Karl Maria Herrligkoffer (Expeditionsleiter, Visionär)

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Karl Maria Herrligkoffer (Expeditionsleiter, Visionär)
« Antwort #1 am: So, 08. Jan 2017, 18:02 »
Karl Maria Herrligkoffer:  Arzt, Expeditionsleiter und Visionär

Bekannt wurde er insbesondere durch seine Expeditionen zum Nanga Parbat in den 1950er bis 1970er Jahren. Als Förderer des Expeditionsbergsteigens in Deutschland kam ihm eine bedeutende Rolle zu. Seine Kindheit und Jugendzeit verbrachte er im Chiemgau, in Prien und Rosenheim.





Durch die am Berg exerzierte Wirklichkeitsbewältigung erfährt der Bergsteiger häufig wertvolle Einsichten, die ihm helfen, auch die Realitäten des Alltagslebens besser zu meistern.
(Karl Maria Herrligkoffer in seinem 53. Lebensjahr)

Der 1916 in Schweinfurt geborene Herrligkoffer besuchte die Oberrealschule (jetzt: Sebastian-Finsterwalder-Gymnasium) in Rosenheim, wo er das Abitur absolvierte. An der Uni München studierte er Medizin und war dann als Arzt in München tätig.

Als Halbbruder des 16 Jahre älteren Willy Merkl, der 1934 die verunglückte Nanga-Parbat-Expedition geleitet hatte, begeisterte er sich schon früh für die Berge. In den Jahren zwischen 1953 und 1986 organisierte und leitete er mehr als 20 Expeditionen in das Himalaya- und Karakorum-Gebirge. Zu seinen erfolgreichen Unternehmen zählen die Erstersteigung des Mount Everest ohne Flaschensauerstoff durch den Tegernseer Hans Engl (1978) und die Erstbegehung der K2-Südostwand (1986). Am populärsten sind jedoch seine acht Expeditionen auf den „Schicksalsberg der Deutschen“, den Nanga Parbat (mit seiner Erstersteigung 1953, dann den Gipfelsieg über die Diamirflanke 1962 (Mannhardt, Kinshofer, Löw). Im Jahr 1970 leitete er auch die Nanga-Parbat-Expedition über die Rupalflanke: Messners Bruder Günther verstarb unter ungeklärten Umständen beim Abstieg. Weiterhin organisierte und leitete er vier Unternehmungen in die Arktis mit 34 Erstbesteigungen, seine bereits gestartete Südpol-Expedition scheiterte an Transportproblemen.
 
Bei etwa 220 Teilnehmern insgesamt verhalf Herrligkoffer vielen heute bekannten Alpinisten zum Durchbruch. Dazu zählten neben Reinhold Messner beispielsweise Toni Kinshofer, Anderl Mannhardt, Jerzy Kukuczka oder Pit Schubert. Einigen ließ er auch finanzielle Unterstützung zukommen, mit anderen (am bekanntesten Hans Ertl und Reinhold Messner) kam es zu teils langjährigen öffentlichen Konflikten.

Sein 1952 gegründetes ‚Deutsches Institut für Auslandforschung‘ hatte u.a. zum Ziel, unerforschte Gebirgsregionen zu erkunden und nach Möglichkeit deren Gipfel auch zu besteigen. Über seine Stiftung als auch als Autor seiner zahlreichen Bücher finanzierte er seine Unternehmungen.

Karl Maria Herrligkoffer verstarb 1991 in München.


“Aktiv leben macht unser Leben zum Kleinod”
(Karl Maria Herrligkoffer)



Weitere Information im Internet:

Herrligkoffer-Stiftung
Wikipedia


Von den Autoren Horst Höfler und Reinhold Messner ist im AS-Verlag ein Buch über das Leben des Karl-Maria Herrligkoffer erschienen: