefelsen. Das war allerdings etwas anstrengend. Man denkt gar nicht, wie viele Hm man an der Ostsee macht, heute waren laut Navi 540Hm. Vom malerischen Örtchen Vitt hat man einen ersten Blick zurück. Hier und auch in Putgarten tummeln sich viel Künstler. Dann heißt es strampeln bis zum Königsstuhl. Eintritt in den Nationalpark Jasmund 8,50€. Man nennt diesen Küstenabschnitt auch Stubbenkammer. Hier konnte ich dann endlich die Kreidefelsen fotografieren. Von der Viktoria Aussicht zeigte sich ein kostenloses besonderes Motiv. Doch weiter ging es auf einer recht stark befahrenen Straße nach Sassnitz. Dort habe ich lange das Hotel gesucht, denn auf der Hauptstraße gingen die geraden Zahlen von Ost nach West und die ungerade von West nach Ost. Man steht also vor der Nummer 1 und gegenüber hat man 108. Das muss man wissen!
78km

9. Tag: Von Sassnitz nach Karnitz

An Rügens Ostküste geht es jetzt nach Süden. Bald kommt Prora. Eine ehem. KDF (Kraft durch Freude) Hochhaus Siedlung, die aber nie fertig gestellt wurde, 4,5 km lang, direkt am Meer, wird aufwendig restauriert (3.500€/m² für eine Wohnung, 6.500€/m² für eine Penthaus Wohnung – gehen weg wie die warmen Semmeln). Dann weiter nach Binz. Jetzt bin ich auf der Ostseite von Rügen mit den stilvollen Seebädern. Klassische Villen und ein etwas elitäres Ambiente. Von Binz mit dem Zug (Rasender Roland) nach Stellin. Das Ostseebad ist das vornehmste auf meiner Tour. Und die Seebrücke ist von vielen Ansichtskarten bekannt. Am Ende kann man mit einer Taucherglocke nach unten gleiten und 1/2h den Meeresboden besichtigen, wenn man etwas sieht. Aber Sellin hat schon Eindruck gemacht: Nobel und klassizistisch! Weiter geht es nach Moritzburg. Dort gibt es eine Ruderbootfähre: Der arme Ruderer braucht kein Fitness Studio! In Putbus dann den Zirkel (Gartenanlage) besichtigt und in der Orangerie eine letzte Stärkung (wieder Störtebecker). Im abgelegenen Karnitz in einem Golfhotel habe ich die letzte Nacht in Rügen verbracht.
59km

10. Tag: Von Karnitz nach Stralsund

Schlechtes Wetter! Der erste Regentag, also den Poncho raus und schnell nach Stralsund. Leider sind die Radwege wieder extrem verbesserungsfähig und es dauert. Auch die Beschilderung lässt zu wünschen übrig. Dann wieder über den Stralesund und zur Unterkunft am Stadtwald. Total durchnässt. Nach einer Dusche ein Bummel in der Stadt mit einem leckeren Fischbrötchen (eine tolle Auswahl, nicht vergleichbar wie bei uns).
41km

11.Tag: zurück nach München

Der Regen hat aufgehört. Also zusammenpacken und zum Bahnhof, Über Berlin geht der IC nach München. Hat leider Verspätung. Am Hbf in die S-Bahn.
Im ganzen bin ich 630km gefahren, das Rad hat durchgehalten, es gab keine Probleme.

Viele Grüße, KaPa