Mittelstaufen über Murkar am 09.02.2017

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Offline BFklaus

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Mittelstaufen über Murkar am 09.02.2017
« Antwort #1 am: Fr, 10. Feb 2017, 11:27 »
Von Adlgaß aus wanderte ich auf geräumten Forstwegen zum verschneiten Frillensee (Foto 01), der grau unter einer dicken Nebeldecke lag. Kurz hinter dem Frillensee legte ich die Schneeschuhe an und orientierte mich an vereinzelten älteren Schispuren Richtung Murkar. Oberhalb der Waldgrenze verlor sich jede Spur unter einer verblasenen Neuschneedecke mit Bruchharschdeckel.
Am Fuß des Großen Murkopfs angekommen, war eine Verschnaufpause dringend angesagt. Der Blick ins steile, schattige obere Murkar (Foto 02) bewog mich, meine Aufstiegsroute zu ändern und den kürzeren Sommerweg zur Roßkarscharte zu nehmen. Ich tauschte jetzt die Schneeschuhe gegen Steigeisen, um im Steilgelände auf verfestigter Unterlage sicherer voran zu kommen. Nach schweißtreibendem Anstieg erreichte ich endlich die Sonnenseite des langgezogenen Mittelstaufen-Kamms, unter mir das Nebelmeer.
Der Steig zum Gipfel des Mittelstaufen hat sehr viele apere Passagen, aber auch vereiste Anstiege (Foto 03), brettharte Kammverwehungen und hüfttiefer Pulver in den nordseitigen Abschnitten. Extrem anstrengend war der letzte Zwischenabstieg mit Gegenanstieg zum bekreuzten Gipfel.
Es war spät geworden. Ein traumhafter Sonnenuntergang versüßte meine Gipfelpause (Foto 04). Im Osten zierte der Mond den Hochstaufen (Foto 05). Bei anbrechender Dämmerung stieg ich die apere Südflanke ab und flott über das nordseitige Kar zwischen Mittel- und Hochstaufen (vereiste Abschnitte!) zurück zum Ausgangspunkt.

Anmerkung: Die Tour ist eher eine Winterbegehung mit Steigeisen als eine Schneeschuhtour. Die stark wechselnden Schneeverhältnisse sind nicht zu unterschätzen.